HANNOVER. Die Stadt Hannover hat sich dem Kampf für gendergerechte Sprache verschrieben. In einer „Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ soll der „Vielzahl geschlechtlicher Identitäten Rechnung“ getragen werden, wie die niedersächsische Stadt am Wochenende mitteilte.

„Verwaltungssprache soll alle Menschen ansprechen. Frauen und Männer und jene, die sich nicht als Frau oder Mann selbst beschreiben“, heißt in der neuen Regelung. Demnach sollen beispielsweise Anreden wie „Herr und Frau Schulz“ vermieden und statt dessen die Vor- und Nachnahmen verwendet werden.

Aus „Lehrer“ wird „die Lehrenden“

Aus den Berufs- und Amtsbezeichnungen „Lehrer“, „Auszubildende“ oder „Sachverständige“ werden „die Lehrenden“, „die Auszubildenden“ und „die Sachverständigen“. Statt „jeder, jede“ oder „keiner“ sollen die Verwaltungsmitarbeiter die Wörter „alle“ beziehungsweise „niemand“ verwenden.

Allerdings weist das Referat für Frauen und Gleichstellung der Stadt Hannover darauf hin, daß eine „geschlechtsumfassende Ansprache“ nicht immer möglich sei. In solchen Fällen empfiehlt das Gremium den „Genderstar“ zu nutzen. Statt „der Ingenieur / die Ingenieurin“ soll es dann „der*die Ingenieur*in“ heißen.

„Vielfalt ist unsere Stärke – diesen Grundgedanken des städtischen Leitbilds auch in unserer Verwaltungssprache zu implementieren, ist ein wichtiges Signal und ein weiterer Schritt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen“, begründete Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) die Maßnahme. (ls)

BERLIN. Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, hat vor den Folgen des am Dienstag unterzeichneten „Aachener Vertrags“ zwischen Deutschland und Frankreich gewarnt. „Deutschland verpflichtet sich gleich im ersten Artikel, die Wirtschafts- und Währungsunion ‘stärken und vertiefen’ zu wollen, mit anderen Worten: die Transfer- und Umverteilungsunion zu vollenden“, betonte Weidel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron unterzeichneten in Aachen einen neuen Freundschafsvertrag zwischen den beiden Ländern. Der Vertrag soll unter anderem die Zusammenarbeit in der Wirtschafts- und Verteidigungspolitik stärken.

Deutschland soll ständiges Mitglied im Sicherheitsrat werden

Weidel lehnt eine Vertiefung der gemeinsamen Verteidigungspolitik ab. Einzig Frankreich profitiere von den entsprechenden Vertragspunkten. So sei Artikel vier ein Türöffner für „neue fragwürdige Auslandseinsätze in Afrika und den weiteren Ausverkauf deutscher Technologie unter dem Mantel französisch dominierter Gemeinschaftsunternehmen“.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland warf Macron vor, es sei angesichts der anhaltenden Proteste in Frankreich gegen ihn unangebracht, Deutschland seine Visionen aufdrängen zu wollen. Die EU sei inzwischen tief gespalten und deutsch-französische Sonderbeziehungen würden die Entfremdung von den anderen Europäern verstärken.

Zu den weiteren Zielen des Vertragswerks gehört, Deutschland als ständiges Mitglied in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufzunehmen. Das sei „eine Priorität der deutsch-französischen Diplomatie“, heißt es im Vertrag. Außerdem soll ein gemeinsamer Wirtschaftsraum geschaffen werden. Um die gemeinsame Politik besser zu koordinieren, soll es in Zukunft einen gemeinsamen Verteidigungs- und Sicherheitsrat geben.

Der Vertrag muß noch von den Parlamenten der beiden Staaten ratifiziert werden. (ag)

MÜNCHEN. Adidas-Chef Kasper Rorsted hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu wenig Engagement für den Standort Deutschland vorgeworfen. Dieser habe „mehr Probleme, als viele wahrhaben wollen. Die Industrieproduktion ist zuletzt zurückgegangen, bei den Zukunftsthemen passiert zu wenig“, sagte Rorsted am Dienstag der Süddeutschen Zeitung.

Zwar habe Merkel schon 2005 angekündigt, die Digitalisierung stünde ganz oben auf ihrer Agenda. „Aber es geschieht nichts, sie wird die Regierung verlassen, ohne einen Erfolg in diesem Bereich.“ Weder die Behörden, noch der Unterricht an den Schulen sei digitalisiert.

„Die EU ist in keinem guten Zustand“

Im Vergleich zu Amerika und China zeigt sich der Unternehmer mit Europa weniger zuversichtlich. „Die EU ist in keinem guten Zustand“, mahnte er. In den vergangenen Jahren sei viel geredet worden, echte Reformen habe es aber nicht gegeben. „Wir haben in Europa 200 verschiedene Telekommunikations-Provider und nicht drei oder vier. Wir brauchen nicht mehr Europa, sondern ein effizienteres Europa mit weniger Bürokratie.“

Trotz der befürchteten Flaute in der Weltkonjunktur in diesem Jahr zeigte sich Rorsted in Bezug auf sein Unternehmen aber optimistisch. „Adidas wird weiter wachsen. 2019 wird ein gutes Jahr für uns.“ (ls)

MINDEN. Im nordrhein-westfälischen Minden ist eine Schülerin nach einer Attacke eines Betrunkenen von einem Bus überrollt und schwer verletzt worden. Die 17jährige war am Sonnabend mit einer 14 Jahre alten Freundin am Zentralen Omnibusbahnhof der Stadt, als sie von einem Mann wiederholt bedrängt wurde. Daraufhin flüchtete sie gemeinsam mit ihrer Begleiterin zu einem gerade anfahrenden Linienbus.

Als dessen Fahrer auf den Vorgang aufmerksam wurde, öffnete er noch vor dem Halten die Tür, um die beiden Mädchen hereineinzulassen. Was dann geschah, schildert die Polizei wie folgt: „Als diese den Eingangsbereich betreten hatten, kam der Aggressor ebenfalls an das Fahrzeug und zog die 17Jährige rabiat an ihren Haaren zurück auf die Fahrbahn. Diese kam daraufhin zum Sturz und gelangte, so Zeugenaussagen, unter den sich noch in Bewegung befindlichen Bus, der ihr über die Beine rollte.“

Mutmaßlicher Täter in Untersuchungshaft

Alarmierte Rettungskräfte brachten die Schülerin schwer verletzt ins Krankenhaus. Wie die Polizei auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT mitteilte, handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 22 Jahre alten Afghanen. Er war zur Tatzeit alkoholisiert und konnte nach kurzer Flucht festgenommen werden. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen Körperverletzung sowie gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Sein 21 Jahre alter Begleiter, laut Polizei ebenfalls nicht-deutscher Herkunft, muß sich zudem wegen Körperverletzung verantworten. Er hatte den Busfahrer geohrfeigt, als dieser die beiden auf ihrer Flucht verfolgte. (krk)

HILDEN. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GDP), Oliver Malchow, hat von Polizisten, die für die AfD bei Wahlen antreten, eine klare Distanzierung vom „Flügel“ um den Thüringer Landeschef Björn Höcke gefordert. „Jeder Beamte schwört auf die Verfassung. Dieser Eid verpflichtet, sich an Regel zu halten. Er verträgt sich nicht mit Zweifeln des Verfassungsschutzes am rechtsnationalen ‘Flügel’ um Björn Höcke“, betonte Malchow gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

In Thüringen stehen fünf Beamte auf der Kandidatenliste

Bei den in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen in Thüringen stünden demnach fünf Polizisten auf der Kandidatenliste. Wie die Distanzierung von dem dortigen Spitzenkandidaten Höcke aussehen solle, sagte Malchow nicht.

Die GdP hat laut eigener Auskunft über 190.000 Mitglieder. Sie ist damit die größte Polizeigewerkschaft Europas.

Vergangene Woche hatte der Verfassungsschutz die AfD als sogenannten Prüffall eingestuft. In der Begründung hieß es, beim „Flügel“ gebe es „stark verdichtete Anhaltspunkte“, die für extremistische Bestrebungen sprächen. (ag)

SOUTH BEND. Der Präsident der amerikanischen Privatuniversität Notre Dame, John Jenkins, hat angekündigt, Gemälde des Entdeckers Christoph Columbus abdecken zu lassen. Hintergrund ist der Protest von Angestellten und Studenten der katholischen Hochschule im US-Bundesstaat Indiana, die sich an der Darstellung der Ureinwohner auf den Bildern stören, berichtet die Zeitung Las Vegas Sun.

Die zwölf Gemälde hatte der Maler Luis Gregori in den 1880er Jahren angefertigt. Vor zwei Jahren entzündete sich Kritik daran, wie die Ureinwohner gezeigt werden. Sie würden in klischeehaften, unterwürfigen Posen dargestellt. 2017 forderten über 300 Studenten, Angestellte und Absolventen der Hochschule in einem Brief, die Bilder zu beseitigen.

Bilder zeigten nicht die „dunkle Seite“ der Geschichte

Jenkins räumte ein, die Kunstwerke blendeten die „dunkle Seite“ der Geschichte aus, in dem die Unterdrückung und Ausbeutung durch die spanischen Eroberer nicht gezeigt werde. Zustimmend äußerte sich der Präsident der Studentenvereinigung amerikanischer Ureinwohner, Marcus Winchester-Jones. Das Verdecken der Bilder sei „ein guter Schritt, die volle Menschlichkeit der Eingeborenen anzuerkennen“.

Ein Jura-Student kritisierte die Entscheidung des Universitäts-Präsidenten. „Wenn wir uns die Norm zu eigen machen, vorangegangene Generationen an heutigen Standards zu messen, könnten wir an einen Punkt gelangen, an dem es keine Errungenschaften mehr zu feiern gibt.“ (ag)

Die weltgrößte Plattform für Ehrenamtliche will mit Blockchain das Engagement ihrer 71 Millionen Nutzer belohnen und Betrug verhindern.

Bitcoin-Geldautomaten boomen auch deshalb, weil sie im Gegensatz zu Krypto-Börsen noch immer ein gewisses Maß an Anonymität bieten.

Der IG Metall zufolge würde eine konsequente Befolgung der EU-Ziele zur Elektromobilität zum Verlust von über 100.000 Arbeitsplätzen in Deutschland führen.

Das New Yorker Investmenthaus „General Atlantic“ steigt bei dem kleinen Badener IT-Unternehmen „Powercloud“ ein.

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