FUNDSACHE:

WINNENDEN UND DIE TRAUMATISIERTE LEHRERIN

Liebe Wolfram,

Diese Mail habe ich eben an meinen erweiterten Bekanntenkreis geschickt. Dein Kreis ist weit größer. Deshalb wäre es gut Du würdest diesen Irrsinn unserer Tage noch mehr in die Breite bringen.
Ich sende es an Deine beiden Mailadressen. Ist die zweite schon aktiv und ab wann gilt sie ausschließlich?

Schöne Grüße
Klaus

Nachfolgend ein erweckendes Beispiel unserer immer dekadenter werdenden psychopathischen und Forderungen an die öffentliche Hand stellende Gesellschaft:

Der Amoklauf eines Realschülers in Winnenden bei Stuttgart gegen Mitschüler und Lehrer vom 11. März 2009 ist in ganz Deutschland hinreichend bekannt und wurde über die Maßen ausgeschlachtet. Der Hintergrund ist keineswegs so eindeutig, wie er von staatlicher Seite dargestellt wird, sei aber hier dahingestellt. Die Schule, obwohl sie nicht wie nach einem Artilleriebeschuß zerstört war, wurde für viel Geld renoviert resp. halb neu gebaut. Die Schüler mußten für lange Zeit woanders unterrichtet werden, wofür Provisorien zu erstellen waren. Für Lehrer und Schüler umfangreiche lange psychologische Betreuung…

Aus den einschlägigen Statistiken der Bundesländer kann man seit Jahr und Tag ersehen, wieviele Lehrkräfte (natürlich auch die Lehrkräft innen) jedes Jahr ihr eigentliches Pensionsalter bei weitem nicht erreichen (wollen). In unserer BRD mit 6 Wochen Urlaub für jedermann sind die Lehrer noch eine besondere Spezies mit 12 bis 14 Wochen Jahresurlaub je nach Bundesland. Auch in der DDR hatten sie gemäß der Schulferien 10-11 Wochen keinen Unterricht. Aber in diese Zeit waren bindende Verpflichtungen einbezogen, wie Schüler-Ferienbetreuung, Weiterbildung u.dgl. – im Gegensatz zu heute. Ein komfortables Leben im öffentlichen Dienst! Aber zugegebenermaßen dennoch kein Traumberuf wegen des unglaublich verkommenen Verhaltens unseres heutigen Schülermaterials. Aber das ist seit Jahrzehnten politisch so gewollt und nun dieser irrationale Zustand fester Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens. Wie die junge Generation (wohltuende Ausnahmen gibt es, aber viel zu wenige) in 20-30 Jahren diesen Staat vernünftig weiterführen will, ist ein Fragezeichen, an das man lieber nicht denken sollte. Also: Trotz aller Vorteile ist das heutige Lehrerdasein kein Zuckerschlecken. Aber das vorzeitige Zurückziehen ins Private wird weidlich ausgenutzt!

Mehrere Lehrer in Winnenden, die das Geschehen mehr oder weniger hautnah miterlebten, ließen sich sodann gleich vorzeitig pensionieren – mit Erfolg. Diese inzwischen gewohnten Gepflogenheiten werden aber mit dem hier genannten Beispiel noch unverschämt überzogen. Eine Lehrerin, die zum Vorfall offenbar 29 war und danach an eine andere Schule versetzt wurde und dort vor zwei Jahren irrtümlich “Amokalarm” (so etwas gehört heute scheinbar mit zu unserem Alltag) ausgelöst wurde, fühlt sich seitdem total erwerbsunfähig (nicht berufs- sondern erwerbsunfähig)! Das Pikante ist, sie hat den schießenden Schüler in Winnenden nicht einmal erlebt. Das ganze Geschehen lief indirekt neben ihr ab. Nun wird sie, kaum daß sie mit Steuergeldern fertig ausgebildet war, für den Rest ihres eigentlichen Berufslebens bis 67 (wobei kaum ein Lehrer bis derzeit 65 1/2 wirklich seinen Beruf ausübt) von der Pension der öffentlichen Hand leben. Eine 1,1 im Staatsexamen darf nicht das alleinige Kriterium sein, um als Top-Lehrerin geführt zu werden, sondern Umgangsgeschick und Belastbarkeit gehören genauso dazu. Aber bei dem ihr widerfahrenen Erlebnis hat diese junge Frau die Dreistigkeit sich nicht mit der Normalpension von 71% des Bruttogehaltes zu begnügen, sondern 80% für einen “qualifizierten Dienstunfall” zu verlangen neben einer Entschädigung von 80.000 Euro – was ihr das Verwaltungsgericht Stuttgart auch zusprach!

In Bevölkerungskreisen, die noch normalen Menschenverstand besitzen und sich auch Durchblick bewahrt haben, ist der Begriff “Irrenhaus BRD” längst ein geflügeltes Wort. Und einem jeden solchen Menschen kommt es wütend und bitter hoch, wenn er daran denkt, was seine Eltern- und Großelterngeneration vor 70-75 Jahren ausgehalten haben ohne ein Heer von Psychologen und Sozialarbeitern und statt einer Entschädigung vielfach noch totale Ausraubung.

Mit Grüßen zum Wochenende

Klaus Kaden

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