Gedeon und die Grenzen der AfD

On January 11, 2018, in Junge Freiheit, by admin

Das Landesschiedsgericht der AfD Baden-Württemberg hat das Parteiausschlußverfahren gegen den Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon eingestellt. Aus formalen Gründen, wie es heißt, ohne die Frage des Antisemitismus in den Schriften Gedeons inhaltlich zu bewerten.

Ausführliche Beweismittel in dem im Sommer 2016 vom Landesvorstand eröffneten Verfahren gegen Gedeon seien nicht rechtzeitig vorgelegt worden, läßt der derzeitige Landesvorsitzende Ralf Özkara mitteilen. Die Fristen dafür seien am 28. Februar 2017 verstrichen. Mit anderen Worten: Das Verfahren wurde offenbar von den Verantwortlichen schlampig und lustlos von den Verantwortlichen geführt. Ein Armutszeugnis für die AfD.

Der „Fall Gedeon“ ist Symptom für eine Partei, die immer wieder bei ausbleibender klarer Führung zum Spielball von Provokateuren und Radikalen wird. Wie konnte ein Mann wie Gedeon überhaupt für den Landtag aufgestellt werden? Warum dauerte es so lange, ihn aus der Fraktion auszuschließen?

„Prototyp antisemitischen Verschwörungstheoretikers“

Warum verschlampt der Landesvorstand die Beweisführung in einem Parteiausschlußverfahren bei einem Mann, über den Marc Jongen, der derzeitige Ko-Sprecher der AfD Baden-Württemberg, in dieser Zeitung nach Ausbruch der Affäre im Juni 2016 erklärte:

„Der Mann ist geradezu der Prototyp dessen, was man gemeinhin einen ‘antisemitischen Verschwörungstheoretiker’ nennt.

Daß diese Schmähvokabel hier nicht leichtfertig hingeschrieben ist, zeigt Wolfgang Gedeons Selbstbeschreibung als ‘Antizionist’ und Aufdecker von ‘Verschwörungspolitik’, die sich ihr bis auf Haaresbreite nähert. Ob wir darin eine kokette Provokation des Autors erkennen dürfen, mit der er seinen Lesern augenzwinkernd signalisiert, woran sie bei ihm sind, oder ob er tatsächlich an die zur eigenen Verteidigung vorgebrachte kategorische Unterscheidung zwischen ‘Antisemitismus’ (als rassistisch motivierte Judenfeindschaft) und ‘Antizionismus“ (als Gegnerschaft lediglich zu einer ‘nationalistischen Ideologie’) glaubt, wird nicht letztgültig zu ermitteln sein.

Es ist auch gar nicht entscheidend, denn ein erklärter ‘Antizionist’ ist ebenso ein Judenfeind, wie ein ‘Antisemit’ einer ist, und Herrn Gedeons spitzfindige Unterscheidungen, die er in seinen Texten übrigens keineswegs konsequent durchhält, werden keinen halbwegs klarsichtigen Menschen vom Gegenteil überzeugen.“

Mißbrauch für internen Machtkampf

Der AfD-Bundessprecher und damalige Fraktionsvorsitzende im Stuttgarter Landtag, Jörg Meuthen, arbeitete 2016 nach Bekanntwerden von Gedeons Schriften zügig auf einen Ausschluß Gedeons aus der Landtagsfraktion hin. Schnell wurde der Konflikt jedoch Teil des tobenden Machtkampfes mit der damaligen Ko-AfD-Chefin Frauke Petry. Beide zogen in der Frage wochenlang nicht an einem Strang.

Petry war die Beschädigung Meuthens als führungsschwach offenbar wichtiger als die rasche Trennung von Gedeon. Die AfD-Fraktion verwandelte sich in einen Trümmerhaufen, spaltete sich und hat sich trotz Wiedervereinigung von dieser Krise bis heute nicht mehr erholt.

Der ungelöste „Fall Gedeon“ zeigt: Die AfD ist mit der berechtigten Kritik an einer überbordenden Political Correctness und täglichen Einschränkungen der Meinungsfreiheit groß geworden. Als Partei durchaus legitimer Tabu-Brüche gegen einen hegemonial links-liberal bestimmten Mainstream hat sie nun selbst das Problem, innerparteilich deutlich zu machen, wo mit dem lockeren „Das wird man ja noch sagen dürfen“-Diskurs Schluß ist. Und hierzu gehört zweifellos der Antisemitismus.

Insofern darf man gespannt sein, ob die AfD-Baden-Württemberg tatsächlich auf eine Berufung im Parteiausschlußverfahren verzichtet und die Landtagsfraktion glaubt, Gedeon – der sich bis heute um kein Jota von seinen Schriften distanziert, die er als programmatische „Kader-Lektüre“ der AfD empfohlen hat, wieder in die Fraktionsarbeit einzubinden.

2 Responses to “Gedeon und die Grenzen der AfD”

  1. Waffenstudent says:

    Vorbemerkung:

    Die lutherischen Kirchen Deutschlands feierten mit großem Aufwand und staatlichen Millionensubventionen von 2008-2017 die so genannte “Luther-Dekade” und als Höhepunkt Feierlichkeiten zum 500jährigen Reformationsjubiläum im Jahr 2017. Anlass dieses Jubiläums waren die 95 Thesen Martin Luthers, die dieser im Jahr 1517 angeblich an die Schlosskirche in Wittenberg geschlagen haben soll. Das Reformationsjubiläum brachte aber auch die dunklen Seiten des Reformators deutlicher ans Tageslicht, und es handelt sich dabei nicht nur um einzelne dunkle Flecken einer ansonsten ehrenwerten Biografie. Die Schwärze überzieht das ganze Leben des Gründervaters des Protestantismus (viele Beispiele dazu in Der Theologe Nr. 3), und zwar von dem Zeitraum an, zu dem er unter dem Schutz von Fürsten mehr und mehr an Einfluss gewann. Dabei versuchte er, seine Meinungen und Vorstellungen, ähnlich wie die Päpste vor und nach ihm, mit “Gott” zu autorisieren, und er fand darin viele Nachfolger. Der dunkle Bereich mit den wohl furchtbarsten Auswirkungen war seine Agitation gegen die jüdischen Mitbürger und das Judentum.

    Doch warum ließ Martin Luther die jüdische Bevölkerung verfolgen?
    Der Hintergrund: Martin Luther hoffte zunächst, die “Juden”, wie es heißt, für die von ihm reformierte Kirche bekehren zu können. So erklärt er beispielsweise in seiner Schrift aus dem Jahr 1523 Dass Jesus Christus ein geborener Jude sei: “Ich will aus der Schrift erzählen die Ursachen, die mich bewegen, zu glauben, dass Christus ein Jude sei von einer Jungfrau geboren, damit ich vielleicht auch etliche Juden zum Christenglauben reizen möge” (Weimarer Ausgabe 11, S. 314). Sie sollten die Chance erhalten, “unsere christliche Lehre und unser Leben zu hören und zu sehen” (Weimarer Ausgabe 11, S. 336), um sich darauf hin zu bekehren. Würde man sie nicht mehr als “Hunde” verleumden und verfolgen, wie es die Kirche bis dahin tat, gebe es für Luther auch keinen Hinderungsgrund mehr, dass die Juden nicht zu Christen würden, so die Überlegung des Reformationsmönchs aus Wittenberg. Als sich dies für ihn aber bald als Trugschluss erwies, wandelte sich sein – aufgrund seiner Hintergedanken der Missionierung – freundlicher Umgang in fanatischen Hass.
    Bereits drei Jahre später, im Jahr 1526, rechtfertigte Martin Luther Judenverfolgungen u. a. mit der Aussage: “Also sie den Fluch im Geist anziehen als ein täglich Kleid, so lass sie auch ein öffentlich Schandkleid äußerlich tragen, damit sie vor aller Welt als meine Feinde erkannt und veracht werden” (zit. nach Arndt Meinhold: Psalm 109 in Luthers ´Vier tröstliche Psalmen an die Königin von Ungarn`. In: Christoph Bultmann, Walter Dietrich, Christoph Levin (Hrsg.): Vergegenwärtigung des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002). Seine schmeichelnde Schrift aus dem Jahr 1523 hätten die Juden “schändlich missbraucht” (Brief an Josef von Rosheim, 1537), anstatt sich nach dem Lesen zum Glauben der Kirche zu bekehren.

    Das zentrale Dokumente des lutherischen Antisemitismus ist die grundlegende Schrift Martin Luthers Von den Juden und ihren Lügen (1543). In seinen letzten Lebensjahren erscheint die Judenverfolgung als das wichtigste Anliegen von Martin Luther überhaupt. Sie ist auch das Thema seiner letzten Kanzelabkündigung am 15.2.1546 in Eisleben, drei Tage vor seinem Tod, wo er z. B. fordert: “Darum sollt ihr Herren sie nicht leiden, sondern wegtreiben.”
    Und auch in seinem letzten Brief vor seinem Tod, den er von Eisleben aus an seine Frau schreibt, heißt es: “Wenn die Hauptsachen geschlichtet sind [die Streitigkeiten unter den Grafen von Mansfeld], so muss ich mich daran legen, die Juden zu vertreiben. Graf Albrecht ist ihnen feind und hat sie schon preisgegeben, aber niemand tut ihnen noch etwas.” (zit. nach Landesbischof Martin Sasse, Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen!, a.a.O., S. 14)
    “Niemand tut ihnen noch etwas” – in diesen Worten beschwört der Reformator die kommenden Verfolgungen und den Völkermord, für die Luther zuvor die Atmosphäre aufgeheizt hat; so, als könne er kaum erwarten, dass die Obrigkeiten endlich losschlagen. Für die jüdischen Bürger tickt die Zeitbombe, doch dann ist Martin Luther plötzlich tot, vermutlich Herzinfarkt. Das geplante Pogrom fällt zunächst aus, und es gilt noch etwas länger: “Niemand tut ihnen noch etwas.”
    Doch die geistige Brandstiftung ist damit nicht gelöscht, das kommende von Luther beschworene und voran getriebene Grauen schwelt nur länger unter der Oberfläche.

    Lesen Sie selbst, was Martin Luther schrieb, nach einzelnen Anklagepunkten und Verurteilungen geordnet! Wenn das Zitat nicht aus der Schrift Von den Juden und ihren Lügen stammt, ist die anderweitige Quelle vermerkt. Die Zitate mit jeweiligen Seitenangaben stammen dabei aus folgenden Quellen:

    1) Originalquelle “Von den Juden und ihren Lügen”, Erstausgabe Wittenberg 1543, zit. nach Hans-Jürgen Böhm, Die Lehre M. Luthers – ein Mythos zerbricht, Selbstverlag, Plech 1994
    Anmerkung: Diese Quellensammlung, die auch Dokumente über die Verfolgung anderer Minderheiten durch Martin Luther enthält, ist gratis über den Autor erhältlich: Postfach 53, 91284 Neuhaus.

    2) Originalquelle “Von den Jüden und ihren Lügen”, D. M. Luth., gedruckt zu Wittemberg durch Hans Luft, 1543, in: “Von den Jüden und ihren Lügen” von M. Luther, 1542, als Volksausgabe herausgegeben von Hans Ludolf Parisius, 3. Auflage, Ludendorffs Volkswarte-Verlag, München o. J.

    3) “Martin Luther über die Juden: Weg mit ihnen”, herausgegeben von Landesbischof Martin Sasse*, Eisenach, Sturmhut-Verlag, Freiburg 1938

    Und lesen Sie mehr darüber, was der lutherische Theologe Dr. Hermann Steinlein zur Wirkungsgeschichte von Martin Luthers Antisemitismus und seinen Aufrufen zur Judenverfolgung heraus gefunden hat.

    * Anmerkung: Der evangelische Landesbischof ist begeistert, als 1938 überall in Deutschland die Synagogen niederbrennen. Endlich würde eine deutsche Regierung das Vermächtnis Martin Luthers erfüllen. Dies ist für ihn der Anlass, eigens an die Forderung Luthers zu erinnern, die Synagogen in Brand zu setzen.

    Hinweis: Die Quellentexte unter 2) und 3) enthalten nicht den kompletten Inhalt dieser Bücher, jedoch alles Wesentliche. Die nachfolgende Zusammenstellung dokumentiert eine der maßgeblichen geistigen Wurzeln späterer Judenverfolgungen.

    Doch nun lesen Sie selbst!

    Quelle: https://www.theologe.de/martin_luther_juden.htm#Auszuege

    Quelle: http://www.unmoralische.de/christlich.htm#dritte

  2. derbetroffene says:

    ichtsdestotrotz die Juden in DEutschland gedulteter waren als nirgends sonst auf der Welt, wie bspw. England 1905 seine Grenzen vor den aus Rußland flüchtenden Juden schloß. Das Deutsche Reich nicht, obwohl sich sogar Rathenau schlecht über diese Neubürger äußerte.
    Und dafür hat wohl kein Volk wie die Deutschen unter – nicht DEN Juden, sondern – ihrer weltweiten Führungselite gelitten. Mit dem Vertrag von Balvour war der deutsche Untergang besiegelt, Sieg bzw. Waffenstillstand verhindert, einschl. des parallelen Betreibens der amerikanischen Judenführung in Finanz, Wirtschaft, Medien und Staat, auch ihr Protegee Wilson mit Krieg und FED. Bis hin dann zum Anstiften des 2. Weltkrieges unter Protegee Roosevelt und Organisation der geistigen und wirtschaftlichen Vernichtung Deutschlands bis heute!
    Diese Verantwortung liegt eindeutig bei “DEN” Juden! Und natürlich haben die Kleinen den Ärger meist auszubaden, aber das ist immer so, auch bei den Deutschen heute. Deshalb tragen auch die Kleinen die Verantwortung für das geduldete Handeln der Großen mit.
    Warum sollten die Juden da eine Ausnahme sein?
    Und hat dann Luther nicht solches Handeln vorausgesehn, was die edlen Verteidiger geflissentlich nicht sehen wollen?
    Der Püschel hat in seiner hochnotpeinlichen Befragung durch Broder und Samad genau DAS angesprochen und Herr Broder hat es nicht in seiner Sendung gebracht.
    Weil es stimmt? Oder angeblich Verschwörungstheorie sein soll, all DAS, was geschichtlich belegt ist?
    Warum darf dann nicht drüber gesprochen werden, sondern wird als Antisemitismus abgetan und wie der Zweifel an den 6 Mio Vergasten verfolgt?
    Ich würde schon gern öffentlich über Luthers Meinung und deutsches Erleben und Wirklichkeit reden!!!!
    Aber DIE Juden leben wieder oder noch als heilige Kühe in Deutschland UND der Welt; können machen und kriegen, was sie wollen; werden bei Verurteilung nicht bestraft (Lagarde, Wilders).
    Nenee, Waffenstudent – sind’s Übermenschen, die Juden?
    Auf jeden Fall sind die Deutschen ihr bevorzugtes Opfer, die dazu ihren Staat Israel aufgebaut haben, mit Geld, Ausrüstung, Qualifizierung, mit den gewünschten Bürgern, mit Atomwaffen.
    Über eine halbe Million Juden sind aus Polen von 1933-39 ins Reich geflohen (s.Schulze-Ronhof), haben bei Bedarf Sozialhilfe gekriegt – wie unsre Asylanten heute -; bei Bedarf deutsche Politiker erschossen im Auftrage der Antidiffamierungsliga, welche dann die Mörder durch Staranwälte verteidgte, dann auch die Synagogen hat brennen lassen.
    Sie wurden alle von innen angebrannt (s. “Feuerzeichen”, I.Weckert).
    Und warum haben DIE Juden sogar die Druckplatten dieses kleinen Buches zerstören lassen?
    Sie werden auch bald Luther zerstört haben – logisch!
    Natürlich alles Verschwörungstheorie, oder?

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