In den vergangenen Jahrhunderten ging man von der Annahme aus, dass in der Natur ein ewiger Kampf herrsche, bei dem jeder gegen jeden kämpft. Doch das ist falsch: Schon Darwin hatte in Ansätzen gesehen, dass es bei den höheren Lebewesen eine Gruppenevolution gibt. Es haben also nicht Einzelwesen gegeneinander gekämpft, sondern der Kampf der Gruppen war untereinander erheblich bedeutsamer.

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HG // Das letzte Stück Identität

In solchen Gruppen entwickelt sich einerseits die Abgrenzung gegenüber Fremden, die nicht zur Gruppe gehören und denen man gleichgültig bis kämpferisch gegenübersteht, andererseits die Solidarität gegenüber den eigenen Gruppenangehörigen, die man unterstützt. In unserem genetischen Erbe ist das eigennützige wie auch das gemeinnützige Handeln vorprogrammiert, wobei sich das gemeinnützige Handeln auf die eigene Gruppe bezieht.

Der Begriff “Nächstenliebe” ist darum durchaus gut gewählt, auch wenn die Kirche darunter etwas anderes versteht. Der “Nächste” ist für uns nicht der Bewohner eines Kraals in Afrika, sondern die eigene Familie, die Menschen in unserem Volk. Wollte man die Nächstenliebe wie die Kirche auf alle Menschen der Welt übertragen, würde das evolutionstheoretisch keinen Sinn ergeben, denn die Gruppenevolution ist ja keine Laune der Natur, die überwunden werden muss, sondern die gesamte Höherentwicklung hat dadurch stattgefunden, dass in bestimmten Gruppen Verbesserungen des Erbgutes durch Mutation stattgefunden haben.

Dadurch, dass diese Gruppen klein waren, konnten sich diese Verbesserungen im Erbgut der Gruppe durchsetzen. Die gesamte Gruppe wurde so leistungsfähiger gegenüber anderen Gruppen und konnte sich so ausbreiten und vergrößern. Diese natürlichen Evolutionsprinzipien können nicht mehr wirksam sein, wenn derartige Gruppen nicht mehr existieren, sondern eine vereinheitlichte Weltbevölkerung den gesamten Erdball besiedelt. Das Wesen der Völker würde sich völlig ändern.

In der Geschichte sehen wir Beispiele für solche Wesensveränderungen. So wollte Benito Mussolini mit dem Faschismus an das Imperium Romanum anknüpfen. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte er 20 Jahre Zeit gehabt, sein Volk nach diesen Werten auszurichten. Doch die Erziehung zur “römischen Größe” hatte nichts bewirkt – die Leistung der italienischen Soldaten war ebenso schwach wie im Ersten Weltkrieg. Die Italiener sind schlicht biologisch keine “Römer” mehr, sondern die Nachfahren derer, die aus dem gesamten römischen Weltreich zusammengeströmt waren – so auch der Kaufleute und der Sklaven von den Latifundien. Sie haben mit den Römern vom Schlage eines Cato biologisch nichts mehr gemeinsam. Das Anknüpfen an die altrömische Tradition musste scheitern, weil die biologische Voraussetzung für diese Tradition nicht mehr bestand.

Darum müssen wir uns bewusst von fremden Einflüssen lösen und zu unserer eigenen Art zurückkehren, so wie es Johann Wolfgang von Goethe schon vor langer Zeit erkannte:

“Was euch nicht angehört,
müsset ihr meiden;
was euch das Inn’re stört,
dürft ihr nicht leiden.”

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