LEEDS/MISSOURI. Je geringer die Benachteiligung von Frauen in einem Land ausfällt, desto seltener schließen sie ein mathematisches, naturwissenschaftliches oder technisches Studium ab (Mint-Fächer). Frauen in Staaten mit annähernder Gleichberechtigung der Geschlechter treffen eine mehr ihrer Neigung entsprechende Berufswahl, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Studie der Psychologen Gijsbert Stoet von der Leeds Beckett University in England und David Geary von der University of Missouri in den USA.

Grund dafür sei die bessere Absicherung der Frauen, vor allem durch den Sozialstaat. In diesen Ländern herrsche ein geringerer ökonomischer Druck. Frauen in Ländern mit höherer Ungleichheit würden sich hingegen meist gegen ihre Neigungen entscheiden und den „direktesten Weg zu finanzieller Freiheit“ suchen. Dieser führe oftmals über die Mint-Fächer. In ihrer Studie sprechen die Psychologen von einem „Gender-Equality Paradox“.

Unterschied ist nicht auf die Begabung zurückzuführen

Der Unterschied sei jedoch keinesfalls auf die Befähigung zurückzuführen. Die Analyse der Testergebnisse von 472.000 Heranwachsenden in 67 Ländern zeige, daß in den meisten Nationen Mädchen mindestens genauso gut in Naturwissenschaften abschnitten wie Jungen. In fast allen Ländern wiesen sie eine ähnliche Begabung zu Wissenschaft und Mathematik auf.

Bei der relativen Stärke hingegen sei das beste Schulfach von Mädchen das Lesen gewesen, bei Jungen meist ein naturwissenschaftliches. „Das heißt, selbst wenn ein durchschnittliches Mädchen in einem naturwissenschaftlichen Fach so gut war wie ein durchschnittlicher Junge, war sie wahrscheinlich noch besser im Lesen“, schreiben die Autoren.

Der Studie zufolge schnitten 24 Prozent der Mädchen in einem naturwissenschaftlichen Fach am besten ab, bei 25 Prozent war es Mathematik, ganze 51 Prozent überragten im Lesen. Jungen erzielten die beste Leistung zu 38 Prozent in naturwissenschaftlichen Fächern, zu 42 Prozent in Mathematik und 20 Prozent im Lesen. Je mehr „Gender-Gleichheit“ es geben würde – gemessen am „World Economic Forum’s Global Gender Gap Index“ – desto größer würde die Lücke in den Zahlen werden, heißt es in der Untersuchung.

Mint-Fächer: Je mehr Chancengleichheit in den Ländern, desto weniger Frauen Foto: Leeds Beckett University (eprints.leedsbeckett.ac.uk)

Google entließ James Damore aufgrund ähnlicher Argumente

Für eine ähnliche Argumentation war der Softwareentwickler James Damore im August 2017 von Google entlassen worden. In einem internen Schreiben hatte er sich kritisch mit der Frauenförderung des Unternehmens auseinandergesetzt. Wie Damore schrieb, haben Männer eher eine Neigung zu technischen, Frauen eher eine Neigung zu sozialen Berufen und Studienfächern. Das hieße aber nicht, daß niemals ein Mann einen Job in der Pflege oder keine Frau eine Stelle in einem Computerunternehmen antreten würde. Lediglich die Durchschnittswerte unterschieden sich zwischen den Geschlechtern. (ha)

BUDAPEST. Wenige Wochen vor der ungarischen Parlamentswahl hat sich der frühere tschechische Präsident Vaclav Klaus mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban solidarisch erklärt. „Masseneinwanderung ist das Thema unserer Zeit“, sagte Klaus im Interview mit der ungarischen Tageszeitung Magyar Hirlap.

Er gratuliere Orban dafür, „die Flagge des Kampfes gegen das Dublin-IV-System hochzuhalten“. Dublin-IV beinhaltet einen Umverteilungsmechanismus für Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union. Für ihn sei Dublin-IV der letzte Tropfen, der ihn dazu gebracht habe, für einen „Czexit“, also einen Austritt Tschechiens aus der EU, zu kämpfen. Der Multikulturalismus sei „die neue Religion“ der EU-Eliten, die die Nationalstaaten abschaffen wollten.

Klaus: Massenmigration war organisiert

Zuvor hatte Klaus bei einer Vorstellung seines Buches in Budapest eben jene EU-Eliten, die der Doktrin des Multikulturalismus folgten, für die Masseneinwanderung nach Europa seit 2015 verantwortlich gemacht. Diese „unerwarteten Vorgänge“ seien „in Wirklichkeit vorbereitet, wenn nicht gar von den Anhängern dieser Doktrin organisiert“ worden.

Der derzeitige Konflikt sei „keiner zwischen Ausländerhaß und Humanismus, zwischen Solidarität und Egoismus, zwischen guten und schlechten Menschen. Es ist ein Konflikt zwischen Liberalen, die an Freiheit glauben und Konservativen, die an den Nationalstaat glauben auf der einen und denen die diese Werte nicht teilen auf der anderen“. (tb)

Die letzten beißen die Hunde

On February 23, 2018, in Junge Freiheit, by admin

Courage ist eine rare Tugend. Die Essener Tafel hat sie gezeigt: Ihre Entscheidung, vorläufig nur noch Deutsche als Neukunden aufzunehmen, verfolgt ein nobles und im besten Sinne soziales Anliegen – die zu schützen, die als Schwächste ganz an den Rand gedrückt werden und sich alleine nicht mehr wehren können.

Und das sind nicht die zu „Flüchtlingen“ hochstilisierten Heerscharen illegaler Einwanderer, die von einer breiten Phalanx von Unterstützern und Lobbyisten verhätschelt und privilegiert werden: Politiker, Asyl-Industrielle, Willkommens-Medien und Steuergeld-Verteiler jeder staatlichen und nicht-staatlichen Sorte.

Sondern die alleinstehende, verarmte Rentnerin, die alleinerziehende deutsche Mutter, die nicht mehr wissen, wie sie über die Runden kommen sollen. Die bislang vom verbilligten Lebensmittelangebot der Tafeln wenigstens ein Stück weit aufgefangen wurden und die sich jetzt wieder mitleidlos verdrängt sehen. Von fordernd auftretenden, kräftigen jungen Männern aus Afrika und dem vorderen Orient, die sich auch hier rücksichtslos nehmen, was ihnen aufgrund des Rechts des Stärkeren, des Zahlenstärkeren zumal, zuzustehen scheint.

„Nazi-Praktiken“

„Wir wollen, daß auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt“, sagt Jörg Sartor, Vorsitzender der Essener Tafel, so tapfer wie ehrbar. Seit der Asylkrise ist der Anteil ausländischer „Kunden“ von einem Drittel auf bis zu drei Viertel der Besucher gestiegen. Sartor nennt den „Verdrängungsprozeß“, die Rücksichtslosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber Frauen und Alten beim Namen und zieht die Notbremse zum Schutz der Schwächsten.

Dafür wird er mit wütender, geifernder, polemischer Kritik überzogen. „Entsetzlich“, „menschenverachtend“, „Nazi-Praktiken“ – wenn die Restdeutschen sich nicht komplett verdrängen lassen, steht das also auch schon unter Schwefelverdacht. „Pro Asyl“, Wohlfahrtsverbände, Grüne, CDU, sie alle prügeln munter auf den Essener Tafelverein ein. Selbst die unvermeidliche Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli meldet sich zu Wort: „Essen nur für Deutsche“ – da laufe es ihr „eiskalt den Rücken runter“.

Als kräftige junge Afrikaner deutsche Rentnerinnen und Mütter zur Seite stießen, um selber schneller an die Töpfe zu gelangen, blieb ihr Rücken natürlich warm. Auch als die Schottener Tafel im vergangenen Jahr ankündigte, moslemische Asylbewerber bevorzugt zu bedienen, damit die von diesen verschmähten Produkte anschließend an den ungläubigen Rest verteilt werden können, hatte die Scharia-Staatssekretärin offenkundig keinen Grund zum Protestieren. Deutschen- und Ungläubigenverachtung ist ja salonfähig.

Der Restdeutsche soll sich widerstandslos zurückziehen

Auf eine Bewertung wie Cheblis „Migranten ausgeschlossen“ muß man sowieso erst einmal kommen bei 75 Prozent Migrantenanteil unter den Kunden der Essener Tafel, der lediglich nicht größer werden soll. Soziale Gerechtigkeit herrscht wohl erst dann, wenn der doofe Restdeutsche widerstandslos alles herausrückt und sich überall still und klaglos zurückzieht.

Die Wut, mit der der Essener Tafel-Vorsitzende attackiert wird, hat freilich einen tieferen Grund: Seine Maßnahme hat die seit Jahren unisono verbreiteten Lebenslügen der Asyl- und Einwanderungslobby zum Platzen gebracht. Es stimmt eben nicht, daß „keinem etwas weggenommen“ wird, wenn man Millionen Kostgänger zusätzlich ins Land holt. Und ehrenamtliches Engagement kann nicht unbegrenzt auffangen, was der Staat seinen Bürgern ungefragt zumutet.

Die Verdrängung ist die unvermeidliche Begleiterscheinung der Invasion. Die Zustände an der Essener Tafel bringen im Kleinen ungeschminkt an den Tag, was sich im großen Maßstab Tag für Tag vollzieht. Die letzten beißen nicht nur die Hunde, sie haben auch keine Lobby. Weder im Polit-Establishment, noch bei den Linken mit der großen Sozial-Klappe, und auch nicht in der Sozialbürokratie, die genau wie alle anderen mit den stärksten Wölfen heult.

Der Essener Tafel-Chef hat es trotzdem gewagt, sich für sie in die Bresche zu werfen. Dafür gebührt ihm Dank und Respekt. Hoffentlich bleibt er standhaft, und hoffentlich bleibt er nicht der einzige, der den Mut dazu aufbringt.

ESSEN. Der Bundesvorsitzende der Tafel, Jochen Brühl, hat Verständnis für die Entscheidung der Essener Tafel gezeigt, nur noch Deutsche als Neukunden anzunehmen. Der Schritt der Essener Kollegen sei „nicht der richtige Weg“, er erfolge aber vielleicht aus Hilflosigkeit und Überforderung, sagte Brühl im ARD-„Morgenmagazin“. Er wolle dem Essener Ortsverein als Vorsitzender des Bundesverbandes keine Vorschriften machen. Eine Ansage nach dem Motto „so und so muß es sein“ halte er für falsch. „Dennoch steht die Not der Menschen im Vordergrund, auf keinen Fall die Herkunft“.

Der Bundesvorsitzende empfehle ein Gespräch zwischen der Stadt Essen und den Sozialverbänden. Das Grundproblem sei in der Politik und der Gesellschaft zu verorten. Deshalb solle es auch dort gelöst werden. „Es gibt einen Bruch in der Gesellschaft, viele Menschen fühlen sich abgehängt“, betonte Brühl.

Vorsitzender der Essener Tafel rechtfertigt die Entscheidung

Zuvor hatte der Vorsitzende der Essener Tafel, Jörg Sator, die Entscheidung verteidigt. Er halte den Beschluß noch immer für richtig, versicherte Sator dem Onlineportal t-online. „Im Moment macht mir Berlin die Hölle heiß, der Bundesverband. Ich soll das zurücknehmen, wegen der Sponsoren und so. Die können mich mal gern haben. Das ist ein Vorstandsbeschluß aus dem Dezember, nachdem wir lange Monate drüber geredet haben.“ Er sei ein Realist, betonte der 61jährige. „Ich streichele die Sache nicht gesund.“ Niemand hätte gesagt „Ausländer raus“, sondern „wir haben gesagt, wir haben keine weiteren Plätze im Moment für Ausländer. Im Moment, nur im Moment.“

„Wir hatten die gleichen Probleme“, pflichtete ihm Manfred Baasner von der Wattenscheider Tafel bei. Menschen anderer Nationalitäten hätten sich dort aufgeführt, als wären sie mehr „wert“ als Deutsche, sagte er. Menschen, die aus anderen Kulturen kommen, hätten eine andere Denkweise als Deutsche.

„Die sagen: ‚Ich bin jetzt hier, gib, gib, gib‘. In deren Augen sind wir minderwertig.“ Auch Aufforderungen wie „du mußt“ seien häufig zu vernehmen gewesen. Zur Lösung des Problems habe man „die alten Menschen bei der Ausgabe bevorzugt“. Sie hätten eine halbe Stunde Vorzug erhalten. Das habe funktioniert, stellte Baasner fest.

Heftige Kritik kommt von anderen Tafeln

Zuvor hatten andere Ortsvereine der Tafel heftige Kritik geäußert. „Wir erfassen keine Nationalitäten, wir erfassen Bedürftigkeit“, versicherte die Sprecherin der Berliner Tafel, Antje Trölsch. Für die Berliner Tafel gebe es keine Bedürftigen erster oder zweiter Klasse. „Wir orientieren unser Handeln an der Mitmenschlichkeit und spielen die Bedürftigkeit der vielen Menschen in Berlin nicht gegeneinander aus.“

Die Trennung nach deutschem oder nicht-deutschem Paß sei sehr sehr ungünstig und widerspreche dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, bemängelte Inka Jatta von Pro Asyl. Sie könne zwar nachvollziehen, daß die Arbeit immer schwieriger werde, plädiere aber dafür, diejenigen auszuschließen, die Probleme bereiteten.

Chebli läuft es „eiskalt den Rücken runter“

„Mir läuft es eiskalt den Rücken runter. Essen nur für Deutsche. Migranten ausgeschlossen“, twitterte die Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli. Andere Nutzer bezichtigten sie daraufhin der bewußten Lüge. Es würden lediglich keine ausländischen Neukunden mehr aufgenommen werden. Noch immer sei der Großteil der Besucher nicht-deutscher Herkunft.

Mir läuft es eiskalt den Rücken runter. Essen nur für Deutsche. Migranten ausgeschlossen. https://t.co/mO9RdWhKgL

— Sawsan Chebli (@SawsanChebli) 22. Februar 2018

Hintergrund der Debatte ist die Entscheidung der Essener Tafel, nur noch Deutsche als Neukunden aufzunehmen. Da Asylbewerber und Zuwanderer zwischenzeitlich 75 Prozent der Besucher ausmachten, habe sich der Verein zu diesem Schritt entschlossen, hatte der Vorsitzende Jörg Sator die Maßnahme begründet. „Wir wollen, daß auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt.“ In den vergangenen zwei Jahren seien die älteren Tafel-Nutzerinnen und alleinerziehenden Mütter einem schleichenden Verdrängungsprozeß zum Opfer gefallen. (ha)

STUTTGART. Die AfD Baden-Württemberg hat sich von der Kritik ihres Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon an den sogenannten „Stolpersteinen“ für die Opfer der Nationalsozialisten distanziert. „Die jüngsten Äußerungen des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon zu den ‘Stolpersteinen’ stellen dessen persönliche Meinung dar und repräsentieren in keiner Weise die Position der Partei“, teilte die AfD mit.

„Der Landesvorstand Baden-Württemberg erachtet die ‘Stolpersteine’ für eine eindrückliche Form des Erinnerns an die Verbrechen des nationalsozialistischen Unrechtssystems. Sie geben den einzelnen Opfern Ort und Namen und stellen es jedem Passanten auf dezente Weise frei, ihrer zu gedenken.“

Die AfD reagierte damit auf Kritik des Auschwitz Komitees. Dieses hatte der AfD vorgeworfen, „immer brachialer und skrupelloser“ zu bekämpfen, „was die Überlebenden von Auschwitz als Zeitzeugen in der deutschen Gesellschaft bewirkt haben“.

Grüne beantragen Debatte im Bundestag

Hintergrund war die Forderung Gedeons, im baden-württembergischen Singen keine „Stolpersteine“ für den früheren Chef der Kommunistischen Partei (KPD), Ernst Thälmann, und dessen Familie zu verlegen. Die „Stolpersteine“ stünden zudem für eine „Inflationierung von Gedenken“, und verwandelten die „Erinnerungs-Kultur“ immer mehr in eine „Erinnerungs-Diktatur“, kritisierte Gedeon.

Die AfD hält einen Stolperstein für Thälmann hingegen für gerechtfertigt. „Unabhängig davon, was man von Ernst Thälmanns Positionen und Taten hält, wär er unzweifelhaft ein Opfer der Nationalsozialisten und erfüllt damit die Kriterien für einen ‘Stolpersteine’“, sagte der Pressesprecher des Landesverbands, Thilo Rieger, der JUNGEN FREIHEIT. Mit einem solchen Stein werde niemand für sein Lebenswerk geehrt, sondern einem NS-Opfers gedacht. „Und keine politische Meinung rechtfertigt es, daß man für sie ermordet wird“, betonte Rieger.

Unter anderem wegen Gedeons Äußerungen haben die Grünen im Bundestag am Freitag eine aktuelle Stunde im Bundestag beantragt. „Bedeutende Mahnmale unserer Erinnerungskultur – wie das Holocaustmahnmal oder die Stolpersteine – werden von gewählten Abgeordneten offen in Frage gestellt“, kritisierte die Partei. „Rassismus, Antisemitismus und Hetze sind keine Meinung. Sie sind Angriffe auf unsere Grundrechte.“ Die Erinnerungskultur dürfe in Deutschland nicht in Frage gestellt werden. (krk)

Polen will Schächten einschränken

On February 23, 2018, in Junge Freiheit, by admin

WARSCHAU. Das polnische Parlament will einen neuen Anlauf unternehmen, Schächten einzuschränken. Laut dem neuen, von der regierenden Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS) eingebrachten Gesetzentwurf, soll das Schlachten in „unnatürlichem Zustand“ verboten werden.

Dies betrifft Schlachtvorgänge, bei denen das Tier nicht auf allen vier Beinen steht. Laut jüdischen Rechtsgelehrten macht dies ein Schlachten nach den jüdischen Gesetzen unmöglich. „Die Kashrut-Gesetze verbieten es, irgendeinen Druck auf das Messer auszuüben, um dem Tier unnötiges Leid zu ersparen“, erklärte der Vorsitzende des Europäischen Jüdischen Kongresses, Rabbiner Menachem Margolin, der israelischen Tageszeitung Yedioth Acharonot. Es sei aber unmöglich das Tier ohne Druck auf das Messer zu schächten, wenn es auf allen Vieren stehe.

Es drohen vier Jahre Haft

Für Margolin ist der Tenor des Gesetzentwurfs in „komplettem Gegensatz zur Religionsfreiheit in der Europäischen Union“. Gleichzeitig würde laut dem 48-seitigen Dokument, das die Verbesserung der Tiergesundheit anstrebt, auch der Export von geschächtetem Fleisch verboten.

Das würde wiederum einen enormen Preisdruck auf den israelischen Fleischmarkt ausüben, da israelische Supermärkte koscheres Fleisch aus Polen importieren. Auch für geschächtetes Fleisch innerhalb der Europäischen Union wäre dadurch mit einem Preisanstieg zu rechnen. 30 Prozent der polnischen Fleischexporte stammen von rituell geschlachteten Tieren.

Personen, die gegen die Neuregelung verstoßen, drohen laut dem Entwurf bis zu vier Jahre Haft. Polen hatte bereits 2013 das Schächten verboten. Ein Jahr später kippte aber der Verfassungsgerichtshof des Landes das Verbot mit der Begründung, es verletze die Religionsfreiheit. In Deutschland und Österreich ist Schächten verboten. Es gibt aber Ausnahmen. Anders ist die rechtliche Situation etwa in Dänemark. Dort gilt ein Verbot für betäubungsloses Schächten ohne Ausnahmen. (tb)

Die leere Seele des Westens

On February 23, 2018, in Junge Freiheit, by admin

Nach einer aktuellen Studie der Barmer Ersatzkasse leiden junge Menschen immer öfter an psychischen Erkrankungen. Jeder vierte Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 25 Jahren leide an psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken. „Allein in den Jahren 2005 bis 2016 ist die Zahl der betroffenen 18- bis 25-Jährigen in Deutschland über alle Diagnosen hinweg um 38 Prozent von rund 1,4 Millionen auf insgesamt 1,9 Millionen gestiegen“, verdeutlichte Christoph Straub, der Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse.

25,8 Prozent aller jungen Erwachsenen seien im Jahr 2016 von solchen Erkrankungen betroffen gewesen. Und Straub rechnet mit weiteren Anstiegen in den kommenden Jahren: „Es ist davon auszugehen, daß sich die Anzahl der psychisch Erkrankten noch deutlich vergrößern wird.“

Perfektionismus als Ursache

Vor allem auch Studenten, die bislang als relativ gesund galten, leiden immer mehr unter Zeit- und Leistungsdruck. Zu ganz ähnlichen Schlüssen kommt eine britische Studie, durchgeführt von Thomas Curran vom Centre for Motivation and Health Behaviour Change der University of Bath und Andrew P. Hill von der School of Sport an der York St John University. Sie haben herausgefunden, daß junge Menschen heute sehr viel stärker auf Perfektionismus ausgerichtet sind und bei Mißerfolg mit psychischen Erkrankungen reagieren, als dies noch bei früheren Generationen der Fall war.

Curran und Hill weisen darauf hin, daß unter den 42.000 von ihnen untersuchten Studenten aus den USA, Kanada und Großbritannien Depressionen, Angsterkrankungen, Einsamkeitsgefühle und Suizidneigungen zugenommen haben, und sie stellen einen Zusammenhang fest zwischen zunehmendem Perfektionismus und anwachsender Psychopathologie.

Die Historie der akademischen Studien, die diesen Zusammenhang untersucht haben, ist lang. Unter dem Strich kommen sie zu dem Ergebnis, daß insbesondere der selbstorientierte Perfektionismus besonders komplex und verbunden mit psychopathologischen Folgen wie Angst, depressiven Tendenzen und Suizidgedanken sei. Depressive Stimmungen und Suizidgedanken treten aber auch beim sogenannten „sozial vorgeschriebenen“ Perfektionismus auf, aber deutlich geringer.

Der Charakter der Depression

Der Psychologe Hans-Joachim Maaz hat in den vergangenen Jahren wichtige Arbeiten zur Psychopathologie in der westlichen Gesellschaft vorgelegt. Er beschreibt: „Depression entsteht immer bei verhinderter Aggression, insbesondere bei nichtgelebter konstruktiv-aggressiver Selbstentwicklung und Lebensgestaltung.“

Neben der Depression entstehe dabei die „neurasthenische Schwäche“, eine vorzeitige Erschöpfung, heute auch „Burn-out“ genannt. Der Betroffene fühle zwar keine wesentliche Überforderung, habe aber das Gefühl, generell „nicht mehr zu können“, nicht beansprucht werden zu dürfen, nicht mehr leistungsfähig zu sein.

Wo liegt die Ursache dieser gefühlten Leistungsunfähigkeit? Die britischen Psychologen Curran und Hill sehen den Grund ihrer Forschungsergebnisse in einer „neoliberalen Ideologie“, die mit einem konkurrierenden Individualismus einhergehe, der immer mehr von den jungen Menschen verlange.

Der freie Markt verlangt Eigenverantwortung

Eine oberflächliche, auf dem Zeitgeist schwimmende Interpretation. Ein freier Markt verlangt vor allem Eigenverantwortung. Und die kann schmerzen. Doch wurden frühere Generationen etwa weniger herausgefordert?

Der freie Markt beschert vor allem die Chance, Konformitäten abzustreifen. Doch der Grat zwischen Rebellion und Narzißmus ist schmal. Und – es erscheint paradox – er wird desto schmaler, je mehr Güter, Dienstleistungen und Lebensentwürfe dank des Marktes genutzt und realisiert werden können.

Und hier springt die Konsumgesellschaft ins weite Feld. Konsumgüter ermöglichen Auswahl, neue Erfahrungen, Freude. Konsumenten verschaffen sich persönliches Wohlbefinden, Behaglichkeit und Lebensqualität. Eine Lebensqualität, die bald selbstverständlich wird. Ein Lebensstil formt sich, der bald zur sozialen Distinktion transformiert. Das zuerst anscheinend Individuelle wird zur Norm. Wenn junge Menschen sich nicht mehr ohne iPhone in den Hörsaal trauen, wird es gefährlich.

Damit einhergehend erfährt auch die narzißtische Komponente der Seele Kräftigung. Das Individuum will der Gruppe gefallen. Das ist in der Konsumkultur des 21. Jahrhunderts nicht anders als vor drei Millionen Jahren. Und auch heute trägt diese Neigung totalitäre Züge in sich. Doch seelische Leere läßt sich nicht mit Materie füllen. Womöglich liegt hier der Kern der Depressionsepidemie verborgen.

BERLIN. Die Stiftung Brandenburger Tor hat am Donnerstag das Gedicht „avenidas“ des Schweizer Lyrikers Eugen Gomringer am Pariser Platz in Berlin aufhängen lassen. Künftig wird das Werk auf einem acht mal zwei Meter großen Banner am Max-Liebermann-Haus neben dem Brandenburger Tor zu sehen sein.

Die Aktion sei ein Protest gegen die Entscheidung der Alice-Salomon-Hochschule, das an ihrem Hauptgebäude stehende Gedicht übermalen zu lassen, teilte die Stiftung mit. Kunst dürfe nicht durch kunstfremde Argumente beeinträchtigt, der öffentlichen Wahrnehmung entzogen oder verboten werden.

Gedicht neben dem Brandenburger Tor Foto: JF

Zensur in Deutschland habe verheerende Tradition

Die Kulturstiftung mit Sitz im Max-Liebermann-Haus sehe sich in einer besonderen Verantwortung, weil auch die Kunst von Liebermann einst der Öffentlichkeit vorenthalten worden sei. Die Zensur habe in Deutschland eine verheerende Tradition und dürfe sich nicht wiederholen. In der Nähe des Brandenburger Tors war bereits Anfang Februar Gomringers Gedicht „schweigen“ an die Glasfassade der Akademie der Künste angebracht worden.

Um Gomringers Gedicht „avenidas“ gibt es seit Wochen eine Debatte über Zensur und Kunstfreiheit. Der Akademische Senat der Berliner Alice-Salomon-Hochschule hatte beschlossen, das auf Spanisch verfaßte Werk übermalen zu lassen, weil es sexistisch sei. Das Gedicht würde Frauen zum Objekt männlicher Bewunderung degradieren, begründeten die Kritiker. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bezeichnete die geplante Übermalung als überzogen und absurd.

Auch die Heimatstadt des Poeten hatte sich in die Diskussion eingemischt. Der Rat der oberfränkischen Stadt Rehau im Landkreis Hof kündigte an, „avenidas“ an die Fassade des städtischen Museums schreiben zu lassen. (ha)

Aus Italien kommt die Forderung nach einer Neuverhandlung der EU-Verträge.

Ein Sprecher des Pentagons sagt, Berichte über die Tötung von 16 Zivilisten in Ost-Syrien durch die US-Luftwaffe seien nicht zutreffend.

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