Das waren noch Zeiten in den 60- und 70-Jahren, als die meisten Künstler mit ihren Filmen, mit ihrer Musik und ihren Bildern sich gegen Kriege stellten, das Establishment scharf kritisierten und sich für Frieden einsetzten. Wie Stanley Kubrick, Francis Ford Coppola und Oliver Stone mit ihren Anti-Kriegs-Filmen. Oder mit ihrer Musik, wie Bob Dylan, John Lennon, George Harrison, Paul McCartney, Joan Baez, Jimmy Hendrix, Kris Kristofferson, Jonny Cash, James Brown, Cat Stevens (Yusuf Islam), Bob Marley, Pink Floyd, Neil Young, Graham Nash, Willie Nelson, Donovan, Barry McGuire, Fleetwood Mac, Alice Cooper, Edwin Starr, Marvin Gaye und viele andere, die ich nicht alle aufzählen kann. Selbstverständlich auch später dann Elvis Presley, Michael Jackson und sogar Udo Lindenberg mit seinem Lied 1981 “Wozu sind Kriege da?”

Hier das Lied “War” von Edwin Starr aus dem Jahre 1969, dass am deutlichsten den Krieg kritisiert:

War, huh yeah
What is it good for?
Absolutely nothing, oh hoh, oh
War huh yeah
What is it good for?
Absolutely nothing, say it again y’all
War, huh good God
What is it good for?
Absolutely nothing, listen to me

Oh, war, I despise
‘Cause it means destruction of innocent lives
War means tears to thousands of mothers eyes
When their sons go off to fight and lose their lives

Was hört man und sieht man aber seit den 90-Jahren bis heute von den sogenannten Künstlern? Keinerlei Kritik an der westlichen Kriegspolitik, fast nur noch Kommerz, Konsum ist das grösste und es wird das ausbeuterische und kriegerische System komplett unterstützt. Die meisten Artisten sind Prostituierte der Elite und verbreiten deren unmenschliche und perverse Ideologie. Den Jugendlichen wird suggeriert, Materialismus ist erstrebenswert, wer am meisten Geld und Luxusgüter hat ist der König. Gesellschaftliche Verantwortung, Moral und Anstand ist “out”, Egoismus, Gier und Raffen was das Zeug hält ist “in”.

Eine Gruppe nach dem Millenium, die mit einer ihrer ersten Lieder 2003 die Wahrheit aufzeigte, war Black Eyed Peas und “Where Is The Love?”

Nur, was ist aus ihnen geworden? Sie haben voll in den banalen Kommerz gewechselt oder sind von den Musik-Konzernen rüber geholt worden. Gesellschaftskritik oder Kritik an der Machtstruktur hat keinen Platz in der heutigen Welt und wird nicht geduldet. Fast alle Lieder dieser Gruppe sind seitdem belangloser Tra-Lalla-Mist, so wie von den anderen Pop-Idioten.

Wer wirklich Kritik übt, hat im Musikgeschäft keine Chance, wird nicht gefördert und landet im Abseits. Nur wer sich prostituiert und seine Seele verkauft wird ein “Star”, wie Madonna, Lady Gaga und die anderen Huren.

Was mich am meisten schockiert ist meine Beobachtung der Menschen im täglichen Leben, im Zug, im Bus und auf der Strasse. Man kann mit niemanden mehr reden, denn fast alle Mitmenschen haben ihren Kopf gesenkt, starren auf ihr Smartphone und tippen wie wild darauf los. Niemand spricht mehr mit anderen, sondern jeder kommuniziert nur noch indirekt elektronisch, über SMS, Twitter, Instagram, Facebook und wie sonst diese a-sozialen Medien alle heissen.

Ein Künstler, der diesen gesellschaftlichen Niedergang und diese Versklavung in seinen Bildern festhält, ist Steve Cutts, ein in London lebender Illustrator und Animator, der kraftvolle Bilder benutzt, um den traurigen Zustand unserer Gesellschaft aufzuzeigen und zu kritisieren, den ich euch heute vorstellen will.

Gier, Umweltzerstörung, Junk-Food, TV-Konsum, die Smartphone-Sucht und die Ausbeutung von Tieren, sind die Themen die ihn beschäftigen.

Cutts war auch ein Unterstützer und Profiteur des perversen Systems, als er für bekannte Konzerne Werbeplakate zeichnete. Dann ist er aufgewacht und hat realisiert, wie krank alles ist. Jetzt arbeitet er als Freelancer und benutzt sein Talent, um die Mitmenschen aufzuwecken, damit sie über ihre Situation nachdenken.

Cutts hat bei einer Werbeagentur gearbeitet, mit bekannte Kunden wie Coca Cola, Google, Reebok, Magners, Kellogg’s, Virgin, 3, Nokia, Sony, Bacardi and Toyota. Er hat diese Konsumwelt zurückgelassen und versucht mit seiner Kunst Gedankenanstösse zu geben.

Seine Illustrationen fangen den Stress, die Verzweiflung und die Frustration ein, die in unserer “friss oder stirb” Welt herrscht, einer in der wir aufgefordert werden, Sachen zu konsumieren, die wir nicht brauchen, mit Geld zu kaufen, das wir nicht haben, und dabei den Planeten zerstören, nur um den Umsatz und den Profit der Megakonzerne immer grösser werden zu lassen.

Ja es stimmt, die Kunst von Cutts macht depressiv, aber nur weil sie voll ins Schwarze trifft und die Wahrheit sagt.

Hier eine kleine Auswahl seiner Werke:

Phoneslaves – Handy-Sklaven:

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