Der kläffende Wadenbeisser von Trump bei den Vereinten Nationen (UN), Nikki Haley, hat den UN-Mitgliedern im Vorfeld der Abstimmung der UN-Generalversammlung gedroht, sollten sie Jerusalem nicht als Israels Hauptstadt anerkennen, dann wird Washington sich ihre Namen merken und sie entsprechend bestrafen. “Wenn Sie über Ihr Abstimmungs- verhalten nachdenken, möchte ich Sie wissen lassen, der Präsident und die USA nehmen diese Abstimmung persönlich. Der Präsident wird diese Abstimmung aufmerksam beobachten und hat mich darum gebeten, die Namen derer ihm zu berichten, die gegen uns gestimmt haben“, sagte sie.

WIEN. ÖVP und FPÖ in Wien haben schwere Vorwürfe gegen die rot-grüne Stadtregierung aufgrund der Mißstände in islamischen Kindergärten erhoben. Diese seien auf „das rot-grüne Versagen und das jahrelange Wegschauen zurückzuführen“, sagte die Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Sabine Schwarz.

Hintergrund ist eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Universität Wien und der Fachhochschule Wien über islamische Kindergärten. Durch die Studie sei eindeutig erkennbar, daß die Stadt Wien für die Entwicklung von Parallelgesellschaften in den islamischen Kindergärten verantwortlich sei. „Es braucht tiefgreifende Lösungen statt kosmetischer Placebos“ so Schwarz weiter. Auch die FPÖ schloß sich der Kritik an. „Die Mehrzahl der islamischen Kindergärten wird von radikalen Muslimen betrieben. Solche Brutstätten des religiösen Fanatismus müssen sofort geschlossen werden“, forderte Vizebürgermeister Dominik Nepp.

Die Stadt Wien und das Außenministerium hatten nach einer Pilotstudie von Religionspädagoge Ednan Aslan aus dem Jahr 2015 die Universität Wien und die Fachhochschule Wien mit einer weiteren Untersuchung beauftragt. Die neue Studie sollte ein besonderes Augenmerk auf Fragen der elementarpädagogischen Professionalität „islamischer Kindergärten und Kindergruppen“ legen, auch Aslan war wieder beteiligt.

Studie führt „Exklusionstendenzen“ auf andere Gründe zurück

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, daß derartige „Exklusionstendenzen“, also gesellschaftliche Abschottungen, eher auf andere Gründe zurückzuführen seien. Als hinderlich werden die bevorzugte Vergabe von Kindergartenplätzen an berufstätige Eltern, erhebliche Zusatzkosten bei privaten Trägern und die Ablehnung in anderen Kindergärten genannt. Betroffen seien nicht nur moslemische Kinder, oft aber Kinder mit Einwandererhintergrund, so die Forscher.

Nach Veröffentlichung von Aslans Pilotstudie 2015 hatte die Stadt Wien ihre Kontrollen verstärkt. Während ein Teil der Einrichtungen die religiöse Erziehung und den Koranunterricht ohne bestimmten Rahmenplan weiterhin anbot, verschob ein anderer Teil diese Sonderprogramme.

Väter bedrohen Pädagogen

Bei den Eltern genieße das Angebot an religiöser Erziehung und Koranunterricht jedoch hohe Wertschätzung, verdeutlichte Adnan. Entsprechend heftig falle ihr Widerstand gegen ein Verbot des Islamunterrichts aus. Die Studie berichtet etwa von einem moslemischen Vater, der eine Pädagogin „bis zur U-Bahn verfolgt und mit Mord bedroht“ haben soll. In einem anderen Kindergarten hätte sich eine Erzieherin „aus Angst vor einem Vater im Abstellraum eingesperrt“.

Laut der Studie sind von den mehr als 1.800 Betreuungseinrichtungen in Wien 166 Kindergärten (77 Betreiber) und 338 Kindergruppen (125 Betreiber) islamisch. Es sei aber gar nicht so leicht festzustellen, welche Einrichtungen man als „Islam-Kindergärten“ bezeichnen kann, sagte Maria Fürstaller von der FH Wien. Für islamische Einrichtungen zählten in der Studie folgende Kriterien:

  • auf einen islamisch-religiösen Hintergrund hindeutender Name
  • ethnische Zugehörigkeit der Betreiber laut Vereinsregisterauszügen
  • Verbands- oder Vereinszugehörigkeit
  • Homepageanalyse der Kindergärten und -gruppen
  • Sichtbarkeit von islamischen Symbolen in den Einrichtungen
  • Stellenwert der Halal-Vorschriften
  • Werbeaktivitäten der Vereine in islamisch orientierten Medien
  • Auskunft auf telefonische Anfrage
  • offene religiöse und politische Aktivitäten der Betreiber in den Medien

(ha)

Liebe Leser,

die Redaktion der JUNGEN FREIHEIT wünscht Ihnen frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

Bis zum Jahreswechsel tritt die Internetredaktion etwas kürzer. Es werden aber auch in dieser Zeit einzelne Beiträge erscheinen. Wir bedanken uns für die Treue, die Sie uns das gesamte Jahr über gehalten haben sowie für Ihre Unterstützung.

Ab dem 2. Januar 2017 stehen wir dann wieder in gewohnter Form zur Verfügung.

Die erste Ausgabe der JF im neuen Jahr (2/18) erscheint am 5. Januar. (JF)

FRANKFURT/MAIN. Eine Mehrzahl der Deutschen glaubt, ihr Land sei stark durch das Christentum und christliche Werte geprägt. 63 Prozent stimmten dieser Aussage in einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu. Vor fünf Jahren waren es 48 Prozent.

56 Prozent vertraten die Meinung, Deutschland solle auch in der Öffentlichkeit deutlich zeigen, daß es ein christliches Land sei. Jedoch habe die Bedeutung des Glaubens in der Gesellschaft laut der Umfrage abgenommen. Der Anteil der Konfessionslosen an der Gesellschaft steige. Zudem besuchten weniger Kirchenmitglieder den Gottesdienst. Lediglich 32 Prozent von ihnen gingen regelmäßig in die Kirche.

Ökologiebewegung macht Kirchen Konkurrenz

85 Prozent der Befragten lehnten den Vorschlag ab, einen christlichen Feiertag zu streichen und einen islamischen einzuführen. Derzeit liege der Anteil der Moslems in Deutschland bei rund sechs Prozent. 55 Prozent gehörten der katholischen oder evangelischen Kirche an. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg waren es demnach mehr als 90 Prozent. (ls)

Mit Blick auf die Frage, wer den Kirchen den Rang um emotionalen Halt streitig mache, sagte Allensbach-Projektleiter Thomas Petersen sagte in dem Blatt: „Es spricht einiges dafür, daß die Ökologiebewegung hier die wichtigste Rolle spielt beziehungsweise die ihr zugrundeliegenden Annahmen von einer guten, aber durch menschliches Fehlverhalten gefährdeten Natur.“ (ls)

Migräne im Adenauerhaus

On December 21, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Meine Kindheit verlebte ich für sieben Jahre im schönen oberbayerischen Isartal. Ein häufiges Wetterphänomen ist dort der Föhn, der auch im Winter bei Südwinden für plötzliche Erwärmung, einen strahlend blauen Himmel und wunderbare Fernsicht sorgen kann.

Für eine Art politischen Föhn sorgen die Verhältnisse in unserem Nachbarland Österreich. Die Alpenrepublik ist zwar kleiner, aber ganz offensichtlich wendiger als der größere deutschsprachige Bruder im Norden – und sie ist uns voraus. Die Arroganz, mit der verallgemeinernd die Preußen gelegentlich dem süddeutsch-österreichischen Süden begegnen, erweist sich immer wieder als unangebracht. Die schnelle Regierungsbildung unter dem ÖVP-Jungstar Sebastian Kurz und dem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit einem ambitionierten Programm belegt dies.

Wien hat sich Domestizierungsversuchen aus Berlin standhaft widersetzt. Während sich die bayerische Staatspartei CSU der Umklammerung durch die Schwester CDU zuletzt kaum zu entwinden vermochte, opponierte die österreichische Politik von Anbeginn an gegen die unter Kanzlerin Merkel völlig aus dem Ruder laufende Migrationspolitik. Schlitzohrig schleuste Wien Hunderttausende Asylsuchende nach Deutschland weiter, um gleichzeitig gemeinsam mit den südöstlichen Nachbarstaaten die rigorose Schließung der Balkanroute zu organisieren.

Gefährliches Signal für Merkel

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt ein anderes kollektives Unterbewußtes. In Österreich ist das Wissen um die historische Bedrohung durch das Osmanische Reich und die mehrfache Abwendung der Belagerung Wiens durch die Türken präsent. Man war immer näher an Risiken und Nebenwirkungen, die multiethnische, multireligiöse Staatengebilde beherbergen.

Die Regierung Kurz/Strache sendet ein für Kanzlerin Merkel doppelt gefährliches Signal nach Deutschland: Erstens zeigt Kurz der in ihrer Pseudomodernität rückständigen und langweiligen CDU, daß eine konservative Erneuerung einer christdemokratischen Partei machbar ist – zudem verkörpert durch einen sympathisch-jungen Macher gegenüber einer seit zwölf Jahren dauerregierenden Kanzlerin. Zweitens präsentiert sich ein politisches Bündnis „Schwarz-Blau“, das im von schwarz-grünen Regenbogenbündnissen träumenden Adenauerhaus Schockzustände auslösen dürfte.

Der Personalwechsel an der Spitze der bayerischen Regierung, Söder statt Seehofer, wurde durch den frischen konservativen Wind aus dem Süden begünstigt. Zurück zum Föhn. Er kann Migräne auslösen – ich habe das selbst oft leidvoll erlebt. Der politische Föhn wird nun manchem in Berlin in der Tat Kopfschmerzen bereiten. Alle anderen werden den blauen Himmel und die gewonnene Weitsicht genießen.

JF 52/17

KARLSRUHE. Spezialeinheiten der Polizei haben am Mittwoch in Karlsruhe ein mutmaßliches Mitglied des Islamischen Staates (IS) festgenommen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 29 Jahre alten Dasbar W. vor, einen Anschlag in der Stadt geplant zu haben, teilte die Behörde am Abend mit.

Spezialkräfte der baden-württembergischen Polizei durchsuchten auch die Wohnung des Deutschen. Unter anderem plante er demnach eine Attacke auf die Stände rund um die Eisfläche auf dem Karlsruher Schloßplatz.

Der Bundesanwaltschaft zufolge soll Dasbar W. von April bis Juli 2015 zunächst von Deutschland die Terrormiliz aus unterstütz haben. Er habe Propagandavideos erstellt und sie im Internet verbreitet. Im Juni desselben Jahres soll er dann in den Irak gereist sein. Im März 2016 kehrte er den Vorwürfen nach für einen Monat nach Deutschland zurück und ging dann wieder in den Irak, wo er sich dem IS anschloß.

Verdächtiger bewarb sich bei Paketdiensten

Daraufhin sei er an Schußwaffen ausgebildet worden und habe mögliche Anschlagsziele in der Stadt Erbil ausgekundschaftet. Seit Juli 2017 sei der Mann wieder in Deutschland gewesen. Dort soll er geplant haben, „unter anderem mit einem Kraftfahrzeug einen Anschlag auf die Stände rund um die Eisfläche auf dem Karlsruher Schlossplatz zu begehen“.

Dafür habe er die Gegend um das Karlsruher Schloß ausgekundschaftet und sich seit September vergeblich bei Paketdiensten als Fahrer beworben. Am Donnerstag soll Dashbar W. dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. (ls)

OSNABRÜCK. Immer mehr Rentner stehen bei den Tafeln für kostenlose Lebensmittel an. Die Zahl der bedürftigen Senioren habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Tafeln in Deutschland, Jochen Brühl, der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Fast jeder vierte Tafelkunde ist mittlerweile Rentner“, verdeutlichte er. „Das sind in etwa 350.000 Menschen.“

Brühl appellierte an die Politik, die Armut in Deutschland ernsthaft zu bekämpfen. „Es nützt doch nichts, wenn Politiker in Wahlkampfzeiten unsere Essensausgaben besuchen. Das lehne ich zunehmend ab“, betonte er. Sie könnten gerne außerhalb des Wahlkampfs vorbeischauen und helfen, doch „für schöne Bilder halten wir nicht her“.

Altersarmut ist auf dem Vormarsch

Auch die Vizepräsidentin des Verbands, Ulrike Mascher, äußerte harsche Kritik. „Wenn 350.000 Senioren regelmäßig darauf angewiesen sind, bei den Tafeln für kostenlose Lebensmittel anzustehen, dann ist das ein deutlich sichtbares Signal dafür, daß die Altersarmut auf dem Vormarsch ist“, sagte Mascher. Betroffen seien vor allem Erwerbsminderungsrentner, die auf ihre Renten hohe Abschläge hinnehmen müßten.

Am Jahresende 2016 bezogen dem Sozialverband zufolge 522.492 Personen über der Altersgrenze Leistungen der Grundsicherung im Alter. Ende 2006 hätte diese Zahl bei rund 371.000 gelegen. Nach Angaben des Dachverbandes gibt es hierzulande mehr als 900 Tafeln, die regelmäßig bis zu 1,5 Millionen Menschen mit Lebensmitteln versorgen. 60.000 Helfer engagieren sich ehrenamtlich. (ha)

BERLIN. Die freiwilligen Ausreisen abgelehnter Asylbewerber sind in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. In 27.903 Fällen sei bis Ende November eine finanzielle Förderung für eine Rückkehr in die Heimatländer bewilligt worden, berichtet die Welt unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Im Vorjahreszeitraum seien es mit 50.759 noch fast doppelt so viele gewesen.

Auch bei den Abschiebungen erzielte die Bundesregierung keine Erfolge. Nach Angaben der Bundespolizei wurden bis Ende November 22.190 Menschen abgeschoben. Damit sinkt die Zahl gegenüber dem Niveau von 2016, wo es zu 25.375 Rückführungen gekommen sei.

Merkel hatte „nationale Kraftanstrengung zur Rückführung“ angekündigt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte 2016 eine „nationale Kraftanstrengung zur Rückführung derer, die abgelehnt wurden“ angekündigt. Merkel verabredete zusammen mit den Ministerpräsidenten, daß nur bleiben dürfe, wer tatsächlich einen Schutzanspruch erhalte.

Zuletzt hatte die Bundesregierung neue finanzielle Anreize für freiwillige Ausreisen von abgelehnten Asylbewerbern beschlossen. Familien erhalten bis Ende Februar bis zu 3.000 Euro für Miete, Bau- und Renovierungsarbeiten in ihrem Heimatland. Für Einzelpersonen liegt der Betrag bei maximal 1.000 Euro.

Einwanderer protestieren in Deggendorf

Unterdessen haben im bayerischen Deggendorf rund 175 illegale Einwanderer aus Sierra Leone gegen die Bedingungen in ihrem Transitzentrum protestiert. Sie kritisieren laut Süddeutscher Zeitung die Hygiene, das Essen und die medizinische Versorgung.

Die Regierung von Niederbayern wies die Kritik als unzutreffend zurück. „Die protestierenden Flüchtlinge aus Sierra Leone wollen die Anwendung des Asylrechts nicht akzeptieren“, hieß es in einem Statement. Einer von ihnen sollte am Freitag abgeschoben werden, was jedoch in letzter Minute am Flughafen verhindert wurde.

„Null Verständnis“ für die Demonstration der Asylbewerber hat der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat von Deggendorf, Paul Linsmaier. „Wer sich über unsere Gastfreundschaft und Hilfe beschwert, sollte nicht demonstrieren, sondern sofort nach Hause zurückkehren.“ Daß die Hilfsbereitschaft der Deggendorfer so mit Füßen getreten werde, „ist eine Dreistigkeit, die ihresgleichen sucht“. (ha)

MELBOURNE. Ein Mann ist in der australischen Metropole Melbourne mit einem Auto in eine Menschenmenge gerast. Laut Polizei wurden 14 Personen verletzt, 13 seien in Krankenhäuser eingeliefert worden, berichtet die australische Zeitung Herald Sun. Ein Vorschulkind erlitt dem Bericht nach schwere Kopfverletzungen.

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— Richard HP (@richardhp) December 21, 2017

Die Polizei geht ersten Informationen zufolge von Vorsatz aus. Der Fahrer sowie ein weiterer Mann, bei dem es sich um den Beifahrer handeln könnte, wurden festgenommen und verhört. Sie sollen enge Verwandte sein. Ob der Vorfall als Terrorakt eingestuft wird, blieb zunächst offen.

Augenzeugen berichteten, der Autofahrer sei mit seinem weißen Geländewagen nahe dem Bahnhof Flinders Street über eine rote Ampel gefahren und in Passanten gerast, die gerade einen Zebrastreifen überquerten. „Wir konnten diesen Lärm hören“, sagte eine Zeugin dem Melbourner Radiosender 3AW. „Als wir nach links schauten, sahen wir dieses weiße Auto, es mähte einfach alle um. Menschen flogen überall herum. Wir hörten bumm, bumm.“

Eyewitness account from Lachlan Read: „He has gone straight through the red light at pace and it was bang, bang, bang. It was just one after the other.“
For the latest on Melbourne incident go to @theheraldsun https://t.co/3vephc3NPB pic.twitter.com/IZzbSU3RzA

— Rita Panahi (@RitaPanahi) 21. Dezember 2017

Anschließend sei das Fahrzeug gegen einen Poller vor der Haltestelle geprallt. Der Fahrer wurde laut Polizeiangaben niedergerungen und mit Handschellen gefesselt. Der Bahnhof war am Donnerstag nicht nur wegen vieler Pendler stark frequentiert. Auch waren dem Bericht nach zahlreiche Leute unterwegs, um letzte Weihnachtseinkäufe zu erledigen.

Im Januar hatte sich ein ähnlicher Fall zugetragen. Ein Mann fuhr in einer Fußgängerzone mehrere Passanten um. Sechs Menschen starben, 30 wurden verletzt. Laut Ermittlern hatte es sich jedoch nicht um einen Terroranschlag gehandelt. (ls/ha)

Volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff

On December 21, 2017, in Junge Freiheit, by admin

Wer die jubelnden CDU-Mitglieder am Abend der Bundestagswahl gesehen hat, dem kam unweigerlich Reinhard Mey in den Sinn. „Unsere Verluste waren noch niemals so gut“, textete der Liedermacher schon vor 27 Jahren über den „Wahlsonntag“: „‘Unser Sieg’, so bricht es gleich aus einem andern heraus, ‘sieht nur beim ersten Blick wie eine Katastrophe aus, vorübergehend sind wir zwar im tiefen Wellental, aber dieser Tiefpunkt ist wie ein Hoffnungssignal!’“ Wenn einer die gesellschaftlichen Zustände aktuell und auch prophetisch auf den Punkt bringt, dann der Musiker aus Berlin. Am 21. Dezember wird er 75 Jahre alt.

Reinhard Mey läßt sich nicht festlegen. Mit Nickelbrille, Bart und seiner pazifistischen Ader verorteten ihn viele lange Jahre als Linken. Doch die meisten haben nie wirklich zugehört, was der Mann insgesamt zu sagen hat. Erschwerend kommt hinzu, daß die Musikredaktionen der Radiosender vorwiegend die Lieder spielten, die dem grünen Zeitgeist zu entsprechen schienen.

Mey galt als Reaktionär

Doch nicht nur nach 1968 galt Mey gerade Künstlerkollegen aus dem Liedermacher-Milieu als „Reaktionär“. Während sie die Parole ausgaben, „Wer zweimal mit der selben pennt, gehört schon zum Establishment“, hielt Mey die Familie in Ehren. Viele Lieder drehen sich um das Glück mit seiner Frau und den drei Kindern. Auch seinen Eltern widmete er warme Worte: „Wie gut es tut, zu wissen, daß dir jemand Zuflucht gibt, ganz gleich, was du auch ausgefressen hast“, textete er in „Zeugnistag“. Gerade die Elterngeneration stand unter Generalverdacht. Eine Lebenswelt, mit der der Sänger nicht viel anfangen konnte.

Das Familienglück zerbrach 2009, als sein zweiter Sohn Maximilian in ein Wachkoma fiel. Fünf Jahre später starb er mit nur 32 Jahren. Seine Trauer hatte Reinhard Mey bereits ein Jahr zuvor in dem melancholischen Lied „Dann mach’s gut“ verarbeitet. Es gab keine Hoffnung mehr. Seine einfühlsamen Songs wie „Keine ruhige Minute“, „Menschenjunges“ oder das großartige „What a lucky man you are“ ergeben keinen Sinn mehr. Er wird sie nie wieder singen.

Von 68ern distanziert

Von den 68ern, denen seine Familienromantik zuwider war, hat er sich damals distanziert und tut es bis heute. Er stellt die Revolte in einen Zusammenhang von „neuem Unrecht und Zerstörung“. Weil er „nicht bedingungslos hurra und ja zu allem, was Umsturz war, gesagt hat“, galt er als verdächtig. Und als er dann noch seine Persiflage auf den Feminismus, „Annabelle, ach Annabelle“, vortrug, war Schluß mit lustig. Während sich seine Fans vor Lachen auf die Schenkel klopften, löste er Empörung in der Szene aus.

„Hexenjagd in Chanson-Form“ unterstellte ihm das Buch „Liedermacher“. Die „bösartige Lächerlichmachung einer Minderheit“ brachte die Kritikerszene auf die Palme: Von Annabelle „zum Russen mit dem Messer zwischen den Zähnen ist es nur ein Schritt“.  Die linke Frankfurter Rundschau nannte seine Lieder den „gleichen Kohl, die gleichen beschränkten Variationen über ein Standardsortiment musikalischer Muster“. Selbst die Welt schimpfte ihn einen „nichtssagenden Schnurrenerzähler“, einen „Fluchthelfer der Umweltverdrossenen“ und einen „Heintje für geistig Höhergestellte“. Verstöße gegen die politische Korrektheit verjähren nie. Noch zu seinem 70. Geburtstag verunglimpfte ihn die taz als „Säuselbarden“.

Mey nahm vieles aufs Korn, was angesagt war

Spott ist etwas, das die Linken für sich gepachtet geglaubt hatten, doch nun kam ein erfolgreicher Kollege und ließ die Menschen über Emanzen lachen: „Und zum Zeichen deiner Emanzipation beginnt bei dir der Bartwuchs schon.“

Vieles, was als angesagt galt, nahm Mey aufs Korn. Das moderne Regietheater vernichtete er in der Satire „Zwei Hühner auf dem Weg nach vorgestern“. Den Regisseur verhöhnt er als „Meister des irrealen Parasymbolismus“. Und: „Übrigens, der Held ist selbstverständlich nackt.“ Herrlich Meys Fortführung: „Und wie das Leben nun mal spielt, trifft er zufällig einen zweiten Nackedei. Die beiden üben laut Sozialkritik und schlagen Purzelbaum dabei.“ Das Lied endet mit der Zeile: „Und jeder, der bis dahin folgen kann und der bislang auch noch nicht pennt, der ist entweder nicht ganz klar im Kopf oder Theaterkassen-abonnent.“

Bis heute schreibt der gebürtige Berliner unterm Dach seines Hauses in Berlin-Frohnau Lieder und geht auf Tournee. Seine vergangene Tour mit 30 Konzerten quer durch Deutschland endete am 22. Oktober. Ab Februar tritt er zehnmal in Österreich auf. Die spitzen, feingeistigen Texte und seine sympathischen, plaudernden Moderationen zwischen den Liedern sind noch immer ein Renner. Die Konzertkarten verkaufen sich meist innerhalb von Stunden restlos. Reinhard Mey bietet den Besuchern ein Stück Heimat.

Narrenschiff Bundesrepublik

Dabei fühlt er sich selbst „heimatlos“. In dem gleichnamigen Lied spießt er die Diskrepanz zwischen Bürgern und herrschender Klasse auf: „Du hängst deine ganze Hoffnung an den letzten ehrlichen Knochen, und dann siehst du in den Nachrichten, der ist auch bestochen!“ Die Kritik ist deutlich: „Hab’n sie nicht alle laut und deutlich neulich noch vor aller Ohren allen Schaden vom Volk abzuwenden geschworen?“ Reinhard Mey verzweifelt an den Zuständen und nimmt sie persönlich: „Du bist heimatlos, belogen, betrogen, übern Tisch gezogen, wie von ’nem schwarzen Loch aufgesogen, heimatlos, abgezockt, trocken gedockt, schwer geschockt, in die Falle gelockt, und wie ein Schaf an den Hinterbeinen angepflockt. Ein blödes Gefühl, du findest kein Asyl, du bist nackt und bloß, heimatlos.“

Für ihn entwickelt sich die politische Bundesrepublik zum „Narrenschiff“: „Keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten! Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken, und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken, die Mannschaft lauter meineidige Halunken, der Funker zu feig’, um SOS zu funken. Klabautermann führt das Narrenschiff – volle Fahrt voraus und Kurs aufs Riff.“ Das Lied stammt bereits von 1998 – doch es wird, wie Reinhard Mey sagt, „mit jeder Regierung aktueller“. Und das war noch, bevor die CDU-Anhänger in minutenlange Ekstase ausbrachen, als sie am 24. September die große Wahlverliererin Angela Merkel erblickten.

JF 51/17

Weboy