Image635529634069923793Deutsches Leid und Verbrechen an Deutschen im und nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind in Deutschland ein heißes Eisen. Politisch korrekt darf man sie nur „im Kontext“ thematisieren, also als zwangsläufige Folge des NS-Unrechts, den deutschen Angriff auf Polen und die während des Polen-und Russlandfeldzuges dort in deutschem Namen begangenen Ver­brechen.
Dem Direktor der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (SFVV), Manfred Kittel, wird nun vorgeworfen, gegen diese politisch korrekten Verhaltensregeln verstoßen zu haben, was er mit seinem Kopf, sprich seinem Direktorenposten bezahlen soll. Konkret wird ihm vorgehalten, die griechische Ausstellung „Twice a Stranger“ nach Deutschland geholt zu haben. Bei einer griechischen Ausstellung ist das Risiko zwar relativ gering, dass die Vertreibung der Deutschen überrepräsentiert ist, doch fehlt den Kritikern, die nicht zuletzt im wissenschaftlichen Beraterkreis der SFVV sitzen, bei der Thematisierung der Vertreibung der Deutschen die „Kontextuierung“, sprich die Darstellung des Verbrechens als Reaktion auf das in deutschem Namen begangene NS-­Un­recht. Griechen sind mit der politischen Korrektheit in der Bundesrepublik halt nicht so vertraut.
Es geht den Kritikern jedoch nicht nur um die Ausstellung. Sie fordern vielmehr eine noch stärkere Relativierung der Verbrechen an den Deutschen. So moniert das Mitglied des Wissenschaftlichen Beraterkreises Matthias Stickler, dass die Stiftungsdirektion die Vertreibung der Deutschen zu dem und nicht nur zu einem Schwerpunkt der Arbeit der SFVV machen wolle, obwohl der Stiftungsrat als zuständiges Beschlussgremium bereits vor Längerem diese Scherpunktsetzung einstimmig beschlossen hat.

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