Deutschland will letzte Zuwanderungs-Hürden beseitigen

Die deutsche Bundesregierung will die Hürden für eine Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland beseitigen. Sollte sich an der derzeitigen Entwicklung nichts ändern, würden laut Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in den nächsten 15 Jahren 6,5 Millionen Erwerbstätige weniger am Arbeitsmarkt verfügbar sein. Aus diesem Grund hat die Regierung vergangenen Mittwoch ein Konzept verabschiedet, mit dem dafür gesorgt werden soll, dass der deutschen Wirtschaft ausreichend qualifizierte Facharbeiter zur Verfügung stehen.

Ursula von der Leyen will "zwingend" mehr Zuwanderung.
Foto: Michael von Aichberger / flickr

Im Vordergrund stehen dabei die Mobilisierung älterer Arbeitskräfte, die Ausweitung der Erwerbstätigkeit von Frauen sowie die Aus- und Weiterbildung von Geringqualifizierten. Dies müsse aber „zwingend“ mit mehr qualifizierter Zuwanderung aus dem Ausland ergänzt werden, so von der Leyen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte nach einem Treffen mit Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Gewerkschaften die koalitionäre Stoßrichtung: „Wir müssen sowohl die Arbeitskräfte im Land ausschöpfen als auch sachgerechte Zuwanderung in unsere Gesellschaft ermöglichen. Es wartet nicht die ganze Welt darauf, bei uns arbeiten zu können. Wir müssen dazu auch einladen.“

Weil derzeit besonders viele Stellen für Ingenieure und Ärzte nicht besetzt werden können, sollen diese unbürokratisch auch von außerhalb der EU angeworben werden können. Dabei müssen Unternehmen künftig nicht mehr nachweisen, dass sie keinen geeigneten inländischen Bewerber gefunden haben. Umstritten ist in weiten Teilen der Koalition der Vorschlag, ob dazu die bisherige jährliche Einkommensgrenze für ausländische „Hochqualifizierte“ von 66.000 Euro auf 40.000 Euro reduziert werden soll. Dies sei „ein sehr anständiges Einstiegsgehalt für Akademiker“, meint die Arbeitsministerin. Schon jetzt ermöglicht das Gesetz Wissenschaftlern eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung, wenn sie über besondere fachliche Kenntnisse verfügen. Sie sind von der Gehaltsgrenze ausgeschlossen.

Kinderbetreuung am Arbeitsplatz
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht die „zu späte Grenzöffnung“ als Grund für den Fachkräftemangel. Die seit Mai geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit im Verhältnis zu den EU-Beitrittsländern habe für Deutschland bislang kaum Wirkung gezeigt, teilte Rösler dem Hamburger Abendblatt mit. „Der Grund ist, dass wir die Grenzen zu spät geöffnet haben.“ Als Teil der Fachkräftesicherung im Land forderte er die Unternehmen auf, sich verstärkt um Kindergartenplätze zu kümmern. „Ich bin überzeugt, dass die Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil haben, die ihren Beschäftigten eine Kinderbetreuung anbieten“, so Rösler.

Quellenangabe: http://www.unzensuriert.at/

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