STRASSBURG. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Einführung des Euro in der gesamten Europäischen Union gefordert. Die Union befinde sich im fünften Jahr eines Wirtschaftsaufschwungs, der mittlerweile jedes Mitgliedsland erreicht habe. „Jetzt ist die Zeit für ein stärkeres, demokratischeres Europa“, sagte Juncker in einer Grundsatzrede am Mittwoch im EU-Parlament in Straßburg.

In 19 der 28 EU-Länder wird derzeit mit dem Euro bezahlt. Bulgarien, Dänemark, Schweden, Kroatien, Rumänien, Polen, Tschechien und Ungarn sind genauso wie Großbritannien, das aus der EU austritt, nicht Teil des Euroraums.

Außerdem sollen Bulgarien, Rumänien und Kroatien der Schengenzone beitreten. „Wenn wir den Schutz unserer Außengrenzen verstärken wollen, dann müssen wir Rumänien und Bulgarien unverzüglich den Schengen-Raum öffnen. Wir sollten auch Kroatien die volle Schengen-Mitgliedschaft ermöglichen, sobald es alle Kriterien erfüllt.“

Türkei „in absehbarer Zeit“ kein Mitgliedsland

Die EU könnte bis 2025 auf 30 Mitgliedsstaaten anwachsen. Derzeit stehen Montenegro und Serbien in laufenden Beitrittsverhandlungen mit der EU. Die Türkei werde „in absehbarer Zeit“ kein Mitglied der EU, ergänzte Juncker. Sie entferne sich derzeit von der EU etwa durch die Verhaftung von Journalisten. „Journalisten gehören in Redaktionsstuben mit freier Meinungsäußerung und nicht ins Gefängnis.“

Juncker widersprach in seiner Rede Plänen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der weitreichende Reformen möchte. Er sei dagegen, neue Strukturen zu schaffen oder die Europäischen Verträge zu ändern. Macron hatte zuvor einen Euro-Finanzminister mit Milliarden-Budget gefordert. (ls)

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