Wenn zwei das Gleiche tun

On August 13, 2011, in Spatz, by admin

Immer mehr Menschen denken darüber nach, wie sie sich aus der Gesellschaft verabschieden können, um im kleinen Kreis unabhängig ihr Leben nicht nur „selbstbestimmt“ sondern auch sicherer und krisenfester zu gestalten. Dergleichen wird sogar als Akt der Befreiung und als Modell zukunftsgerechten Wirtschaftens propagiert. Nun mag man es, wenn man robust gebaut ist, eine Zeitlang für interessant halten, zu erleben, wie man irgendwo auf dem Lande, in guter Nachbarschaft, fernab von der nächsten Polizeistation unmittelbar von seiner Hände Arbeit lebt. Ohne Staat käme man gerne aus. Sollte man sich die Mühe machen und Kinder aufziehen, könnte man den Unterricht auch selbst übernehmen. Bei ernsthaften Krankheiten sähe es schon etwas anders aus. Sollte dann aber der Strom ausbleiben, der Sprit für das Fahrzeug fehlen, die Straße zur Nachbarkommune unpassierbar sein und man sich gar noch die Kleider, die HiFi- oder Solar-Anlage selbst bauen müssen, hören derartiger Phantasien mit Tauschbörse etc. bald auf. Sie muten wie im Rokoko die Schäferspiele des Adels in seiner Endphase an.

Wahrscheinlich handelt es sich bei den Vorschlägen um die „progressive“ Begleitmusik zu der von oben geplanten Rückentwicklung der Gesellschaft, die unter anderem mit der Energiewende, dem Abbau der sozialen Netze, staatlicher Vorsorgemaßnahmen und der Infrastruktur in Gang gebracht wird. Denn für das soziale Netz fehlt das Geld. Was nicht an die notleidende Finanzwirtschaft fließt, verschlingt der Rückbau der Gesellschaft auf ein vorindustrielles Niveau, wie es sich so mancher Emanzipativer wünscht. Eines sollte den Unabhängigkeits-Phantasten auffallen. Nicht gespart wird am Verwaltungs- und Überwachungs-Aufwand, sowohl den direkten, der allerlei Formen der „Erfassung“ und den Ausbau von Polizei und Militär umfasst, und den indirekten, den Ausbau allerlei „sozialer“ und medialer Netzwerke, um schnell Massen gezielt zu bewegen und – nach einem Buchtitel – zu „führen, wohin sie nicht wollen“. Wer weiß denn schon oder hinterfragt einen face-book-Aufruf, der scheinbar von einem Kumpel oder einem Kumpel eines Kumpel stammt.

Soziale Netze haben ihre Knoten und Verzweigungen, die nicht von den darin Zappelnden, sondern von höherer Warte aus geknüpft und gesteuert werden können. Mit den dazu erforderlichen Programmen wurden Rudel von Sozialwissenschaftler beschäftigt. Vielleicht meinen Sie: Das Befolgen solcher Aufrufe beruht auf absoluter Freiwilligkeit. Aber das gilt genauso für den Einkauf der neusten Mode, den die meisten tätigen, weil sie plötzlich ihren Geschmack trifft und gefällt, obwohl sie von den gleichen Sozialwissenschaftlern nach ähnlichen Programmen gewinnträchtig gesteuert ist. Vielleicht meinen Sie auch, dass Brutalität und Gefühlskälte, wie sie bei den Street-Gangs zunehmend zu beobachten sind, Charaktersache der Einzelnen sind und übersehen, dass es die Folge der geistigen Kultur ist, die hier für junge Menschen (und nicht nur für die) angerichtet wird. Killerspiele, Actionthriller etc zum Abbau von Hemmungen wurden erst als Anti-Kriegsfilme, dann zum angeblichen Aggressionsabbau und schließlich nur weil sie ankommen und nachgefragt werden, in den Markt und in die öffentlichen Medien gedrückt. Natürlich weiß man oder könnte man wissen, dass dergleichen ebenfalls von Rudeln von Sozialwissenschaftlern entwickelt wurde, um z.B. die natürlichen Tötungshemmungen von Soldaten abzubauen. Eingeständnisse und entsetzte Hinweise von Beteiligten, wie dem Militärpsychologen Oberstleutnant der US Armee, Prof. Dr. David Grossmann, werden, wenn sie sich gegen den Missbrauch ihrer Arbeit richten, in den verschwörungstheoretischen Meinungsuntergrund abgedrängt, denn: „Virtuelles Morden macht Spaß, und Spaß muss sein.“

Sie wundern sich auch – wie die Medien – über die scheinbar plötzlich ausbrechende Randale in England (vorher in Frankreich, Spanien selbst in Stockholm und anderswo). Sie meinen das läge „nur“ an unerwünschten Migranten, Asylanten etc. Natürlich bedarf es gewisser sozialer Spannungen, wenn man soziale „Action“ auslösen will. Vor allem braucht man dazu eine gute Organisation, um sie schlagartig, gezielt und in dem großen Stil auslösen zu können, der einen nachhaltigen Eindruck in der ohnehin schon aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen verunsicherten Bevölkerung hinterlässt. Glauben Sie wirklich, die „Halbganoven“ auf der Straße, über die Sie sich aufregen, seien dazu fähig? Nun es gibt auch ein paar „Intellektuelle“ darunter, und zwar solche von der gleichen Sorte derer, die uns wirkungsvoll die Klimakatastrophe, die Atomangst, die Energiewende, die Schuld der Islamisten an 9/11 einreden, oder wie die, die in den Rating-Agenturen, die Kauf- und Verkaufswünsche der Kleinvermögenden ohne Insider-Beziehungen steuern. Aber wie anders bekommt man eine traditionell so liberale Bevölkerung wie die englische dazu, wieder die Todesstrafe und einen Starken Mann an der Spitze zu fordern?

Man würde ja so gerne den Institutionen vertrauen. Es lebte sich mit einem solchen Vertrauen sehr viel sorgloser und bequemer. Die Institutionen tun aber wenig, um denen, die einmal genauer hingesehen haben oder enttäuscht und wachgerüttelt wurden, zu ihrem Urvertrauen in „demokratische Einrichtungen“ zurück zu verhelfen. Sie tun das Gegenteil, sie versetzen in Angst und Schrecken, um die Verunsicherten noch stärker blind und hörig an sich zu fesseln. Panik macht blind und taub, und der Versinkende erhofft sich noch vom letzten Strohhalm wie Merkel oder die Grünen Rettung. Der Gebrauch der in ausgeklügelte PR verpackten Panik bewährt sich. Nach dem die katastrophale Klimaerwärmung durch CO2 zur Selbstverständlichkeit geworden ist, wächst auch um den Atomausstieg ein mediales Meinungsklima, das alle, die nicht „voll“ zustimmen, unter Verdacht stellt, so etwas wie ein Lustmörder oder Ewiggestriger zu sein.

Dabei meinen Personen, die in den Institutionen arbeiten, oft mit ihrem Tun Übel von den Menschen abzuwenden, weil auch sie nicht über den Rand ihrer TVs hinausblicken. Wie eine Decke legt sich ein bleiernes Unbehagen über alle. Und Experten sagen ihnen, das käme vom technischem Fortschritt (dem der Mensch nicht gewachsen ist), der zu hohen Produktivität (Arbeitslosigkeit), der hohen Energiedichte (Atomgefahr), dem Zuviel an Freizeit (wer hat die?), an zu viel sozialer Fürsorge (Faulheit als aller Laster Anfang) – eben an all dem, was es abzuschaffen gelte. Auch für diese Meinungsbildung sorgen rudelweise „kritische“, „aufgeklärte“, „progressive“ Sozialwissenschaftler, wenn nur ihr Lohn stimmt. Auftraggeber sind letztinstanzlich die Geldgeber, die das Geld aus dem Nichts schöpfen und zielgerichtet einsetzen und damit bei denen, die dafür arbeiten müssen, die verwendbare Panik schaffen.

Finden Sie es nicht auch empörend, wenn der Iraner Ahmadinedschad laut amtlicher Agentur Irna dem UN-Sicherheitsrat Einseitigkeit vorwirft und wie die NATO dem Gaddafi der britischen Regierung empfiehlt, auf die Forderungen des Volkes einzugehen, statt Gewalt einzusetzen: „Das ist die echte Volksopposition, die auf den Straßen Englands Opfer von (Polizei) Gewalt wird.“ Genau so macht es der Westen dort, wo er nicht über willfährige Militärs wie in Tunesien, Ägypten, sondern nur über gut versorgte Rebellen wie in Libyen (möglicherweise auch in Syrien) verfügt. Und weiter sagt der iranische Buhmann „Statt Truppen in den Irak, nach Afghanistan und Libyen zu schicken, um dort Erdöl zu stehlen, sollten sie lieber an das eigene Volk denken. Einem Teil der britischen Gesellschaft hat die Geduld verloren… er sieht keine Zukunft mehr“. Natürlich stellt die britische Regierung ihrer Bevölkerung die Randalierer als „kriminelle Elemente“ vor, ähnlich wie Gaddafi die vom Westen finanzierten „Rebellen“ als Al Kaida. “Aber das ist doch etwas ganz anderes“ – sagen Ihnen unsere Medien, und deshalb dürfen Sie über solche Vergleiche empört sein.

Gemäß der EEG-Jahresabrechnung für 2010 in Ostdeutschland arbeitete der gewaltige Maschinenpark der Windkraftanlagen mit einer Auslastung von 16,39%, der ostdeutsche Solarpark brachte es auf eine Auslastung von 6,83%. Und das soll eine Industriegesellschaft versorgen? Die mögliche Auslastung der Kernkraftwerke liegt bei 99,8%. In der Geschichte der menschlichen Zivilisation konnte noch keine Gesellschaften ihre fortschrittliche Entwicklung dadurch absichern, dass sie sich freiwillig von einem höheren Energieniveau auf ein niedrigeres begeben hat. Aber machen sie sich über die Plötzlichkeit der Energiewende keine Illusionen. Der Ausstieg aus der Kernenergie war mit der weitgehenden Beseitigung der Forschung, der Infrastruktur, der Hersteller- und Zuliefer-Industrie und ausgeklügelter Propaganda schon lange vorher vollzogen.

Prof. Dr. Georg Erdmann, Institut für Energietechnik der TU Berlin hat für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (Vorsicht es könnte sich, um “interessierte“ Industrielle handeln, denen nicht zu trauen ist) die „Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland“ in einer vorsichtigen „Studie“ ermittelt. Ausgehend von den Ausbauzielen der Bundesregierung bei Photovoltaik und Offshore-Windkraft nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vom Juli 2011 kommt er bei den direkten EEG-Kosten für den geplanten Ausbau bis 2030 auf insgesamt 250 Mrd. €.. Die indirekten EEG-Kosten (der Netzausbau) belaufen sich auf rund 85 Mrd. €. Das ergibt 335 Mrd. € bis 2030. Die notwendigen Investitionen in den Neubau von Ersatzkraftwerken, Energiespeicher, Preissteigerungen bei Primärenergieträgern sowie Kosten für die CO2-Zertifikate ab 2013 sind ebenso wenig berücksichtigt, wie Ihre zusätzlichen Mietkosten für die Hausisolierung, die neuen „cleveren“ Stromzähler, und die erforderlichen stromsparenden Neuanschaffungen. Dafür können sie demnächst, wenn sie aufs Fahrrad umsteigen, die Benzinkosten einsparen. An Heizkosten sparen sie trotz Hausisolierung nur, wenn ihnen künftig 16° im Wohnzimmer genügen.

Natürlich ist wie immer anderes an der eingefädelten Misere Schuld. Da kommt eine Wirtschaftskrise gerade recht. Dieses Mal wurde sie, ähnlich wie 2008 durch die spektakuläre Liquidierung von Lehman Brothers, durch die halboffizielle Ratingagentur Standard & Poors (S+P) ausgelöst, als sie das Kreditrating der USA herunterstufte. Die dafür vorgeschobenen Gründe waren seit Jahren altbekannt. Nur der Zeitpunkt war neu und effektiv gewählt. Der Boom bei Aktien klang gerade ab und damit die Preisobergrenze für sie bezahlt. Jetzt musste der Absturz eine neue Pumpphase einleiten, wenn nicht schon die mit der Wertpapier-Preispumpe angestrebte Sintflut einsetzt und den vereinzelten Menschen das letzte bisschen Halt gegen den Sog in die totale Beherrschung wegreißt.

Die drei Ratingagenturen S+P, Fitch und Moodys sind staatlich lizensiert. S+P gehört zum Verlag McGraw Hill, der zentralen Einrichtung der US-Finanz-Insider zwischen JP Morgan, Goldman Sachs und Citygroup und ist zugleich ein leidenschaftlicher Verfechter der „Green Economy.“ Das Zentralorgan der chinesischen KP Renmin Ribao nannte das Ganze am 8.8. daher „eine Krise des politischen Systems der USA“, weil viele notwendige Maßnahmen vermieden wurden. Über die Ziele des politischen Systems der USA schweigt sich die Zeitung allerdings aus. Aber prompt schlägt Moodys zurück und warnt, Chinas Schulden seien um 540 Mrd. $ höher als die offiziellen 17% des Bruttoinlandprodukts und bei den Staatsbetrieben versteckt. Frag sich nur, bei wem die Betriebe verschuldet sind und warum China seine Dollar-Guthaben nicht zum Schuldenabbau nutzt. Aber wer will schon political correcte Behauptungen hinterfragen. Gläubig und medienhörig geht es vorwärts von Fall zu Fall.

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