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Agnes Miegel, Hildesheim und die Nachwuchs-Linken

Ja, Hildesheim ist eine weltoffene, freundliche, farbenfrohe Stadt und an diesem Image wird hart gearbeitet. Es wurde viel in Kunst und Kultur investiert, so wurden rostige Metallträger in der Fußgängerzone aufgestellt, es wurde ein neues Stadtlogo geschaffen, drei rote Buchstaben mit drehendem O aufgestellt und vieles mehr. Jetzt, da sich alle Hildesheimer viel wohler fühlen als zuvor, ist natürlich kein Geld mehr da und so musste die Wiedererrichtung des „Umgestülpten Zuckerhuts“ aus privaten Mitteln engagierter Bürger finanziert werden. Aber wahrscheinlich werden auch rostige Metallträger mehr Touristen nach Hildesheim locken und massenweise Geld in die ausgetrocknete Stadtkasse spülen, als es je durch den historischen Marktplatz, Weltkulturerbe und „Umgestülpten Zuckerhut“ möglich gewesen wäre.

Doch es gibt etwas, was die Hegemonie einer modernen und toleranten Stadt völlig aus dem Gleichgewicht bringt: Hier die Agnes-Miegel-Straße in Ochtersum. Nun ist eine Debatte entfacht, ob die Straße umbenannt werden sollte oder eben nicht.

Ausgelöst wurde die Debatte von einem „Projekt Farbenfroh“, einer linken Kinder- und Jugendvereinigung mit Sitz in der Löseke. Mit ihrem Konsens, einer Aufzählung von klassischen Themenbereichen von „Faschismus“ über Sexismus bis Daten- und Tierschutz oder auch dem Atomausstieg bedient die Gruppe alle gängigen Punkte der Linken. Dabei haben sie sich selbst Grenzen gesetzt, wollen keine Waffen tragen, distanzieren sich von Gewalt und während ihrer Treffen sollen keine Drogen konsumiert werden. Auf ihrer Netzseite setzen sie Verweise zu linken Gruppen, den Grünen, der Piratenpartei und zu einer Seite, die Freiheit für mutmaßliche linksextremistische Brandstifter fordert.

Grund genug, dass das „Projekt Farbenfroh“ mit seinem Feldzug gegen die Agnes-Miegel-Straße von den Medien und Parteien hofiert wird. So bietet die Hildesheimer Allgemeine Zeitung der Gruppe eine Plattform, als Rene Grebenstein, Gründer des „Projekts Farbenfroh“, Agnes Miegel in einem Artikel als Verbrecherin bezeichnet und für eine Umbenennung der Straße werben kann, samt Kontakttelefonnummer und Netzadresse. Die SPD-Ratsfraktion greift den Punkt auf und will über „strittige Straßennamen“ debattieren. Inzwischen wurde eine Unterschriftenaktion für eine Umbenennung der Straße gestartet.

Der Vorwurf gegenüber Agnes Miegel

Linksextremisten und jetzt das „Projekt Farbenfroh“ werfen Agnes Miegel immer wieder vor, dass diese im Jahr 1933 Mitglied der NS-Frauenschaft und später Vorstandsmitglied der Deutschen Akademie der Dichtung wurde. Desweiteren werden das Gedicht „Dem Führer“ und und das Buch „Ostland“ angeführt, um ihre Nähe zum Nationalsozialismus hervorzuheben. „Projekt Farbenfroh“ führt an, daß Agnes Miegel mit „schwülen, schwülstigen Heimat- und Heimatverlust-Gedichten“ den Nationalsozialismus begünstigt hätte. Auch dass sich Agnes Miegel nie von ihren Texten oder ihrer Gesinnung distanziert hat, wird ihr immer wieder vorgeworfen.

Wer war Agnes Miegel?

Sie wurde am 9. März 1879 im ostpreußischen Königsberg geboren und war das einzige Kind ihrer Eltern. Vom Vater wird ihr die Stadt Königsberg nahe gebracht, die Mutter zeigt ihr Volkslieder und Gedichte. Fünfzehnjährig schreibt sie erste Gedichte in ihr Tagebuch, und bereits 1896 erhält sie ihr erstes Honorar für die Ballade "Elfkönig". Börries von Münchhausen sagte „Dies ist eine der ganz großen Dichterinnen unseres Volkes. Agnes Miegel ist der größte lebende Balladendichter unseres Volkes.“

1901 erscheint ihr erstes eigenes Buch, ein Band mit Gedichten und Balladen. Angnes Miegel macht eine Schwesternausbildung in Berlin, später muss sie zunächst eine Ausbildung zur Lehrerin aus gesundheitlichen Gründen abbrechen, dann die landwirtschaftliche Maidenschule, da sie die kranken Eltern in Königsberg pflegen muss. Nach dem Tod des erblindeten Vaters steht sie vierzigjährig allein da und findet bei einer Zeitung Arbeit. Agnes Miegel schreibt historische Erzählungen aus den verschiedenen Epochen der ostpreußischen Geschichte und wird in Ostpreußen und ganz Deutschland so bekannt, dass sie zahllose Reisen unternehmen muss.

Ihre Zeit während des Nationalsozialismus beschreibt die Agnes-Miegel-Gesellschaft so: „Die Berühmtheit der Dichterin und ihre Themen kommen den neuen Machthabern 1933 sehr gelegen. 1933 wird Agnes Miegel in die Sektion Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste aufgenommen, eine Anerkennung und eine Ehre, die ihr für viele Jahre zum Verhängnis werden soll. Die Nationalsozialisten können sie gebrauchen, glauben sie doch in ihrer ostpreußischen und altpreußischen Thematik etwas von „Blut und Boden“ zu erkennen. Doch Rassismus oder gar Antisemitismus gibt es bei ihr ebenso wenig wie Maximen von Gewalt, Hass, Unrecht oder Intoleranz. In ihren Werken findet sich vor allem eine deutliche Sprache der Menschlichkeit, Toleranz, Versöhnung und Verständigung auch über Grenzen hinweg als höchstes Lebensgesetz. Agnes Miegels dichterisches Werk in diesen Jahren wird bestimmt durch eine große Vielfalt in Stoff und Formen.“

Sie muss im eisigen Februar 1945 wie alle zwei Millionen Ostpreußen die Flucht nach Westen antreten, wobei sie mit einem der letzten Flüchtlingsschiffe über die Ostsee nach Dänemark entkommen kann. Nach anderthalb Jahren in einem Lager, zieht sie in das überfüllte Wasserschloss Apelern und findet schließlich im niedersächsischen Bad Nenndorf eine zweite Heimat, in dem sie weiter schreibt. Am 26. Oktober 1964 verstirbt Agnes Miegel.

Auszeichnungen und Ehrungen

1916 Kleist-Preis
1924 Ehrendoktor der Königsberger Albertus-Universität am 200. Geburtstag von Immanuel Kant
1929 Zu ihrem 50. Geburtstag Ehrensold ihrer Vaterstadt und freies Wohnrecht auf Lebenszeit
1933 Aufnahme in die Sektion Dichtung der Preußischen Akademie der Künste
1936 Herder-Preis der Johann-Wolfgang-Goethe Stiftung
1939 Ehrenbürgerbrief der Stadt Königsberg/Pr.
1940 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/Main
1952 Westfälischer Kulturpreis
1954 Ehrenbürgerin der Gemeinde Bad Nenndorf
1957 Ehrenplakette des Ostdeutschen Kulturrates
1958 Preußenschild der Landsmannschaft Ostpreußen
1959 Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
1959 Stiftung der Agnes-Miegel-Plakette des Tatenhauser Kreises in Warendorf/Westf.
1962 Kulturpreis der Landsmannschaft Westpreußen

In Bad Nenndorf wird ihr ein Denkmal errichtet und die Post bedruckte ihr zu Ehren eine Briefmarke. Nach Agnes Miegel wurden ingesamt 40 Schulen und zahllose Straßen in ganz Deutschland benannt, so auch die kleine Straße im hildesheimer Stadtteil Ochtersum.

Linksextremisten päpstlicher als der Papst?

Linksextremisten und die Kinder und Jugendlichen vom „Projekt Farbenfroh“ sind nicht die ersten, die sich mit der Person Agnes Miegel beschäftigt haben. Im Rahmen der politischen Säuberung nach dem 2. Weltkrieg führten die alliierten Sieger die sogenannte Entnazifizierung Deutschlands durch. Auch die Person Agnes Miegel wurde geprüft und ihr Entnazifizierungsurteil lautet „unbelastet“. Es hieß, „sowohl Motive wie Handlungen haben niemals NS-Geist verraten.“

Hass gegen Agnes Miegel

Seit vielen Jahren versuchen Linksextremisten im Sinne der 68er-Bewegung die Meinung in Deutschland zu beeinflussen und vorzugeben. Wie Spiegel-Reporter Jan Fleischhauer in seinem Buch „Unter Linken“ berichtet, haben sie es dabei auf meinungsbildende Positionen in der Gesellschaft abgesehen und sind deshalb stark in Redaktionen, Verlagen, Medien und in der Politik vertreten. Sie haben ein Klima der Angst geschaffen, das auf Denunziation und Ausgrenzung beruht; von dem alle Menschen betroffen sind, die sich nicht ihren Vorstellungen gemäß verhalten. Linke Vorstellungen umzusetzen bedeutet auch massiven Einfluss auf die Kultur auszuüben und das öffentliche Straßenbild in ihrem Sinne zu gestalten.

Von den ehemals 40 Schulen, die mit dem Namen Agnes Miegels geschmückt waren, ist heute noch eine einzige in Wilhelmshaven übrig geblieben; etliche Straßen wurden bereits umbenannt. Doch nicht nur politischer Druck oder Ausgrenzung zählt zu den üblichen Mitteln. So wurden beispielsweise kurz nach der Wiedereinweihung des Kriegerdenkmals in der Ortschaft Giesen, im Jahr 2007 Gedenkplatten mit Gedichten Agnes Miegels herausgerissen und gestohlen.

Warum ausgerechnet Agnes Miegel?

Von ihren Landsleuten und Schicksalsgefährten wurde Agnes Miegel "Mutter Ostpreußen" genannt. Sie verkörpert als Person das Land Ostpreußen, welches in der Blütezeit unter dem Deutschen Orden entstanden ist. Ihre Texte, Gedichte und Balladen veranschaulichen die Schönheit des Landes und erhalten die dortige Kultur. In den 50er und 60er Jahren warben CDU und SPD noch mit der Rückforderung der Ostgebiete, die nach dem Krieg an Polen, Tschechien und Russland gefallen waren. Mit der Teilwiedervereinigung Deutschlands wurde auf die Rückforderung offiziell endgültig verzichtet. Um solche Rückforderungsbestrebungen bereits im Keim zu ersticken soll auch die Erinnerung an das Land „der dunklen Wälder und kristall’nen Seen“ zwischen Ostseeküste und Masuren verschwinden.

Als Heimatvertriebene hält Agnes Miegel die Erinnerung an die menschenverachtende Flucht und Vertreibung von 18 Millionen Deutschen durch die Rote Armee am Leben, was linken Zeitgenossen naturgemäß wenig schmeckt. In Balladen wie „Wagen an Wagen“ wird die Dramatik einer menschlichen Katastrophe von ungeahntem Ausmaß deutlich. Darin heißt es:

„Zuckend wie Nordlicht am Himmel stand
Verlassner Dörfer und Städte Brand.
Und um uns heulte und pfiff der Tod,
Auf glühendem Ball durch die Luft getragen.
Und der Schnee wurde rot.
Und es sanken wie Garben, die hilflos starben.
Und wir zogen weiter,
Wagen an Wagen“

Linker Agnes-Miegel-Protest und die Auswirkung

Wenig Wirkung hat die linke Anti-Agnes-Miegel-Kampagne bundesweit gebracht. Zwar wurden alle Schulen, mit Ausnahme der in Wilhelmshaven, und auch etliche Straßen umbenannt, doch immer gegen den Protest der betroffenen Bürger. In Bad Nenndorf, der niedersächsischen Stadt, in der sich Agnes Miegel niedergelassen hat und die sie zur Ehrenbürgerin erklärte, scheiterten die Linken bei ihrem Vorhaben das Agnes-Miegel-Denkmal zu entfernen, am wütenden Protest der Bad Nenndorfer.

Auch in Hildesheim zeigt sich das Unverständnis der Bürger für eine Umbenennung der Straße. Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung startete eine Umfrage, bei der sich bis zum 28. Dezember 13,7% (84 Stimmen) für eine Umbenennung entschieden, 84,7% (520 Stimmen) dagegen. Vielfältige Gründe sprechen gegen eine Umbenennung der Straße, so ist es kaum möglich die literarische und kulturhistorische Gesamtleistung der Dichterin auf wenige Werke und Jahre ihres Lebens zu reduzieren. Andere verweisen auf die Kosten, die mit einer Umbennung verbunden wären und wieder andere führen die Beliebtheit Agnes Miegels im Ausland an.

Die „Projekt Farbenfroh“-Unterschriftenaktion brachte bis zum jetzigen Zeitpunkt rund 100 Unterschriften, unter anderem unterzeichneten die DIE LINKE, „Arbeitskreis Antifaschismus Hildesheim“ und die Jusos Pforzheim. Die Doppelmoral der Linksextremisten: Es gibt in Deutschland noch immer zahlreiche Straßen, die nach roten Verbrechern wie Ilja Ehrenburg benannt sind. Dieser ist mit Hetzaufrufen wie „Tötet alle Deutschen“ oder „Brecht mit Gewalt den Rassehochmut der germanischen Frauen. Nehmt sie als rechtmäßige Beute“ in die Geschichte eingegangen. Die Massenvergewaltigungen, Kindermorde und Kriegsverbrechen an abertausenden von deutschen Zivilisten die Ilja Ehrenburg ausgelöst hat, sind für diese Gruppen kein Thema, stattdessen wird Agnes Miegel posthum zur Verbrecherin deklariert.

Laut dem Ochtersumer Ortsbürgermeister Dr. Ulrich Kumme ist eine Umbenennung der Straße derzeit nicht vorgesehen. Wir denken nicht, dass sich die Bürger von den linken Kindern und Jugendlichen des „Projekts Farbenfroh“ ihre Straßennamen diktieren lassen sollten. Die Folgen hätten letztlich Stadt, Betriebe und Anwohner zu tragen, die sich neue Personalausweise ausstellen lassen müssten, Adressetiketten müssten neu gedruckt werden, Stadtkarten geändert und vieles mehr. Diese linken Spielchen auf dem Rücken der Hildesheimer sind nicht tragbar. Was in Bad Nenndorf möglich ist, kann Hildesheim auch. Nutzen wir diese Debatte, um Agnes Miegel und ihre Heimat Ostpreußen in das Gedächtnis der Menschen zurück zu holen.

Dem Kulturbolschewismus ein Ende setzen – Agnes Miegel bleibt!

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