HAMBURG. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Äußerungen des neuen Hamburger Innensenators Michael Neumann (SPD) zum linksextremen Szenetreff „Rote Flora“ zurückgewiesen. Die im Stadtteil Sternschanze gelegene „Rote Flora“ sei ein Zentrum, von dem aus zur Gewalt aufgerufen werden, sagte der Hamburger Landesvorsitzende der GdP, Uwe Koßel, der JUNGEN FREIHEIT.

Neumann hatte in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt gesagt: „Die Flora hat Hamburg auch bunter gemacht. Die Schanze ist nicht langweilig und spießig, sondern bunt und lebhaft.“

Dem widersprach Koßel: „Wenn Herr Neumann mit bunt die Farbschmierereien oder das Abbrennen von Feuerwerkskörpern meint, mag er ja Recht haben. Ich glaube aber nicht, daß dadurch das Leben im Schanzenviertel bunter geworden ist.“

Verfassungsschutz beobachtet linksextremen Szenetreff

Offenbar wolle sich der Innensenator zu Beginn seiner Amtszeit besonders diplomatisch geben, vermutete der Hamburger GdP-Chef. Spätestens zur Walpurgisnacht und zum 1. Mai werde der SPD-Politiker aber von der Realität eingeholt werden. „Es wäre ein Wunder, wenn es nicht wieder zu Ausschreitungen kommt. Und die Keimzelle derjenigen, die zu diesen Straftaten aufrufen, sitzt nun mal in der ‘Roten Flora’.“

Die seit 1989 bestehende „Rote Flora“ ist laut dem Hamburger Verfassungsschutz „der bedeutendste politische Treff- und Veranstaltungsort für die autonome Szene Hamburgs“. 2009 war sie zum wiederholten Mal „Ausgangspunkt von Demonstrationen sowie Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen“, so zum Beispiel am Vorabend des 1. Mai. Auch nach den sogenannten „Schanzenfesten“ im Juli und September des Jahres kam es nach Angaben der Verfassungsschützer zu „Ausschreitungen im Umfeld der Roten Flora“.

Im vergangenen Jahr gab es nach dem Schanzenfest ebenfalls heftige Krawalle. Zu der Randale, bei der 15 Polizisten verletzt wurden, war es nach einer Demonstration gegen „Polizeigewalt“ gekommen. Deren Anmelder stammten aus dem Umfeld der „Rote Flora“. (krk)

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