BERLIN. Griechenland hat die Sparauflagen der internationalen Kreditgeber deutlich verfehlt. Insgesamt seien 210 der300 Vorgaben von Europäischer Union, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds nicht eingehalten worden, berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf Regierungskreise. Gerade bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehungen hinkt die Regierung demnach hinterher.

Bereits Anfang Juli war bekannt geworden, daß Griechenland die zugesagte Entlassung von 50.000 Staatsangestellten nicht durchgesetzt hatte. Stattdessen waren fast 1.000 neue Beamte eingestellt worden. Daß Verwaltungsministerium betonte, Kündigungen kämen derzeit nicht in Frage. Zugleich forderte die griechische Regierung aus Konservativen und Sozialdemokraten die EU auf, die Zeitauflagen für die Erfüllung der Sparvorgaben um zwei Jahre zu verlängern. Ursprünglich hatte das Land versprochen, 2013 und 2014 mehr als 11 Milliarden Euro einzusparen.

Italiens Bonität herabgestuft

Die Bundesregierung lehnte ein derartiges Entgegenkommen am Freitag jedoch ab. Eine grundlegende Verwässerung käme nicht in Frage. Allenfalls eine Verschiebung um einige Wochen sei akzeptabel. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will an einen schnellen Erfolg der Sparanstrengungen Griechenlands offenbar nicht glauben. „Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, lassen mich zumindest skeptisch zurück“, sagte er dem Deutschlandfunk.

Auch Italien kämpft weiter mit den Folgen der Eurokrise. Am Freitag senkte die amerikanische Ratingagentur Moodys die Bonität des Landes um zwei Stufen. Dessen Anleihen sind damit aus der Sicht des Unternehmens keine „sicheren Anlagen“ mehr, sondern nur noch „durchschnittliche“. Der Ausblick bleibe dabei weiter negativ. Moodys begründete den Schritt mit den schlechten Wirtschaftsdaten Italiens. Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen Italiens waren in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Derzeit liegen sie bei mehr als 6,5 Prozent. (ho)

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