NEUSTADT. Die Reederei Peter Deilmann hat sich mit sofortiger Wirkung vom langjährigen Kapitän der „MS Deutschland“, Andreas Jungblut, getrennt. Als Grund für die Entlassung nannte die Reederei „wiederholte Fälle von illoyalem Verhalten und Vertrauensbruch“.

„Ein Kapitän ist der vertrauensvolle Vertreter der Reederei auf einem Schiff. Diesem Anspruch ist Andreas Jungblut in wiederholten Fällen nicht gerecht geworden. Wir haben uns sehr darum bemüht, wieder auf Kapitän Jungblut zuzugehen. Leider kam es in den vergangenen Tagen jedoch zu erneuten Vertrauensbrüchen. Wir haben uns deshalb entschlossen, uns von ihm zu trennen“, teilte der Geschäftsführer, Konstantin Bissias, mit.

Jungblut hatte am Wochenende gegenüber der Bild-Zeitung die Vermutung geäußert, der Eigner beabsichtige die „Deutschland“ an eine koreanische Reederei zu verkaufen. Die „Deutschland ist das letzte Kreuzfahrtschiff, das unter deutscher Flagge fährt. Die Reederei bestritt jedoch die Verkaufsabsichten.

Reederei bestreitet Verkaufsabsichten

„Das ist ein Gerücht, das sich hält. Ein Verkauf wird nicht geplant. Wir wollen, daß die ‘Deutschland’ das deutsche Traumschiff bleibt“, betonte eine Unternehmenssprecherin.

Im Juli war bekanntgeworden, daß die Reederei Deilmann plante, die „Deutschland“ in Malta zu registrieren und künftig unter der Flagge des Inselstaats fahren zu lassen. In einem Brief an Bundespräsident Joachim Gauck protestierte Kapitän Jungblut gegen die geplante Ummeldung.

Man wechsle eine Flagge nicht wie ein Unterhemd, schrieb Jungblut. In Folge seines Protests wurde dem Kapitän von der Reederei vorläufig das Kommando entzogen und dem 59jährigen Bordverbot erteilt.

Nach massiven Protesten, auch seitens der Politik, entschloß sich die Reederei, die „Deutschland“ auch künftig unter deutscher Flagge fahren zu lassen. (krk)

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