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Die SPD rühmt sich ihrer Tradition als Partei, die den Nationalsozialisten Widerstand geleistet hat. Das ist zutreffend und ehrenvoll – aber auch schon lange her.

Denn im Wahlkampf scheinen bei den Genossen einige Sicherungen durchgebrannt zu sein.

Eine Attacke gegen Bundesumweltminister Peter Altmaier auf der Facebook-Seite der SPD ist mit einem Foto garniert, das Altmaier wie einen Zombie darstellen soll. Dabei wird eine Behinderung des Umweltministers so massiv dargestellt, dass man nicht mehr von unvorteilhaft sprechen kann.

Das ist eine Verletzung der Menschenwürde, auf deren Wahrung jeder, auch jeder Politiker, ein Anrecht hat.

Das fiktive Plakat prangt riesig auf der Seite. Der Text unter der Überschrift „Altmaier looking at ungelöste Probleme“ listet das Versagen Altmaiers in der Umweltpolitik auf. Daneben starrt Altmaier mit offenem Mund ins Nichts. Das Foto ist hart belichtet, so dass der Mund besonders drastisch hervorsticht (wir haben auf unserer Wiedergabe einen Filter über das Foto gelegt, weil wir Derartiges nicht weiterverbreiten wollen).

Hier wird unterschwellig ein Mensch verhöhnt, weil er anders aussieht als andere. Hier wird mit dumpfen Ressentiments gespielt. Hier sind die Grenzen des Anstands verletzt.

Das hat nichts mit politischer Auseinandersetzung zu tun. Hier sind Leute am Werk, denen ein ethischer Kompass fehlt.

Von solchen Leuten möchte man nicht, dass sie Macht über die Bürger ausüben dürfen.

Immerhin habe wenigstens einige der SPD-Mitglieder gemerkt, dass es sich hier um eine schwere Entgleisung handelt.

Matthias Bauchowitz schreibt auf der Facebook-Seite der SPD:

„Ich denke, dass es auch im Wahlkampf ein paar durch Ethik/Anstand definierte Grenzen geben sollte, wie man mit dem politischen Gegner umgeht. Besonders für eine soziale Partei, die das “WIR” als entscheidend ansieht.“

Die SPD hat sich mit vielen schönen Hochglanz-Bildern in der öffentlich-rechtlichen Scheinwirklichkeit feiern lassen. Das ZDF schreibt huldvoll auf der heute.de-Website: „Die SPD hat ihr 150-jähriges Bestehen mit einem Festakt in Leipzig gefeiert: Dabei bemühte sie sich, ihre Tradition und Geschichte zu präsentieren und gleichzeitig weltoffen und modern zu sein. Sogar von der politischen Konkurrenz kamen freundliche Worte.“

Die Realität sieht anders aus. Die SPD-Parteisoldaten sind nicht freundlich. Sie agieren inhuman.

Man kann nicht glaubwürdig für die Menschenrechte kämpfen und gleichzeitig im Stürmer-Stil den politischen Gegner diffamieren.

Bilder sagen in diesem Fall mehr als tausend Worte. Man kann auch mit Bildern Hohn über einen Menschen ausgießen, ihn zu Gespött machen.

Es mag ja praktisch sein, dass die Parteien mit dem Internet die Möglichkeit haben, ihre eigenen Medien zu etablieren. Dann müssen sie aber die grundlegenden Regeln lernen und Kontrollen einbauen, die solche Entgleisungen ausschließen.

Die SPD-Führung sollte nach dem Schaumbad in der glorreichen Geschichte zur Gegenwart zurückkehren.

Sie sollte das diskrimierende Foto schleunigst entfernen und sich bei Altmaier entschuldigen.

Sonst muss sie sich in ihre Geschichtsbücher schreiben lassen, dass vom Anstand der Nazi-Gegner nichts mehr übrig geblieben ist.

Das wäre ein bitteres Fazit nach 150 Jahren. (164)

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Gründungshemmnisse von Vollerwerbsgründern: Die „klassischen“ Hemmnisse werden deutlich häufiger wahrgenommen. (Grafik: KfW)

Gründungshemmnisse von Vollerwerbsgründern: Die „klassischen“ Hemmnisse werden deutlich häufiger wahrgenommen. (Grafik: KfW)

Nur 775.000 Personen haben sich in Deutschland im Jahr 2012 zu einer Firmengründung durchgerungen. Das ist die niedrigste Zahl seit dem Jahr 2000. „Der Rückgang der Gründungstätigkeit ist besorgniserregend, denn Gründer helfen unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Diese legte ihre jährliche Analyse zum Gründergeschehen in Deutschland vor.

Der Anteil von Gründern in den Freien Berufen wie Beratern, Dozenten und Erziehern stieg seit dem Jahr 2005 von 15 auf 39 Prozent an. Auch diese Entwicklung gibt zu denken: Die Deklarierung als Berater ist für viele nur die zweite Wahl, weil in den Unternehmen weniger unbefristete Arbeitsverträge abgeschlossen werden. Die eigentliche Tätigkeit bleibt dieselbe, der Arbeitgeber spart sich Sozialabgaben. Das führt mitunter sogar in die Scheinselbständigkeit.

Der Anteil der Vollerwerbsgründer, die 2012 im Vergleich zum Jahr 2008 die Bürokratie als Gründungshemmnis wahrnehmen, ist dagegen deutlich angestiegen (2008: 33 %, 2012: 40 %). Auch die Belastungen für das eigene Familienleben sehen Gründer heute kritischer als vor fünf Jahren. Das hindert viele daran, die vermeintliche Sicherheit als Arbeitnehmer gegen die Herausforderung eines Firmenaufbaus einzutauschen. Eine gute Work-Life-Balance ist demnach heute wichtiger als die Aussicht, sein eigener Chef sein zu können.

Dabei zahlt sich der Schritt in die Selbständigkeit nach wie vor aus: Insgesamt hat sich für 42 Prozent der Gründer die Einkommenssituation ihres Haushalts netto verbessert. Nur 16 Prozent berichten von einer Verschlechterung.

Ein eigenes Kapitel sind die Gründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus ein Unternehmen aufziehen: Ihre Anzahl ist im Vergleich zum Jahr 2011 um satte 32 Prozent zurückgegangen. Grund ist die geringere Bezuschussung durch die Bundesagentur für Arbeit. Das lässt vermuten, dass viele dieser Gründungen nur eine Form der verdeckten Arbeitslosigkeit darstellen.

Es gibt jedoch auch Lichtblicke: 47 Prozent der Gründer gaben im Jahr 2012 an, mit ihrem Gründungsprojekt eine explizite Geschäftsidee umzusetzen und damit eine Chance wahrzunehmen – ein Plus von mehr als 10 Prozent. „Chancengründungen versprechen auf Dauer nachhaltiger zu sein als andere Gründungen“, sagt auch Zeuner.

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Beppe Grillo kämpft dafür, dass die Italiener über die EU und den Euro abstimmen können. (Foto: Flickr/Triesteprima.it)

Beppe Grillo kämpft dafür, dass die Italiener über die EU und den Euro abstimmen können. (Foto: Flickr/Triesteprima.it)

Der Movimento 5 Stelle (M5S) strebt ein Referendum darüber an, ob Italien den Euro als Währung behalten Mitglied in der EU bleiben soll.

„Der Euro sollte überdacht werden“, zitiert die Gazzetta del Sud den M5S-Chef Beppe Grillo. Zudem strebe seine Partei ein Referendum über den Verbleib Italiens in der EU an. In nur einem Jahr wolle man die für ein Referendum nötigen 500.000 Unterschriften zusammen bekommen.

Grillo sagte, Italien müsse dem Beispiel Großbritanniens folgen. Dort hatte Premier David Cameron ein Referendum über den EU-Verbleib seines Landes für das Jahr 2017 angekündigt (mehr hier). „Die Briten lehren uns Demokratie beim Euro und bei Europa“, so Grillo. Keine Partei habe das Recht, diese Entscheidung für 60 Millionen Menschen zu treffen.

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Der Bundestag muss sich nun mit dem Thema Netz-Neutralität befassen.

Der Bundestag muss sich nun mit dem Thema Netz-Neutralität befassen.

Das Vorhaben der Telekom, die Flatrate abzuschaffen und für Dienste mit hohen Datensätzen extra Geld zu verlangen, stößt auf massiven Widerstand. Diese Woche Dienstag startete eine entsprechende Online-Petition, die sich dagegen ausspricht. Bereits nach vier Tagen haben über 50.000 Bürger die Petition unterzeichnet.

Initiator der Petition zur Netz-Neutralität ist Johannes Scheller. Ziel der Petition ist es:

„Der Deutsche Bundestag möge ein Gesetz beschließen, das Internetanbieter (“Provider”) verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von Ihrem Inhalt und Ihrer Herkunft gleich zu behandeln. Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen.“

Werde die Netzneutralität nicht gewahrt, „so besteht die Gefahr eines ‚Zwei-Klassen-Internets‘, in dem die Provider kontrollieren, auf welche Dienste und Inhalte Nutzer zugreifen können“, heißt es in der Begründung der Petition. Dies käme einer Zensur aus wirtschaftlichen Aspekten gleich.

Bis zum 18. Juni läuft die Petition. Doch mit über 57.000 Mitzeichnern muss der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages das Thema Netzneutralität behandeln. Der Initiator der Petition kann zudem das Anliegen der Petition in einer öffentlichen Ausschuss-Sitzung darlegen.

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Die Energie-Wende kommt vor allem die Konsumenten teuer zu stehen. (Foto: Flickr/marci_oder_so)

Die Energie-Wende kommt vor allem die Konsumenten teuer zu stehen. (Foto: Flickr/marci_oder_so)

In ihrem aktuellen Länderbericht zu Deutschland weist die Internationale Energiebehörde (IEA) auf etliche bestehenden Probleme bei der Energiewende hin. Besonders scharf kritisiert die IEA die hohen Strompreise. Bisher hätten die deutschen Verbraucher die Energiewende aus der eigenen Tasche bezahlt. Aber auch die Infrastruktur lasse noch zu wünschen übrig.

Deshalb sei  es verständlich, dass es in der Öffentlichkeit keine Akzeptanz für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Energiewirtschaft herrsche, sagte die IEA bei der Vorstellungen des Berichts.

Der jüngste Strompreisanstieg bereite vor allem Haushalten mit geringem Einkommen Schwierigkeiten. Großverbraucher hingegen seien von der Umlage weniger betroffen und kommen zugleich in den Genuss der durch die erneuerbaren Energien herbeigeführten Senkung der Großhandelstarife. „Die Tatsache, dass die deutschen Strompreise trotz relativ niedriger Großhandelspreise zu den höchsten in Europa zählen, ist ein klares Warnsignal“, sagte die geschäftsführende Direktorin der IEA, Maria van der Hoeven.

Ein weiteres Problem sei die 2011 eingeführte Befreiung der Großverbraucher von der Zahlung der Netzentgelte. Die Kosten werden bei den kleineren Stromverbrauchern wieder hereingeholt. Den Kleinverbrauchern würde eine unnötige Last aufgebürdet, der Handel und die Strompreise verzerrt, so die Ausführungen in dem Prüfbericht. Zudem erhöhe sich durch den starken Anstieg bei den Kosten fossiler Brennstoffe auch die generelle Energiearmut.

Zu den Empfehlungen der IEA an die Bundesregierung gehört auch, mehr in den Ausbau der Übertragungsnetze zu investieren. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien müsse durch marktorientierte Konzepte gesteuert werden. Zudem müssten Maßnahmen entwickelt werden, um ein klares Bild „von der Rolle des Erdgases” in der Energiewende zu vermitteln.

Die IEA fordert von der Bundesregierung vor allem aber: 

„Entschlossene Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die Kosten der Energiewende so niedrig wie möglich gehalten sowie fair und gerecht auf alle Verbraucherkategorien verteilt werden, und den durch die Schaffung neuer Kapazitäten der regenerativen Energieerzeugung bedingten Anstieg der EEG‐Umlage begrenzen und dabei zugleich vollen Nutzen aus dem raschen Rückgang der Technologiekosten ziehen, zu dem es gekommen ist.“

Profiteure der Finanzierung durch die Bürger sind nicht nur die Großabnehmer. Auch die Versorgungsunternehmen machen ein gutes Geschäft (hier). Sie erzielen sogar einen Exportüberschuss.

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Im Juni erstmals als Magazin: Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Im Juni erstmals als Magazin: Die Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Liebe Leserinnen und Leser!

Im Juni gibt es die Deutschen Wirtschafts Nachrichten erstmals auch als gedrucktes Magazin. Wir wollen damit vor der Bundestags-Wahl „den Druck erhöhen“: Das Magazin wird allen deutschen Parlamentariern und wichtigen Entscheidern zugestellt. Wir wissen, dass viele Politiker und Entscheider das Internet noch nicht recht entdeckt haben – und wollen ihnen unsere Nachrichten nicht vorenthalten.

Wir hoffen, dass viele es dann auch abonnieren und zu Lesern unserer Website werden (Das Bestellformular finden Sie hier).

Wir glauben, dass Politiker und Entscheider gut beraten wären, sich mit den Nachrichten und den vorzüglichen Kommentaren auf den DWN ernsthaft auseinanderzusetzen.

Wir laden auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, ein, die DWN zu abonnieren.

Damit stärken Sie unsere Unabhängigkeit und helfen uns, auch weiterhin kritisch zu berichten.

Sollten sich genügend Abonnenten finden, dann werden die DWN als Magazin monatlich erscheinen. Sie können das Magazin dann auch weitergeben – an all jene, die immer noch träumen und glauben, dass die Welt in Ordnung ist.

Einer unserer Redakteure hat kürzlich mit einem kritischen Wirtschaftsmann gesprochen. Dessen Reaktion auf die Lage: Man könne eben nichts machen, man könne nichts verändern.

Ab Juni sind die Deutschen Wirtschafts Nachrichten auch als gedrucktes Magazin erhältlich.

Ab Juni sind die Deutschen Wirtschafts Nachrichten auch als gedrucktes Magazin erhältlich.

Da sind wir anderer Meinung: Wir können zumindest informieren und die Worthülsen, zu denen viele Elemente in den Medien heute degeneriert sind, durch eine offene, klare Information ersetzen.

Viele Werbekunden haben die DWN bereits als Medium entdeckt und haben uns geholfen, unseren Kurs zu halten.

Andere Werbe-Kunden sind dagegen der Meinung, dass sie nur Werbung auf Seiten schalten, die unkritisch berichten. Das haben uns mehrere Banken ausdrücklich gesagt – und diesem Wunsch können wir natürlich nicht entsprechen.

Mit dem gedruckten Magazin wollen wir auch einer Entwicklung vorbeugen, die uns Sorge bereitet: Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit gibt es auf verschiedenen Ebenen Bestrebungen, das Internet zu regulieren und zu zensieren.

Wir wollen unsere Nachrichten unabhängig von technischen Beschränkungen verfügbar halten.

Wir laden Sie daher ein: Bestellen Sie bitte die DWN als Magazin, empfehlen Sie uns weiter, verteilen Sie uns.

Wir danken Ihnen für Ihre bisherige Unterstützung und Treue. Vor allem die Hinweise zu Themen in den Kommentaren sind für uns von unschätzbarem Wert. Bitte schicken Sie uns auch weiterhin viele Hinweise und Anregungen!

Ihre
Redaktion
Deutsche Wirtschafts Nachrichten

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Beim Protesttag am 25. Mai wird in mehr als 400 Städten gegen Monsanto demonstriert. (Foto: March Against Monsanto)

Beim Protesttag am 25. Mai wird in mehr als 400 Städten gegen Monsanto demonstriert. (Foto: March Against Monsanto)

Der „March Against Monsanto“ bringt Menschen auf allen Kontinenten auf die Straße, um gegen die Marktmacht des Saatgut-Riesen zu demonstrieren. In Deutschland wird in München, Berlin, Düsseldorf, Krefeld, Frankfurt, Saarbrücken und im ostfriesischen Leer protestiert.

In Berlin etwa startet der Protestzug um 14 Uhr vom Neptunbrunnen und zieht dann bis zum Kanzleramt, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden wird. Anne Simmel, Mitorganisatorin der Aktion in Berlin, rechnet mit 1.000 Teilnehmern, hofft aber auf mehr. Die Veranstaltungen in den verschiedenen Städten seien nur lose miteinander vernetzt und zumindest in Berlin hauptsächlich von engagierten Einzelpersonen organisiert.

Grund für die Demonstrationen sind die Geschäftspraktiken der Saatgut-Konzerne, allen voran Monsanto. Diese sichern sich ihre entscheidende Position auf dem globalen Lebensmittel-Markt durch aggressive Vorgehensweisen. Teil ihrer Strategie ist die Einreichung von Patenten auf Getreide, Gemüsesorten und sogar auf Tiere. Einzelne Bauern, die sich gegen diese Vereinnahmung konventioneller Zuchtmethoden wehren, werden mit Klagen eingedeckt (hier). Schon heute kontrollieren allein die drei größten Agro-Unternehmen zusammen mehr als die Hälfte des kommerziellen Saatgut-Marktes auf der Welt. 36% aller Tomatensorten, 32% der Paprikasorten und 49% der Blumenkohlsorten, die in der EU eingetragen sind, stehen im alleinigen Besitz von Monsanto.

Außerdem wurde in den USA unlängst ein Gesetz verabschiedet, dass Gerichten keine Möglichkeit mehr lässt, die Zulassung von genmanipuliertem Saatgut zu verhindern (hier). Die Veranstalter der Protest-Aktionen thematisieren darüber hinaus auch die Risiken für Gesundheit und Umwelt, die der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) mit sich bringt. Gefordert werden unabhängige wissenschaftliche Studien zu GVOs, auch solche die die Langzeit-Folgen untersuchen.

Im Zusammenhang mit dem steigenden öffentlichen Druck ist auch eine weitere Meldung nicht ohne Brisanz: China hat mindestens drei Schiffsladungen gentechnisch veränderter Mais-Saatgut mit Herkunft aus den Vereinigten Staaten zerstört, berichtet Natural Society. Die Vorgehensweise gleicht der von Ungarn, das vor kurzem mehrere Hektar mit GVO-Mais von Monsanto zerstört hat.

Noch ist nicht völlig klar, warum die Chinesen die Ladungen vernichteten. Offiziell genügte das Material nicht den Importbestimmungen für genmanipuliertes Saatgut. Nicht nur bei Monsanto, auch bei der US-Regierung dürfte das Vorgehen für Aufregung auslösen. Die Verbindungen zwischen dem Unternehmen und den Behörden sind sehr eng, personelle Verflechtungen stehen auf der Tagesordnung.

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Die Krawalle in Schweden weiten sich aus. Stockholm und Malmö sind mittlerweile von den Unruhen betroffen. In der Nacht zum Freitag wurden in Stockholm neben Autos auch zwei Schulen und eine Polizeiwache angezündet.

Über neun Autos wurden in der vergangenen Nacht in Brand gesetzt. Als die Polizei im Bezirk Soedertaelje die randalierenden Jugendlichen am Anzünden weiterer Autos hindern wollte, wurden die Polizisten sogar mit Steinen beworfen. Eine der abgebrannten Schulen befindet sich im Vorort Tensta. Die andere, eine Schule für Krankenpfleger, steht in Kista. Die schwedische Zeitung Expressen spricht von mehreren hundert Randalierern, die in der Nacht zum Freitag unterwegs waren. Im Vorort Sollentuna griff das Feuer eines brennenden Autos auf ein sogar Einkaufzentrum über, bevor die Polizei es löschen konnte, berichtet Aftonbladet.

Am Sonntag hatten die Ausschreitungen im Vorort Husby begonnen. Überwiegend Jugendliche mit Migrationshintergrund werden dafür verantwortlich gemacht. Grund sei die Ungleichbehandlung und die hohe Arbeitslosigkeit unter den Migranten. Durch die Ereignisse wurde die Debatte über die Einwanderungspolitik in Schweden neu entflammt (hier).

In London und Paris gab es in der Vergangenheit ähnliche Ausschreitungen. Die amerikanische Denkfabrik Stratfor rechnet daher mit einem Übergreifen der Ereignisse auch auf andere europäische Länder (mehr hier).

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Google, Apple und andere internationale Konzerne sollen von der EU zu mehr Transparenz gezwungen werden (Foto: Flickr/ Carlos Luna)

Google, Apple und andere internationale Konzerne sollen von der EU zu mehr Transparenz gezwungen werden (Foto: Flickr/ Carlos Luna)

Die EU will Großunternehmen wie Google, Apple und Starbucks zur Kasse bitten. Künftig sollen diese ihre Einnahmen und ihre Steuerabgaben für jedes Land einzeln offen legen. Angesichts der Tricks, mit denen diese Unternehmen Steuern in Europa umgehen, eine lukrative Einnahmequelle für die EU.

Im Zuge der Debatte zur Steuerhinterziehung und den weltweiten Steueroasen wendet die EU ihren Blick nun großen US-Konzernen zu. Diese wirtschaften zwar in den europäischen Ländern, versuchen aber alles, um keine oder möglichst geringe Steuern in Europa zu zahlen. Ein entsprechendes Gesetz soll dies nun ändern.

Die EU-Länder haben sich darauf geeinigt, ein Gesetz zu erlassen, das weltweit agierende Unternehmen wie Apple, Google und Starbucks zu mehr Transparenz verpflichtet. Diese sollen zukünftig ihre länderspezifischen Unternehmensgewinne und Steuerzahlungen offenlegen, sagte EU-Kommissar Barnier der FT. Bisher haben die großen, internationalen Konzerne in Europa genau diese Daten nicht preisgegeben. Zunächst sollen entsprechende Richtlinien in Kraft treten. Diese werden dann möglichst schnell von einem richtigen Gesetz abgelöst, so die Vorsitzende des Parlaments Wirtschaftsausschuss, Sharon Bowles.

Die internationalen Konzerne sind sich bisher in Steuerfragen jedoch keiner Schuld bewusst. „Wir zahlen alle erforderlichen Steuern, jeden einzelnen Dollar“, sagte Apples Tim Cook vor kurzem vor US-Senatoren. Mit der Ausgabe von Anleihen hatte sich das Unternehmen absichtlich verschuldet, um weniger Steuern zahlen zu müssen. „Wir handeln nicht nur nach den Gesetzen, sondern auch nach dem Geist, der in den Gesetzen steckt“, so Cook.

Neben der Börsen-Steuer, die ebenfalls internationale Unternehmen treffen soll, nutzt die EU nun mit dem neuen Gesetzesvorschlag eine weitere Möglichkeit, die leere Kasse aufzufüllen. Zusätzliche Steuereinnahmen durch die internationalen Konzerne sind ein willkommenes Geschenk für die Eurozone.

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Raiffeisen-Chef Herbert Stepic beharrt auf seiner Position, macht aber den Weg für einen  neuen Chef frei.

Raiffeisen-Chef Herbert Stepic beharrt auf seiner Position, macht aber den Weg für einen neuen Chef frei.

Am Freitag teilte der Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic, seinen Rücktritt als CEO mit. Als Grund nannte er persönliche Gründe. Stepic ist allerdings seit einiger Zeit mit Vorwürfen der Steuerhinterziehung konfrontiert. Er soll über zwei Offshore-Firmen drei Wohnungen in Singapur gekauft haben. Das Gremium der Bank setzte er davon nicht in Kenntnis. Noch im Laufe des Tages wolle er eine persönliche Erklärung abgeben, berichtet das ORF.

Stepic zieht damit erste Konsequenzen. Er sei beim Kauf der Wohnungen über die Briefkastenfirmen jedoch steuerlich korrekt vorgegangen, hatte Stepic in den vergangenen Tagen eingeräumt. Nichtsdestotrotz haben sowohl die Finanzmarktaufsicht (FMA) also auch die Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) angekündigt, den Sachverhalt zu prüfen.

Stepics Name soll bei den Offshore-Firmen Yatsenko International Limited und Takego Holdings Limited in den Offshore-Leaks-Daten aufgetaucht sein. Der Chef der Raiffeisen-Bank beharrt jedoch darauf, dass es sich bei den beiden Firmen lediglich um Projektgesellschaften gehandelt habe, die die Investitionen in Immobilien durchgeführt hätten. Es habe sich bei diesen Geschäften um ein Standard-Produkt der UBS gehandelt. Diese war bis jetzt allerdings zu keiner Stellungnahme bereit.

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