Berlin (DE) – Sie wundern sich, warum die Schule Ihrer Kinder nicht renoviert wird und es an Lehrern mangelt? Wieso der ehemals kostenlose schuleigene Nachhilfeunterricht nun eine Gebühr verlangt? Warum die Schlaglöcher in den Straßen nur schleppend oder gar nicht repariert werden und die örtliche Feuerwehr kein neues Löschfahrzeug erhält? Weshalb die Steuern nicht gesenkt oder der Soli abgeschafft werden? Oder einfach warum Ihre Oma ständig über Nullrunden bei den Renten jammert?

Nun ja, dies alles sind Probleme für deren Lösung Geld benötigt wird. Oftmals sind es keine Unsummen, dennoch sind die Kassen leer. Die „Rahmenbedingungen“ seien nicht gegeben kann man dann vernehmen. Man müsse „sparen“ ist ein weiterer oft gehörter Ruf. Doch gespart wird nicht. Ungezählte Milliarden für die marode Kunstwährung Euro oder für sogenannte „notleidende Banken“ sind immer da. Hier haben die Machthaber keine Hemmungen aus ideologischen Gründen oder weil sie selbst prächtig daran verdienen, Ihr Geld schamlos zu verpulvern. Deutschland ist das Weltsozialamt und alle bekommen etwas – nur die eigenen Bürger nicht.

Warum das so ist? Nun, Sie sind eben nicht systemrelevant und dürfen daher auch nicht an den systemerhaltenden Maßnahmen teilhaben. Auch sind Sie kein fremdes Land, welchem man gerne ein paar Euro hinterherwirft um irgendwelche „Imagepunkte“ sammeln zu können. Es genügt, Sie auf einem gewissen Niveau mit Brot und Spielen zu beschäftigen. Das klappt bislang wunderbar. Es ist so einfach.

Ägypten darf nun, eines Berichtes der Nachrichtensenders N-TV zufolge, von der deutschen Großzügigkeit gönnerhaft profitieren. Ägypten hat Schulden bei Deutschland. Hiervon sollen dem Land, wie es eigentlich immer nicht anders zu erwarten war, 240 Millionen Euro erlassen werden. Dies kündigte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) an. Weitere 150 Millionen soll das Land bis 2013 zum „Aufbau“ des neuen Regimes erhalten. Zugleich versprach Westerwelle den deutschen Markt für ägyptische Produkte zu öffnen. Welche Produkte dies sein sollen blieb offen. Die Gefahr besteht hierin, dass deutsche Produkte damit noch mehr Billigkonkurrenz bekommen. Das geht dann zu Lasten deutscher Arbeitsplätze, Löhne und der sozialen Absicherung.

Auch sollen deutsche Firmen zukünftig verstärkt in Ägypten „investieren“. Schnell wird aus einer Investition, die in Deutschland dringend nötig wäre, dann auch gleich eine Arbeitsplatzverlagerung. China, Thailand und Vietnam lassen grüßen.

Auch wünscht man sich in Ägypten, dass Deutsche mehr Urlaub in dem Nahoststaat machen sollten. Wie wäre es eigentlich, wenn der deutsche Außenminister im deutschen Interesse und zur Erhaltung deutscher Arbeitsplätze für Urlaub in Deutschland werben würde? Das würde dann auch Steuereinnahmen bringen. Aber nein, davon würden ja Sie profitieren. Sie sind aber nicht systemrelevant. Schade.

 

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