BERLIN. Die Euro-Krise gefährdet zunehmend auch die Bonität Deutschlands. Mit Moody´s setzte erstmals eine der wichtigsten Ratingagenturen den Ausblick auf die deutsche Kreditwürdigkeit herab. Zwar erhielt die Bundesrepublik nach wie vor die Bestnote Aaa („Triple A“), allerdings senkten die Analysten der amerikanischen Ratingagentur den Ausblick für Deutschland von stabil auf negativ.

Betroffen von der Maßnahme waren auch Luxemburg und die Niederlande. Lediglich Finnland behielt neben seiner Bestnote Aaa auch einen stabilen Ausblick.

Zusätzliche finanzielle Belastungen für Deutschland erwartet

Als Grund nannte die Agentur die Verschärfung der Euro-Krise. Ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei immer wahrscheinlicher. Und selbst wenn dieser Fall nicht eintrete, würden Länder wie Spanien und Italien weitere Milliardenhilfen benötigen. Es sei damit zu rechnen, daß diese zusätzlichen Lasten maßgeblich von den nördlichen Mitgliedsstaaten der EU getragen werden müßten.

In ihrer Prognose ging Moody´s auch davon aus, daß die Einlagen für den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM erhöht werden. Dies würde auch eine zusätzliche finanzielle Belastung für Deutschland bedeuten.

Ein negativer Ausblick gilt häufig als Vorstufe der Herabsenkung der Bonität. Laut den Deutschen Wirtschafts Nachrichten wird Moody´s Deutschland die Bestnote unter folgenden Kriterien entziehen. „Wenn sich die Lage der deutschen Banken weiter verschlechtert; wenn ein Land aus dem Euro austritt; oder wenn Deutschland wegen der fortgeschrittenen Euro-Krise seinen Status als sicherer Hafen bei den Staatsanleihen verliert.“ Alle drei Szenarien seien alles andere als unwahrscheinlich.

Finanzministerium nimmt Einschätzung „zur Kenntnis“

Das Bundesfinanzministerium reagierte am Montag gelassen auf die Einschätzung der Ratingagentur. Man nehme die Meinung zur Kenntnis, hieß es in einer Presseerklärung.

„Die von Moody´s genannten Risiken in der Eurozone sind nicht neu, wobei die Einschätzung von Moody´s vor allem die kurzfristigen Risiken in den Vordergrund stellt, während längerfristige Stabilisierungsaussichten unerwähnt bleiben.“ Die Eurozone habe eine ganze Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, die zu einer nachhaltigen Stabilisierung der Eurozone führen werden, versicherte das Ministerium. (krk)

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