Berlin (DE) – Dass die Berliner NPD mit “Gas geben”-Plakaten in den Abgeordnetenhaus-Wahlkampf geht und damit Assoziationen mit dem dritten Reich hervorruft, bringt erneut parteiinterne Kritiker auf die Barrikaden. Der hessische Landesvorsitzende Jörg Krebs nannte das Motiv einen “propagandistischen Rülpser”. Auch aus Mecklenburg-Vorpommern, wo es im Gegensatz zu Berlin um den Wiedereinzug in das Landesparlament geht, ist hinter vorgehaltener Hand Missfallen zu vernehmen.

Krebs, der bereits das im Juni von der Berliner NPD verbreitete “Adolf”-Kreuzworträtsel offen als “dämlichste PR-Aktion aller Zeiten” kritisiert hatte, schrieb in einem Kommentar auf DeutschlandEcho, der Spruch “Gas geben” sei “mit Verlaub, ein propagandistischer Rülpser.” Auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Mannschaft von Spitzenkandidat Udo Pastörs den letzten Umfragen zufolge um den Wiedereinzug in den Landtag zittern muss, wird der Nostalgie-Wahlkampf in der Hauptstadt mit wenig Begeisterung verfolgt, könnten die dadurch verursachten Negativ-Schlagzeilen doch entscheidend mit dazu beitragen, dass das Schweriner Schloss ab dem 4. September nach nur einer Legislaturperiode wieder ohne NPD-Fraktion dasteht. Offiziell hielt man sich im Nordosten aber mit Kritik – zumindest für den Moment – zurück.

Anders dagegen die Kommentatoren auf DeutschlandEcho. “Die Parole ´Gas geben´ ist ohne einen inhaltlich positiven Bezug. Wofür also ´Gas geben´? Die in dieser Form einzige assoziative Möglichkeit kann entsprechend nur negativ sein”, schreibt “Franz von Sickingen”. Nutzer “Stolzer Thüringer” stellt fest, normalerweise stelle der Spruch kein Problem dar, “im Zusammenhang mit der NPD aber schon”, da der Durchschnittswähler bei ihr darin eine Anspielung auf die Gaskammern sehe. ”So ein Wahlkampfspruch ist einfach nur dämlich. Nicht positiv provozierend, nicht Aufmerksamkeit weckend, einfach nur dämlich”, schreibt “Friedrich II.” – und hofft auf “genug intelligente Funktionäre in der NPD, die diesen offensichtlich gesteuerten(!!) Mist erkennen”. In die selbe Kerbe haut Nutzer “Alex”, der vermutet, dass es “sich da ja wirklich nur um eine gezielte Sabotageaktion von V-Männern handeln” könne. Dagegen hat “beobachter” den Eindruck, “dass da Praktikanten Politik spielen, mehr nicht” – und “Kritiker” unkt, dass das nächste Plakat dann wohl wie folgt aussehen wird: “Udo Voigt in einem Mercedes mit einer Spritrechnung in der Hand – 88€ , das Maß ist voll!” Ein weiterer Nutzer schließlich formuliert, er werde zwar “NPD wählen, aus Prinzip, aber nicht weil solche hirnlosen Plakate mich dazu bringen.” Und: “Es wird immer wieder deutlich, solange Voigt und seine Gruppe die Partei führt wird die NPD nicht den Durchbruch erreichen können der politisch unbedingt notwendig ist.”

flattr this!

(149)

Leave a Reply

Premium WordPress Themes



Free WordPress Themes