Monarchie (22.3.2016)

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Dieses Thema verdanke ich einer Leserin, die mich indirekt darauf hingewiesen hat, daß mein Text “Warum ich Monarchist geworden bin” schon zehn Jahre alt ist. An den Grundgedanken hat sich seit damals nichts geändert, es ist jedoch an der Zeit, weitere Aspekte aufzuzeigen.

Zunächst einmal: Eine künftige Monarchie heißt nicht, daß schlagartig das Paradies auf Erden anbrechen wird. Wenn Ihnen heute der Fuß weh tut, wird er auch dann noch schmerzen. Selbst in der Monarchie gibt es schlechtes Wetter und nervende Nachbarn. Der Umschwung im Bewußtsein wird nach und nach erfolgen, ein paar Monate oder Jahre wird es dauern. Roms goldenes Augusteisches Zeitalter begann mit Kriegen gegen die Cäsarenmörder und einem weiteren Krieg Octavians gegen Marcus Antonius. Erst danach kehrte Frieden ein, aber Caligula und Nero standen noch bevor. Die große Kaiserzeit begann mit Vespasian und dauerte bis Marc Aurel, also 70 bis 180 nach Christus. Adolf Hitler ist der Bewußtseinsumschwung schnell erfolgt, binnen eines halben Jahres war die Depression der Weltwirtschaftskrise Optimismus und Zuversicht gewichen.

Um eine führende Position in der künftigen Monarchie einzunehmen, genügt es natürlich nicht, zehnmal am Tag die Kaiserhymne abzuspielen. Die Adelstitel werden wieder gelten, und es wird für persönliche Leistungen den persönlichen Adel geben, so wie es derzeit in England praktiziert wird. Die alten Adelsvorrechte, also Leibeigenschaft, Gerichtsbarkeit, Züchtigungsrecht oder das Recht der ersten Nacht, werden nicht wieder eingeführt. Der Adel darf noch nicht einmal straflos in der Feuerwehrausfahrt parken. Wir gehen schließlich nicht ins Mittelalter zurück.

Die Urformen

Ich will nicht bei der vorsteinzeitlichen Jägerhorde anfangen, sondern mit dem Königreich Ithaka. Das ist eine kleine Insel mit ein paar tausend Einwohnern, nach unseren heutigen Maßstäben noch nicht einmal ein Landkreis. Der große Boß auf dieser Insel, der die Angelegenheiten regelt, trägt den Titel König, und bei Homer heißt er Odysseus. Eine Inselverwaltung ist nicht nötig, wer ein Problem hat, geht direkt zum Chef. Odysseus selbst ist ein Großbauer, der genauso auf dem Feld arbeitet wie seine Untertanen. Er kann eine Miliz einberufen, die er in einer Schlacht anführt. Und er kann seine Ithaker dazu veranlassen, Bewässerungsgräben oder einen Tempel zu bauen oder andere öffentliche Arbeiten zu verrichten. Er benötigt die Zustimmung seines Volkes, er ist kein absoluter Monarch. Es gibt eine Ratsversammlung, der alle freien Männer angehören.

Handel und Austausch erfolgen zumeist in Naturalien. Gemünztes Edelmetall wird erst 700 Jahre später erfunden, wir dürfen jedoch davon ausgehen, daß im Ithaka des Odysseus Gold und Silber nicht verachtet wurden. Begehrter waren allerdings Bronzebarren, aus denen die Insulaner Werkzeuge und Waffen geschmiedet haben.

Das ist die Urform: Jeder kennt jeden, das “Reich” ist überschaubar, und es gibt einen Einzigen, der sich um alles kümmert und das Sagen hat. Die Wirtschaft funktioniert mit werthaltigem “Geld”, Tauschwaren oder Edelmetall. Silber wird auf die Waage gelegt, dann weiß der Insulaner, wie viel es wert ist. Da braucht keine Bank in Athen oder Frankfurt einen Beleg auszustellen.

Wenn alles zerfällt, also ein “gesellschaftlicher Reset” durchgeführt wird, kehren menschliche Gemeinschaften zu den Urformen zurück. In jeder Gruppe wird es einen Anführer geben, und als Tauschmittel wird nur akzeptiert, was einen inneren Wert hat.

Demokratie – kompliziert, dekadent und korrupt

Betrachten wir unsere Bundeskanzlerin. Als eher zweitklassige Physikerin hätte sie, dank ihrer politischen Vorbelastung, nach der Wende allenfalls in einem kleinen Unternehmen Arbeit gefunden. Damals haben sich “Ossis” unter Wert im Westen verdingt. Es ist unwahrscheinlich, daß sie ihre Stellung behalten hätte. Qualitäten als Führungskraft in der Wirtschaft fehlen ihr vollständig. Mit einiger Wahrscheinlichkeit würde sie heute Hartz IV beziehen oder als Hausfrau vom Verdienst ihres Mannes leben. Immer noch im Beruf würde ihr Einkommen eher 40.000 als 60.000 Euro im Jahr betragen. Als Kanzlerin streicht sie etwa 300.000 Euro pro Jahr ein, zusätzlich zu all den Privilegien ihres Amtes. Politik hat sich für sie also finanziell gelohnt.

Es mag Ausnahmen geben, doch die meisten Abgeordneten stellen sich in der Politik besser als in ihrem vorherigen Beruf. Die Politik war für sie die Fahrkarte nach oben. Die Loyalität dieser Leute gehört folglich jener Institution, die ihnen diesen Aufstieg ermöglicht hat. Das ist nicht das Vaterland, das ist die Partei. In der Folge tun alle Politiker das, was für die Partei am besten ist, denn dies sichert ihnen Einkommen und Status. Nicht das Wohl des Landes oder der Allgemeinheit, das Wohl der Partei bestimmt ihr Handeln. In der Folge werden die Politiker das, was gut für die Partei ist, so hinstellen, als sei es gut für das Land.

Laut Lehrbuch ist die Demokratie die Herrschaft des Volkes zum Wohle der Allgemeinheit. Jenseits dieser Theorie ist sie die Diktatur der Mehrheiten, bei der Minderheiten unterdrückt werden. Wenn Würzburg 130.000 Einwohner hat und Gerbrunn 10.000, dann wird nach einer Abstimmung die neue Müllverbrennungsanlage in Gerbrunn gebaut – nach Beschluß der Mehrheit. Gibt es in einer Stadt 12% Hundebesitzer und 60% Straßenbahnfahrer, wird natürlich die Hundesteuer erhöht, dafür bleiben die Fahrpreise stabil.

In einer unmittelbaren Demokratie platzt das System, sobald die Gruppe zu groß wird. Wenn in einer Volksversammlung in Athen, mit etwa 10.000 Stimmberechtigten, jeder seine Meinung zu einem Thema sagen wollte, dauern allein die Redebeiträge 800 Stunden. Anschließend wird noch über die Argumente diskutiert… Folglich bestimmen die Demagogen die Versammlung, die Volksredner, die eine rhetorische Ausbildung, schauspielerische Fähigkeiten und einen Hang zur Selbstdarstellung haben. Der wortkarge Schuster, der zwar die besseren Argumente vorträgt, aber dies unbeholfen, wird mit seinen Ansichten nicht durchdringen. Somit obsiegt die Redegewandtheit über die Vernunft.

In einer mittelbaren Demokratie ist die Gefahr hoch, daß nicht die Vernünftigen, sondern die Schaumschläger das Volk vertreten. Noch schlimmer wird es, wenn die Vertreter des Volkes Handlungsvollmacht haben, also “nur ihrem Gewissen unterworfen sind”. Da geht Volkes Meinung verloren, die Damen und Herren Volksvertreter sind sich selbst die Nächsten, das Volk hat das gefälligst zu akzeptieren. Kommen noch Parteien ins Spiel, die über Listenkandidaten verdiente Parteisoldaten in die Parlamente bringen, ist das Volk von der Macht weitgehend ausgeschlossen. Mit anderen Worten: die Demokratie ist ausgehebelt.

Der Staat wird damit zur Selbstbedienungskasse der Parteien. Eine Gewaltenteilung wird aufgebrochen, sobald die Mehrheit im Parlament die Regierung stellt. Und wenn die Regierung bestimmt, wer als Richter eingestellt und befördert wird, vereinnahmen die Parteien auch die Justiz. Am Ende steht ein verfilzter Parteienstaat, in dem die Politik alles überwuchert hat.

Angenommen, ich könnte für 50 Euro eine Stimme kaufen. Um 100.000 Wähler zu überzeugen, müßte ich 5 Millionen Euro aufwenden. Den Abgeordneten, den diese Wähler entsenden, bekomme ich aber schon für zwei Millionen. Der Abgeordnete war früher Lehrer, er hat den Beruf gewechselt, deshalb sind zwei Millionen für ihn eine Menge Geld. Für eine Entscheidung im Bundestag müßte ich 311 der 620 Abgeordneten kaufen, also 622 Millionen aufwenden. Die Parteiführungen bekomme ich aber schon für 50 bis 100 Millionen.

Jeder Politiker nimmt gerne einen Demokratiepreis entgegen, läßt sich für Toleranz und Völkerfreundschaft auszeichnen. Auf diese Weise fließen die Bestechungsgelder ganz unauffällig, der betreffende Politiker kann sich sogar mit diesen Zuwendungen brüsten. Jetzt verstehen Sie, wieso eine Angela Merkel derart viele Preise und Auszeichnungen bekommen hat. Die amerikanische Freiheitsmedaille bekommt man jedenfalls nicht dafür, daß man für Freiheit und Unabhängigkeit von den USA kämpft.

Der Politiker hat Macht auf Zeit, was wiederum bedeutet, daß er die Zeit der Macht nutzen muß. Wer für vier Jahre gewählt ist, hat vier Jahre, um reich zu werden und um seine Wiederwahl zu sichern – in dieser Reihenfolge der Prioritäten. In der Politik führt die Ochsentour der Selbstverleugnung nach oben, nur wer die Partei, deren Lehren und Ideologie über alles stellt, kommt weiter. In der Partei muß man der richtigen Seilschaft angehören, aber auch das Gespür haben, die Seilschaft zu wechseln, wenn sich die Gelegenheit bietet, schneller nach oben zu kommen. Die größte Kunst ist, den eigenen Gönner so gekonnt abzuservieren, daß man dessen Platz erbt. Dazu muß der Demokrat ein Experte im Lügen und Betrügen, im Intrigieren und im Mauscheln sein. Nicht Wissen und Können, nicht Fachkompetenz entscheiden, sondern die Fähigkeit, Parteifreunde zu manipulieren.

Minister in einer Demokratie sind verdiente Parteisoldaten. Wenn das Land Glück hat, hat sich ein Minister schon vorher mit seinem Fach beschäftigt, doch normalerweise ist er völlig fachfremd. Ursula von der Leyen ist ausgebildete Ärztin und siebenfache Mutter. Da mag es zur Familienministerin langen, doch was befähigte sie, gleich danach Arbeitsministerin zu werden? Und anschließend Verteidigungsministerin? Was befähigte den Juristen und Innenminister Schäuble, das Finanzministerium zu übernehmen?

Wer in der Politik nach oben will, kann sich keine Skrupel und keine Moral leisten. Wenn dies die Grundvoraussetzungen sind, wie sehr widersteht ein solcher Mensch den Verlockungen des Geldes? Wer aus durchschnittlichen Verhältnissen stammt – also bis in die obere Mittelschicht hinein – ist nicht wirklich reich. Diese Leute sind für Verlockungen anfällig, seien es Geldkoffer oder Angebote als Frühstücksdirektoren nach dem Ausscheiden aus dem Amt. Die Parteiführung lenkt die Politik, und wer die Parteiführung kauft, erhält die Macht für wenig Geld.

Unser Geld ist ebenso eine leere Hülle. Ein Geldschein kostet ein paar Cent, und nur solange, wie die Regierung sagt, er habe einen Wert, ist er werthaltig. Gesetzliche Zahlungsmittel sind Zahlungsmittel kraft Gesetzes, nicht kraft inneren Wertes. Gold und Silber hingegen wurden zu allen Zeiten als wertvoll und werthaltig angesehen, ohne Zutun irgendeiner Regierung.

Vorteile einer Monarchie

Ich spreche hier von einer Erbmonarchie, bei welcher der Kronprinz feststeht und nicht davon abhängig ist, irgendwelchen Kurfürsten Versprechungen geben zu müssen. Der Prinz kommt auf die Welt und die Kanonen schießen donnernden Salut. Sobald das Kind laufen kann, beginnt die Ausbildung. Zuerst erfolgt der Unterricht beiläufig. Da wird zwar auch Rotkäppchen und der Wolf vorgelesen, doch immer wieder sind es Geschichten über die eigenen Ahnen, die dem Kind das Gefühl für die Tradition des Hauses geben. Neben der schulischen Ausbildung erfolgt die politische Ausbildung, die den Heranwachsenden mit den Staatsgeschäften vertraut macht. Der Kronprinz darf Fußball spielen, steht aber auch bei Zeremonien neben seinem Vater. Später übernimmt er Repräsentationsaufgaben, wird zum Gehilfen seines Königs. Auf Neudeutsch heißt das: Training on the Job.

Eines Tages ist es soweit: der König stirbt oder dankt ab. Der Kronprinz übernimmt, wird der neue König. In der Geschichte ist es hin und wieder vorgekommen, daß der gerade gekrönte Monarch sehr jung ist, doch zumeist ist er ein gestandener Mann, der bereits eine Familie gegründet und eigene Kinder hat. Nach Jahrzehnten der Vorbereitung übernimmt er die Herrschaft. Auch für ihn ist es Macht auf Zeit, doch der Monarch gehört einer reichen Familie an. Er muß nicht reich werden, er ist es. Und er weiß, daß er sein Reich an seinen eigenen Sohn weitergeben wird, er mithin nur der Treuhänder ist. Wo der Demokrat einfach abhaut, wenn er genug Schaden angerichtet hat, bleibt der König in der Pflicht.

Wir kennen aus der Geschichte Hasardeure, die ihr ererbtes Reich in den Ruin getrieben haben. Andere haben in diesem Spiel gewonnen, tragen heute den Beinamen “der Große”. Kronprinz Alexander von Makedonien hat das Heer in Marsch gesetzt, das ihm sein Vater hinterlassen hat. Kronprinz Friedrich II. von Preußen hat die Kriege geführt, die sein Vater, der “Soldatenkönig”, unterlassen hat. Sie beide hatten mit diesen Vorhaben Erfolg. Die meisten Könige und Fürsten waren jedoch friedlich, haben das Erbe gut verwaltet und weitergegeben. Nicht König Wilhelm, sein Reichskanzler Bismarck hat Preußens drei große Kriege zwischen 1864 und 1871 organisiert. Danach haben Preußen und das Deutsche Reich sich friedlich verhalten, sie hatten erreicht, was sie haben wollten.

Die größten Kriegstreiber der Welt, die seit ihrer Gründung praktisch ununterbrochen Kriege führen, darunter die größten und grausamsten der Weltgeschichte, die USA, waren von Anfang an eine Demokratie. Dagegen sind alle Monarchien der heutigen Welt extrem friedlich.

Wird die Regierung vom König eingesetzt, findet die Gewaltenteilung statt. Das Parlament wird auf seine eigentliche Arbeit zurückgeführt, die Kontrolle der Regierung, die Verabschiedung der Gesetze und des Staatshaushalts. Der Monarch regiert nicht selbst, er läßt regieren. Sein Reichskanzler kann sich die Minister aussuchen, er kann Fachleute nehmen, ist nicht verpflichtet, Parteisoldaten Austragstellen und Dienstwagen zu verschaffen. Die Justiz ist auf den König eingeschworen, nicht auf das eigene Parteibuch. Sie ist damit dem Recht verpflichtet, nicht der Politik.

Der Kanzler ist in diesem Modell von seinem Herrscher abhängig, doch dieses Verhältnis beruht auf Gegenseitigkeit. Der Monarch steht hinter dem Kanzler, und er ist darauf angewiesen, daß dieser Kanzler gute Arbeit leistet. Versagt der Kanzler, fällt dies auf den Landesherrn zurück. Er wird sich deshalb keinen Günstling, sondern einen fähigen Mann als Kanzler aussuchen. Für den Kanzler gilt das gleiche: Er benötigt fähige Minister, damit seine Regierung funktioniert. Günstlingswirtschaft schadet dem Reich und dem Ansehen des Kanzlers, folglich bleibt sie weitgehend ausgeschlossen.

Die Regierung muß allerdings auch das tun, wofür sie bezahlt wird: regieren. Das mag banal klingen, ist jedoch gerade in Merkeldeutschland ein Problem. Die unabhängige Bundesbank war immerhin noch für Deutschlands Geld verantwortlich, die Europäische Zentralbank ist keinem Land verpflichtet. Berlin ist mittlerweile eine Außenstelle des Brüsseler Beamtenmolochs, fünf Sechstel der Gesetze, die im Bundestag beschlossen werden, sind Vorlagen aus Brüssel, die ohne Änderungen durchzuwinken sind. Eine Besonderheit der Merkelregierung sind Gesetze, die ausländische Anwaltskanzleien ausarbeiten, weil die eigenen Ministerien offensichtlich derart vom Parteienfilz überwuchert sind, daß dort keine kompetente Arbeit mehr geleistet wird. Vor Fehlentwicklungen dieser Art ist jedoch nicht einmal die Monarchie sicher, auch wenn ein Monarch sich wehren würde, wenn in seinem Land von außen hineinregiert werden soll.

Wir haben erlebt, daß Bundespräsidenten Nestbeschmutzer sein können. Richard von Weizsäcker hat über Deutschland hergezogen, hat alle Deutschen pauschal für den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg für schuldig erklärt. Bis auf seinen Vater, natürlich. Der jetzige Bundespräsident, Joachim Gauck, ist um vieles schlimmer. Der schafft es sogar, Deutschland selbst zu spalten, große Teile des Volkes zu “Dunkeldeutschland” zu erklären. Ein Monarch wäre nicht nur besser erzogen, er würde niemals seine eigenen Eltern und Vorfahren beschimpfen. Ein Bundespräsident trägt keine Verantwortung, nach spätestens zehn Jahren tritt er ab und seine Untaten versinken in der Geschichte, der Monarch aber bleibt. Mit dem, was er getan hat, müssen seine Nachfahren leben. Seit Johannes Rau wissen wir, daß sogar das Amt des Bundespräsidenten nur ein Schachergut der Politik ist, das zur Befriedigung persönlicher Eitelkeiten vergeben wird.

Wann kommt die Monarchie?

Nach Oswald Spengler leben wir derzeit in einer Phase, die Zivilisation genannt wird. Dazu gehört die Demokratie als Staatsform, welche die Herrschaft des Geldes am besten unterstützt. Zivilisation versinkt schließlich ins Chaos, da die wachsende Verteilungs-Ungerechtigkeit zu Aufständen und Bürgerkriegen führt. Dies wird von der nächsten Stufe abgelöst, dem Cäsarismus. Abgeleitet hat er das aus dem Römischen Reich. In der Spätphase der Republik waren viele Patrizier – die Oberschicht – sehr reich geworden, während die Plebejer – die Unterschicht – immer weiter verarmte. Der Reichtum des Imperiums floß nur der Oberschicht zu. Dies führte zu Bürgerkriegen um die Wende des letzten vorchristlichen Jahrhunderts, die zum Aufstieg Julius Cäsars führten und erst mit Augustus wirklich beendet waren.

Der Zerfall der römischen Republik führte also zu einem Cäsaren, einem Kaiser, der sich um das Allgemeinwohl kümmerte und über den streitenden Parteien stand. Das Rezept wird dieses Mal ebenso funktionieren: Die Verteilung von Fleißig zu Reich ist seit Jahrzehnten im Gange, die Globalisierung schaufelt immer mehr Geld nach oben. Die besitzlosen Schichten werden immer weiter ausgebeutet. Für die Asylantenflut bezahlen nicht die Reichen, sondern die Bedürftigen. Diese konkurrieren mit den Zudringlingen um Wohnraum, Sozialleistungen und Krankenhausbetten. Wer sich keine Privatschulen leisten kann, dessen Kinder werden in der Bildung abgehängt, da die Zudringlinge die Qualität der Schulen systematisch zersetzen.

Ich erwarte, daß die Zudringlinge zu Terror und Bürgerkrieg führen und daß die bereits schwelenden weltweiten Kriege aufflammen. Doch selbst, wenn nichts davon geschieht, werden die Aufstände und Bürgerkriege ausbrechen. Das derzeitige System ist zu abgewirtschaftet, zu viele Weichen wurden falsch gestellt, als daß noch etwas zu retten wäre.

Der Übergang der Spenglerschen Kultur zur Spenglerschen Zivilisation erfolgte als Bruch, mit dem Ersten Weltkrieg als sichtbarem Zeichen. Der Übergang von der Zivilisation zum Cäsarismus wird ebenfalls als Bruch erfolgen. Im besten Fall wird dies unblutig geschehen, als Putsch nach einer Dauerkrise der Regierung, doch das halte ich für nicht wahrscheinlich. Augustus hat laut eigener Aussage ein Rom aus Lehmziegeln übernommen und eine Stadt aus Marmor hinterlassen, der neue Cäsar wird ein Deutschland in Trümmern vorfinden und blühende Landschaften hinterlassen.

Allerdings kommt es darauf an, wie umfassend die begleitenden Katastrophen des “Resets” sein werden. Es ist durchaus möglich, daß sich Deutschland als Ganzes auflöst, es in kleine Territorien zerfällt, über die eine Art Warlord als lokaler Fürst herrscht. Ich persönlich glaube, daß diese Phase relativ kurz sein wird und die Gebiete sich bald zusammenschließen werden. Der neue gemeinsame Anführer wird dann zum Cäsar, zum Monarchen.

Wir werden nicht in der Steinzeit neu anfangen müssen. Investmentbanker und Versicherungsvertreter werden wir allerdings keine brauchen, die dürfen sich als Hilfsarbeiter verdingen. Metall werden wir genügend haben, auch wenn dieses als ausgeglühte Autowracks auf zerfallenen Straßen herumsteht. Ich rechne mit Hunger, Krankheiten und Todesfällen aus Schwäche, denn wer auf Medikamente angewiesen ist, wird nicht lange überleben. Wir werden etwa auf das Niveau des Jahres 1800 zurückfallen. Wenn wir es schaffen, das heutige Wissen zu bewahren, werden wir das, was real 150 Jahre gedauert hat, in 30 Jahren schaffen.

Das ist das Katastrophen-Szenario, das sich bei meinem Phasenzähler schamhaft hinter “Finis” und “Neuanfang” verbirgt. Der Übergang zum Cäsarismus in Rom hatte keinerlei Auswirkungen auf China oder Südamerika, die Weltgegenden waren damals noch getrennt. Der Untergang des Abendlandes, der westlichen Zivilisation, wird sich global auswirken. Die Welt wird dabei in Regionen zerfallen, die sich unterschiedlich entwickeln. Die Menschheit wird sich dabei auf das besinnen, was sich bewährt hat: die Monarchie und die Edelmetalle als Währung.

Der Titel des Monarchen liegt nicht fest. Cäsar hat den Titel des Königs (“Rex”) entschieden abgelehnt, aus politischen Gründen. Augustus trug den Titel “Princeps” (“erster Bürger”), seine Nachfolger nannten sich Cäsaren (“Kaiser”) und Augustei. Wenn der kommende Cäsar kein König oder Kaiser sein wird, ist das belanglos. Er wird Monarch sein, unabhängig vom Titel.

© Michael Winkler

In der belgischen Hauptstadt Brüssel haben sich heute Morgen mehrere Terroranschlägen ereignet. Zwei am Flughafen und in einer in der Metro-Station Maelbeek im Stadtzentrum. Nach aktueller Aussage des Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur liegen die Opferzahlen bei etwa 34 Tote und 170 Verletzte. Mayeur sprach von einem Angriff “auf unsere Werte, gegen Freiheit und Demokratie“. Der französische Premierminister Manuel Valls kommentierte die Anschläge mit den krassen Worten, “Europa ist im Kriegszustand!!!

Aus der Stiftskirche St. Florian

Zum 100. Todestag von
Anton Bruckner
Symphonie Nr. 8 c-moll

Wiener Philharmoniker
Dirigent: Pierre Boulez

Konzert des Internationalen Brucknerfestes 1996
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Robert Kennedy jr. hat in einem bemerkenswerten Essay dargelegt, welch unselige Rolle die USA in Syrien und im Nahen Osten bisher gespielt hätten: Die USA hätten im Kampf ums Öl ihre Werte schamlos verraten und mehrfach Regierungen gestürzt. Die Folge: Der Hass der Araber auf den Westen, weil ihnen das Recht auf Selbstbestimmung verwehrt wurde.

Ermutigt vom Teilrückzug der Russen hat die zu al-Kaida gehörende Terror-Miliz al-Nusra ihre Verbände im Nordwesten von Syrien zusammengezogen. Das russische Verteidigungsministerium meldet, dass al-Nusra eine Großoffensive in Hama starten wolle.

Der US-Investor KKR kauft die Rüstungselektronik-Sparte von Airbus für 1,1 Milliarden Euro. Begründet wird der Schritt mit den sinkenden Verteidigungs-Ausgaben in Europa. Der Verkauf trifft den Standort in Ulm mit 3.000 Mitarbeitern.

Bei seinem Besuch in Kuba hat sich US-Präsident Barack Obama in der Frage der Meinungsfreiheit eine Abfuhr geholt: Staatschef Raúl Castro verbat sich die Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes. Es gäbe keine politischen Gefangenen in Kuba.

Eine Einigung zwischen Apple und dem FBI scheint obsolet geworden zu sein: Der Geheimdienst soll mit Hilfe von Dritten einen Weg gefunden haben, das iPhone zu hacken.

Der türkische Präsident Erdogan hat die EU-Politiker im Kampf gegen den Terror als Heuchler bezeichnet. Die Anwürfe stellen keine besonders vertrauenerweckende Grundlage für die menschenwürdige Behandlung der von der EU in die Türkei abzuschiebenden Flüchtlinge und Migranten dar.

Die US-Ratingagentur Moody’s zweifelt an den Bemühungen der Deutschen Bank, die Profitabilität zu steigern. Die Agentur nimmt auch die Postbank kritisch unter die Lupe.

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