TARGET2 geht durch die Decke!

On May 10, 2012, in Schall und Rauch, by admin

Bei mehreren Gelegenheiten habe ich auf die immens steigenden Zahlen im Finanzsystem hingewiesen, am besten durch Grafiken dargestellt, die alle steil nach oben zeigen. So auch im Interview mit Schweiz5 neulich wo ich sagte, die Kurven gehen immer schneller ballistisch, sind nicht mehr tragbar und führen zu einem jähen Absturz.

Eine dieser Diagramme, welches sehr deutlich die Unhaltbarkeit des Euro zeigt, ist das TARGET2 der Bundesbank. Da muss man kein Experte sein um zu erkennen, so geht es nicht weiter.

Was ist TARGET2? Einfach erklärt handelt es sich um die Guthaben oder Schulden der Zentralbanken der Länder der Eurozone bei der Europäischen Zentralbank, bzw. bei der Deutschen Bundesbank. Wie aus dem Bild ersichtlich, sind die TARGET2-Salden seit November 2007 sehr stark gestiegen, heisst die Forderungen der Bundesbank gegenüber den anderen Teilnehmern im Eurosystem gehen durch die Decke!

Die Summe per 30. April 2012 beläuft sich auf sagenhafte 644 Milliarden Euro. Das schlimme ist, diese Zahl stieg alleine im April um 28,6 Milliarden und seit Januar um 181 Milliarden!

Was den wenigsten bewusst ist, diese Forderungssumme ist durch nichts gedeckt. Das heisst, sollten die Eurozone auseinanderbrechen, dann ist das Geld futsch, wird die Bundesbank es nie wieder sehen. 644 Milliarden Euro sind ja nur ca. 25 Prozent des BIP der Bundesrepublik (lach).

Woher kommt dieses Ungleichgewicht zwischen den Ländern der Euro-Zone gegenüber Deutschland? Ganz einfach, es ist hauptsächlich der Exportüberschuss den Deutschland mit den anderen EU-Ländern erwirtschaftet. Das heisst, das Exportplus Deutschlands bewirkt ein Handelsbilanzdefizit bei den Importländern in Europa und bei der Bundesbank landen die Schulden und das Risiko.

Diese Illusion eines funktionierenden Exportmarktes ist mit dem Risiko erkauft, die Bilanz der Bundesbank explodiert. Sie finanziert den Konsum von deutschen Produkten in der Eurozone. Eine Kritik an dieser wechselseitigen unbegrenzten und unbesicherten Kreditfazilität der einzelnen Zentralbanken der Eurozone einerseits und der EZB andererseits, läuft schon länger.

Die Schulden der südlichen Eurostaaten bei der Deutschen Bundesbank steigen ins Unermessliche. Das Risiko besteht darin, im schlimmsten Fall bei einem Währungszusammenbruch, muss der deutsche Steuerzahler die Rechnung übernehmen.

Eine Kritik an diesem Ungleichgewicht wurde bisher immer mit dem Argument abgeschmettert, ein Währungszusammenbruch ist undenkbar und ausgeschlossen. Nach dem Motto, was nicht sein darf, kann nicht sein. Da wäre ich in der heutigen Situation nicht mehr so sicher. Wenn Griechenland, Portugal oder erst recht Spanien zahlungsunfähig werden, dann geht die Lawine los die alles mitreisst.

Auch wenn nichts passiert und die Eurozone “koste es was es wolle” zusammengehalten wird, wie sollen diese Schulden jemals zurückgezahlt werden? Da müsste ja Deutschland aufhören Exportweltmeister zu sein und nur noch Produkte von den anderen EU-Ländern kaufen, damit sich der Saldo mit der Zeit ausgleicht. So viel Wein, Tomaten, Olivenöl und Spaghetti können sie gar nicht in sich stopfen (lach).

Dazu kommt noch die Summe aus dem ESM-Rettungsschirm mit 700 Milliarden Euro oder mehr. Es wird behauptet, im schlimmsten Fall ist der deutsche Anteil bei einem Zahlungsausfall nur 661 Milliarden Euro. Wenn man aber alles in allem zusammenrechnet haftet Deutschland mit 2 Billionen! Da können die Politiker noch so oft sagen, es sind nur Bürgschaften und Kredite. Es gibt sogenannte Experten sie sogar das abstreiten. Tatsache ist, wenn die PIIGS-Länder sie nicht zurückzahlen wollen oder können, dann muss der deutsche Steuerzahler dafür gerade stehen.

Die verantwortlichen Politiker in Deutschland und in der Eurozone ignorieren dieses Problem, welches im Fehlkonstrukt der Währungsunion eingebaut ist. Die Gemeinschaftswährung war eine rein politische Entscheidung ohne gesunder reeller Basis. Wenn überhaupt, hätten nur die Kernländer den Euro einführen dürfen. Jetzt erleben wir die schmerzhaften Konsequenzen einer Grossmannssucht. Die Zukunft der Kinder und Kindeskinder wird verspielt und sie führen Europa in den politischen und wirtschaftlichen Abgrund.

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