Berlin (DE) – Der werden sieben wichtige Akten zum Thema „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) vernichtet, das Vernichtungsdatum von November auf Januar 2011 gefälscht und man hat offiziell eigentlich ohnehin keine Ahnung.

Doch wie es eben ist, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Schwuppdiwupp und Eiderdaus da sind die Akten ja wieder. Und obendrein kann auch noch der  Militärische Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr extra Akten liefern. Das ist ja wie Ostern und Weihnachten zusammen. Das Innenministerium verkündete, es habe von den vernichteten NSU-Akten „große Teile rekonstruieren“ können. Dies sei durch Quervermerke in anderen Akten möglich gewesen. Das klingt mehr als unglaubwürdig. Eher hat man diese Akten einfach phantasievoll neu verfasst und kann nun neue tolle Erkenntnisse aufweisen.

Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses des Bundestages nahmen am Nachmittag in den offiziell unvernichteten Aktenbestand des Kölner Bundesamtes für Verfassungsschutz Einblick. Dabei wurden dem Gremium erstmals in einem solchen Fall ungeschwärzte Akten zur Verfügung gestellt. Normalerweise werden die Quellen für die aufgeführten Informationen unkenntlich gemacht. Auch der MAD will kommende Woche seine Akten ungeschwärzt präsentieren. Offenbar tauchen plötzlich überall neue Akten auf und bereits vernichtete Akten können zu neuem Leben erweckt werden. Was sich anhört, wie aus einem Märchen ist todernst gemeint. Mit den neuen Akten kann sicher bewiesen werden, dass der Verfassungsschutz doch eigentlich ein ganz lieber und netter Verein ist, dem es nur um unser aller Wohlbefinden geht.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Verfassungsschutz vom italienischen Geheimdienst bereits 2003 über „Treffen italiensicher und deutscher Rechtsextremisten“ informiert worden sein soll. Man sei damals Spuren nachgegangen, wonach es “bei vertraulichen Gesprächen von der Existenz eines Netzwerks militanter europäischer Neonazis“ gegangen sei. Dieses Netzwerk bilde eine “halb im Untergrund befindliche autonome Basis” und sei in der Lage, “mittels spontan gebildeter Zellen kriminellen Aktivitäten nachzugehen.” Weshalb das Schreiben nun  auftaucht und was dran stimmt, ist offen. Vielleicht ist es auch wieder nur ein neues Kapitel im wundersamen Märchen der Bundesrepublik und ihrer NSU.

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