Winkler-Pranger: Dharma (13.9.2017)

On September 12, 2017, in Michael Winkler Pranger, by admin

Dharma (13.9.2017)

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Dieses Wort stammt auch aus Indien. Es handelt sich dabei um den kleinen, viel weniger bekannten Bruder des Karma. Sie können dieses Wort mit “Schicksal” oder “Bestimmung” übersetzen, richtig treffend ist die Übersetzung allerdings nicht. Die deutsche Sprache ist vermutlich die reichste der Welt, sie vermag Sachverhalte so präzise und nuancenreich auszudrücken wie keine andere. Oft brauchen Sie mehrere Worte, wenn nicht gar ganze Sätze, um die Bedeutung eines deutschen Wortes vollständig in eine andere Sprache zu übertragen. Dharma und Karma gehören zu den Worten, bei denen es sich umgekehrt verhält. Das liegt daran, daß das Christentum sich der Lehre der Wiedergeburt entledigt hat, damit ihre Schäfchen sich nicht trauen, in ihrem einzigen Leben an den Lehren der Kirche zu zweifeln.

Über das Karma grassieren seltsame Geschichten, so soll das Karma dafür verantwortlich sein, daß Sie in Ihrem nächsten Leben als Regenwurm auf die Welt kommen. Bei gutem Karma kommen Sie als Prinzessin zur Welt oder zumindest als Sohn eines Milliardärs. So weit so unsinnig.

Dharma und Karma lassen sich wunderbar ganz profan erklären. Sie werden beruflich ins Ausland versetzt. In die Schweiz, nach Amerika, nach Neuseeland, jedenfalls außerhalb der EU. Sie haben als ordentlicher Deutscher natürlich ein Konto bei einer deutschen Bank, Überweisungen in Nicht-EU-Länder kosten unangenehm hohe Gebühren. Miete, Strom, Wasser, Gas, Geld aus dem Automaten… Dafür brauchen Sie ein Konto in dem Land, in dem Sie arbeiten werden. Sie richten das Konto ein, und damit es nicht gleich unter Null geht, überweisen Sie einmalig einen ausreichend hohen Betrag von Ihrem deutschen Konto. Dieses deutsche Konto ruht anschließend, bis Sie wieder zurückkehren. Den alltäglichen Zahlungsverkehr wickeln Sie über Ihr Auslandskonto ab. Am Ende, wenn Sie wieder in die Heimat zurückkehren, lösen Sie das Auslandskonto auf. Ein vorhandenes Guthaben überweisen Sie nach Deutschland, eine eventuelle Unterdeckung gleichen Sie aus Ihrem deutschen Konto aus. Sehen Sie, so einfach funktionieren Karma und Dharma.

Karma ist das “große” Schicksal, das Sie durch alle Leben hinweg begleitet. Dharma ist das “kleine” Schicksal, das Sie während Ihres Erdenlebens anhäufen. Am Ende Ihres Lebens wird das Dharma auf Ihr Karma gebucht und das war es. Eigentlich ganz einfach, oder? Wenn ich jedoch jetzt aufhöre, da alles gesagt ist, werfen Sie mir vermutlich Faulheit vor. Anders ausgedrückt, Sie wollen, daß ich weiterschreibe. Wenn nicht, klicken Sie die Seite weg, es kommt nichts Neues mehr. Versprochen.

Die häufigste Namenskombination in Deutschland ist Thomas Müller, also reden wir von ihm. Nein, der Fußballspieler ist damit nicht gemeint. Als erstes pflanzen wir… Einverstanden, Samen- und Eizelle. Irgendwie müssen wir ja zu diesem Thomas Müller kommen. Diese befruchtete Eizelle beginnt schnell, sich immer wieder zu teilen. Das muß sie, schließlich ist Thomas Müller kein Einzeller. Die menschlichen Zellen können sich etwa 50mal teilen, dann sind sie verbraucht. Der ausgewachsene Mensch besteht aus zwei Billionen Zellen, das heißt, bis Sie so richtig auf der Welt sind, haben Sie 40 dieser Teilungen verbraucht. Mit den restlichen zehn Teilungen müssen Sie Ihr verbleibendes Leben auskommen. Bis zur Geburt passiert also viel mehr als danach.

Dem Zellklümpchen wird irgendwie eine Seele zuteil. Die lasse ich vom Himmel fallen, was in diesem Fall eine weitaus bessere Beschreibung ist, als in so vielen Zusammenhängen. Die Seele bringt das Karma mit, was letztlich nur heißt, daß sie in den ihr entsprechenden Lebensumständen inkarniert. Das deutsche Wort “verfleischlicht” mag zwar anschaulich sein, es klingt jedoch eher nach Metzgerei als nach Spiritualität. Dafür beschreibt das Sprichwort: “Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm” sehr gut, was Karma bedeutet.

Wenn Ihre Eltern gelbe Dreiecke sind, kommen Sie nicht als blauer Stern zur Welt. Setzen Sie statt Farbe und Form Charaktereigenschaften, wie Ehrlichkeit, Streitsucht, Religiosität… Was immer Sie wollen. Das Karma ist nichts anderes als dieser Grundcharakter, den Sie in die Welt bringen, gewissermaßen der Kontostand, den Sie aus der Heimat überweisen. Wobei noch etwas dazukommt, die Lebensaufgabe(n). Wenn Ihre Firma Sie ins Ausland versetzt, dann sollen Sie dort nicht den Weltrekord im Däumchendrehen aufstellen, sondern ganz bestimmte Arbeiten erledigen. Diese Lebensaufgabe, die auch Ihre Bestimmung genannt werden kann, bringen Sie mit.

Unser künftiger Thomas Müller besteht aus einem Zellklumpen, der langsam so aussieht, wie ein Fisch, mit grundlegenden Charaktereigenschaften und der einen oder anderen Lebensaufgabe. Ja, das ist das geheimnisvolle Dharma. Der Fisch formt sich um zum Menschen, schließlich wird er in die böse Welt entlassen. Der Säugling verfügt über eine Grundprogrammierung, die angeborenen Instinkte. Aus früheren Leben nimmt er keine bewußten Erinnerungen mit. Warum? Das Gehirn des Neugeborenen muß in den nächsten Jahren auf die dreifache Größe anwachsen, um seine volle Funktion zu erlangen. In dieser Zeit verbrät das Gehirn bis zu 60% der Energie, die der Wonneproppen in sich hineinschlingt. Ein ausgewachsenes Gehirn begnügt sich mit 25%, nur so nebenbei angemerkt.

Jedenfalls bekommt das hilf- und wehrlose Kleinkind den Namen Thomas Müller und wird anschließend erzogen. Da trifft es sich gut, daß Eltern, die gelbe Dreiecke sind, ein gelbes Dreieck als Nachwuchs bekommen haben. Das Kind sammelt erste Erfahrungen, beispielsweise daß sich Hammer und Fensterscheibe nicht allzu gut vertragen, oder daß der Schwanz einer Katze nicht dafür gedacht ist, daran zu ziehen. Aus dem netten kleinen Jungen wird schließlich ein Pubertier, das eigene Verhaltensmuster ausprobiert, und schließlich ein Erwachsener.

Damit beginnt die Sache mit dem Dharma so richtig. Im Jenseits hat der noch nicht inkarnierte künftige Thomas Müller beschlossen, sich zu einem grünen Fünfeck weiterzuentwickeln. Seine Bestimmung ist also dieses grüne Fünfeck. Mittlerweile ist der ausgewachsene Thomas Müller ein orangenes Viereck geworden, er hat also eigene Wege eingeschlagen. Orange ist, nach den Regenbogenfarben, die falsche Richtung. In diesem Fall lebt er gegen seine Bestimmung. Ein Viereck ist hingegen der richtige Weg.

Wobei diese Worte eine Wertung enthalten, die es so nicht gibt. Ein “richtig” existiert ebensowenig wie ein “falsch”. Sie sitzen am Steuer Ihres Lebens, Sie können jeden Tag neu entscheiden, was Sie tun, in welche Richtung Sie sich entwickeln wollen. Sie können auf Ihrem Auslandskonto Geld ansammeln, oder dieses Geld für etwas ausgeben, das Ihnen wertvoller erscheint. In den USA gibt es Mount Rushmore, Yellowstone und andere Sehenswürdigkeiten. Wollen Sie die besuchen? Oder wollen Sie lieber möglichst viele Bourbons probieren? Interessieren Sie Museen oder der Broadway? Wollen Sie viele Amerikaner kennenlernen? Disneyland und Miami Beach?

Haben Sie Frau und Kinder zu Hause und müssen eine Hypothek abzahlen, sind Sie natürlich gebunden. Frau, Kinder und Hypothek sind jedoch Ihre eigene Entscheidung gewesen. Das ist Schicksal, Dharma, es sind die Konsequenzen Ihres Handelns und Ihrer Entscheidungen. Es gibt keinen bösartigen Gott, der Ihnen vorschreibt, was Sie tun und lassen sollen. Dieser Gott ist eine Erfindung der Kirche, die damit bewirken will, daß Sie immer im Sinne der Kirche handeln. Oder daß Sie das tun, was Mohammed getan hat. Gott hat Ihnen alle Freiheiten gelassen, doch mit jedem Schritt, den Sie gehen, haben Sie ein Stück des Weges zurückgelegt, das eine getan und das andere gelassen.

Sie sind die Summe all dessen, was Sie gedacht, gefühlt, erlebt und getan haben. Sehr vieles davon ist die direkte Folge Ihres eigenen Wollens. Das Strafmandat wegen zu schnellen Fahrens haben Sie nicht gewollt? Einverstanden, das glaube ich Ihnen. Sie haben jedoch den Führerschein gewollt, Sie haben ein Auto gekauft, Sie haben entschieden, die Straße zu nehmen, an der das Blitzgerät steht. Und es war Ihre Entscheidung, ob bewußt oder unbewußt, der Verkehrslage entsprechend zu fahren und sich nicht nach den Vorschlägen der Stadtverwaltung zu richten, die ein paar Verkehrsschilder aufgestellt hat. Das Schreiben mit dem Freu Dich, zahl mal wieder, ist somit die Folge Ihres Handelns und Ihrer Entscheidung. Wenn Sie deswegen über Wegelagerei und Raubrittertum schimpfen, ist das ebenfalls Ihre Entscheidung.

Roßtäuscher… Mit diesem Begriff verbinden Sie bestimmt etwas. Auch der Hallodri hat ein paar Eigenschaften. Aber bleiben wir lieber beim gelben Dreieck. Sie betreten die Welt als gelbes Dreieck, und Ihre Eltern versuchen alles, Sie zum größeren gelben Dreieck heranwachsen zu lassen. Fühlen Sie sich dabei wohl? Ist es gar Ihre Bestimmung, ein gelbes Dreieck zu sein? Dann kehren Sie mit dem Rucksack voller Dharma ins Jenseits zurück, den Sie von dort als Karma mitbekommen haben. Ihr Leben war nicht etwa sinnlos, sondern es hat Sie in Ihrer Rolle als gelbes Dreieck bestätigt.

Aber Sie wollten doch ein grünes Fünfeck werden? Nun, das haben Sie nicht geschafft. Sie beenden Ihr Leben mit diesem Dharma, das Sie erneut als Karma ins Jenseits tragen. Sie haben die Schulklasse nicht geschafft, sind aber deutscher Meister beim Ringen im griechisch-römischen Stil geworden. Es gibt jedes Jahr weniger deutsche Meister als Mitschüler in Ihrer Klasse, die versetzt werden. Wer hat den größeren Erfolg errungen? Die Klasse wiederholen Sie im nächsten Jahr, na und? Sie sind nicht der Einzige! Sie haben sehr viele Leben vor sich, um zum grünen Fünfeck zu werden.

Das mag beruhigend klingen, für das Lebensglück sieht es ein wenig anders aus. Wenn Sie Ihre Bestimmung leben, fügt sich vieles “wie von selbst”. Leben Sie gegen Ihre Bestimmung, wird der Weg eher steinig. Leben Sie nach Ihrer Bestimmung, erfüllen Sie also Ihre Lebensaufgabe, ist das wie entspanntes Fahren auf der Autobahn, ohne Baustellen, ohne Staus, mit 100 bis 120 km/h. Gegen Ihre Bestimmung fahren Sie auf Kreisstraßen, hinter Traktoren, durch enge Ortsdurchfahrten, obendrein behauptet Ihr Navi, daß Sie bis in die Flußmitte fahren sollen und dann rechts abbiegen. Es ist letztlich Ihre Entscheidung, Gott, das Schicksal, Dharma und Karma akzeptieren Ihren freien Willen. Sie müssen letztlich damit leben, vermutlich nicht nur einmal.

Im Buddhismus erreicht die Seele schließlich das Nirwana, den Ausstieg aus dem Kreis der Wiedergeburten. Ob Sie dafür tausend oder zehntausend Leben brauchen, ist dabei gleichgültig. Sie haben Ihr Karma aufgelöst, heißt es da. Anders formuliert, Sie haben alle Lebensaufgaben erfüllt. Um im Bild zu bleiben: Sie sind zum farblosen, durchsichtigen Kreis geworden. Alle Farben, alle Ecken, alle Kanten sind verschwunden. Sie haben in diesen vielen Leben jeweils Ihr Dharma erfüllt, Ihre Bestimmung erreicht. Sie sind vorangeschritten, langsam, bedächtig, und Sie sind angekommen. Und wo? Sie erscheinen als schwarzer Tetraeder, nun dreidimensional, um auf dieser höheren Ebene zur gläsernen Kugel zu werden. Oder Sie sind wirklich dort, wo Sie sich auflösen, Eins werden mit dem All, mit der Schöpfung, mit Gott.

© Michael Winkler

BRÜSSEL. Mehrere europäische Länder sprechen sich für eine Verlängerung der Grenzkontrollen wegen der anhaltenden Terrorbedrohung aus. Dies geht aus einem Diskussionspapier für das Treffen der EU-Innenminister am Donnerstag hervor, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Neben Deutschland, Österreich und Frankreich unterzeichneten auch Dänemark und das Nicht-EU-Land Norwegen das Dokument. Die fünf Staaten fordern Änderungen im Schengener Grenzkodex, welche den Staaten erlaube, „interne Grenzkontrollen für längere Zeiträume als derzeit vorgesehen wiedereinzuführen“.

Die bisherige Rechtsprechung entspräche „nicht den Notwendigkeiten im Kontext einer langfristigen terroristischen Bedrohung“. Der Zeitraum anfänglicher Kontrollen solle von 30 Tagen auf drei Monate steigen, die Maximaldauer von zwei auf vier Jahre.

EU-Kommision will Kontrollen auslaufen lassen

Frankreich hatte Grenzkontrollen wegen der Terrorgefahr eingeführt, die vier anderen Staaten wegen der Flüchtlingskrise. Die EU-Kommission will die Kontrollen schon länger auslaufen lassen und war dafür heftig kritisiert worden. Im Frühjahr hatte sie die Genehmigung für die Grenzüberwachung letztmalig bis zum 11. November verlängert. (ha)

Mehr als 400 Polizisten, Durchsuchungen in über 40 Wohnungen, fünf Festnahmen. Mit einer großangelegten Razzia hat die Polizei am Dienstag zum Schlag gegen eine deutsch-nigerianische Bande ausgeholt, die im Verdacht steht, illegalen Einwanderern aus Afrika durch Scheinehen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Europa verschafft zu haben.

Wer eine Scheinehe eingeht, macht sich in Deutschland in dem Moment strafbar, wo eine Aufenthaltsgenehmigung für den ausländischen Partner in Folge der Eheschließung beantragt wird. Dennoch rufen Flüchtlingslobbyisten und Einwanderungsbefürworter immer wieder dazu auf, Ausländern mittels Heirat ein Leben in Deutschland zu ermöglichen.

„Zusammenwachsen der Nationen“

So weist beispielsweise der niedersächsische Flüchtlingsrat auf seiner Internetseite darauf hin, daß auch abgelehnte Asylbewerber durch eine Heirat mit einer Deutschen ein Aufenthaltsrecht bekommen könnten – ergänzt um die Warnung, daß eine solche Ehe auch von den Behörden überprüft werden kann. „Unter Umständen müssen Sie Wohnungsbesichtigungen und Befragungen über sich ergehen lassen.“

Auf Anwaltsportalen im Internet bieten Kanzleien gezielt ihre Beratung für heiratswillige Deutsche und Nicht-EU-Ausländer an. „Aus dem Zusammenwachsen der Nationen und dem Zuwachs des multikulturellen Zusammenlebens resultiert eine Vielzahl verschiedener zum großen Teil persönlicher Beziehungen. Speziell bei Ehen zwischen Deutschen und Ausländern (insbesondere Nicht-Unionsbürgern) treten oftmals eine Reihe von Fragen auf“, heißt es beispielsweise im Beitrag einer Kanzlei aus Frankfurt am Main. „Es wird dringend empfohlen, sich wegen der vielfältigen und komplizierten Rechtsfragen bei Ehen von Deutschen mit Ausländern frühzeitig zu informieren und sich an kompetenter Stelle beraten zu lassen.“

„Wenn Sie auffliegen, werden Sie sofort ausgewiesen“

Wer sich das Honorar sparen möchte, kann sich auf der impressumslosen Internetseite schutzehe.com kostenlos in mehreren Sprachen darüber informieren, was es bei einer Scheinehe zu beachten und welche Fehler es zu vermeiden gilt.

Alternativ kann er aber auch die Internetseite der taz besuchen. Diese hatte erst im Januar einen Ratgeber für Türken veröffentlicht, um diese zu informieren, wie sie dauerhaft nach Deutschland auswandern können. Einer der fünf Vorschläge hierfür: eine Scheinehe. „Verlieben Sie sich in eine*n nette deutsche*n Staatsbürger*in oder in eine Person, die dauerhaft im Bundesgebiet lebt. Machen Sie ihr oder ihm einen Heiratsantrag. Wenn sie oder er nein sagt, sollten Sie rund 30.000 Euro besorgen, und eine Scheinehe anbieten.“

Den Betrag solle man aber nicht sofort in Gänze bezahlen. „Sie müssen nämlich drei Jahre in Folge auf der Ausländerbehörde gemeinsam erscheinen und Ihre Ehe bestätigen, bevor Sie das Recht auf einen unbefristeten Aufenthaltsstatus haben“, warnte die Zeitung. „Also: höchstens 10.000 Euro pro Jahr. Und Vorsicht: Eine Scheinehe einzugehen ist in Deutschland strafbar. Wenn Sie auffliegen, werden Sie sofort ausgewiesen.“

„Akt des zivilen Ungehorsams“

Bereits 2013 hatte die taz den Kommentar einer angeblichen Lovis Schmitz veröffentlicht, in der diese ankündigte, einen Flüchtling heiraten zu wollen, damit dieser in Deutschland leben könne. „Wenn die Politiker in meinem Land den Asylsuchenden nicht helfen wollen, dann mach ich es selbst: Ich heirate einen Flüchtling. Damit er hierbleiben kann. Auch wenn das verboten ist. Als Akt des zivilen Ungehorsams.“

Das Wort „Scheinehe“ lehnte die Autorin, deren wirklicher Name bewußt unbekannt blieb, ab. Sie bevorzuge den Ausdruck „Schutzehe“. Denn eine solche Verbindung sei auch ein „politisches Statement gegen eine herzlose Politik“. Was folgte war weniger ein Kommentar als eine detaillierte Handlungsanleitungen, was Paare, die eine Scheinehe eingehen wollen, alles beachten müssen, um nicht vorzeitig aufzufliegen. Von einer wasserdichten Geschichte, wie man sich kennengelernt habe, über Flitterwochenpläne, gefälschte gemeinsame Fotos, die Namen der Eltern, die Schuhgröße des Partners – eben alles, was die Behörden fragen und weshalb sie Verdacht schöpfen könnten.

All das müsse man für drei Jahre aufrecht erhalten. „Erst danach erhält mein Mann eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, und wir können das Theater beenden“, schrieb die taz-Autorin. Doch die Mühe sei es wert, damit „Europa seine restriktive Flüchtlingspolitik lockert und beginnt, Asylsuchende nicht mehr als Last, sondern als Bereicherung zu begreifen“.

BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Ungarn für seine Asylpolitik heftig kritisiert. „Daß eine Regierung sagt, ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs interessiere sie nicht, das ist nicht zu akzeptieren“, sagte Merkel der Berliner Zeitung. Das Thema berühre eine grundsätzliche Frage Europas, „denn Europa ist für mich ein Raum des Rechts“.

Die Kanzlerin kündigte an, im Oktober im Europäischen Rat mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán (Fidesz) darüber zu sprechen. Ihren Kurs in der europäischen Asylpolitik sieht Merkel durch die Weigerung einiger osteuropäischer Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen, nicht gefährdet. „Es ist ein offensichtlich dickes Brett, das da zu bohren ist“, räumte die CDU-Politikerin ein.

Merkel lehnt Begrenzung des Familiennachzugs ab

Die gesamte EU sei sich über den Schutz der Außengrenzen, Entwicklungshilfe und Bekämpfung von Fluchtursachen einig. Zudem wolle der Staatenverbund sein Asylsystem „krisenfester als in der Vergangenheit ausgestalten“. Nur drei bis vier von 28 EU-Staaten lehnten die Verteilung von Asylsuchenden entschieden ab.

Eine Begrenzung des Familiennachzugs, wie es CSU und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gefordert hatten, lehnte Merkel indes ab. „Anfang des Jahres werden wir die Lage beurteilen und dann entscheiden, wie es weitergeht“, sagte die Kanzlerin. Entscheidend dafür sei der Umfang des Familiennachzugs jener Personen, die von der Genfer Flüchtlingskonvention geschützt sind. „Dieser Gruppe müssen wir erst einmal zu ihrem Recht verhelfen.“

Orbán bietet Hilfe an

Orbán hat die Vorwürfe unterdessen zurückgeworfen. Er nehme das Urteil zur Kenntnis, es stelle aber keinen Grund dar, „damit wir unsere die Migranten abweisende Einwanderungspolitik verändern, also werden wir sie auch nicht ändern“, sagte Orbán am Montag Radio Kossuth. „Brüssel glaubt, was es als Solidarität deklariert, das sei die Solidarität. Nun, das ist unannehmbar, das ist ein Diktat, das ein derartiges juristisch interpretierendes Diktat darstellt, das wir nicht akzeptieren können.“

Er sehe nicht ein, warum Länder wie Ungarn die Suppe auslöffeln müßten, die andere versalzen hätten. „Wenn jene Länder, die beschlossen hatten, sich nicht zu verteidigen, sondern die Migranten hineinzulassen, es vermasselt haben, sie diese Suppe versalzen haben, dann jetzt sollen sie sie auch aufessen.“

Sein Land sei aber bereit, Deutschland zu helfen. „Wir helfen gerne, wir helfen zum Beispiel Deutschland dabei, die nach Europa hereingekommenen Migranten aus dem Kontinent wegzubringen. Hierbei helfen wir gerne, aber nicht dabei, sie mit dem Zug nach Budapest zu bringen.“ (ls)

ESSEN. Aus Angst vor Terroranschlägen muß der Essener Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mit zahlreichen Beton-Sperren gesichert werden. Die je drei Tonnen schweren Betonklötze sollen den Weihnachtsmarkt für die gesamte Dauer von 30 Tagen schützen. Dies verursacht laut einem Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung Kosten in Höhe von 200.000 Euro.

Die Essen Marketing Gesellschaft (EMG) sagte gegenüber der Zeitung, sie werde die erforderliche Summe nicht aufbringen können. Die Kosten auf die Schausteller umzulegen, indem man die Standgebühr um 1.000 Euro erhöhe, sei ebenfalls nicht praktikabel. „Dann wäre der nächste der letzte Essener Weihnachtsmarkt“, warnte EMG-Geschäftsführer Dieter Groppe.

Stadt könnte eigene Poller anschaffen

Eine Möglichkeit wäre es, daß die Stadt eigens Betonpoller anschafft und so auf Dauer die Mietgebühren einspart. Eine andere Lösung wären im Boden versenkbare Metalpfeiler, die bei Bedarf zur Absperrung herausgefahren werden können.

In Berlin war im vergangenen Jahr der Islamist Anis Amri mit einem LKW in den Weihnachtsmarkt auf den Breitscheidplatz gerast und hatte elf Menschen getötet sowie mehr als 50 verletzt. Den polnischen Fahrer des LKWs hatte Amri zuvor erschossen. Der aus Tunesien stammende Attentäter, der den Anschlag im Namen des IS beging, hatte als illegaler Flüchtling unter zahlreichen gefälschten Identitäten gelebt und war den Behörden als islamistischer Gefährder bekannt. (krk)

BERLIN. Ein 23 Jahre alter Christ ist im Berliner Stadtteil Neukölln offenbar wegen einer umgehängten Kreuzkette Opfer eines Angriffs geworden. Laut Polizeiangaben sollen ihn die beiden Täter gefragt haben, warum er Christ geworden sei. Daraufhin habe einer ihm die Kreuzkette vom Hals gerissen und diese zu Boden geworfen. Anschließend habe er dem 23jährigen mehrmals mit einer Faust ins Gesicht geschlagen.

Der zweite Mann soll den Attackierten dann festgehalten haben, während ihm der erste Angreifer zwei Schnittverletzungen am Oberkörper zufügte. Anschließend flüchteten die Angreifer und ließen den Mann verletzt zurück. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Ähnlicher Vorfall im Juli

Im Juli hatte sich in Berlin ein ähnlicher Vorfall ereignet. Damals hatten drei Jugendliche einen Mann in Berlin wegen eines Kreuzes am Hals beleidigt und geschlagen. Der 39jährige war nachts mit einer Straßenbahn im Stadtteil Pankow unterwegs, als ihn die drei Jugendlichen wegen seines offen um den Hals getragenen Holzkreuzes anpöbelten.

Einer der drei Angreifer schlug dem 39jährigen mit der Faust ins Gesicht. Anschließend beleidigte er ihn. Bei den mutmaßlichen Tätern handelte es sich um Einwanderer, „möglicherweise Nordafrikaner“, sagte ein Polizeisprecher damals auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT. (tb)

Heiner Geißler ist tot

On September 12, 2017, in Junge Freiheit, by admin

BERLIN Der frühere CDU-Politiker Heiner Geißler ist tot. Er starb nach schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren, bestätiget sein Sohn der Süddeutschen Zeitung. Von 1977 bis 1989 war Geißler Generalsekretär der CDU und galt als konservativer und scharfzüngiger Anti-Linker.

Dies brachte ihm den Ruf ein, er sei „seit Goebbels der schlimmste Hetzer in diesem Land“ (Willy Brandt, 1985). 1989 kam es nach einem gescheiterten Putschversuch auf dem CDU-Parteitag in Bremen zum Bruch mit Partei-Chef Helmut Kohl. Geißler hatte im Vorfeld unter anderem dafür geworben, die Forderung nach der Wiedervereinigung aus dem Programm der CDU zu streichen und statt dessen die Nachkriegsgrenzen und die DDR anzuerkennen.

In der Folge wandelte sich Geißler immer stärker zum Vertreter des sozialen Flügels. Später machte er mit Forderungen nach einem Abbau der Siegessäule in Berlin Schlagzeilen sowie mit seiner Unterstützung des linken Antiglobalisierungsnetzwerks Attac. Seiner Partei riet er zu einem konsequenten Modernisierungskurs. In der Union gebe es immer noch zu viele konservativ-neoliberale Kräfte, die altmodischen Positionen nachhingen, beklagte er beispielsweise 2012. (krk)

BERLIN. Der Polizei ist ein bundesweiter Schlag gegen die internationale Scheinehen-Mafia gelungen. Am Dienstag morgen durchsuchten Ermittler 41 Wohnungen und Gebäude in mehreren deutschen Städten und im Ausland. Laut Bundespolizei wurden fünf Haftbefehle vollstreckt.

Die meisten durchsuchten Objekte befinden den Angaben zufolge in Berlin. Nach Informationen von B.Z. und Bild-Zeitung seien in Neukölln, Spandau und Reinickendorf 25 Wohnungen kontrolliert worden. Auch in Potsdam, Görlitz, Frankfurt am Main und in Portugal fanden Razzien statt. Mehr als 400 Beamte waren im Einsatz.

Die Drahtzieher saßen demnach in Deutschland und sollen Frauen in Portugal mit falschen Pässen ausgestattet haben, mit denen sie dann nach Deutschland reisten. Dort boten die Frauen mit ihren falschen Identitäten Scheinehen an, vor allem für afrikanische Männer. Gegen eine Zahlung von mehreren tausend Euro konnten sie eine Frau heiraten und damit einen gültigen Aufenthaltsstatus in Deutschland erlangen.

Wir sind heute gemeinsam mit der @polizeiberlin im Einsatz gegen eine international agierende Schleusergruppierung! https://t.co/R56fdCakLQ

— Bundespolizei B (@bpol_b) September 12, 2017

Anfang Juni war bekannt geworden, daß immer mehr deutsche Männer schwangeren Asylbewerberinnen mit einer Vaterschaftsanerkennung eine Aufenthaltsgenehmigung verschaffen. Allein in Berlin gebe es bis zu 700 Fälle, vermuteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Die vor allem aus Vietnam, Afrika und Osteuropa stammenden Frauen zahlen bis zu 5.000 Euro. Die Kinder erhalten dafür die Staatsbürgerschaft und die Mütter ein Aufenthaltsrecht. (ls)

Ein Stück Othellotorte, bitte!

On September 12, 2017, in Junge Freiheit, by admin

„Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ „Niemand!“ „Und wenn er kommt?“ „Dann nennen wir ihn um!“ Gesagt, getan. Das Lübecker Traditionscafé Niederegger ist ab sofort wieder rassismusfrei. Das Unternehmen gab via Hamburger Abendblatt Entwarnung. Die „Mohrenkopftorte“ heißt nun „Othellotorte“, die angebotenen Negerküsse schlicht „Othello“.

Es habe in der Vergangenheit immer wieder mal Beschwerden wegen des Namens gegeben, sagte eine Firmen-Sprecherin. Grund zum Handeln sah man bei Niederegger aber offenbar nicht. Bis sich Susanne Schroeder im August an der Namensgebung störte. Die Lehrerin aus Hamburg schrieb in einer E-Mail an das Café, der Name Mohrenkopftorte sei doch nun wirklich längst überholt. „Ich denke, es lohnt sich, dafür zu kämpfen, alltagsrassistische Bezeichnungen aus dem allgemeinen Sprachgebrauch zu entfernen“, gab die Pädagogin zu bedenken.

Zuerst wollte Nideregger nicht auf die Forderung nach einer Namensänderung eingehen, schließlich wurde das Backwerk bereist seit mehr als 50 Jahren als „Mohrenkopftorte“ angeboten. Dann ließ sich das Café aber doch überzeugen. Laut der Unternehmens-Sprecherin seien nicht alle Kunden über die Namensänderung glücklich. Manche fänden das mit der politischen Korrektheit auch übertrieben. Dennoch werde Niederegger aber beim neuen Namen bleiben, versicherte sie dem Hamburger Abendblatt. (krk)

Die Antworten zum 9/11-Wissenstest

On September 12, 2017, in Schall und Rauch, by admin

Hier die Antworten zum 9/11-Wissenstest:

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