Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

On August 31, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Unmittelbar nachdem die Auszüge aus Chatprotokollen einer internen Facebook-Gruppe bekannt geworden sind, die den bisherigen Fraktionsvize der AfD in Mecklenburg-Vorpommern schwer belasten, ist Holger Arppe aus Fraktion und Partei ausgetreten.

Ob das aus freien Stücken geschah oder erst auf Druck von Fraktion und Parteispitze ist fürs erste unerheblich. Auf das Fehlverhalten folgt die Sanktion. Das ist das Signal von Schwerin – und es ist ein wichtiges Signal über Mecklenburg-Vorpommern hinaus. Ähnlich wie im vergangenen Monat in Berlin, wo sich die AfD-Fraktion von einem Abgeordneten getrennt hat, dessen inhaltliche Eskapaden die anderen Mitglieder nicht mehr hinnehmen konnten. Da funktionierte, was anderenorts zur peinlich-schleppenden Posse geriet.

Glaubwürdigkeit im Blick behalten

Es geht auch gar nicht primär um die Frage, ob die verbalen Entgleisungen einzelner die Partei möglicherweise Stimmen bei der Bundestagswahl kosten können. Es geht ums Prinzip. Die AfD ist als Rechtsstaatspartei angetreten. Wer gegen die gesetzwidrige Eurorettungs- und Asylpolitik der Bundesregierung zu Felde zieht, muß die eigene Glaubwürdigkeit stets im Blick behalten. Und Verstöße dagegen in den eigenen Reihen zügig und konsequent ahnden. Gerade weil die sogenannten „Altparteien“ darin kein Vorbild sind.

Wie meinte Spitzenkandidat Alexander Gauland einmal: Die AfD sei als junge Partei noch ein „gäriger Haufen“. Richtig. Um so wichtiger wäre es, ihm nicht noch zusätzliche Hefe beizugeben. Eine zu starke Gärung kann man durch Filtern stoppen. In Schwerin ist nun die notwendige Konsequenz gezogen worden. Wer weiß, ob noch weitere folgen müssen.

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2 Responses to “Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?”

  1. Adebar says:

    Soziale Netzwerke, wie VK-Kontakte, Gab.ai oder eben das von Kahane und Co. kontrollierte Facebook, haben mittlerweile eine ähnliche Funktion wie der gute alte Stammtisch in der Bierstube. Man ist unter Gleichgesinnten und man redet Tacheles und baut Druck ab, natürlich redet sich der eine oder andere auch mal in Rage und es fallen Wörter, Behauptungen und Beschimpfungen die man außerhalb der Bierstube oder wie in diesem Falle in den sozialen Medien, sonst nicht öffentlich äußern würde, sondern allenfalls denken und denken ist ja bisweilen noch nicht verboten.

    Ich finde, daß lautes Schimpfen, Meckern und Dampf ablassen, auch mit überzogenen, verletzenden Worten manchmal sogar gut ist um Agressionen abzubauen und der Seele Ruhe zu geben. Solange niemand dabei persönlich verletzt wird und dies war hier (internen Chat) der Fall, deshalb ist die “Causa Arppe” eigentlich eine “Causa Spitzelstaat”. Denn der eigentliche Skandal ist die Schnüffelei und das Aushorchen interner und privater Unterhaltungen, dabei ist es unerheblich ob Gespräche am Stammtisch, in der eigenen Wohnung oder eben in einer geschlossenen oder wie bei Hr.Arppe in einer internen Unterhaltung in Internet, abgehört und dann auch noch in frecher Weise verbreitet und den Medien zugespielt werden.

    Die AFD in Meck-Pom hätte die Bespitzelung und das Abhören privater Gespräche thematisieren sollen, diese Stasi-Methoden gehören angeklagt, nicht Herr Arppe. Ein wenig mehr Rückgrad täte der AFD gut.

    Adebar

  2. Adebar says:

    Nachtrag:

    Sollten die Behauptungen der TAZ richtig sein und in dem internen Chat wurden tatsächlich pädosexuelle Gewaltfantasien ausgetauscht, dann sollten alle Beteiligten an diesem Chat strafrechtlich belangt werden.

    Trotzdem hat niemand das Recht ohne richterliche Anordnung fremde Gespräche zu bespitzeln, auch wenn hier, vorausgesetzt die TAZ schreibt die Wahrheit, ein pädophieles Ar…lo.. aufgeflogen ist.

    Adebar

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