Was lehrt uns die Kriegsweihnacht 1944?

Mit dem Druckwerk DEUTSCHE KRIEGSWEIHNACHT 1944 wurde damals in fast aussichtsloser Lage eine Seelen-Sehnsucht entfesselt, mit der der Widerstandswille auch nach der militärischen Niederlage wach gehalten werden konnte. Weihnacht, die geweihte Nacht des nordischen Lebens, war nicht nur Seelenschutz, sondern auch geistige Kampfmotivation zur Fortsetzung des Weltenkrieges gegen das Anti-Menschliche in einer für uns entwaffneten Zeit. In diesem Druckwerg wurde folgende denkwürdige Passage vorangestellt:
“Wir wissen, dass es kein innigeres Fest, keine zum Nachdenken und zur Selbstbesinnung zwingendere Stunde für uns Menschen nordischen Blutes gibt, als jene Feier der Sehnsucht, die wir zur Zeit der Wintersonnenwende begehen: Weihnachten! Als wir Kinder waren, erlebten wir es als Fest der schenkenden Liebe, und wir vernahmen Legenden aus fernem jüdischen Land, die uns zwar eigenartig, von fremdem Zauber umglänzt erschienen, uns aber doch zutiefst fremd und unverständlich blieben. Erst als wir zu Männern emporwuchsen und uns der Kampf des Lebens das vielleicht nicht einmal schöne paradiesische Märchen von einem ewigen Frieden auf Erden als Traum erkennen ließ, begannen wir zu begreifen, dass die großen, bewegenden Ideen auf Erden nicht um den ‘ewigen Frieden’ kreisen, sondern um härtere, ehrlichere, wirklichkeitsbewusste Begriffe der Freiheit, der Ehre, der Gerechtigkeit! Längst war der Traum vom Frieden verflattert. Längst der Zustand der Kindheit überwunden: aber immer wieder feierten wir unser Weihnachtsfest mit gleicher Ergriffenheit …” [28]

Und in einem weiteren Kapitel der KRIEGSWEIHNACHT 1944 wird der Brief einer Soldatenfrau und Mutter an ihren kämpfenden Mann abgedruckt. Der Geist dieser Frau, dieser Mutter, lebte auch nach der Niederlage fort und führte letztlich zu den unglaublichen kosmischen Veränderungen im Kriegsjahr 2016. Hier einige herzergreifende Passagen dieses Briefes. Eine von Millionen von tapferen Frauen und Müttern, die an ihrem Platz für Volk und Reich zur Unterstützung ihrer Männer an der Front kämpften. Sie schreibt:

Kriegsweihnacht 1944

Kriegsweihnacht 1944

“Ja, ‘es ist Nacht und mein Herz kommt zu Dir…’ Weißt Du auch, welche Nacht es ist? Es ist die kurze Stundenspanne, die uns von dem Heiligen Abend trennt, jene Nacht, in der wir als Kinder vor Seligkeit und Erwartung kaum schliefen, weil uns Mutter beim Zubettgehen noch einmal die Haare aus der Stirn gestrichen und dabei gesagt hatte: ‘Morgen, Kinder, wird’s was geben, morgen werdet Ihr Euch freun…’ In dieser Nacht, Liebster, liege ich wach und rede mit Deinem Bild, das ich an die schräge Mansardenwand meines Bauernzimmers gehängt habe, und denke viele, viele Gedanken. Nicht alle sind schön. Ich sage Dir das ganz ehrlich. Als vor drei Tagen Dein Brief kam, der mir die Bestätigung meiner Sorge gebracht hat und schwarz auf weiß festlegte, dass ich zum fünften Mal in diesem Kriege allein mit den Kindern Weihnachten feiern muss, weil Dein U-Boot zu neuer Auslandsfahrt ausläuft, da habe ich lange geweint und mit dem Schicksal gehadert, das uns allen heute, die wir jung genug zum Genießen und alt genug zum bewussten Erleben sind, so unendlich viel Glück zerschlägt. … Du musst verstehen, dass uns der Krieg, die wir als Gebärende, Hüterinnen und Schützerinnen alles Bestehenden sind, die Grausamkeit des Todes, diese hasserfüllte Zerstörung, die unsere Feinde wie ein Inferno über uns schütten, doppelt trifft, weil unser Herz das alles nicht fassen kann. Wir sind aus unserem Boden gerissen wie Pflanzen, die blühten, weil sie wurzelten, wurzelten in der Luft der Behütung, des Aufbaues, der Fürsorge für die, die wir lieben… In dieser Nacht, die Deinem Briefe folgte, stieg eine Verzweiflung in mir hoch, die mir den Entschluss gab, diesmal einfach das ‘Fest’ ausfallen zu lassen. Schließlich dachte ich, ist eben der 24. Dezember ein Tag wie alle Tage …. Aber, weißt Du, in der Verzweiflung betreten wir, wenn wir ein richtiges, echtes, unverfälschtes Frauenherz haben, wohl alle unbewusst die goldene Brücke, die an das andere Ufer hinüberführt, an jenes Ufer, an dem Mut und das Gefühl einer feinen und letzten Pflicht zu Hause ist … Ein deutsches Kind sein – kein Weihnachten haben, das ist sehr arg, denn die Kinder haben ihren Anspruch auf Freude und Glück. … Wenn wir auch fern von Dir und fern von unserem Daheim sind, so will ich den Kindern hundert Lichter für eines in meinem Herzen anzünden, damit die Freude nicht auslösche; damit werde ich Dir näher sein als mit allen sehnsüchtigen und zehrenden Gedanken. Wie oft hast Du mir Walter Flex’ schönes Wort vorgelesen: ‘Ihr sollt nicht mit trüben Augen in die hellen Weihnachtskerzen blicken!’ Nein… Ich weiß nun, dass es unsere tiefste, frauliche, mütterliche Pflicht ist, die Lichter der Freude aus unseren Herzen heraus in das trostlose Dunkel der sorgenden Nächte anzuzünden. Für die Kinder – aber auch für Euch, die Ihr draußen kämpft. Denn Ihr sollt nicht in eine dunkle, schaurige Welt zurückkommen, wenn Ihr heimkehrt; in unseren wartenden Herzen wird und soll Euch das Licht brennen, über Trauer und Trümmern sollen Euch die Fackeln unserer Liebe leuchten – und heute ganz besonders.”

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