Das politische und wirtschaftliche System der Republik hat das deutsche Volk an den Rand des Abgrundes geführt. Nun muss sich entscheiden, ob es bemüht ist, den Glauben an die bisher gepredigten Werte zu erhalten und unterzugehen, oder ob das System selbst noch genug Kraft aufbringen kann, sich mit anderen wissenschaftlichen oder sozialen Lehren zu verkoppeln, um neue Antworten auf die dringenden Fragen der Gegenwart zu finden.

Denn die bisherigen Antworten des BRD-Systems bestanden immer nur darin, die selbst verursachten Probleme der Gegenwart mit immer neuen Krediten auf Kosten der kommenden Generationen in eine ferne Zukunft zu verschieben.

Doch gleichzeitig hat man bevölkerungspolitische Erwägungen nicht nur ignoriert, sondern das Wachstum des deutschen Volkes durch den gepredigten Konsumglauben an Wohlstand und Vergnügen so behindert, dass der Bestand des deutschen Volkes heute äußerst gefährdet ist. Man hat nicht einmal den Wert des zukünftigen Steuerzahlers und Lastenträgers anerkannt, geschweige denn den biologischen Wert deutscher Kinder.

Bestand das deutsche Volk im Jahr 2002 noch aus 82,5 Millionen Menschen, wird sich diese Zahl bis zum Jahre 2050 auf rund 53 Millionen Menschen reduzieren. Aber dieser Bevölkerungsrückgang ist nur deswegen für den Bestand des deutschen Volkes bedrohlich, weil von diesen 53 Millionen Deutschen dann jeder dritte über 65 Jahre alt sein wird, und sich ein vergreisendes Volk zuletzt nicht mehr selbstständig ernähren kann. Selbst der 30jährige Krieg, der 2/3 des deutschen Volkes auslöschte und ganze Landstriche entvölkerte, konnte den biologischen Bestand unseres Volkes nicht so gefährden, wie die heutige Situation.

Zugleich hat sich unser Volk von sich selbst entfremden lassen und achtet fremde Werte, fremde Sprachen, fremde Kulturen, fremde Lehren und fremde Geschichte höher als die arteigenen Werte. Der Wiederaufbau nach dem letzten verlorenen Weltkrieg war zugleich das letzte Zeugnis der Kraft und Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes – danach lebte es nur noch vom Erbe alter Werte, die, wenn sie nicht zerstört wurden, tief unter dem Schutt der vergangenen Jahrzehnte begraben sind.

Man hat seitdem die Demokratie mit allen notwendigen und unvermeidbaren Begleiterscheinungen am deutschen Volk erprobt, geändert, reformiert – doch eine wirkliche Wende zum Besseren stellte sich nie ein.

Im Gegenteil verschlimmerte sich die Situation von Jahr zu Jahr – denn man suchte auch jetzt die Lösungen der Probleme nicht im eigenen Volk – sondern immer weiter und ferner in fremden Völkern, internationalisierte sich immer weiter, globalisierte, gab auch noch den Rest deutscher Tat- und Schaffenskraft auf und ist heute noch nicht einmal in der Lage, die Ursachen zu erkennen. Und man muss heute wohl sagen, dass der äußere Untergang des deutschen Volkes die zwangsläufige Folge davon ist.

Der innere Wert der Gemeinschaft des deutschen Volkes wird nicht mehr anerkannt – daher entspricht der Glaube an die Rettung des deutschen Volkes aus diesem System heraus nur einem Wunschdenken, kann aber durch nichts begründet werden.

So ist das jetzige System wohl noch eine Weile dazu in der Lage, die ausufernde Situation zu verwalten – doch der Glaube der Menschen schwindet. Die äußere Form zersetzt sich, alte Bindungen und Ordnungen sinken infolge einer mehr und mehr um sich greifenden Glaubenslosigkeit in sich zusammen und die Autorität des Staates geht verloren.

Das Zusammenbrechen dieser Ideen und Lehren, die einstmals als das gloriose Ergebnis eines angeblich fortschreitenden Entwicklungsprozesses einem Menschentum dargestellt wurden, das bereits durch großstädtische Verkümmerung der instinktiven Sicherheit seines Urteils beraubt worden war, bedeutet gleichzeitig das Ende einer Epoche.

Nach dem völligen inneren und äußeren Zusammenbruch des alten Systems wird sich entscheiden, ob das deutsche Volk endgültig den Weg in einen Untergangszustand beschreitet, oder ob es genügend Kräfte aufbringt, ein neues Ideal als Darstellung eines neuen Ideengehaltes und einer neuen Rangordnung der Werte zu errichten und den Deutschen damit Selbstständigkeit, Arbeit, Freiheit und Eigentum zurückgewinnen kann.

Anläufe zu einer wirklichen Erhebung hat es viele gegeben: die Reformation gehört in ihrem inneren Antrieb dazu, die deutschen Freiheitskriege 1813 schufen den modernen Nationalismus, einige einsame Seher erschauten ein unerreichbares Land ihrer Träume, und auch die Zeit der Gründung des Zweiten Deutschen Reiches gehörte unzweifelhaft dazu.

Doch Friedrich Nietzsche schrieb in dieser Zeit:

“Es liegt eine gewisse Verdüsterung und Dumpfheit auf den besten Persönlichkeiten unserer Zeit, ein ewiger Verdruss über den Kampf zwischen Verstellung und Ehrlichkeit, der in ihrem Busen gekämpft wird, eine Unruhe im Vertrauen auf sich selbst, – wodurch sie ganz unfähig werden, Wegweiser zugleich und Zuchtmeister für andere zu sein.”
(Unzeitgemäße Betrachtungen, Schopenhauer als Erzieher)

Und als Nietzsche gesehen hatte, dass niemand auf ihn hörte, als er einsam, verzweifelt der Nacht entgegenging, war sein letzter Ruf:

“Werfen wir einen Blick ein Jahrhundert voraus, setzen wir den Fall, dass mein Attentat auf zwei Jahrtausende Widernatur und Menschenschändung gelingt. Jene neue Partei des Lebens, welche die größte aller Aufgaben, die Höherzüchtung der Menschheit in ihre Hände nimmt, eingerechnet die schonungslose Vernichtung alles Entarteten und Parasitischen, wird jenes Zuviel von Leben auf Erden wieder möglich machen, aus dem der dionysische Zustand wieder erwachsen muss. Ich verspreche ein tragisches Zeitalter: die höchste Kunst im Jasagen zum Leben, die Tragödie, wird wiedergeboren, wenn die Menschheit das Bewusstsein der härtesten, aber notwendigsten Kriege hinter sich hat, ohne daran zu leiden…”

In seiner Zeit aber trieb die optimistische Gesellschaft weiter Geschäft und Handel, prunkte mit Ideen und Stilen aus allen Jahrtausenden, nahm atavistisch die Demokratie für Fortschritt und stieß schließlich in einem Weltkrieg zusammen.

Dieser erste Weltkrieg war, äußerlich gesehen, sinnlos wie nur je ein Völkerbrand der Vergangenheit, weil er im Ergebnis weder den Sieg einer Weltanschauung noch die Herrschaft eines starken politischen Prinzips mit sich führte, sondern stattdessen sowohl die allgemeine Schwächung des dynastischen Gedankens wie den Ekel vor demokratischer Verwahrlosung.

Das Ende des ersten Weltkrieges stärkte die Auswüchse des Kapitalismus, vermehrte zugleich die Heere der Unterwelt und war zuletzt überhaupt keine Erneuerung – und auch das Ende des zweiten Weltkrieges wurde nicht genutzt, um nun endlich Ordnungen zu errichten, die den Anforderungen der Zukunft gerecht werden könnten. Stattdessen setzten sich machtpolitische Erwägungen durch und so mussten zwangsläufig nach dem Wiederaufbau irgendwann weitere Jahre der Verzweiflung, Ohnmacht und Zerrissenheit folgten.

Heute nun muss es sich erweisen, ob das von allen bedrängte deutsche Volk die Wurzeln seiner Kraft wirklich neu entdeckt und dass jene, die heute den Ruf nach einer neuen Ordnung erheben, die starken Saiten des Volkes zum Erklingen bringen können.

Hier wird an den Mittelpunkt des Deutschen appelliert, von dem aus allein alle seine Großtaten ins Leben getreten sind: an die Ehre, an die Auffassung, dass Politik nur als Intrige begriffen ihm fremd ist, er politisch nur werden kann, wenn er instinktiv einen inneren Sinn mit dem Kampf ums Dasein zu verbinden weiß.

Dieser Kampf ums Dasein aber ist kein parteipolitischer Kampf, kein Ringen um Meinungsumfragen, Mandate und Parlamentssessel – sondern der Kampf um das freie Bewusstsein des deutschen Menschen für einen neuen Glauben und eine neue Ordnung.

Es liegt in der harten Wirklichkeit der Systempolitik begründet, dass sich ein neues Bewusstsein zukunftsträchtig erst dann entfalten kann, wenn das bestehende System vollends gescheitert ist und in Trümmern daniederliegt. Denn bis zu diesem Zeitpunkt werden die Träger des bestehenden Systems alle zur Verfügung stehenden Machtmittel gegen die vermeintliche Bedrohung ihres Daseins einsetzen.

Deutschland erlebte 1989 in der sowjetisch besetzten Zone den endgültigen Zusammenbruch der DDR, weil das seinerzeit bestehende System ebenfalls keine Antworten mehr auf die Fragen der Gegenwart hatte – und noch heute wird die “Friedlichkeit” dieses Niederganges betont. Tatsächlich aber schoss das alte System unter Honecker nicht auf seine Gegner, weil es sie nicht einzeln ausmachen konnte.

Die Unzufriedenen, die da “Wir sind das Volk” riefen, waren in der Gesamtheit gegen das alte System und revoltierten dagegen; aber sie traten nicht für ein neues System, eine neue Idee oder einen neuen Glauben ein und sie waren im Ganzen nicht organisiert – doch als Organisation hätte man sie als echte Bedrohung empfunden, ein richtiges Ziel gehabt, sie verfolgt und zuletzt auch auf sie geschossen.

So war das Ende der DDR zwar friedlich – doch die “Revolution” war gestalt- und formlos, schaffte nichts neues, verlief sich – und wurde vom verwandten System der BRD aufgesogen. Für eine neue Bewegung fehlte die neue verbindende Idee – und so hätten sich auch echte Persönlichkeiten nicht dauerhaft behaupten können. Die Wortführer verschwanden von der Bildfläche oder in den Altparteien der BRD – sie hatten es auch in der Zusammenbruchsphase nicht mehr vermocht, eine Volksbewegung für eine neue Ordnung zusammen zu schmieden.

Das System der BRD bekämpft seit Jahren aktiv seine organisierten Gegner und wird nicht zögern, diesen Kampf weiter auszuweiten. Es hat Gesetze geschaffen, mit denen es seine Gegner äußerst wirksam unterdrückt und benutzt die Gegnerschaft gleichzeitig als Berechtigung zur Verschärfung dieser Gesetze. Tatsächlich ist ein friedlicher Systemwechsel durch Wahlen unmöglich gemacht – das System lässt nur “Gegner” zu, die alle Gepflogenheiten des Systems vom Kompromiss bis hin zur Herrschaft der Majorität anerkennen und dann natürlich keine Gegner mehr sind.

Wer das erkannt hat, muss also eine neue Position einnehmen. Die Herrschaft der Majorität in der Demokratie hatte schon Goethe unnachahmlich charakterisiert:

“Nichts ist widerwärtiger als die Majorität; denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich akkommodieren, aus Schwachen, die sich assimilieren, und der Masse, die nachtollt, ohne nur im mindesten zu wissen, was sie will.”

Wenn aber nun die Menge durch das allgemeine Stimmrecht die Herrschaft an sich gerissen hat, dann riet Goethe, sie gewähren zu lassen; er liebte nicht Gewalt – denn:

“Die Philister aber sind Legion, und man muss sie gewähren lassen, allenfalls nur sie hänseln, wie ich’s von Zeit zu Zeit auch getan habe.”

So wird jeder offene Widerstand, der als “verfassungsfeindlich” und “umstürzlerisch” oder als “Versuch zur Beseitigung der Demokratie” ausgelegt werden kann, die “Philister” nur noch umso mehr ermutigen, an ihrer starren Haltung festzuhalten und die Opposition mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Das ist ähnlich wie auf einer hilflos im Ozean treibenden Nussschale, auf der die Menschen wie wild von einer Seite auf die andere rennen, um die Schwankungen auszugleichen – jeder Aufruf zur Ruhe und Besonnenheit muss wirkungslos bleiben. Erst, wenn die Philister und Panikmacher durch die Schwankungen über Bord gegangen und ordentlich abgekühlt sind, können die Zurückgebliebenen beruhigt, geordnet und neu ausgerichtet werden, um das Boot in sichereres Fahrwasser zu bringen.

Und so muss auch die neue Position sein – das System muss in seiner charakterlichen Haltung scharf gezeichnet und mit allen Fehlern und aller Unfähigkeit so deutlich skizziert werden, dass jeder erkennen kann, dass die Demokratie dem Untergang genauso geweiht ist, wie eine Bleikugel im Atlantik.

In der Kritik an diesem System liegt zugleich der Vorschlag für eine Änderung und dafür, wie es sein müsste – und dem System bleibt kaum eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Denn dieser Kampf ist ein Kampf um die Glaubwürdigkeit – und je weniger Menschen an das System glauben, desto schneller verliert es seine Daseinsberechtigung.

Glaubwürdigkeit kann das System nicht erzwingen – jeder dahin gehende Versuch, die Meinungsfreiheit mit Verboten einzuschränken, würde den Verfall weiter beschleunigen. Bereits heute hat das System so bedrohlich an Glaubwürdigkeit verloren, dass Maßnahmen der Regierung kontraproduktiv sind – die zahlreichen Reformen werden nur noch teilnahmslos registriert, möglichst umgangen und wirken nur noch lähmend und ertötend.

Die Schwankungen, die die Philister zuletzt über Bord gehen ließ, haben sie selbst ausgelöst; und so ist der Gegner, dem das System tatsächlich zuletzt erliegen wird, es selber. Würden die Philister vorher über Bord geworfen werden, würde ewig die Gefahr drohen, dass viele weiterhin glauben, in der BRD hätte ja doch noch alles gut werden können, wenn man nur Sozialdemokraten und CDU/CSU noch etwas Zeit gegeben hätte, damit sie ihre letzten hektischen “guten Rettungsvorschläge” doch noch hätten verwirklichen können.

Diese Haltung kam 1938 in der melancholischen Abschiedsrede des scheidenden englischen Ministerpräsidenten Baldwin, besonders auch menschlich sympathisch zum Ausdruck. Vor der Jugend des Empire sagte er, sie solle im Leben die Pflicht voranstellen und erst nachher an ihre Rechte denken, ein Gedanke, der uns verwandt erscheint, mit dem Geschrei der sonstigen als verwandt bezeichneten Demokratie aber wenig gemeinsam hat.

Baldwin fügte hinzu, es sei wohl möglich, dass die Zukunft die Demokratie vor sich selber retten müsse! Er forderte seinerzeit dagegen eine “geordnete Freiheit, innerhalb des Gesetzes, mit der Macht im Hintergrund und nicht im Vordergrund”.

Aber selbst dafür ist es heute zu spät – das System steht vor der Zahlungsunfähigkeit und dem totalen Bankrott und ist selbst beim besten Willen nicht mehr zu retten. Und selbst wenn das möglich wäre, wäre die Rettung dieses Systems ein unverzeihlicher Fehler, weil diese “Rettung” immer nur ein kurzer Aufschub bis zur nächsten Katastrophe sein könnte; sofort würden die gleichen Gestalten, die sich bisher als unfähig erwiesen haben, wieder ans Ruder drängen.

So muss es wohl im selbst verursachten Chaos mit allen notwendigen Begleiterscheinungen enden und es muss jedem klar werden, dass die Demokraten für Niedergang verantwortlich waren und vor allen Dingen: dass das System scheitern musste – erst dann kann nach dem Wegräumen der Trümmer ein wirklich neues und tiefes Fundament für einen neuen hohen Bau errichtet werden.

Das bedeutet schon heute unendlich viel Arbeit – denn in diesen kommenden Niedergangs- und Auflösungszeiten können nur echte und in sich geschlossene Persönlichkeiten die Menschen bewegen und die Antworten geben, die dann dringend benötigt werden.

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