Aus aktuellem Anlass (neueste Scheibe von Gigi & die braunen Stadtmusikanten – Rattenfänger/Danny Dattel) möchten wir hier nochmal kurz die erste Bankpleite in der BRD von 1974 durchleuchten:

Die Gesamtgeschichte kann man sonst wo lesen

Die großen Spekulanten SZ-Serie: Die großen Spekulanten (8)

Dattel kommt ungeschoren davon

Vier der Goldjungs wurden wegen illegaler Devisengeschäfte in großem Stil zu Bewährungsstrafen zwischen eineinhalb und zwei Jahren verurteilt. In der Urteilsbegründung betonten die Richter, dass sich Dattel “einmal mehr als Schlüsselfigur der Spekulationsgeschäfte erwiesen habe.” Seinem Geschick beim Devisenhandel und der “Verlockung, schnell und risikolos Geld zu verdienen”, seien die Angeklagten erlegen. Sie hätten Dattel nur gewähren lassen und keinen eigenen Tatwillen gehabt. Dattel selbst kommt ungeschoren davon. Er, der am Devisenroulette das “große Rad gedreht hatte”, litt unter chronischen Angstzuständen. Als Vierjähriger war Dattel in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt worden. Ärzte bescheinigten ihm vor Gericht nun ein KZ-Syndrom, welches nach der Verhaftung ausgebrochen sei. Mehrere Gutachter erklärten Dattel für verhandlungsunfähig. Damit wird das Revisionsverfahren gegen ihn aus gesundheitlichen Gründen eingestellt.

Dany Dattel

Dany Dattel, 45, früherer Chefdevisenhändler der Herstatt-Bank und einer der Hauptakteure der 1,2-Milliarden-Pleite, scheint zu gesunden. Kaum waren Ende Juni 1984 alle ihm angelasteten Straftaten verjährt, begehrte er beim Kölner Ordnungsamt die Rückgabe seines Führerscheins. Das Papier war vor fünf Jahren eingezogen worden, weil der stets verhandlungsunfähig geschriebene Dollarjongleur einer seelischen Krankheit wegen (“KZ-Syndrom”) unter starkem, reaktionshemmendem Psychopharmaka-Einfluß stand. Die Behörde will Dattels Anliegen “sorgfältigst” prüfen.

Ein Hauptargument der angeblichen Vergasungen in Auschwitz ist immer gewesen, dass an der Rampe die arbeitsunfähigen (Kinder unter 10 und Alte über 60) direkt ins Gas selektioniert wurden. Nun, Herr Dattel (und viele andere)  beweisen das Gegenteil…

Nachtrag:

Der ehemalige Bankier Herstatt erhob in seiner Autobiografie „Die Vernichtung“ Vorwürfe gegen Dattel. Dessen Fehlspekulationen und falsche Informationen hätten die wahren Ausmaße der Schieflage verschleiert und die Pleite maßgeblich verursacht. Bis heute ist allerdings nicht vollständig geklärt, wie die Schuldzuweisung an der größten deutschen Bankinsolvenz der Nachkriegszeit zu verteilen ist.

Dattel selbst klagte bis 2006 beim Bezirksgericht Luxemburg auf die Herausgabe von 2,822 Mio. DM, die angeblich seiner Familie gehörten und im Rahmen der Herstatt-Insolvenz beschlagnahmt wurden. Seine Klagen blieben letztlich erfolglos, verzögerten allerdings die Abwicklung der Herstatt-Insolvenz erheblich.

Dattel lebt heute öffentlichkeitsscheu in Köln-Sülz. Nach Auskunft der Creditreform hat er im Jahr 2004 gemeinsam mit seiner Frau Margot eidesstattliche Versicherungen über die Vermögensverhältnisse abgelegt.

Der französische Präsident Francois Hollande will schneller an die EU-Milliarden kommen, die die Kommission mit dem Juncker-Paket in Aussicht gestellt hat. Doch Hollande steht vor einem Wahlkampf und fordert daher eine Vorfinanzierung.

In den EU-Mitgliedsstaaten regt sich Widerstand gegen neue Kredite an die Ukraine. Die Ukraine ist faktisch pleite, und die EU-Regierungen wissen nicht, woher sie die neuen Kredite nehmen sollen. Das Problem: Ohne Finanzierungsplan für die nächsten zwölf Monate dürfte der 17-Milliarden-Dollar-Kredit des IWF platzen.

Am Donnerstag sagte der russische Präsident Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz, dass Russland einer westlichen Aggression gegenüberstehe. Die Wirtschafts-Krise sei auf „externe Faktoren“ zurückzuführen. Russland werde sich erst nach einer zweijährigen Rezesssions-Phase wieder erholen.

Beim EU-Gipfel in Brüssel scheinen sich vorerst jene Kräfte durchgesetzt zu haben, die erkennen, dass die Russland-Sanktionen für die EU große Nachteile mit sich bringen. Angela Merkel verlangt von Russland lediglich, die Lage zu deeskalieren. Erstmals stellte die Kanzlerin die Lockerung der Sanktionen in Aussicht.

Das Jahr 2015 könnte gravierende Veränderungen im System der Weltwirtschaft bringen: Wer an den Weihnachtsfeiertagen die richtigen Bücher liest, könnte in turbulenten Zeiten im Vorteil sein. Die zehn Geheim-Tipps der Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Der Herausgeber der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, Michael Maier, hat im Interview mit dem Info-Radio des Rundfunks Berlin Brandenburg (rbb) die aktuelle Finanzkrise als ein Problem der Entkoppelung von politischem und wirtschaftlichem Handeln und einer damit verbundenen Haftung beschrieben. Das komplette Interview zum Nachhören.

Dax schließt bei hohem Umsatz im Plus

On December 19, 2014, in Endzeit, by admin

Die Aktienmärkte haussieren nach der gestrigen Fed-Entscheidung und der Einführung von Negativzinsen durch die Schweizer Notenbank. Aber der tiefe Ölpreis könnte zum größten Investitionsstopp seit Jahrzehnten führen.

Noch bevor auch nur ansatzweise klar ist, woher die Mittel für Junckers “Investitionspaket” kommen sollen, ist unter den EU-Chefs ein heftiger Streit über die Verteilung der Steuergelder entbrannt. Teil der Auseinandersetzung ist die Frage, ob das Geld gute oder schlechte Schulden seien – also auf das Defizit angerechnet werden sollen.

Russische Banken wollen sich gegenseitig kein Geld mehr leihen. Die Finanzinstitute trauen sich gegenseitig nicht mehr. Der Zinssatz für dreimonatige Interbank-Kredite liegt auf dem höchsten Stand seit 2005.

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