Köln (DE) – Man muss sich wundern, dass es immer noch Bürger geben soll, die nicht zur Machtelite gehören und dennoch dem Verfassungsschutz Vertrauen schenken.

Dieser fürchtet nun, dass nach dem Bekanntwerden der Vertuschungsaktion um die sieben wichtigen vernichteten Verfassungsschutzakten über die dubiose Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), ein erheblicher Vertrauensverlust eintritt. Der NSU war vom Verfassungsschutz erdacht, aufgebaut, finanziert und gesteuert worden. Dafür bediente sich dieser der Verfassungsschutzvorfeldvereinigung „Thüringer Heimatschutz“ (THS). Bei der „Neonaziorganisation“  THS ist es einfacher, die Leute zu zählen, die nicht beim Verfassungsschutz sind. Das geht dann wesentlich schneller. Von dort rekrutierte der Verfassungsschutz auch die drei angeblichen NSU-Mitglieder Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Beim THS war selbst der Kopf und Mitbegründer der Vereinigung, Tino Brandt (Deckname Otto), ein V-Mann.

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm (Bild), sieht das Ansehen den Ruf seiner Behörde beschädigt. Der Vertrauensverlust sei erheblich,  betonte Fromm. „Nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand handelt es sich um einen Vorgang, wie es ihn in meiner Amtszeit [seit 2000] bisher nicht gegeben hat.” Doch wer glaubt das eigentlich noch? Der Verfassungsschutz ist eine zwielichtige Behörde mit zwielichtigen Mitarbeitern, Spitzeln und Zuträgern und zwielichtigen Arbeitsmethoden. Der Verfassungsschutz schützt keine Verfassung (oder das Grundgesetz). Er ist wie einst die Stasi in der DDR Schwert und Schild der Machtkaste. Und wenn die Machtkaste eben einen Sündenbock braucht, dann erfindet man eben so etwas wie den NSU.

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