NEUNBURG. Eigentlich sollte sich ein 25 Jahre alter Asylbewerber am Montag vor dem Amtsgericht Neuburg wegen des Verdachts des sexuellen Mißbrauchs einer Siebenjährigen verantworten. Doch weil der Mann aus Nigeria nicht zur Hauptverhandlung erschien, verzögert sich der Prozeß. Der zuständige Jugendrichter erließ deshalb Haftbefehl gegen ihn – nicht zum ersten Mal, wie der Donaukurier berichtet.

Denn der Angeklagte hatte sich bereist mehrere Monate in Untersuchungshaft befunden. Da jedoch die Erstellung eines Gutachtens über die Glaubwürdigkeit des minderjährigen mutmaßlichen Opfers längere Zeit in Anspruch nahm und der Nigerianer ohne Verurteilung nicht noch weitere Monate im Gefängnis verbringen sollte, war er im Frühjahr auf freien Fuß gesetzt worden, unter Meldeauflagen.

Die ignorierte er aber und ließ seit Juli Termine bei seinem Betreuer verstreichen. Lediglich mit seiner Anwältin soll er Kontakt gehabt haben. Nun fahndet die Polizei nach ihm.

Fortsetzung ungewiß

Dem Asylbewerber wird vorgeworfen, ein sieben Jahre altes Mädchen zweimal mißbraucht zu haben. Einmal hinter dem Landratsamt Neuburg, das zweite Mal in einer Flüchtlingsunterkunft. Dort soll er das Kind in eine dunkle Ecke gezerrt und sie mit dem Finger vergewaltigt haben. Zwar bestreitet der Angeklagte die Taten, die Schilderungen des Mädchens sollen ihn laut Donaukurier aber schwer belastet haben.

Wann das Verfahren fortgesetzt wird, ist ungewiß. Eine Sprecherin des Amtsgerichts Neuburg wollte auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT nicht mitteilen, ob der Verdächtige mittlerweile gefaßt werden konnte und sich in Untersuchungshaft befindet. Auf mehrfache Nachfrage hieß es lediglich, das Gericht werde darüber informieren, wenn es einen neuen Termin für den Prozesses gebe. (krk)

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