BRÜSSEL. Die EU hat angekündigt, vor der libyschen Küste weiter Asylsuchende aus Seenot zu retten. Die Mitgliedstaaten stimmten am Dienstag einstimmig einer Fortsetzung der vor zwei Jahren gestarteten Operation „Sophia“ zu. Neben der Entsendung von Marineschiffen ins zentrale Mittelmeer werden libysche Küstenschützer ausgebildet und das Waffenembargo gegen Libyen kontrolliert.

Italien hatte bis zuletzt offen gelassen, ob das Ende Juli auslaufende Mandat für den Einsatz bis zum 31. Dezember 2018 verlängert werden kann. Die italienische Regierung hatte sich vor zwei Jahren bereit erklärt, bei der Operation „Sophia“ gerettete Asylsuchende in italienische Häfen zu bringen.

EU-Schiffe sollten ursprünglich Schlepper bekämpfen

Damals war noch nicht klar gewesen, daß die für den Kampf gegen Schleuser eingesetzten EU-Schiffe Einwanderer aufnehmen würden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Insgesamt seien bei dem Einsatz bislang rund 40.000 Menschen nach Italien gebracht worden, davon allein 21.000 von der deutschen Marine.

Kritiker werfen den beteiligten Staaten vor, mit der Operation vor der libyschen Küste Schleusern in die Hände zu spielen. Diese könnten seit dem Start der Mission billige und unsichere Boote einsetzen, weil sie sich sicher sein könnten, daß Einwanderer kurz nach dem Verlassen der libyschen Hoheitsgewässer von EU-Schiffen gerettet werden.
Nicht genannte EU-Beamte hätten darauf verwiesen, daß ein Stop des Einsatzes kaum mehr möglich sei, da es zumindest in den ersten Wochen danach zu einem massiven Anstieg der Todesfälle kommen könnte. Die EU-Kommission hatte in den vergangenen Wochen Italien zusätzliche finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt. (ls)

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