BERLIN. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Verlegung des feierlichen Gelöbnisses der Bundeswehr vom Reichstag in den Bendlerblock verteidigt. Die Entscheidung beruhe auf einer Absprache mit Bundestagspräsident Norbert Lammer (CDU), sagte de Maizière im ARD-Morgenmagazin.

Der Platz zwischen Kanzleramt und Reichstag stehe für das Zusammenwirken von Regierung und Parlament, „daß wir eine Armee haben, wie sie ausgerüstet ist und in welche Einsätze wir sie schicken“, begründete der Verteidigungsminister die Verlegung des Gelöbnisses.

Der Platz am Bendlerblock zwischen Verteidigungsministerium und Ehrenmal stehe dafür, wie die Bundeswehr geführt werde, wie die Einsätze geführt würden und welche harte Folgen das haben könne. „Wir erinnern dort an die gefallenen Soldaten“, betonte de Maizière. Das eine betrachtet, sei das „ob“, das andere das „wie“. Dies abwechselnd in den Mittelpunkt zu stellen, halte er für richtig.

Wehrbeauftragter kritisiert Verlegung

In den vergangen Jahren war das feierliche Gelöbnis der Bundeswehr am Jahrestag des Attentates auf Hitler von Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944 vor dem Reichstag abgehalten worden.

Kritik an der Verlegung in den Bendlerblock war unter anderem vom Wehrbeauftragten des Bundestags, Hellmut Königshaus, geäußert worden. „Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und kein Ministerialheer“, unterstrich der FDP-Politiker gegenüber der Welt. Er hätte es eine schöne Tradition gefunden, wenn das Gelöbnis immer vor dem Reichstag abgehalten würde. (krk)

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