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Jan Böhmermann – antideutscher Minusmensch mit Polenblut, Studienabbrecher in Laberfakultaeten, Hofnarr des brD-Irrenhauses.

Das folgende Video von Jan Böhmermann wurde auf ZDFneo im Neo Magazin Royal gesendet. Es zeigt wie die Deutschen sein sollen. Es ist voller Hass, Intoleranz und Schmähungen. Es vermittelt eine anti-deutsche Botschaft gegen die deutsche Bevölkerung, in dem es ihr sagt: “Ihr seid nicht das Volk, ihr seid die Vergangenheit.” So viel Selbsthass und Selbstzerstörung ist ungeheuerlich.

Jan Böhmermann (geb. 23. Februar 1981 in Bremen-Gröpelingen) ist ein deutschfeindlicher Minusmensch, Moderator der Lügenmedien (ZDF) und Unterhalter in der brD.

Werdegang

Jan Böhmermann wurde als Sohn eines Polizisten in Bremen geboren und wuchs im Nordbremer Stadtteil Vegesack auf. Seine Familie mütterlicherseits war Anfang der 1970er Jahre aus Polen in die BRD übergesiedelt. Böhmermann begann ein Studium der Geschichte, Soziologie, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, das er jedoch abbrach. Er war im Schülerkabarett „Anti-Toxin“ und war Kabarettkritiker für die Lokalzeitung „Die Norddeutsche“. Ab 1999 war Böhmermann Moderator und Reporter bei Radio Bremen. Nach einem ARD-Volontariat wechselte Böhmermann 2004 nach Köln, moderierte bis 2011 zahlreiche Direkt-Sendungen für den WDR-Jugendsender. Seit Oktober 2013 moderiert er eine eigene Komiker-Sendung auf ZDFneo.

Landeunternehmen (6.4.2016)

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Ja, es geht wieder in den Ersten Weltkrieg. Die Grundidee mit den Schütte-Lanz-Luftschiffen und den schallgedämpften Motoren verdanke ich einer Leserzuschrift. Die Tragleistungen der Luftschiffe habe ich gegenüber den historischen Vorbildern erhöht, das sei die Freiheit des Autors.

20. März 1915, kurz vor 8:00 Uhr abends, nördlich von Dover

Die SL8 gab das Lichtsignal Rot-Weiß-Gelb, worauf am Boden drei Blendlaternen Grün-Weiß-Grün aufleuchteten. Deutsche Agenten waren vor Ort und würden die Soldaten weiter einweisen. Die SL8 ließ Gas ab und sank tiefer. Die schallgedämpften Motoren waren kaum zu hören, allerdings hatte diese Schalldämmung die Nutzlast reduziert. SL8 stand fast still und berührte den Boden. Mit gerade mal Schrittgeschwindigkeit rutschte sie über den Ackerboden, bei dem gerade das erste zarte Grün durchgebrochen war. Hauptmann Hink ließ ein Signal für seine Passagiere aufblitzen.

Die Infanteristen standen auf einer offenen Plattform und hatten sich während des Flugs festhalten müssen. Hauptmann von Donnersberg gab den entscheidenden Befehl: “Achtung! – Drei – Zwei – Eins – RAUS!” Die 18 Mann hatten das Aussteigen oft genug geübt. Sprung von der Plattform, zwei Schritte vorwärts und in den Dreck werfen. Um mehr als 30 Zentner leichter stieg die SL8 nach oben, ihre Motoren wurden hochgefahren und sie drehte ab in Richtung Calais. Die Landung in England hatte begonnen.

Rückblick – 18. November 1914, Berliner Stadtschloß, 9:00 Uhr morgens

Der Durchbruch der 4. Armee am 28. Oktober hatte den Krieg im Westen entschieden. Am 3. November hatten die deutschen Truppen ein britisch-kanadisches Expeditionsheer aufgerieben, am 6. November war Verdun genommen worden, am 10. November hatte Paris kapituliert. Noch war es nur ein Waffenstillstand, doch es war abzusehen, daß die Franzosen vom Krieg genug hatten. Die preußischen Politiker diskutierten, ob Frankreich einen ehrenvollen Frieden erhalten sollte, so wie Österreich 1866, oder ob man es derart verkrüppeln sollte, daß es nie wieder als Großmacht auferstehen konnte. Einig war man sich nur, daß Verdun zu viel deutsches Blut gekostet hatte, um es wieder an Frankreich fallen zu lassen. Ganz Lothringen sollte annektiert werden.

Sowohl der Kaiser als auch Reichskanzler von Bethmann Hollweg waren überrascht, daß Moltke den Lagebericht Generalleutnant Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff überließ, dem Stabschef der 8. Armee Marschall Hindenburgs.

“Eure Majestät, meine Herren, die Kämpfe in Frankreich sind beendet, wir können das Versprechen an unsere tapferen Soldaten weitgehend erfüllen, sie Weihnachten nach Hause zu schicken. Ich erachte das für wichtig, um die Moral der Truppe auf höchstem Stand zu halten. An der Ostfront haben wir einen stabilen Zustand erreicht, der uns für das nächste Jahr eine gute Ausgangsposition sichert. Bei den Kolonien müssen wir davon ausgehen, daß Kiautschou für immer verloren ist. Japan ist zu weit entfernt, um es effektiv zu bekämpfen. Samoa wurde von australischen Truppen genommen, Deutsch-Neuguinea ist ebenfalls gefallen. Diese Kolonien und Togo wiederzuerlangen, ist Sache der Friedensverhandlungen. Militärisch wäre allenfalls Togo mit vertretbarem Aufwand zurückzuholen. In Deutsch-Südwestafrika stehen südafrikanische Truppen 70 Kilometer tief im Land, in Kamerun sind die französischen und belgischen Truppen dem Waffenstillstand beigetreten. Die Lage in Deutsch-Ostafrika ist stabil.

Unser Hauptproblem ist England. Nach der Kapitulation Frankreichs sind unsere Friedensbemühungen weiterhin auf taube Ohren gestoßen. Die Briten fühlen sich sicher auf ihrer Insel, sie glauben, daß das Deutsche Reich ihnen so wenig gefährlich würde wie einst Napoleon Bonaparte. Die Briten sind derzeit geschwächt, sie haben ihre Expeditionstruppen auf dem europäischen Festland verloren. Ihre Flotte blockiert jedoch weiter unseren Handel. Ich erwarte, daß britische Kolonialtruppen über Ägypten das Osmanische Reich bedrohen und uns so eine weitere Front bescheren. Solange wir keinen Frieden mit Großbritannien haben, müssen wir Truppen in Frankreich unterhalten, um eine Invasion abzuwehren.

Österreich-Ungarn hat sich in Serbien festgebissen, sie halten zwar die Russen zurück, können unsere Truppen jedoch nicht entlasten. Eine Operation der k.u.k.-Marine im Mittelmeer, gegen den Suez-Kanal gerichtet, ist angesichts der Kräfteverhältnisse nicht möglich. Italien verhält sich noch immer neutral, allerdings dürfte die Gefahr gebannt sei, daß die Italiener auf der Seite der Entente in den Krieg eintreten. Unsere Erfolge in Frankreich dürften sie beeindruckt haben.

Angesichts unserer Ernährungslage haben wir nur zwei militärische Optionen: Einen entscheidenden Schlag gegen Rußland, mit der Eroberung der Agrarflächen der Ukraine, oder die verlustreiche Landung in England. Wenn England kapituliert, sind unsere Kolonien sicher, außerdem wird sich Rußland danach nicht mehr halten können. Leider haben wir in der Gleichung noch eine Unbekannte: Amerika. Zwar betont die Regierung Wilson, daß sie sich aus dem Krieg heraushalten möchte, es gibt jedoch ein finanzielles Problem: Die Vereinigten Staaten von Amerika sind verschuldet, sie haben trotzdem Frankreich und England mit Krediten geholfen. Rückzahlungen aus Frankreich fallen auf Jahre aus, Rückzahlungen aus England sind fraglich. Deshalb sehe ich eine Gefahr, daß die Amerikaner auf der Seite Englands in den Krieg eintreten könnten, wenn dieser zulange andauert.”

“Eine Landung in England ist völlig unmöglich”, gab der Reichskanzler zu bedenken. “Einem Napoleon hätte eine Stunde der Herrschaft über den Kanal genügt, doch eine moderne Truppe benötigt Nachschub, eine konstante Versorgung, also eine dauerhafte Herrschaft über den Kanal. Wir bräuchten Häfen in England, doch wenn wir angreifen, legen wir genau die Häfen in Trümmer, die wir anschließend für die Versorgung der Truppen dringend benötigen.”

“Unsere Flotte wird Jahre brauchen, um die Verluste auszugleichen, die sie am 28. Oktober erlitten hat”, stimmte Admiral von Ingenohl zu. “Die eine Stunde des Napoleon, die würden wir schaffen, aber wir können den Kanal nicht über Wochen offen halten. Unsere Truppen auf der Insel wären abgeschnitten. Die Briten sind dabei, ihre Kanalflotte beträchtlich zu verstärken, sie verlagern dazu Teile ihrer Grand Fleet. Außerdem liegt ein Geschwader in Ipswich, das uns ebenfalls in die Flanken fallen würde.”

Es entspann sich eine allgemeine Diskussion, bei der beinahe jeder sich gegen den Versuch einer Landung in England aussprach. Marschall von Hindenburg schlug vor, die erste bis dritte Armee mit reduziertem Personal in Frankreich zu belassen, die fünfte und sechste Armee über Ostpreußen gegen Rußland zu werfen, und die vierte Armee an der Seite Österreich-Ungarns über Galizien gegen die Ukraine und die Krim marschieren zu lassen. Generaloberst Mackensen schlug vor, seine neunte Armee nach Palästina zu verlagern und von dort aus auf den Suez-Kanal vorzustoßen.

Schließlich meldete sich Herzog Albrecht zu Wort. “Majestät, ich habe Ihnen einen meiner Offiziere mitgebracht, der mir ein sehr interessantes Konzept unterbreitet hat. Mit Erlaubnis Eurer Majestät möchte ich das Wort Oberleutnant Guderian erteilen.”

Der Kaiser nickte huldvoll und ein junger Offizier erhob sich. Sein erster Blick in die Runde wirkte etwas unsicher, doch seine Stimme klang fest und überzeugend. “Eure Majestät, meine Herren Generäle, meine Herren…” Er blickte noch einmal in die Runde, bevor er seinen Vortrag begann. “Als deutsche Offiziere dürfen wir es uns nicht leisten, mit den Mitteln des 19. Jahrhunderts zu denken. Es gab damals eine Zeichnung, die Napoleons Soldaten mit Ballonen nach England fliegen ließ. Im 20. Jahrhundert haben wir dazu die Möglichkeit! Die deutschen Luftschiffe bringen unsere Soldaten nach England, um dort einen Brückenkopf zu bilden. Wir erobern Dover im Handstreich, dort landen wir unsere Truppen an und versorgen sie. Die Briten werden völlig überrascht sein. Ihre erfahrenen Soldaten sind tot oder gefangen, unsere kriegserprobten Truppen werden sie auf eigenem Boden überrennen.”

Admiral von Ingenohl meldete sich. “Herr Oberleutnant, Ihnen mag die Landung gelingen, doch wie stellen Sie es sich vor, den Kanal über Wochen hinweg offenzuhalten? Die britische Kanalflotte wird den Nachschub abschneiden und unsere Truppen in der Landungszone zusammenschießen!”

Heinz Guderian nickte zufrieden, mit diesem Einwand hatte er gerechnet. “Auch hier werden wir uns der Luftschiffe bedienen…”

20. März 1915, 10:00 Uhr abends, nordöstlich von Portsmouth

Die Kampfgruppe umfaßte acht schwere Zeppeline. Oberleutnant Guderian hatte in der Besprechung gefordert: “Nicht kleckern, sondern klotzen!” Er hatte für die Landung 36 Schütte-Lanz- und 12 Zeppelin-Luftschiffe gefordert, doch die Mittel des Reiches erlaubten nur 24 Schütte-Lanz und 8 Zeppeline der erforderlichen Größe. Die mondlose, sternenklare Nacht verbarg die Zeppeline, doch ihre Antriebe brummten ungedämpft, gaben dem Feind eine Warnung.

Unter ihnen gab es Alarm, die britische Kanalflotte wurde gewarnt. Suchscheinwerfer flammten auf, wurden in den Himmel gerichtet. Das hatten die Deutschen erwartet, so wußten sie, wo ihre Ziele lagen. In mehr als tausend Metern Höhe waren sie sicher vor Infanteriewaffen, steilfeuernde Maschinenkanonen hatten die Engländer nur wenige. Deren Feuer würde die Hüllen der Luftschiffe durchschlagen und auf englisches Gebiet niedergehen.

Jeder Zeppelin hatte acht Bomben zu jeweils 500 Pfund an Bord. Sie besaßen Aufschlagszünder mit einer halben Sekunde Verzögerung, sie würden womöglich Decks durchschlagen und darunter explodieren. Wo sie Panzertürme trafen, würden sie abprallen und in der Luft zünden. Und wenn sie daneben gingen, detonierten sie unter Wasser. Einen derartig massierten Angriff hatte es noch nie gegeben, die psychologische Wirkung würde den materiellen Schaden bei weitem übertreffen.

Außer Sicht warteten die SMS Nautilus und die SMS Albatross auf die Explosionen in Portsmouth. Sie nutzten die Verwirrung, um ungestört ihrem Zweck nachzugehen: Minen legen. Dies sollte eine kleine Überraschung für die Briten werden, wenn sie demnächst in Alarmfahrt aus dem Hafen stoßen würden.

20. März 1915, Mitternacht, nördlich von Dover

Die Schütte-Lanz-Luftschiffe absolvierten ihre Flüge mit der Präzision eines Uhrwerks. Sie besaßen Holzrahmen, nicht Aluminium wie die Zeppeline. Die Möbelfabriken im Reich hatten rund um die Uhr gearbeitet, um diese Rahmen zu erstellen. Guderians Plan sah die Entsendung zweier Regimenter vor, um einen Brückenkopf zu bilden, in den die Landeverbände hineinstoßen sollten. Das erste Regiment sollte die vier Küstenbatterien ausschalten und die beiden Torpedoboote im Hafen erobern. Die sechs Kompanien waren bereits gelandet und drangen nun nach Dover vor.

Das zweite Regiment sollte eine Verteidigungslinie bilden, einen britischen Stoß in den Brückenkopf abwehren. Die Luftschiffe führten diesmal eine spezielle Fracht mit sich: 12 Feldkanonen und 24 Maschinengewehre. Bei diesem Flug wurden die Böden der Truppenplattformen ausgeklinkt, um das schwere Transportgut abzusetzen. Drüben in Calais würden neue Böden eingesetzt, so wie Traggas und Treibstoff nachgefüllt wurden.

Der versammelte Stab hatte Dover als Schwachpunkt angesehen, denn gerade dort, über die kürzeste Entfernung, würde der Feind die Landung am ehesten erwarten. Guderian hatte argumentiert, daß die Briten vernünftige Leute seien und gerade deshalb Dover ausschlössen. Die Luftaufklärung bestätigte, daß in Dover nur eine relativ schwache Verteidigung stationiert war, mit vier Küstenbatterien und zwei Torpedobooten.

Die britische Kanalflotte beschoß Le Havre, die britische Armee stationierte eine Brigade in Hastings. Vorstöße nach Calais dezimierten die Flotte, dank der Angriffe deutscher Unterseeboote. Dünkirchen und Oostende blieben unbehelligt. Die deutsche Hochseeflotte hatte widerwillig ein Geschwader unter Vizeadmiral von Hipper in den Kanal verlegt, dafür aber fast die gesamten U-Boote dort stationiert.

21. März 1915, kurz vor 01:30 morgens, Dover

Hauptmann von Donnersberg hatte die westlichste Batterie längst erreicht. Der Plan sah vor, daß die sechs Kompanien gleichzeitig zuschlugen. Die englischen Wachen drehten lustlos ihre Runden, der kommende Tag war ein Sonntag, da war Kasernendienst besonders öde. Dover war bereits isoliert, alle Telegraphen- und Telephonleitungen hatten die Deutschen gekappt. Die Soldaten schauten in den sternklaren Himmel, verfolgten die Schatten der Luftschiffe, die das zweite Regiment einflogen.

Der Minutenzeiger auf der Uhr des Hauptmanns rückte auf die Sechs vor. Der Hauptmann gab seinen Bogenschützen ein Zeichen. Die Wachen sollten lautlos ausgeschaltet werden, folglich hatte das Oberkommando auf die mittelalterlichen Waffen zurückgegriffen. Vier Soldaten jeder Kompanie hatten die letzten Wochen das Schießen in der Nacht geübt. Fast lautlos rasten die Pfeile davon, schlugen ein und die Wachen stürzten. Ein Zug rückte vor und sicherte die Geschützstellungen, zwei weitere Züge drangen in die Gebäude ein, um die schlafenden Engländer zu überwältigen.

Aus dem Hafen drangen Gewehrschüsse herauf. Offenbar war da nicht alles glatt gegangen. Das befürchtete Signal Rot blieb jedoch aus, die Reserve mußte nicht anrücken. Im Osten leuchtete Signal Grün auf. Von Donnersberg peilte es an und schloß, daß die dritte Batterie genommen worden war. Gleich darauf erhielt er die Meldung, daß seine Kompanie ihr Ziel erreicht hatte. Erleichtert lud er Grün in seine Signalpistole.

21. März 1915, 06:00 morgens, Calais

Die Schütte-Lanz-Luftschiffe hatten über 3.000 Mann nach England gebracht, zusätzlich 24 leichte Feldgeschütze und 48 Maschinengewehre. Dover erwachte, und die Bürger erfuhren, daß ihre Stadt in Feindeshand geraten war. Die zurückkehrenden Luftschiffe wurden umgebaut, die Transportplattformen durch Bombenhalterungen ersetzt. Die Geräuschdämmungen der Motoren waren überflüssig, auch sie wurden abmontiert. Sechs 500-Pfund-Bomben sollte jedes Luftschiff zum Feind bringen.

Die Zeppeline aus Portsmouth waren zurückgekehrt, sie hatten nur ein paar Löcher abbekommen, die schnell geflickt wurden. Die Zeppeline sollten einen weiteren Angriff fahren, diesmal gegen Ipswich, gegen die britische Ostküstenflotte.

Herzog Albrecht empfing die Nachricht, daß die Minensperren vor Dover beseitigt waren. Trotzdem waren vier Torpedoboote unterwegs, um weitere Minen aufzuspüren. Allerdings wurde es jetzt Zeit, die Landungsschiffe loszuschicken. Die vierte Armee würde England besuchen.

21. März 1915, 08:30 morgens, Windsor Palace

“Schlimme Sache, Eure Majestät, es scheint, als hätten wir Dover verloren.”

König Georg V. musterte seinen Adjutanten erstaunt. “Verloren? Was wollen Sie damit sagen?”

“Wie es aussieht, sind die Deutschen dort gelandet, Majestät”, berichtete der Oberstleutnant. “Das Armeekommando Eurer Majestät zieht Truppen zusammen, um Dover wieder zu befreien. Ein improvisierter Vorstoß ist bereits fehlgeschlagen. Deutsche Luftschiffe haben unsere Truppen bombardiert, wir konnten zwei abschießen.”

“Was ist mit der Kanalflotte?”

“Ist auf eine deutsche Minensperre getroffen, ihr Auslaufen verzögert sich. Mr. Churchill ist jedoch guter Dinge, daß die Marine ihre Pflicht tun wird. Unser Ostküstengeschwader wurde ebenfalls von Luftschiffen angegriffen. Die scheinen überall zu sein.”

Der König hatte trotz der beruhigenden Worte den Ernst der Lage begriffen. Zuerst hatte der Angriff auf Portsmouth sinnlos gewirkt. Eine Bombe hatte eine Mannschaftsunterkunft getroffen, deshalb hatte es 103 Tote gegeben, doch sonst waren die Schäden sehr gering gewesen. Das Ziel hatten die Deutschen trotzdem erreicht: die übernächtigten Schiffsbesatzungen hatten die Minen zu spät bemerkt, welche ihnen dank des ablenkenden Angriffs in den Weg gelegt worden waren.

“Ich möchte wissen, wer von den Deutschen das planerische Genie hinter diesem Angriff ist”, murmelte der König mehr zu sich selbst. “Hindenburg? Willi ist es jedenfalls nicht… Vielleicht haben wir Moltke unterschätzt…” In diesem Augenblick lief Georg ein Schauer über den Rücken. “Warnen Sie die Kanalflotte! Die Schiffe fahren in eine Falle!”

“Majestät, das ist…”

“Warnen Sie die Flotte! Unbedingt! Und die Flotte in Ipswich ebenfalls! Die sollen sich mit allem vereinen, was in Scapa Flow liegt! Wir brauchen jedes Schiff, das wir auftreiben können!”

“Majestät, das ist…”

Der König knurrte ärgerlich auf. “Holen Sie mir Churchill ans Telephon! Sonst haben wir bis Ostern den Krieg verloren!”

21. März 1915, 10:30 morgens, Ärmelkanal, südlich Dungeness

Hauptmann Hink wußte, daß die Schütte-Lanz-Luftschiffe ihre Pflicht erfüllt hatten. Seine SL8 hatte Blessuren erhalten, der Holzrahmen war feldmäßig geflickt worden. Bei den anderen Schiffen sah es ähnlich aus, der Dauereinsatz in der Nacht hatte an Mensch und Material gezehrt. Der lange Tag würde nach diesem letzten Einsatz zu Ende sein, er und seine Kameraden durften endlich ausruhen. Jene Kameraden, die diesen Einsatz überlebten.

Die Luftschiffe hatten andere Bomben geladen, diesmal waren es Tausendpfünder. Sie sollten die britischen Großkampfschiffe nicht nur ankratzen, sondern tunlichst versenken. 22 Luftschiffe gegen zehn Dreadnoughts und 48 kleinere Einheiten. Eine Flotte, die alle Transportschiffe vernichten und die gelandeten Kameraden in Grund und Boden bombardieren konnte. Angriffshöhe tausend Meter!

“Kurs vorderster Dreadnought! Höhe Eintausend, Geschwindigkeit 38 Knoten. Bombenschütze Feuer wenn bereit.” Die SL8 fuhr ruhig dahin, Hink sah das Aufblitzen der Maschinenkanonen. Im Vorderschiff erschienen Löcher. Dann ging ein Ruck durch die SL8, die drei Bomben stürzten dem Feind entgegen. Die SL8 sprang nach oben, direkt in die Feuergarbe hinein. Hier trafen die Geschosse auf genügend Widerstand, um zu explodieren. Der Tod kam schnell zu der Besatzung der SL8, sie merkten nicht mehr, daß die Explosionen das Traggas entzündeten und ihr stolzes Luftschiff als brennende Fackel dem Meer entgegentrudelte.

Die deutschen Luftschiffe hielten Kurs und warfen ihre Bomben. Sie trafen oft genug, durchschlugen die Deckspanzerung und richteten schwere Schäden an. Zwei Großkampfschiffe begannen zu sinken, vier weitere Luftschiffe wurden abgeschossen. Damit war es für die Briten noch nicht ausgestanden, denn der Luftangriff hatte ihre Aufmerksamkeit von den Schrecken der Meere abgelenkt. 18 deutsche Unterseeboote schossen ihre Torpedos in die britische Schlachtreihe, hielten tödliche Ernte, rächten die gefallenen Kameraden der Luftschiffe.

Die Engländer entschieden, die U-Boote zu jagen, damit diese ihre Torpedorohre nicht nachluden und erneut tödliche Grüße herüberschickten. In die aufgelöste Formation stieß Vizeadmiral Hipper mit seinem Kanalgeschwader. Vier Großkampfschiffe, sechs Kreuzer, 18 Torpedoboote – vor einer Stunde wären sie hoffnungslos unterlegen gewesen, doch jetzt waren sie den Briten an Feuerkraft gewachsen und an Moral deutlich überlegen.

In seinen Memoiren verwendete Franz von Hipper bei der Beschreibung dieser Seeschlacht des öfteren das Wort “Aasgeier”, um zu beschreiben, wie sein Geschwader über die bereits schwer angeschlagenen Briten hergefallen war. Immerhin, die Briten wehrten sich, beschädigten unter anderem das Flaggschiff des Vizeadmirals und versenkten zwei Kreuzer und drei Torpedoboote. Nach Portsmouth zurück schafften es nur ein paar kleinere Einheiten. Die britische Kanalflotte hatte für den Rest des Krieges aufgehört zu existieren.

21. März 1915, 06:00 abends, Hauptquartier der 4. Armee, Dover

“Nun, Guderian, das sind Ihre letzten Tage als Oberleutnant”, verkündete Marschall Albrecht von Württemberg leutselig, nachdem er sein neues Hauptquartier besichtigt hatte. “40.000 Mann stehen auf englischem Boden, und so ganz nebenbei haben Sie auch noch die Kanalflotte vernichtet. Der einzige Grund, warum ICH Sie nicht sofort befördere, ist der, daß ich Seiner Majestät nicht vorgreifen will.”

“Danke, Herr Generalfeldmarschall”, erwiderte Guderian. “Aber noch haben wir nicht gewonnen. London einnehmen und belagern sollten wir der fünften Armee überlassen, wir müssen weiter nach Manchester, ins Herz der britischen Industrie vorstoßen. Erst dann wird der Kampf für den Gegner aussichtslos.”

“London ist ein Preis, den seit 850 Jahren keiner mehr errungen hat”, erwiderte der Herzog. “Ich habe nicht vor, diese Trophäe der fünften Armee zu überlassen. Ich werde Sie jedoch gerne Prinz Wilhelm von Preußen als strategischen Berater empfehlen, für den Vormarsch in den Norden.”

“Zuerst müssen wir den britischen Gegenangriff abwehren, der gerade vorbereitet wird”, schlug Guderian vor. “Außerdem lauert da noch die Grand Fleet – solange die noch existiert, ist unsere Position nicht gesichert. Ich schlage vor, ein Korps nach Westen zu schicken und die südlichen Hafenstädte einzunehmen. Die fünfte Armee soll London westlich umgehen, auf der Linie Reading – Oxford nach Birmingham vorstoßen – und ein Korps abstellen, um London vom Norden her abzuriegeln.”

“Selbst als Feldmarschall kann ich einem Generalmajor keine Befehle erteilen, wenn dieser zugleich Kronprinz des Deutschen Reiches ist”, wandte Albrecht ein.

Guderian lächelte. “Natürlich nicht, Herr Generalfeldmarschall. Aber Sie können seiner kaiserlichen Hoheit ausgearbeitete Befehle überreichen, die seine kaiserliche Hoheit nur noch zu unterschreiben braucht.”

“Sagen Sie bloß, Sie haben die Befehle schon in der Schublade?”

“Nein, Herr Generalfeldmarschall, aber ich kann sie bis übermorgen ausarbeiten.”

23. März 1915, 07:30 abends, Nordsee, etwa 100 Meilen östlich von Kingston upon Hull

Admiral Jellicoe hatte die deutsche Hochseeflotte in der Abenddämmerung ausgemacht. Er hätte nicht gedacht, daß Ingenohl ihm entgegenkommen würde. Drei Stunden früher, bei Tageslicht, wäre ihm das Gefecht lieber gewesen. Die Nacht war sternenklar, die dünne Mondsichel gab kaum Licht. Das waren keine guten Gefechtsbedingungen. Der Admiral befahl, auf die Küste zuzuhalten. Mit der Landmasse im Hintergrund würden seine Schiffe weitgehend unsichtbar, während die Deutschen sich gegen die Sterne abhoben.

Die Seeschlacht wurde auf kurze Distanz geführt, wo sich die schwereren Kaliber der Briten nicht auswirkten. Dafür zahlte sich die bessere Ausbildung der Deutschen im Nachtgefecht mehr als aus. Von Ingenohl hatte den Auftrag, die Briten zu vernichten, und genau das führte er aus. Der Kaiser war nach dem Erfolg des deutschen Kanalgeschwaders euphorisch, akzeptierte sogar, daß einige seiner geliebten Schiffe nicht zurückkommen würden.

Die Deutschen hatten nicht vor, einen Pyrrhussieg zu erringen, aber sie kalkulierten ein, die halbe Flotte zu verlieren, wenn im Gegenzug die britische Flotte eine vernichtende Niederlage erlitte. Trafalgar in der Nordsee…

Etwa ein Drittel der britischen Flotte gelang es zu entkommen, die Deutschen verloren ein Viertel ihrer Schiffe. Die Schlacht ging als die größte Seeschlacht aller Zeiten in die Geschichte ein. Und ja, der Kaiser zeigte sich überaus zufrieden und stolz über diesen Erfolg seiner Hochseeflotte.

24. März 1915, 06:30 morgens, Windsor Palace

König Georg V. wurde gegen seinen Willen aus dem Schloß gebracht. Die Kriegslage erforderte es, die königliche Familie in Sicherheit zu bringen. Noch war der Weg nach Norden frei, in Edinburgh, Holyrood Palace, dem königlichen Regierungssitz in Schottland, sollte der König nach Willen der Regierung abwarten, bis der deutsche Angriff zusammengebrochen war.

Niemand sagte dem König, daß die neue Verteidigungslinie zwischen Oxford und Swindon errichtet wurde. Dort hatten die Briten genug Zeit, um Stellungen vorzubereiten und Truppen zusammenzuziehen. Das hieß, London aufzugeben. Allerdings zeigten die Erfahrungen aus Paris, daß eine derart riesige Stadt nicht zu verteidigen war. Zwar würden die Deutschen die Stadt nicht in Trümmer schießen, die Gefahr ging eher von den Londonern selbst aus. Ohne Versorgung aus dem Umland würde Mord und Totschlag ausbrechen. Paris hatte nur eine Woche durchgehalten.

Der erste Lord der Admiralität war ausgewechselt worden. Winston Churchill hatte alle britischen Schiffe weltweit zusammenholen worden, was durchaus noch toleriert worden wäre. Sein Vorschlag, London niederzubrennen, damit es nicht dem Feind in die Hände fiele, wurde weniger gnädig aufgenommen. Zum Glück gab es Anstalten, in denen solche Fälle zwar nicht geheilt, aber sicher weggesperrt werden konnten.

© Michael Winkler

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