Spatz: „Some like it hot“

On October 31, 2015, in Geld, by admin

„Some like it hot“

Der Spatz im Gebaelk

Der Spatz im Gebälk

Nach den verfügbaren statistischen Angaben ist die Erdbevölkerung mit 199 Billionen oder 199.000 Milliarden US-Dollar untereinander verschuldet. Einer der ganz großen Schuldner tut sich mit der Bezahlung fälliger Zinsen leicht, er „druckt“ sich die nötigen Zahlungsmittel (durch einfache Buchungsvorgänge auf die Gläubiger-Konten) oder schießt sie anderen gegen neue Schuldscheine auf die gleiche Weise vor. Die meisten anderen müssen sich allerdings die benötigten Zahlungsmittel, zumeist Dollars, zuvor erwerben, dafür reale Werte schaffen und gegen Dollar verkaufen oder weitere Kredite aufnehmen. Gerundet stieg die internationale Staatsverschuldung von 2007 bis 2014 um 76 % auf 58 Billionen, die Verschuldung der Unternehmen um 47% auf 56 Billionen, der Finanzwirtschaft um 22% auf 45 Billionen, die der privaten Haushalte um 21% auf 40 Billionen. Der Trend ist ungebrochen und wird durch das leichte Geld der westlichen Zentralbanken weiter angeheizt. Nur fünf Länder konnten sich diesem Schuldenkolonialismus entziehen, nämlich die British Virgin Islands, Brunei, Liechtenstein, Macau und Palau.

Das ganze nimmt nach dem Motto: „Fassen Sie einmal einem Nackigen in die Tasche“ immer groteskere Formen an. Schulden müssen abgeschrieben werden, aber wie? Auf ein Beispiel verweist die Bild-Zeitung am 27.10: „Experten“ der Deutschen Bank gehen bis Jahresende von einem Schuldenschnitt für Griechenland in Höhe von 200 Milliarden Euro aus. An Staatsschulden soll Griechenland bis zum Jahresende rund 340 Mrd. € oder über 200% des griechischen Inlandsprodukts angesammelt haben. Der Schuldennachlass von 200 Mrd. € (weiterhin sollen ebenfalls unbezahlbare 140 Mrd. € Schulden als Damoklesschwert oder politisches Zwangsmittel über den Häuptern der Griechen hängen bleiben) bedeutet einen Verlust von etwa 700 Euro pro Einwohner der Eurozone, hieß es in der Analyse der Deutschen Bank. Den Verlust hatte ihnen die Politik der „Polit- und Finanz-Experten“ eingebrockt. Ein Schuldenschnitt sei nun ökonomisch unausweichlich, genauso wie ein weiteres, ein viertes Hilfspaket, meint Lüder Gerken, der Vorsitzende des Centrums für Europäische Politik, laut „Bild“. Das ist keine neue Erkenntnis und war im Grunde vor der Sozialisierung der griechischen Schulden bei internationalen privaten Großbanken, das heißt vor der Übernahme dieser Schulden durch die EZB zu Lasten der europäischen Steuerzahler bekannt. Aber Fehlinvestitionen privater Einrichtungen muss in der westlichen „freien“ Marktwirtschaft der Steuerzahler dann übernehmen, wenn diese privaten Einrichtungen die bekannten internationalen Großbanken sind. Daran zeigt sich, dass diese Großbanken über den Regierungen stehen und unangefochten die eigentlichen Herren des Westens sind.

Auch die Schulden Frankreichs werden trotz gedrosselter Regierungsausgaben weiter ansteigen, musste der französische Finanzminister Michel Sapin am 21.10. erklären. Sie erreichen demnach 96,6% des voraussichtlichen Bruttoinlandsprodukts. Dabei versprach er aber ein bescheidendes Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 und 2016. Ob er letzteres selbst glaubt, oder nur meint, es glauben zu sollen? Dagegen geht der französische EU-Kommissar für Wirtschaft, Pierre Moscovici davon aus, dass die Verschuldung der europäischen Länder infolge der Flüchtlingskrise weiter ansteigen wird.

Weil natürlich alle europäischen Staaten bei den gleichen Großbanken verschuldet sind, versuchen ihre Bankiers verzweifelt, eine Inflation zu kreieren. Sie wollen erreichen, dass die Bürger die Schulden abtragen und zwar relativ über die Teuerung. Doch die Inflation will sich trotz Geldschwemme nicht einstellen. Daran zeigt sich, dass die Geldschwemme der Zentralbanken nur einen Gully findet, nämlich in die Tresore der Großbanken. Damit entpuppt sich ihr Ziel als das, was es für jeden nachdenklichen Menschen von Anfang an war, eine Methode, die Privatvermögen der Bürger per Inflation an diese Großbanken zu verpfänden. Dass die Regierungen dabei mitspielen, zeigt, dass die Großbanken – bei allem demokratischen Gehabe – die eigentlichen Herren und Machthaber des Westens sind. Die Geldschwemme nimmt inzwischen sogar in den Augen mancher Großbankiers bedenkliche Formen an. Das geschieht so, weil man die Enteignung so zaghaft dossieren will, dass die Bürger es gerade noch, also kurz vor dem Aufstand hinnehmen. Man erzählt dem Bürger dazu, die Verschuldungs-Inflation kurbele die Wirtschaft an und bringe alles wieder ins Lot. Was sie bisher aber nicht getan hat. Die Bürger glauben es, wenn man das der Medienberichterstattung und ihrer erstaunlichen Unterstützung seitens der Antifa und der eingeschworenen Verschwörer gegen Verschwörungstheorien glauben will.

Nun meldete die britische Großbank HSBC im Oktober ganz erstaunt, dass der Welthandel mit Gütern in diesem Jahr weiter abgenommen habe und zwar allein in diesem Jahr bereits um 8,4% und das Weltgesamtprodukt um 3,4 %. Das wäre bei gleichzeitig zunehmender Verschuldung offensichtlich ein Anzeichen einer Depression. Das darf aber von den Medien nicht so genannt werden, um die Bevölkerung nicht aufzuschrecken. Als Ablenkung bereiten sich die westlichen Noch-Industrieländer auf die Pariser Klimakonferenz vor. Auf der vorbereitenden Klimakonferenz in Bonn vom 19.- 23. Okt. stellten sie noch einmal ihre Position dar, die zusammengefasst lautet, um die “Welt zu retten” müssen wir den Einsatz fossiler Energie dringend herunterfahren. Dass das bedeutet, weniger Versorgungsgüter zu produzieren und die Depression zu verschärfen, wird dabei natürlich nicht erwähnt. Das Klima-Gefasel hat den praktizierten Vermögensabbau bei den Bürgern zu rechtfertigen.

Östliche Industrieländer und Entwicklungsländer zeigten sich wenig begeistert von den westlichen Klima-Rettungs-Posaunen. Außer Indien halten sie sich aber mit Äußerungen weitgehend zurück. Vielleicht denken sie sich: Sollen die Schuldenkolonialisten sich doch ruhig selbst demontieren, wir übernehmen dann die Konkursmasse gerne. Und so hörte man von den G-77-Ländern, einschließlich China nur: Wenn ihr wollt, dass wir die Produktion wegen des CO2-Ausstoßes herunterfahren, dann gebt uns das versprochene Geld, nämlich die 100 Mrd . Dollar jährlich, die ihr uns 2009 in Kopenhagen dafür zugesagt habt. Für die Nichteinhaltung solcher Zusagen hatten die Vertreter der Noch-Industrieländer bisher immer schon „beste“ Gründe gefunden. Nun meldete am 29.10 Reuters und zitiert dazu Stanislav Belkovsky, einen „politischen Analysten und Putin Kritiker“, der russische Präsident „glaube nicht an die globale Erwärmung, er hält sie für einen Betrug, um die industrielle Entwicklung verschiedener Länder, auch Russlands zu drosseln, das sei der Grund, weshalb die Mehrhheit der russischen Medien und Gesellschaft diesen Gegenstand  nicht an die Spitze setzen.“ Ach, hätte der „Kritiker“ auf der Suche nach Zuwendungen aus dem Westen doch nur Recht!

Die „neunmal schlauen“ Entwicklungs- und Ost-Länder sagen aber nicht offen, dass sie sich nicht im Sinne des Schuldenkolonialismus selbst – auch nicht gegen ein Entgelt – ruinieren wollen. Sie wissen aus Erfahrung, dass die großspurigen Angebote der westlichen Geldsäcke selten eingehalten werden und jetzt wegen der Finanzkrise gar nicht eingehalten werden können. Sie setzen mittelfristig auf eine andere Lösung und verschleppen daher die vom Westen scheinheilig vorgeschlagene „Klimarettung“. Sie bauen ihre eigenen Industrie-Kapazitäten aus und setzen neben den gesteigerten Verbrauch molekularer Bindungskräfte (der fossilen Brennstoffe) auch auf die Nutzung der Bindungskräfte im Atomkern.

Somit konnte der Vorsitzende des russischen Staatskonzerns Rosatom, Kirienko, anlässlich der Feier „70. Jahre Kernenergie in Russland“ darlegen, dass der Konzern in den letzten Jahren Verträge mit 12 Ländern über den Bau von 30 Kernkraftwerksblöcke abgeschlossen hat und gegenwärtig über den Bau von 10 weiteren Blöcken verhandelt. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf über 300 Mrd. $ und wächst ständig weiter. Rosatom garantiert in seinen Verträgen eine Laufzeit der Kernkraftwerke von 60 Jahren.

Zum Beispiel hatte sich Ungarn Ende 2014 für den WWER-1200 Reaktor entschieden, der bereits im KKW Leningrad II, in Weißrussland und in Finnland realisiert wird. Im ungarischen KKW Paks sind schon 4 Blöcke vom Typ WWER-440/213 in Betrieb, die in den 80er Jahren errichtet worden waren. In Weißrussland wird gerade eines der sichersten Kernkraftwerke gebaut, erklärte Präsident Alexander Lukaschenko und bezog sich auf das Kernkraftwerk nahe bei Grodno im Nordwesten des Landes. Vorgesehen sind zwei Blöcke vom Typ KKW 2006 der neuen Generation 3+ mit verbesserten technischen und wirtschaftlichen Parametern. Der erste von ihnen soll 2018 in Betrieb gehen. Eine neue Gruppe türkischer Studenten, die fünfte insgesamt, dieses Mal mit 78 Studenten kam in Russland an, um am Kernkraftwerk Akkuju, an der Vorbereitungs-Fakultät der Nuklear-Universität des MIFI in Obninsk und am Polytechnikum in St. Petersburg nach bestandenen Prüfungen in Nukleartechnik ausgebildet zu werden. Die Ausbildung dauert 7 Jahre, im 1. Jahr wird die Sprache gelernt. Zurzeit studieren das 300 türkische Studenten in Russland,  fast 7000 hatten sich in diesem Jahr um einen solchen Studienplatz beworben. Vielleicht ist es gar nicht so abwegig, sich Migranten ins Land zu holen. Sie scheinen technikbegeistert und zukunftsoffener zu sein, als es deutschen Jugendlichen zugestanden wird.

Das angebliche Problem des sogenannten „Atommülls“, der als langlebige Strahlungsquellen alle möglichen „Transurane“ vom abgereicherten Uran aus der Brennelementherstellung bis hin zu Plutonium und noch schwereren Kernen enthält, lässt sich lösen, wenn diese Elemente im sog. „Schnellen Brüter“ einem schnellen Neutronenstrom ausgesetzt werden. Dadurch werden die wegen ihrer Instabilität strahlenden Kerne entweder weiter gespalten und in kurzlebige Radionuklide umgewandelt oder durch Neutroneneinfang in sich stabilisiert. Durch diese „Transmutation“ lässt sich die notwendige Endlagerzeit bis zum Abklingen der Reststrahlung auf rund 300 Jahre beschränken. Deutschland sollte auf dem Weg in die verängstigte Bananen-Diktatur seinen Reaktor-Abbrand in Russlands Schnellen Brütern aufarbeiten lassen, statt sich mit der inzwischen absurden (aber für einige sehr einträglichen) Suche nach einer Endlagerstätte weiterhin lächerlich zu machen (wie mit dem Berliner Flughafen oder der Hamburger Philharmonie).

Zurzeit sind weltweit nur noch in Russland Schnelle Brüter in Betrieb, nämlich BN-600 Reaktoren und der BN-800. Er ist der weltweit größte Schnelle Brüter, wird natrium-gekühlt und arbeitet im russischen Kernkraftwerk Belojarsk (bei Jekaterinburg). Vor einem Jahr wurde er zum ersten Mal „kritisch“ und wurde nun nach weiteren Tests auf seine elektrische Nennleistung von 800 MW hochgefahren. Neben Russland arbeiten auch China und Indien im Bereich der Brütertechnologie. In Russland steht als nächstes der noch größere BN 1200 auf dem Programm. Er soll 2020, in dem Jahr, in dem Deutschland das letzte Kernkraftwerk abschalten will, ans Netz gehen. In Frankreich bereiten sich die Kerntechniker auf Verträge vor, die 2016 unterschriftsreif sein sollen und die ihnen die Zusammenarbeit mit Rosatom bei der Errichtung eines schnellen Brutreaktors der 4. Generation in Frankreich sichern sollen. Das kündigte wenigstens der Präsident der französischen kerntechnischen Gesellschaft, Christof Bear an.

Unter der von den Medien ausgebreiteten Decke brodelt es. Doch glaubt unsere Finanz- und Polit-Elite mit starken Worten und übler Publikums-Beschimpfung von der Zukunft ablenken zu können. Denn wieder ist „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht“ in der neuen McCarthy-Ära in Deutschland.

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