Nach Zahlungen an ehemalige Rotarmisten: Wann werden deutsche Kriegsgefangene entschädigt?

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deutsche_kriegsgefangeneDie Bundesregierung hat jüngst beschlossen, den noch lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen eine freiwillige Entschädigung zukommen zu lassen. Der Vorschlag ging auf eine Initiative von Linkspartei und Grünen zurück, den die Regierungskoalition bereitwillig aufnahm. Geht es um deutsche Schuld und Sühne, sind sich alle Bundestagsparteien natürlich einig und brechen in kollektives Betroffenheits-Geschrei aus. Für die noch lebenden etwa 4.000 ehemaligen Rotarmisten sollen zehn Millionen Euro lockergemacht werden, also circa 2.500 Euro pro Person.

Die Bundesrepublik hat natürlich in den letzten Jahrzehnten schon ungezählte Summen an „Entschädigungen“ gezahlt, aber anscheinend ist es den Politikern immer noch nicht genug. Dabei ist es natürlich das Recht jeder Kriegspartei, die gestellten und entwaffneten feindlichen Soldaten in Kriegsgefangenschaft zu nehmen. Warum also überhaupt die Entschädigung? – Der Völkerrechtler Jochen Frowein behauptet, das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen sei schließlich „singulär“ gewesen.

Dabei müßte es Frowein in seiner Eigenschaft als Völkerrechtler eigentlich besser wissen, wenn er sich nur einmal das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen anschaut: In den Jahren 1939/40 überlebten nur fünf Prozent der von der Roten Armee gefangengenommenen deutschen Soldaten ihr Martyrium. Insgesamt überlebten während und nach dem Krieg über eine Million deutsche Soldaten ihre Gefangenschaft in sowjetischen Lagern nicht – hinzu kommen die Todesopfer bspw. aus den us-amerikanischen Rheinwiesenlagern oder britischen Folterlagern wie in Bad Nenndorf.

Heute dürften noch einige wenige tausend ehemalige deutsche Kriegsgefangene am Leben sein. – Kein Politiker der Altparteien setzt sich für sie ein und fordert, unsere ehemaligen Kriegsgefangenen zu entschädigen. Nach der BRD-Doktrin darf es schließlich überhaupt keine deutschen Opfer geben, sondern ausschließlich deutsche Täter. Die allgemeine politische Linie der BRD-Politik gab Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges vor: Er dankte den alliierten Soldaten für ihren „aufopferungsvollen Kampf“ und thematisierte den Tod gefangener Rotarmisten in Gefangenenlagern der Wehrmacht. Kein einziges Wort der Trauer und des Gedenkens für deutsche Soldaten und Zivilisten kam ihm über die Lippen.

Was bei den bundesdeutschen Politikern an Schäbigkeit und Heuchelei kaum zu übertreffen ist, machen ausgerechnet ausländische Politiker wenigstens ein Stückweit wieder gut:

So hat sich bspw. die Stadt Brünn (Mähren/Tschechien) kürzlich für die so genannten „Brünner Todesmärsche“ entschuldigt. Bei dieser gewaltsamen Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung Ende Mai 1945 kamen mindestens 27.000 Menschen ums Leben – etwa die Hälfte der damaligen deutschen Bevölkerung Brünns.

Eine aufrichtige Versöhnung der ehemals verfeindeten Völker bedarf keiner Geldzahlungen und auch nicht irgendwelcher symbolischen Gesten. Das einzige, was Versöhnung braucht, ist Wahrheit.

Das bedeutet vor allen Dingen, daß die Verbrechen der einen Seite nicht unter den Teppich gekehrt werden, während die angeblichen oder tatsächlichen Verbrechen der unterlegenen Seite immer und immer wieder hervorgehoben werden. Der Auftritt mehrerer Briten bei unseren Gedenkmärschen 2013 und 2014 in Bad Nenndorf haben gezeigt, wie eine Völkerversöhnung im Geiste der Wahrheit aussehen kann – Versöhnung

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