FRAUENFELD. Der Schweizer Kanton Thurgau hat eine Verschärfung seiner Einbürgerungspraxis beschlossen. Mit den Stimmen von SVP und FDP beschloß der Große Rat des Nordschweizer Kantons, daß Ausländer, die Eidgenossen werden wollen, künftig über Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 mündlich und B1 schriftlich verfügen müssen, berichtet die Basler Zeitung.

B2 ist dabei wie folgt definiert:

Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, daß ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.

CVP, EVP, SP und Grüne waren dagegen

 Unter B1 heißt es:

Kann die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit geht. Kann die meisten Situationen bewältigen, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet. Kann sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern. Kann über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben.

 Damit sind die Anforderungen an Deutschkenntnisse von Einbürgerungswilligen im Thurgau nun höher als in der übrigen Schweiz. CVP, EVP, SP und Grüne hatten gegen die Verschärfung gestimmt. Als einzige Möglichkeit, die Maßnahme zu verhindern, bleibt ihnen nun nur noch, ein Referendum in die Wege zu leiten. (tb)

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