Nullzinspolitik gegen Einsturzgefahr?

Der Spatz im Gebaelk

Der Spatz im Gebälk

In Wernecke ist das neu eingefügte 40 m Teilstück des Brückenbaus eingestürzt. Dabei kam ein Arbeiter um, andere wurden schwer verletzt. Wie kann so etwas geschehen? Man rätselt noch. Auf die Frage wird sich wohl eine Antwort finden lassen. Der Vorfall erinnert an einen ähnlichen Einsturz beim Bau der Limburger Lahntalbrücke der A3 vor einigen Jahren. Damals wurde gemunkelt, man habe am Zement gespart und gestohlenen Zement durch Sand ersetzt. Nach anderer Auffassung hatte man den Untergrund für ein Stützgerüst falsch eingeschätzt. Pfusch am Bau kommt vor, aber auch bei einem Großprojekt wie einer Autobahnbrücke. – Offensichtlich.


Die Auswirkungen der aktuellen Zinslosigkeit Faber, Daniel Diplomarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich VWL - Finanzwissenschaft, Note: 1,0, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern Fachbereich Finanzwesen, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: "[...] Damit gelingt dem Autor die vollständige und mit ausreichend Literatur belegte Erfassung des Themas, bei der er sich um eine genaue wissenschaftliche Analyse praktisch aller aufgeworfenen Fragestellungen bemüht und für kluge Zusammenfassungen und Überleitungen innerhalb der einzelnen Kapitel sorgt. Ebenfalls gefallen hat die saubere und fehlerfreie förmliche und orthographische Ausführung dieser Arbeit und der gewandte Sprachstil des Autors. Insgesamt eine hervorragende Leistung." - Kommentar des korrigierenden Dozenten - , Abstract: Mit der Meldung der EZB über die Senkung des Hauptrefinanzierungssatzes am 10.09.2014 auf 0,05 Prozent gelangte die Eurozone dem Zustand der Zinslosigkeit gefährlich nahe. Diese Maßnahme bringt sowohl Chancen, als auch Gefahren mit sich, welche zusammen mit einer möglichen Exit-Strategie im Rahmen dieser Arbeit betrachtet werden. Vorweg ist allerdings zu klären, worum es sich bei diesem Zinssatz handelt, und wie dieser historisch niedrige Rekordwert zustande kamEs gibt andere Brücken, an denen es gerade zu Einstürzen mit noch verheerenderen Folgen kommt. Geld ist so eine Brücke. Sie spannt sich zwischen unserer sinnvollen Spezialarbeit für die Gesellschaft und die Leistungen der Gesellschaft zu unserer speziellen Versorgung zwischen den Arbeitsentgelten und den Preisen unserer Versorgungsgüter. Diese Brücke ist zwar nicht aufgrund der Zusammensetzung des Beton (in)stabil, wohl aber aufgrund der Werthaltigkeit des Geldes, das heißt, es muss ein Zusammenhang bestehen zwischen den Werten der verschiedenen Spezialarbeiten der Einzelnen insgesamt und der Bereitstellung der Versorgungsgüter für alle diese Einzelnen. Wer oder was garantiert diesen Zusammenhang?

Nach der derzeitigen Geldpraxis entsteht die Geldbrücke ausschließlich aus Krediten, die die Geschäftsbanken einzelnen einräumen, die damit und dafür mit Gewinn arbeiten, sich aus dem Gewinn versorgen und damit schließlich die Schulden wieder abtragen und damit das insgesamt umlaufende Geld um den speziellen Betrag ihres Kredits wieder verringern. Der Geldgewinn ergibt sich nur, wenn gleichzeitig andere Schulden aufnehmen und dadurch neues Geld in den Umlauf kommt. (Dadurch ist die Verzinsung für die Banken jedenfalls gesichert.) Die Geldbrücke der Gesellschaft besteht demnach aus Darlehen, die die Einzelnen in Form von Schulden antreiben und – weil Schulden normalerweise Zinsen kosten – aus einem dem Gesamtprozess innewohnenden stetigen Wachstum an umlaufendem Schuld/Kreditgeld.

Wie sicher ist die Bindekraft dieses Geldes? Sie engt von der Geldverwendung ab. Die zugrundeliegende Ideologie geht davon aus, dass Darlehen/Schulden für produktive Zwecke aufgenommen werden und im Produktionsprozess der Input (der aufgrund des Kredits geleistet wird) kleiner ist als der Output (der materiell das Überleben der Gesellschaft mit allen ihrem materiellen Bedarf und finanziell die Rückzahlung des Kredits einschließlich der Zinsen sichert).

Beim realen Brückenbau können Bauleiter etwas vom Kleber (Zement) für den eigenen Hausbau abzweigen, in der Hoffnung, dass der Diebstahl relativ zur verarbeiteten Masse kaum ins Gewicht fällt. Sie machen sich, für den Fall, dass der Diebstahl auffliegt, strafbar. Beim gesellschaftlichen Brückenbau kann es auch zur Versandung oder genauer „Verwässerung“ (so tatsächlich ein finanztechnischer Ausdruck) des Bindemittels kommen. Das ist der Fall, wenn das Darlehen nicht produktiv verwendet wird, sondern unproduktiv verschwendet wird. (z.B. für Kriegsführung oder relativ zu hohem Luxus oder für Fehlinvestitionen wie bei der „Energiewende“). Wie beim realen Brückenbau sind auch beim gesellschaftlichen Sicherheitsspannen eingebaut (die theoretische Haltbarkeit muss praktisch um ein bestimmtes Mehrfaches überschritten werden, ehe es zum Bruch kommt). Diese Funktion hat beim gesellschaftlichen Brückenbau der leidliche Zins. Er sollte den Kreditnehmer verpflichten, den aufgenommenen Kredit so produktiv zu verwenden, dass er sich selbst versorgen, den Kredit zurückzahlen und zugleich noch etwas zur Anhebung der gesellschaftlicher Produktivität beitragen kann. Soweit die Ideologie oder Theorie – wie Sie wollen.

Der Fehler der Konstruktion liegt in der Kreditsteuerung. Man geht davon aus, dass die Bevorrechtigten, die allein über die umlaufende Geldmenge entscheiden, die Geschäftsbanken also (deren Kreditvergabespielraum kaum durch Gesetze wie z.B. Mindestreserve-Regelungen eingeschränkt werden), ein eigenes Interesse daran haben und darauf achten, dass die vergebenen Kredite produktiv eingesetzt werden (damit der Kleber hält und sie den vergebenen Kredit schließlich nach dem Genuss der Zinsen aktiv und passiv wieder ausbuchen können).

So lange es sich bei den Geschäftsbanken um sehr viele, mit einander im Wettbewerb stehende Einrichtungen handelte, hat diese Konstruktion eine Zeitlang funktioniert und „gehalten“. Doch die „Verwässerung“ ist wie Zementdiebstahl eine Verlockung. So lange viele Bauaufseher sich argwöhnisch beobachten, fällt der Zementdiebstahl schwer. Sind es nur noch weniger, kann man sich absprechen –wenigstens so lange man es nicht übertreibt. So auch bei den Geschäftsbanken. Die starke Konzentration auf wenige entscheidende Einheiten schafft Gelegenheiten.

Hier greift nun eine Verwirrung ein, die sich leicht aus der Analogie Zement/Geld ergibt. Kleine Leute unterstellen den großen entscheidenden Geschäftsbanken sofort: „Die wollen nur unser Geld und „verwässern“ deshalb.“ Diese Analoge ist falsch. Denn warum sollten die entscheidenden Großgeschäftsbanken Geld „stehlen“ oder auf krummen Wegen erschleichen wollen, wenn sie es sich völlig legal in beliebiger Höhe selbst „drucken“ z.B. in Form von Kredit an eigene Scheinfirmen) in Umlauf bringen können? Gibt es andere Motive?

Geschäftsbanken können bei nur ganz minimalen Einschränkungen ihres Kreditrahmens frei entscheiden, wem sie zu welchem Zweck Kredit gewähren und wem nicht. Das macht sie zu den eigentlichen Herrschern unserer durch Geld geregelten Gesellschaft. Das Interesse von Herrschern richtet sich auf Macht, genauer auf die Macht, die Gesellschaft (einschließlich ihrer scheinbar demokratischen Institutionen) nach eigenem Gutdünken zu gestalten. Wer Macht hat, will sie zu allererst behalten und, wenn möglich, vermehren. Macht macht süchtig.

Aber haben wir deshalb nicht Revolutionen gehabt und inzwischen eine „demokratische“ Gesellschaft, in der der Wähler bestimmt, wo es lang geht und wer ihn dementsprechend regieren/führen darf. Dazu bräuchte man nur den Vater der Propaganda, Edward Bernays zitieren: „Die bewusste Manipulation der Massen ist ein wichtiges Element der demokratischen Gesellschaft. Diejenigen, die diesen unsichtbaren Mechanismus beherrschen, die Gesellschaft zu manipulieren, bilden eine unsichtbare Regierung, die die eigentlich herrschende Macht unseres Landes darstellt.“ In ihr arbeiten inzwischen rudelweise Psycho- Sozio- Polito- und ander –Logen und deren Medien auf hohem „wissenschaftlichen Niveau“ gegen Bezahlung. Gewiss gibt es „abweichende“ Meinungen, Theorien und Ideologien. Doch die meisten davon fügen sich bruchlos in das Projekt Manipulation der Massen. Denn mit einem ideologischen Einheitsbrei [wie im (National-)Sozialismus etc] lassen sich die Massen, jedenfalls deren eingebildeteren obere Schichten nicht mehr abspeisen. Ein wenig Individualität, wie eine rote Haarsträne in der dunklen Frisur, macht sich gut in der Manipulation.

Die passenden Meinungen der Wählermehrheit haben einen Preis, und den können sich letztendlich nur die entscheidenden Großgeschäftsbanken leisten. Deren zahlenmäßig winzige Führungsclique hat sich gegen den gemeinsamen Feind, die breite Masse, unter Beibehaltung des internen Wettbewerbs längst zusammengetan und verabredet. Doch gibt es ein grundsätzliches Problem. Die wachsende Aufmüpfigkeit der Massen ist systemimmanent. Gesteigerte Produktivität hebt die Versorgung und verschiebt das dialektische Gefüge von Freiheit – Notwendigkeit in Richtung Freiheit. Die Freiheit der Masse (auch nachlassender Versorgungs- oder Geld-Druck) schränkt die Freiheit der Herrschenden, die sich immer für die geborenen Gutmenschen halten, ein und führt früher oder später zu einem Umsturz bestehender Herrschaftsverhältnisse. Das lehrt die übergreifende Geschichte der Menschheit.

Dieselbe Geschichte lehrt aber auch die (langfristig meist vergeblichen) Versuche der Herrschenden, die ihnen auf den Leib geschnittenen Herrschaftsverhältnisse gegen den wachsenden Druck der Bevölkerung infolge der Produktivitätssteigerung zu behaupten. Das Ziel ist (bewusst oder unbewusst – gleich viel) klar: Unterbrechen der Produktivitätssteigerung bezw. manchmal sogar Drosselung der Produktivität. Die historisch eingesetzten Mittel waren zumeist Verschwendung, d.h. das unproduktive Abschöpfen des gesellschaftlichen Mehrproduktes, damit es nicht zur Produktivitätssteigerung eingesetzt werden kann (übertriebener Luxus, irre Bauten, Kriege etc.). Diese bedurften einer sie rechtfertigenden Ideologie, damit die Masse sie duldet (Feinde, Grab- oder Schutzbauten wie z.B. Pyramiden oder die Chinesische Mauer, einschüchterndes Imponiergehabe wie Göttlichkeit oder Gottesgnadentum der vorgezeigten Herrschenden, die nicht immer oder selten die eigentlich Herrschenden sind.)

Wir erleben das zurzeit in allen ihren Facetten: Terroristen und Schutzgesetze dagegen dienen der Einschüchterung der Massen. Äußere Feinde (Russland China) werden als Buhmänner für den gleichen Zweck aufgebaut. Zwischen 2014 und 2015 ist die Anzahl der Terroranschläge um das Fünffache gestiegen, die Zahl der dabei zu beklagenden Todesopfer um das 40-Fache. In Brüssel tagen seit dem 14.6. die Nato-Verteidigungsminister. Im Mittelpunkt steht das Thema Eindämmung Russlands: „Die Aufstellung von zusätzlichen Kräften im Osten ist eine legitime, vernünftige und angemessene Antwort auf Russlands Vorgehen“, sagte Nato-Generalsekretär, Jens Stoltenberg. Unter anderem wurde die Stationierung von vier multinationalen Bataillonen (jeweils 600 bis 1.000 Soldaten) und einer US-amerikanischen Brigade in Litauen, Lettland, Estland und Polen vereinbart. Das multinationale Kontingent auf 40.000 Mann aufgestockt und die Verlegung der Schnellen Eingreifkräfte (5.000 Mann) von Spanien nach Polen „innerhalb von nur vier Tagen“ vollendet. Im Südchinesischen Meer wird militärisch provoziert. Das Raketenschild zur Absicherung einer nuklearen „First Strike“ Kapazität rings um China und Russland wird zügig ausgebaut usw –all das und mehr wird wie wenigstens seit über hundert Jahren durch gezielte Lügen und Massenmanipulation „gerechtfertigt“.

Hinzu kommen die ständig gesteigerten Überwachungsmaßnahmen. Dies ist die plumpe Version der Herrschaftssicherung, wenn der Stuhl bereits wackelt. Zuvor war der sogenannten Umwelt- und Klima-Schutz eingeführt worden, der weder Umwelt noch Klima schützt, wohl aber die Investitionen von einem wichtigen Entwicklungsschritt (Bändigung der nuklearen Bindungskräfte zur wirtschaftlichen Nutzung) abhält und insgesamt die gesellschaftliche Produktivität deutlich senkt (Vgl. die sogn. Energiewende). Diese Produktivitätsdrosselung hatte bereits einen gefährlichen Nebeneffekt: Man kann die Produktivität nicht nur im eigenen Herrschaftsbereich senken, da man sich damit schwächt. Sie verlangt weltweite Durchsetzung d. h. Weltherrschaft – auch in Russland und China.

Die unauffälligste und früheste Produktivitätsdrosselung lief über die Kreditvergabe. Sie erfolgte über Jahre so, dass sich die Investition in produktive Bereiche der Wirtschaft nicht lohnte, wohl aber die auf den sogn. Finanzmärkten. Das dorthin gelenkte Geld ließ die Preise für Wertpapiere „inflationsbedingt“ stetig anstiegen, während für den Güterabsatz die zahlungsfähige Nachfrage schrumpfte. Die gesellschaftliche Produktivität hielt sich im Rahmen oder sank stellenweise, dafür wuchs die Verschuldung der Gesellschaft und mit ihr die Macht der Kreditgeber über Betriebe wie Regierungen ins Uferlose. Verschuldung war erwünscht, Pleiten aber nicht unbedingt (dabei werden in der Bank (im Sinne des Nichtbankers) die Aktiva ausgebucht während die Passiva bleiben). Nichtmehrkreditwürdige gehen Pleite. Um das „einzudämmen“ und „händelbar“ zu halten, mussten die Zinsen notgedrungen gesenkt werden.

Denn wie ein Robert Hemphill (ehemaliger Vorstand der FED of Atlanta) im Vorwort zu Irving Fishers Buch 100% Money schreibt: „Wenn alle Bankkredite bezahlt würden, kann niemand eine Bankeinlage besitzen und nicht ein Dollar wäre als Münze oder Währung in Umlauf. Das ist ein erstaunlicher Gedanken. Wir sind völlig von den Geschäftsbanken abhängig. Irgendjemand muss jeden Dollar ausleihen, den wir besitzen … Wenn die Banken reichlich synthetisches Geld schaffen, haben wir Wohlstand; wenn nicht, hungern wir. Wenn man sich ein vollständiges Bild der Situation macht, ist die tragische Absurdität unserer hoffnungslosen Situation fast unglaublich – aber so ist sie.“ Bei ungleichem Einkommen, können die Wohlhabenderen ihre Schulden zurückzahlen, während die Ärmeren pleitegehen und das bisherige System kommt wegen Geldmangels an sein turbulentes Ende.

Daher war es symptomatische, das mit dem NATO-Treffen vom 14.6. auch die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erstmals unter null fielen. D.h. Geld verleihen rentiert nicht mehr, sondern kostet Geld. Das tut den entscheidenden Großgeschäftsbanken nicht weh, weil der System- und damit der Machterhalt für sie wichtiger ist. Wenn die gesellschaftliche Brücke einstürzt, trifft es immer nur die Arbeitenden, selten die Herrschenden oder es kommt zur Revolution.

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