Panik und Beschwichtigung im EURO

Die Allianz-Versicherung hat einen Chefvolkswirt und dieser hat in seine Glaskugel geschaut und gewürfelt, was auf Deutschland zukäme, sollte es zur D-Mark zurückkehren. In den qualitätsfreien Medien steht “berechnet”, aber dafür müßte Ökonomie ja eine exakte Wissenschaft sein und keine Glaubenslehre. Jedenfalls meint dieser Herr, das würde Deutschland einen erheblichen Teil seines Wohlstands kosten und zu einer Abwanderung von Arbeitsplätzen führen. Ja, Abwanderung. Verlust hätte ich kommentarlos akzeptiert, aber wohin sollen diese Arbeitsplätze abwandern? In die sich auflösende Euro-Zone, deren Länder dann allesamt Verfallswährungen besitzen? Da hätten zu Zeiten der alten D-Mark massenhaft Arbeitsplätze zur Lira, Peseta oder Drachme abwandern müssen, was aber nicht passiert ist. Nach China? Entschuldigung, aber dessen rasanter Aufstieg schwingt gerade aus. In die USA? Nun ja, wer jung ist und Söldner werden will, der kann es versuchen. Irgendwo auf der Welt werden US-Sicherheitsfirmen immer Leute brauchen, die gerne mal ein Gemetzel veranstalten.

Alles in allem würde die deutsche Wirtschaft vier bis fünf Jahre nach einem Ende der Währungsunion Produktionsverluste von bis zu 25 Prozent erleiden, sagt der hochbezahlte Herr. Das mag durchaus sein, weil das Ausland danach nicht mehr so viel Geld hat, um unsere Waren zu bezahlen. Genau dieses Geld hat das Ausland schon heute nicht mehr, denn was Deutschland ausführt, wird oft genug mit Geld bezahlt, das uns diese Damen und Herren Ausländer schuldig bleiben. Ich sage nur Target 2. Diese Scheinwirtschaft bricht zusammen, ob mit oder ohne Währungsreform. Es dauert vielleicht ein paar Monate länger, wenn der Euro weiterhin gehalten wird, mit dem Ergebnis, daß der Preis dafür, den WIR mit unseren Ersparnissen zahlen, immer noch höher wird.

Hohe Arbeitslosigkeit und Armut – das bekommen wir sowieso, dank Kohl, Schröder, Merkel und ihren Komplizen. Der Zusammenbruch steht bevor, ob in drei, zwölf oder dreißig Monaten, darauf kommt es nicht an. Der Herr Chefvolkswirt weiß das natürlich, nur wird er sich hüten, das zu sagen. Die oberseriösen Propagandamedien würden das auch nicht bringen, allzuviel Wahrheit ist ungesund. Da träumen wir lieber weiterhin vom Endsieg des Euro.

Juncker, der mit der Salamitaktik zur Beschneidung der Freiheitsrechte, bekommt langsam Panik. Es sei keine Zeit mehr zu verlieren, der Euro müsse gerettet werden und alle Spekulationen über den Austritt Griechenlands seien Geschwätz und billiger innenpolitischer Diskurs. Nun, wenn der Euro unbedingt gerettet werden muß, warum hat dieser Eurogruppenchef das nicht schon längst getan? Er ist ja nicht erst seit gestern dabei, sondern hat all die sinnlosen Eurorettungs-Gipfel besucht. Mehr als mit Säcken voll Geld nach dem Problem zu werfen ist ihm nicht eingefallen. Wobei dieses Geld natürlich aus Deutschland kommen muß. “Wieso eigentlich erlaubt sich Deutschland den Luxus, andauernd Innenpolitik in Sachen Eurofragen zu machen? Warum behandelt Deutschland die Eurozone wie eine Filiale? Wenn das alle 17 Regierungen machten, was bliebe dann übrig von dem, was uns gemeinsam ist?” Tja, Herr Juncker, Sie sprechen doch Deutsch, oder? Da gibt es ein schönes Sprichwort: Wer zahlt, schafft an. Wenn die übrigen 16 Regierungen so viel bezahlen wie Deutschland, werden sie nicht mehr als Filialen behandelt. Ideenlose Giftzwerge helfen uns leider nicht weiter.

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