KARLSRUHE. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen im Fall der Hamburger Messerattacke übernommen. Laut der Behörde liege „ein radikal-islamistischer Hintergrund der Tat nahe“. Die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, daß sich der Palästinenser Ahmad A. selbst radikalisiert habe.

Er habe angegeben, sich seit geraumer Zeit mit radikal-islamistischen Themen zu beschäftigen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. „Zwei Tage vor der Tat habe er sich schließlich für eine entsprechende Lebensweise entschieden. Am Tattag selbst habe er sich infolgedessen entschlossen, ein Attentat zu begehen, verbunden mit der Hoffnung, als Märtyrer zu sterben.“

Es gebe bislang aber keine Anhaltspunkte dafür, daß Ahmad A. das Attentat als Mitglied des Islamischen Staates oder einen anderen terroristischen Vereinigung begangen habe. Ebensowenig, daß er vor oder während der Tat in Kontakt mit einem Mitglied einer terroristischen Vereinigung stand.

Polizei prüft Verbindung zum Alstermord

Der abgelehnte Asylbewerber hatte am Freitag nachmittag in einem Supermarkt in Hamburg Barmbek ein Messer aus einem Regal genommen und einen Kunden erstochen sowie einen weiteren schwer verletzt. Anschließend stach er auf drei Passanten vor dem Supermarkt ein und verletzte diese ebenfalls schwer.

Die Hamburger Polizei prüft mittlerweile, ob Ahmad A. möglicherweise auch für den sogenannten Alstermord an Victor E. verantwortlich ist. Der 16 Jahre alte Schüler war im Oktober 2016 hinterrücks an der Alster erstochen worden. Seine Freundin wurde vom Täter in die Alster gestoßen, konnte sich aber retten. Sie beschrieb den Angreifer als südländisch aussehend, zwischen 23 und 25 Jahren. Ahmad A. ist 26 Jahre alt.

Die Ermittler untersuchen nun, ob er sich zur Tatzeit im Oktober 2016 in eine Funkzelle in der Nähe des Tatorts eingeloggt hat. Zwei Wochen nach der Tat hatte sich der IS zu dem Mord bekannt. Die Polizei schloß jedoch einen terroristischen Hintergrund aus. (krk)

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