Romano Archives: 1944-45 Ardennen letzte deutsche Offensive

…und sie waren die besten Soldaten!

 


Panzerkampf im Bild Will Fey Panzerkommandanten berichten Als roter Faden läuft der Weg junger Panzerbesatzungen über die Brennpunkte der Kriegsschauplätze im Osten und Westen und endet im dramatischen Kampfgeschehen des Zusammenbruchs im Raum Wien und Berlin.Wir finden diese Panzersoldaten im stürmischen Angriff auf Charkow und Bjelgorod 1943, bei den Rückzugskämpfen im Winter 1943/44, wir erleben ihren Einsatz im massierten Panzeransturm der Invasionstruppen in der Normandie 1944 und bei der Ardennenoffensive 1944/45 mit außergewöhnlichen Abschussergebnissen, wir erleben, wie sie Spitze fahren beim Durchbruch durch die russischen Massen zwischen Oder und Elbe, die Verbindung zur Armee Wenk herstellten, um so Tausenden das Schicksal der Verschleppung und jahrelange Gefangenschaft zu ersparen. Bis zur Stunde der Kapitulation waren einige wenige Königstiger die Korsettstangen beim Endkampf um Berlin und Panzersoldaten, ohne Panzer, mit der Panzerfaust das letzte Bollwerk gegen die T 34 und J.-S.-Panzer der Roten Armee.Hier lesen Sie die persönlichen Berichte der Panzerkommandanten. Erleben Sie den Tiger und den Königstiger, die besten Kampfpanzer des Zweiten Weltkriegs, im Einsatz. Nehmen Sie hautnah Teil an strategischen Gefechten und entscheidenden Schlachten.Mit über 500 teilweise doppelseitigen Fotos und strategischen Karten. Großformatig gebunden, 420 Seiten, zahlreiche Abbildungen

Panzerkampf im Bild

Will Fey

Panzerkommandanten berichten

Als roter Faden läuft der Weg junger Panzerbesatzungen über die Brennpunkte der Kriegsschauplätze im Osten und Westen und endet im dramatischen Kampfgeschehen des Zusammenbruchs im Raum Wien und Berlin.

Wir finden diese Panzersoldaten im stürmischen Angriff auf Charkow und Bjelgorod 1943, bei den Rückzugskämpfen im Winter 1943/44, wir erleben ihren Einsatz im massierten Panzeransturm der Invasionstruppen in der Normandie 1944 und bei der Ardennenoffensive 1944/45 mit außergewöhnlichen Abschussergebnissen, wir erleben, wie sie Spitze fahren beim Durchbruch durch die russischen Massen zwischen Oder und Elbe, die Verbindung zur Armee Wenk herstellten, um so Tausenden das Schicksal der Verschleppung und jahrelange Gefangenschaft zu ersparen. Bis zur Stunde der Kapitulation waren einige wenige Königstiger die Korsettstangen beim Endkampf um Berlin und Panzersoldaten, ohne Panzer, mit der Panzerfaust das letzte Bollwerk gegen die T 34 und J.-S.-Panzer der Roten Armee.

Hier lesen Sie die persönlichen Berichte der Panzerkommandanten. Erleben Sie den Tiger und den Königstiger, die besten Kampfpanzer des Zweiten Weltkriegs, im Einsatz. Nehmen Sie hautnah Teil an strategischen Gefechten und entscheidenden Schlachten.

Mit über 500 teilweise doppelseitigen Fotos und strategischen Karten.

Großformatig gebunden, 420 Seiten, zahlreiche Abbildungen

Romano-Archives: Deutsche Gesichter in Russland

 

 


Verrat an der Ostfront Friedrich Georg Warum scheiterte Deutschlands Präventivschlag gegen Stalin? Wie in der Normandie 1944 gab es auch an der Ostfront gut organisierten Verrat und systematische Sabotage hoher deutscher Offiziere. Im ersten Band zeigt Friedrich Georg, warum der endgültige Sieg nicht unter Dach und Fach gebracht wurde. Trugen die einzelnen Sabotageaktionen maßgeblich zur deutschen Niederlage 1945 bei?Dieses Buch beantwortet folgende Fragen:     An wen verriet ein späterer Stardiplomat bereits vor Kriegsausbruch entscheidende Details über den Hitler-Stalin-Pakt?     »Gewitter« gegen »Barbarossa«: Reagierte Stalin wirklich nicht auf die zahlreichen Warnungen und Verratsmeldungen vor dem deutschen Angriff?     Wie war es möglich, dass Moskau schneller über wichtige deutsche Angriffspläne im Bilde war als die deutschen Frontkommandeure?     Warum wurde der Textilindustrielle Josef Neckermann bei Nacht und Nebel heimlich zur Wehrmacht eingezogen?     Mit welcher verhinderten Technologie hätten die alliierten Luftwaffen in Ost und West schon 1942 zum »alten Eisen« gehören können?     Wie nutzte Admiral Canaris die kommunistische Spionageorganisation »Rote Kapelle« für seine Zwecke?    Welche entscheidende Rolle spielten die Generale Fellgiebel, Oster, Thomas, Halder und Gehlen in der ersten Phase des Russlandfeldzuges?     Wer verhinderte die mögliche Nutzung der Ölquellen aus dem Kaukasus für Deutschland?     Was hatten Befehlsverweigerung und Täuschung von höchster Stelle mit dem Verlust der Schlacht von Stalingrad zu tun? Gebunden, 445 Seiten, zahlreiche Abbildungen

Verrat an der Ostfront ,Friedrich Georg

Warum scheiterte Deutschlands Präventivschlag gegen Stalin?

Wie in der Normandie 1944 gab es auch an der Ostfront gut organisierten Verrat und systematische Sabotage hoher deutscher Offiziere. Im ersten Band zeigt Friedrich Georg, warum der endgültige Sieg nicht unter Dach und Fach gebracht wurde. Trugen die einzelnen Sabotageaktionen maßgeblich zur deutschen Niederlage 1945 bei?
Dieses Buch beantwortet folgende Fragen:

  • An wen verriet ein späterer Stardiplomat bereits vor Kriegsausbruch entscheidende Details über den Hitler-Stalin-Pakt?
  • »Gewitter« gegen »Barbarossa«: Reagierte Stalin wirklich nicht auf die zahlreichen Warnungen und Verratsmeldungen vor dem deutschen Angriff?
  • Wie war es möglich, dass Moskau schneller über wichtige deutsche Angriffspläne im Bilde war als die deutschen Frontkommandeure?
  • Warum wurde der Textilindustrielle Josef Neckermann bei Nacht und Nebel heimlich zur Wehrmacht eingezogen?
  • Mit welcher verhinderten Technologie hätten die alliierten Luftwaffen in Ost und West schon 1942 zum »alten Eisen« gehören können?
  • Wie nutzte Admiral Canaris die kommunistische Spionageorganisation »Rote Kapelle« für seine Zwecke?
  • Welche entscheidende Rolle spielten die Generale Fellgiebel, Oster, Thomas, Halder und Gehlen in der ersten Phase des Russlandfeldzuges?
  • Wer verhinderte die mögliche Nutzung der Ölquellen aus dem Kaukasus für Deutschland?
  • Was hatten Befehlsverweigerung und Täuschung von höchster Stelle mit dem Verlust der Schlacht von Stalingrad zu tun?

Gebunden, 445 Seiten, zahlreiche Abbildungen

Der letzte Teil der Novelle “Expedition”, die mich sogar zu Tränen gerührt hat…als die Vergeltung vom Bombenholocaust Dresden beschrieben wurde! Chapeau! … Herr Winkler.

Expedition (6) (27.2.2013)

“Colonel Brown meldet sich zur Stelle, Sir!”

Vice-Admiral Henry Morgenthau III. musterte die abgerissene Gestalt, die seine Patrouille aufgegriffen hatte. “Laut meinen Unterlagen sind Sie Gunnery Sergeant George Brown. Wer hat Sie befördert?”

“Brigadier General Lucius S. Grant, Potomac-Armee, Sir!”

Der Admiral tippte etwas auf seiner Computer-Tastatur. “Major Grant, so. so. Nun ja, wenn Sie sich bei meiner Operation bewähren, werde ich Ihre Beförderungen bestätigen. Rühren! Nehmen Sie Platz.”

Brown atmete erleichtert auf. Der Admiral hatte sich nicht selbst befördert, obwohl er dazu durchaus die Befugnis gehabt hätte. Vor der Katastrophe war er der Kommandant der Marine-Akademie Annapolis gewesen, als höchster überlebender Offizier war er heute Militärgouverneur der Vereinigten Staaten von Amerika, mit allen Machtbefugnissen des Präsidenten ausgestattet, bis die Zeiten es erlaubten, einen neuen Präsidenten zu wählen.

“Sie hatten Kontakt mit den Deutschen?”

“Ay, Sir! Wir haben die Deutschen dabei überrascht, wie sie das Smithsonian ausgeraubt haben.”

“Ausgeraubt? Was haben die dort gestohlen?”

“Alte Nazi-Akten, Sir. Ich habe mich selbst davon überzeugt, daß dieses Altpapier in Deutsch beschriftet ist und Hakenkreuzstempel trägt. Die wollten das in ein eigenes Museum legen.”

Der Admiral überlegte einige Sekunden. “Haben die Ihnen gesagt, was sie da für Akten holen?”

Brown nickte. “Ja, Sir, ich habe es sogar gesehen. Pläne für die V2 und die Me 262.”

“WAS???” Der Admiral knurrte: “Ob nun Colonel oder Sergeant, Sie sind ein Esel! Wissen Sie, was Sie den verdammten Krauts überlassen haben?”

“Sir, das Zeug war mindestens 80 Jahre alt! Sonst wäre es doch kaum in einem Museum gelagert worden!”

Morgenthau schüttelte den Kopf. “Für diese Papiere hat die beste Generation, die jemals in Amerika gelebt hat, ihr Blut geopfert! Die Deutschen können damit die primitiven Raketen und Flugzeuge nachbauen, mit denen sie fast den Krieg gewonnen hätten. Vor zehn Jahren, ja, da wäre das Zeug lächerlich gewesen, aber heute, wo alles in Trümmern liegt, ist solche simple Technologie der Schlüssel zum Wiederaufbau, wenn nicht gar zur Weltmacht! Ihre Enkel werden unter dem Hakenkreuz aufwachsen und deutsche Kinderlieder singen, weil SIE zu dumm waren, um zu begreifen, was diese Deutschen Ihnen da geraubt haben.”

Brown nahm seinen ganzen Mut zusammen. “Herr Admiral, Sir, die Deutschen brauchen das gar nicht! Die haben UFOs, ich habe sie selbst gesehen. Für die ist das wirklich altes Zeug.”

“UFOs? Na großartig!” Der Admiral atmete durch. “Dann wäre es zumindest für UNS der Schlüssel zum Wiederaufstieg gewesen, den Sie sich haben rauben lassen! Sind die Deutschen immer noch in Washington?”

“Nein, Sir, sie sind vorgestern abgezogen.”

“Wissen Sie wohin?”

“Die Interstate 95 hoch, vermutlich nach New York. In Wilmington ist nichts, was die interessieren könnte.”

“Wenn ich Ihrer Räuberbande befehlen würde, nach New York zu gehen, wie lange würde es dauern, bis Sie dort sind?”

“Zwei Wochen, Sir. Ich brauche mindestens drei Tage, bis ich General Grant erreicht habe.”

“Ich lasse Sie mit einem Hubschrauber hinbringen”, versprach der Admiral. “Marschieren Sie, so schnell Sie können, aber meiden Sie die Interstate 95, die dürfte der Feind überwachen.”

“Der Feind, Herr Admiral?”

Morgenthau lächelte grimmig. “Haben Sie gehört, daß nach dem Zweiten Weltkrieg ein Frieden abgeschlossen wurde? Die Bundesrepublik Deutschland, das war unser Werk, doch jetzt, wo das Deutsche Reich wieder aufgelebt ist, lebt auch der Krieg wieder auf.”

“Das war damals ein harter Kampf, Sir.”

“Richtig, deshalb sollten wir sie schlagen, solange sie noch nicht wieder auf den Beinen stehen.” Der Admiral schaute Brown durchdringend an. “Sie dürfen wegtreten.”

“Ay, Sir, Admiral, Sir!”

Der Admiral holte sich New York auf den Bildschirm. Er hatte eine einzige Stealth-Drohne zur Verfügung, leider zu klein, um Waffen zu tragen. Den Treibstoff dafür hatte er im Chemielabor der Marineakademie aufbereiten lassen, leider reichte die Kapazität für Kampfflugzeuge nicht aus. Er betrachtete die drei deutschen Schiffe, die dort Dinge aus dem Wasser holten. Ein Abgleich mit dem Stadtplan hatte offenbart, daß sie den Keller der New York Federal Reserve angebohrt hatten.

Ein Frachter, ein Kriegsschiff und ein bewaffnetes Mehrzweckschiff, das hatten die Deutschen aufgeboten. Nur Kanonen an Bord der Schiffe, keine Anzeichen von Raketen. Damit hätte seine Flotte leichtes Spiel.

Er wechselte auf das nächste Bild, das zwei Amphibienpanzer auf dem Rückmarsch nach New York zeigte. Er hatte das Modell in den Dateien gefunden, es handelte sich um alte Luchs-Spähpanzer. Allerdings hatte er keine Hinweise auf Treibstoffkanister gefunden. Sollten die Fahrzeuge sparsamer geworden sein?

Das dritte Bild zeigte Washington, eine Seitenstraße der National Mall. Zwei Panzer und zwei dieser UFOs waren darauf zu sehen. Eines der UFOs schien bewaffnet zu sein, allerdings nur mit Maschinengewehren. Die Deutschen experimentierten demnach noch. In einigen Jahren würden diese UFOs Kanonen und Bomben tragen, dann würden sie sehr gefährlich werden.

Der Admiral holte ein weiteres Bild auf den Schirm, eine Landkarte. Wie es aktuell in Deutschland aussah, wußte er nicht, doch nicht einmal die Deutschen konnten Städte verschieben. Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main und das Ruhrgebiet. Das würde sechs Trident von 24 kosten, die er hatte. Würde das GPS noch funktionieren, hätte eine einzige ausgereicht. So wollte er lieber mit allen Sprengköpfen auf ein Ziel feuern, um die Ungenauigkeit der Trägheitsnavigation auszugleichen. Die Programmierer sollten die Kurse errechnen. Die Deutschen würden den zweiten Weltkrieg nicht gewinnen, schon gar nicht in zweiter Instanz.

Er ermittelte die geographischen Koordinaten seiner Atomziele eigenhändig. Die Vernichtung der deutschen Gefahr würde einen beträchtlichen Teil der Ressourcen seines Stützpunktes kosten, doch das war er seinem Großvater schuldig. Eine deutsch geprägte Welt würde er, Henry Morgenthau III., noch mit seinem letzten Atemzug verhindern.

Der zweite Schlag würde schwerer werden. Die Programmierer würden sich weigern, mit Marschflugkörpern auf das eigene Land zu feuern, auch wenn es die neuen Südstaaten verdient hatten. Die Rebellion war zu groß geworden, um sie noch zu dulden. Aber dagegen hatte er schon Mittel vorgesehen: Die Potomac-Armee und die B52.

“Kapitän? Bitte kommen Sie in die Funkzentrale!”

Alfred Ritscher wußte, daß ihn Friedrich Mossmann nur aus wichtigem Grund in die Funkbude rief, folglich ließ er alles liegen und eilte zu den Funkern.

“Hier.” Leutnant zur See Mossmann hielt Ritscher einen Kopfhörer hin. “Ist in Englisch, ich zeichne auf.”

Als ehemaliger Bundeswehroffizier beherrschte Ritscher die Sprache. “…ein Problem. Das Kochen hält uns auf.” – “Kochen sie in Mengen vor, eine warme, zwei kalte Mahlzeiten.” – “Können Sie liefern?” – “Schicken Versorgung nach Punkt Beta. Cadillac over.” – “Chevrolet over and out.”

Als Ritscher den Kopfhörer ablegte, sagte ihm Mossmann: “Das kam im 11-Meter-Band, das wir nicht benutzen. Ich habe die Sendung zufällig gehört, da gab es eine Anomalie bei der Durchmusterung der Frequenzen. Wir haben eine grobe Peilung – Funkstelle Cadillac liegt Richtung Annapolis, Funkstelle Chevrolet im Südwesten.”

“Unsere Röhren-Empfänger sind also doch zu etwas gut”, lobte Ritscher. “Und was Sie getan haben, ist hervorragende Arbeit.”

“Danke, Herr Kapitän.”

“Ich möchte mir die Aufzeichnung anhören.” Die Funkzentrale verfügte über ein Tonbandgerät, das bei Bedarf zugeschaltet wurde. Mossmann hatte früh reagiert, denn er hatte mehrmals “Chevrolet ruft Cadillac, kommen” aufgenommen, bevor “Hier Cadillac, Chevrolet kommen” empfangen wurde. Danach folgten die Meldungen: “Passieren Alpha-Punkt, Marschzahl 18. Keine Vorkommnisse.” – “Cadillac verstanden, danke.” – “Es gibt allerdings ein Problem, das Kochen hält uns auf.” Den Rest des Gesprächs hatte Ritscher mitgehört.

Auf einem Schiff der Bundeswehr hätte ein elektronischer Suchlauf die Frequenzen abgetastet, auf der SMS FRIEDENSTAUBE mußte das Können des Funkoffiziers die nicht mehr vorhandene Technik ersetzen, was wieder einmal gelungen war. So viele Nachteile das Reich durch den Zusammenbruch der Technologie erlitten hatte, in einem einzigen Punkt ergab sich dadurch ein Vorteil: Für die Expedition der TAUBE waren die Besten der Besten ausgesucht worden, Männer, die sonst auf einem Dutzend Schiffe verteilt worden wären. Noch gab es dieses Dutzend Schiffe nicht, deshalb gaben sich die Könner hier ein Stelldichein.

“Überwachen Sie diese Frequenz weiter, Mossmann”, ordnete der Kapitän an. “Ich vermute, daß sich Chevrolet auf uns zubewegen wird.”

Der Kapitän suchte die Operationszentrale seines Schiffes auf. Dort trug er auf einer Karte die Vektorpeilung seines Funkoffiziers ein. Er verglich sie mit den Positionen, die Leutnant Voß als Standorte der Potomac-Armee ermittelt hatte. Aller Wahrscheinlichkeit nach verbargen sich hinter “Chevrolet” Teile oder gar das Gros der Potomac-Armee, das auf Nebenstrecken Richtung New York marschierte.

Der befürchtete Zusammenschluß der Potomac-Armee und der Marineakademie Annapolis hatte demnach stattgefunden. Die Führung lag eindeutig bei Annapolis, und vermutlich hatte Annapolis längst das deutsche Bergungsunternehmen in New York aufgeklärt. Ritscher traute seinem unbekannten Gegenspieler genug Intelligenz zu, um zu erkennen, daß dieses Unternehmen den Tresoren der Federal Reserve Bank in New York galt, dem größten Goldhort der Welt.

Noch wertvoller als Währungsgold waren jedoch die gefälschten Goldbarren, die einen Kern aus Wolfram enthielten. Wolfram, das für den Kern der Vril-Reaktoren nötig war, denn die “kalte” Fusion erzeugte beträchtliche Wärme. Ritscher hatte den Vorschlag Oberleutnant Skorzenys angenommen und Frachtflugscheiben angefordert. Tag für Tag transportierten diese nun 24 Tonnen scheinbarer Goldbarren nach Darmstadt, woraus 20 Tonnen Wolfram gewonnen wurden. Ritscher entschied, dies auf drei Flüge pro Tag zu erhöhen. Die einfache Flugzeit betrug zweieinhalb Stunden, die größtenteils mit Autopilot geflogen wurden. Pilot und Kopilot konnten während des Fluges essen und schlafen, sie würden 18 Stunden täglichen Dienst über sechs bis acht Wochen durchstehen.

Leutnant Voß sollte morgen aus großer Höhe erkunden, ob tatsächlich Bodentruppen auf New York zumarschierten. Er sollte außerdem die Stellungen der Potomac-Armee kontrollieren und Annapolis in 20 Kilometern Höhe überfliegen. Diese Höhe gab der Flugscheibe hoffentlich genug Sicherheit, um einem Beschuß aus Annapolis zu entgehen.

“Ich halte es für die entscheidende Frage, ab wann die Feindseligkeiten eröffnet sind”, erklärte Fregattenkapitän Donnerhack. “Eine Mobilmachung wurde in früheren Zeiten als Kriegserklärung angesehen, zu Recht, wie ich meine. Wenn der Gegner mobilisiert, muß ich Gegenmaßnahmen ergreifen, sonst werde ich überrannt.”

“Die Frage ist, welche Gegenmaßnahmen wir ergreifen können”, erwiderte Kapitän zur See Ritscher. Er hatte wieder zu einer Offiziersbesprechung eingeladen, bei der die Kapitäne und Ersten Offiziere anwesend waren, außerdem der Technische Offizier der FRIEDENSTAUBE, Major Dr.-Ing. Ohain, sowie Oberleutnant Skorzeny für die Kampftaucher, Leutnant Voß als Flieger und Leutnant Wittmann als Kommandant der Schwimmpanzer. Dr. Wohlthat, der einzige Zivilist an Bord der Schiffe, war ebenfalls hinzugebeten worden. Voß hatte seinen Erkundungsflug absolviert und Bilder der marschierenden Potomac-Armee und der Vorbereitungen in Annapolis mitgebracht.

“Wir haben zwei schwach bewaffnete und ein unbewaffnetes Schiff”, führte Kapitänleutnant Luckner an, der Erste Offizier der ADMIRAL HIPPER. “Jedenfalls verglichen mit den Amerikanern.”

“Ich denke, wir haben einen gewichtigen Vorteil”, meinte Kapitän Ritscher. “Mit ziemlicher Sicherheit weiß ich, wer unseren Gegner anführt.”

Die Offiziere horchten auf. “Haben Sie Funksprüche aufgefangen?”, vermutete Skorzeny.

“Nein, Oberleutnant, Handbücher gewälzt.” Ritscher lächelte. “Ich habe in meinen alten Bundeswehr-Erinnerungen tatsächlich den Eintrag gefunden, daß Präsident John Lewis Stone im November 2017 Rear Admiral Henry Morgenthau III. zum Kommandanten der Marineakademie Annapolis befördert hat.”

“Henry Morgenthau!”, entfuhr es Korvettenkapitän Meißner, den Kommandanten der JAKOB FUGGER. “Der Name sagt mir Vieles, nur nichts Gutes.”

“Nun, zuallererst ist Henry Morgenthau der Nachfahre deutscher Juden, deshalb hat er die Silverstein-Seuche überlebt”, begann Ritscher seine Ausführungen. “Er dürfte ziemlich sicher ein Deutschenhasser sein und auch vor brutalen Maßnahmen nicht zurückschrecken. Des weiteren hat er eine Schreibtischkarriere hinter sich, mit nur wenigen aktiven Dienstposten. Vermutlich hat sich Präsident Stone auf diese Weise für die Wahlunterstützung bedankt, der Kommandeur der Marineakademie ist ein Posten, auf dem verdiente Offiziere die letzten Jahre bis zu ihrer Pensionierung absitzen, ohne große Schäden anzurichten.”

“Sie halten diesen Mann also nicht für allzu befähigt?”, schloß Donnerhack aus diesen Worten.

“Ich halte ihn für jemanden, der die Vorschriften befolgt, aber nicht die Genialität eines großen Strategen besitzt”, erklärte Ritscher. “Entgegen mancher Propaganda-Schriften genügte es in den alten USA durchaus nicht für eine Karriere, Jude zu sein, man benötigte obendrein die geforderten Fähigkeiten. Der Admiral wird also wissen, wie man Schlachten gewinnt, aber vermutlich nicht, wie man einen Krieg entscheidet. Er wird alles aufbieten, was er hat, ohne Rücksicht auf den fehlenden Nachschub.”

Donnerhack wiegte den Kopf. “Ich fürchte, er wird genau dies berücksichtigen. Wenn er jetzt nur uns vernichtet, unsere drei Schiffe, muß er damit rechnen, daß wir in zehn Jahren wiederkommen. Bis dahin ist seine Ausrüstung noch mehr verrottet und unsere deutlich besser geworden. Berücksichtigen wir außerdem, daß er immer noch an den Holocaust glaubt, wird er keine Skrupel haben, das Reich selbst anzugreifen.”

“Zumal seine Chancen besser sind, als ich ursprünglich gedacht habe”, meldete sich Major Ohain. Er zögerte kurz, fand aber alle Aufmerksamkeit auf sich gerichtet. “Die haben dort Chemielabors in der Akademie. Da können sie die Additive für den Flugzeugtreibstoff herstellen. Nicht in großen Mengen, natürlich, aber für den einen oder anderen Einsatz dürfte es reichen.”

“Wir sind demnach auch aus der Luft bedroht”, stöhnte Kapitänleutnant Spee, der Erste Offizier der FRIEDENSTAUBE.

“Unterstellen wir eine jüdische Mentalität, dürfte er die FUGGER unversehrt kapern wollen”, vermutete Kapitänleutnant Struck, der Erste Offizier der JAKOB FUGGER.

“Warum verhandeln wir nicht?”, erkundigte sich Dr. Wohlthat. “Eine friedliche Lösung wäre doch in unser aller Interesse.”

“Da stimme ich Ihnen zu, Herr Doktor”, antwortete Ritscher. “Allein die Geschichte lehrt, daß Frieden mit den USA nie von langer Dauer gewesen ist. Die Amerikaner haben immer einen Grund gefunden, um ein Land ihrer Wahl zu überfallen. Das hat mit der MAINE begonnen, die im Hafen von Havanna eine Kesselexplosion erlitten hatte, ging über zur LUSITANIA, einem bewaffneten Hilfskreuzer und Munitionstransporter, dann die Strangulation der Japaner, um sie zum Angriff auf Pearl Harbor zu provozieren, der Golf von Tonkin, die Falle von Kuwait, die nie gefundenen Massenvernichtungswaffen im Irak – das sind nur die bekanntesten Beispiele. Wenn wir den Amis mitteilen, das wir Bescheid wissen, bekommen wir Frieden unter harten Bedingungen. Und wenn wir darauf eingehen, dauert der Frieden, bis wir unterworfen werden.”

Dr. Wohlthat wollte antworten, wurde jedoch durch ein Klopfen unterbrochen. “Die Bilder, Herr Kaptein.”

“Danke.” Ritscher sortierte die Aufnahmen. “Wittmann, die Marschkolonne dürfte Ihr Metier sein.” Die Kapitäne begutachteten die Bilder aus Annapolis.

“Die beiden Virginia-U-Boote und die Perry-Fregatte”, kommentierte Meißner. “Wie wir es vermutet haben.”

“Virginia?”, wiederholte Skorzeny. “Ich habe irgendwie den Eindruck, daß damit unsere Probleme so richtig begonnen haben. Die abgerissene Potomac-Armee hatte danach plötzlich Kontakt mit Annapolis, nachdem die sich acht Jahre aus dem Weg gegangen waren.”

“Also ich halte Gouverneur Maron und seine Frau für vertrauenswürdig”, widersprach Voß.

“Hat da noch jemand zugehört? Butler oder Dienstmädchen?”

“Nur ein Oberleutnant Noack, Offizier der Palastwache”, antwortete Voß. “Der schien mir aber ebenfalls vernünftig.”

“Noack, sagten Sie?”, hakte Skorzeny nach.

“Ja, Stefan Noack.”

“Interessant”, befand Skorzeny. “Vielleicht gelingt uns eine Familienzusammenführung? Mein Stellvertreter, Oberfeldwebel Wilhelm Noack, würde sich bestimmt darüber freuen.”

Ritscher wunderte sich. “Skorzeny? Welchen Hintergedanken haben Sie?”

Der Oberleutnant lächelte grimmig. “Das gibt uns einen Vorwand, noch einmal Richmond zu besuchen. Die T2-06 hat doch bestimmt die Möglichkeit, ein paar zusätzliche Empfangsgeräte mitzunehmen? Und einen Spezialisten, der sie bedienen kann?”

“Sie vermuten also…”

“Wäre ICH an der Stelle dieses Herrn Morgenthau, ich hätte dieser Regierung von Virginia eine Wanze eingebaut. Und ich hätte meine Leute bei der Potomac-Armee, falls ich die mal brauchen sollte.”

“Das ist nicht von der Hand zu weisen”, meinte der Kapitän

“Darf ich anregen, Oberfeldwebel Noack als Tiefstapler zu instruieren?”, meldete sich Leutnant Voß. “Falls dieser Einsatz beschlossen werden sollte.”

“Präzisieren Sie das doch bitte”, wünschte Skorzeny.

“Ich habe gegenüber dem Gouverneur die Fähigkeiten meiner Thor 2 ein wenig untertrieben”, gestand der Leutnant. “Noack sollte auf keinen Fall Kampftaucher sein, sondern… Panzerfahrer. Herr Wittmann, Ihre Fahrzeuge haben doch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem 50 Jahre alten Spähpanzer Luchs?”

“Äußerlich, ja”, befand der Panzerleutnant. “Wir sind natürlich in allen Belangen überlegen.”

“Und das ist gut so”, erwiderte Voß. “Noack soll gegenüber seinem Namensvetter ruhig über den alten Bock schimpfen. Und natürlich haben wir auf den Schiffen nur 20mm-Flak und die 120mm-Kanonen, die wir bei den alten Leopard-Panzern ausgebaut haben und die nicht zum ballistischen Schießen taugen. Flugscheiben gibt es nur drei, die beiden Frachter und die meine. Wenn der Feind schon Informationen abschöpft, dann doch bitte die richtigen.”

Fregattenkapitän Donnerhack hatte die Unterhaltung nur mit einem halben Ohr verfolgt, dafür eine Lupe hervorgeholt und eine Luftaufnahme des Hafens von Annapolis intensiv begutachtet. “Die werkeln an dem Trident-U-Boot herum! Der Kerl macht Interkontinental-Raketen startklar!”

Ritscher streckte die Hand nach der Aufnahme und der Lupe aus. Gleichzeitig fragte er: “Ohain, ist das möglich?”

Der Major antwortete lapidar: “Sicher, Feststoffraketen sind robust, die halten noch mindestens 25 Jahre. Und die Sprengköpfe? Sind zwar ein wenig kleiner geworden, pflanzen aber immer noch schöne Atompilze. Früher waren sie auf fünf Meter genau, heute wohl eher auf fünf Kilometer. Dafür kommt gleich ein ganzer Schwarm herunter.”

Ohne von der Aufnahme aufzublicken, fragte Ritscher weiter: “Voß, gibt es auch nur den Hauch einer Chance, eine solche Rakete abzufangen?”

Voß grinste so breit, als wolle er den Besprechungstisch in der OPZ verschlingen. “Laut Dienstvorschrift nicht.”

Ritscher atmete tief ein. “Und jenseits der Dienstvorschrift?”

“Flüge in den Weltraum können zu Disziplinarstrafen führen”, antwortete Voß amüsiert. “Eine Erdumrundung in 60 Minuten wird nicht sooo gerne gesehen, die Thor 2 schafft das problemlos. Um es eindeutig zu sagen: Unser Bordradar arbeitet effektiver und ohne Lufthülle sind 20.000 Knoten kein Problem. Eine günstig positionierte Jagdmaschine holt die Rakete runter. Unsere Geschosse sind ebenfalls schneller, ohne Luftwiderstand.”

“Wie groß sind Ihre Chancen? Bei Sitzbereitschaft auf der FRIEDENSTAUBE?”

“Zu langsam”, vermutete Voß. “Das heißt, es könnte Spitz auf Knopf ausgehen, gerade so, weil ich die Rakete noch einhole. Nur eine Maschine im Weltraum wäre schnell genug.”

“Ich kann Sie nicht im Weltraum stationieren”, knurrte Ritscher und übergab Karte und Lupe an Korvettenkapitän Meißner. “Ich brauche Sie hier, für Aufklärungseinsätze.”

“Natürlich, Herr Kapitän.” Voß zuckte mit den Schultern. “Ich möchte Sie nur an eines erinnern: Ich bin der einzige Pilot, der eine Disziplinarstrafe erhalten hat – weil ich der einzige Pilot mit echter Weltraumerfahrung bin.”

Fregattenkapitän Donnerhack wandte ein: “Wir haben noch Zeit. Die Amis sind noch nicht bereit, außerdem wollen sie ganz eindeutig zumindest die FUGGER. Wenn sie jetzt das Reich bombardieren, sind wir weg, also werden sie erst feuern, wenn sie kurz davor sind, uns im Nacken zu sitzen.”

“Wir spielen va banque”, sagte Luckner. “Um den allerhöchsten Einsatz.”

Skorzeny schien diese Vorstellung zu gefallen, denn er klang sehr zufrieden. “Das ist die beste Art zu leben. Nur so spürt man es in sich pulsieren.”

Major Ohain und Leutnant Mossmann fluchten um die Wette, ehe sie alle Funkgeräte in der Flugscheibe so untergebracht hatten, daß Mossmann sie noch bedienen konnte. Anschließend gaben sich Leutnant Voß, Oberfähnrich Altemeier, Oberfeldwebel Pawlik und Feldwebel Flachbart alle Mühe, ihren diesbezüglichen Wortschatz zu erweitern, als sie sich um die Einbauten herumschlängelten, um ihre Plätze zu erreichen. Nur Oberfeldwebel Noack blieb gelassen. Was andere Leute für eine Zumutung hielten, empfand jemand aus Skorzenys Truppe als Erholung.

Immerhin, alle hatten damit genug geflucht, deshalb gab Voß nur noch ein erschöpftes Stöhnen von sich, als Ohain ihm eröffnete, daß er maximal 20-g-Manöver fliegen durfte, wenn er nicht wollte, daß die Funkgeräte durch seine Kanzel wirbelten.

Voß wählte einen Kurs, der ihn weit genug an Annapolis vorbeiführte, um keine 20-g-Manöver fliegen zu müssen. Er landete in Richmond direkt vor dem Gouverneurspalast, so wie beim letzten Mal. Und wie beim letzten Mal bewachte Feldwebel Flachbart die Flugscheibe. Dies hatte ihm den Vorzug vor Feldwebel Haberstroh gegeben, um Richmond nicht mit einem neuen Gesicht zu irritieren.

Leutnant Mossmann begann, seine Apparate intensiver zu traktieren. Schon während des Anflugs hatte er die Kurzwellenbereiche abgetastet, ohne daß seine Mühen belohnt wurden. Jetzt konzentrierte er sich auf Ultrakurzwelle. Den Radiobereich fuhr er schnell ab, niemand würde riskieren, daß seine Abhöraktion von einem gewöhnlichen Radioempfänger aufgeschnappt wurde, der zufällig überlebt hatte.

Voß und Noack wurden von einem unbekannten Offizier empfangen, der sie zu Gouverneur Harry Maron brachte. Dort erkundigten sie sich nach Oberleutnant Noack und erklärten, daß sie eine Familienzusammenführung erhofften. Der Gouverneur ließ den Oberleutnant holen, ihm war die Ähnlichkeit schon aufgefallen.

Als der Gesuchte das Arbeitszimmer betrat, stutzte er zunächst. Wilhelm erhob sich und ging auf Stefan zu. “Bist… Bist du der Sohn von… Heinrich?”

“Ja, und du? Der Sohn von Gottfried?”

“Ja!” Wilhelm wandte sich an Voß. “Herr Leutnant, es ist tatsächlich mein Vetter! Sein Vater und meiner waren Brüder! Sie sind um die Jahrtausendwende ausgewandert…” Er zögerte. “Ich habe alte Bilder, wir haben uns sogar geschrieben, und wir wollten uns besuchen, sobald wir volljährig waren.” Er seufzte. “Dann war es zu spät.”

“Nun, meine Herren Noack, Sie sehen, die Armee macht selbst vergebene Chancen wieder möglich”, witzelte Voß. “Herr Gouverneur, wir wollen Sie nicht stören, wir sind sowieso unangemeldet hereingeschneit.”

“Im Gegenteil, Herr Leutnant, Sie bleiben hier! Meine Frau wäre untröstlich, wenn ich Sie ziehen ließe! Und außerdem – wir sollten einen Reporter hinzuziehen, eine solche Geschichte gehört in die Zeitung!”

Frau Maron servierte wieder Limonade und Gebäck, während die beiden Noacks ihren Werdegang austauschten. Der Oberfeldwebel hielt sich an seine Rolle und schimpfte über den alten Bock, den spritsaufenden Luchs mit seiner lächerlichen Kanone. Nachdem er die Bewaffnung der HIPPER und der FRIEDENSTAUBE ausgeplaudert hatte, schritt Voß ein. “Herr Oberfeldwebel, noch mehr militärische Geheimnisse sollten Sie wirklich nicht verraten, auch wenn wir hier bei Freunden sind.”

Hertha Maron horchte auf. “Wieso sind es militärische Geheimnisse, daß Sie alte Kanonen eingebaut haben? Schießen werden die doch noch?”

“Natürlich, gnädige Frau”, gab Voß zu. “Es zerrt nur am Selbstbewußtsein eines Offiziers, solche Schwächen einzugestehen. Und schießen? Ja, nur sind Panzerkanonen keine gute Wahl für ein Schiff. Panzer schießen direkt, Schiffe ballistisch, was bedeutet, daß wir gerade fünf Kilometer weit kommen. Obwohl ein wenig haben wir das verbessert, acht Kilometer geht. Hätten wir den vollen Richtbereich, würden wir mindestens zwölf schaffen.”

Einen Steinwurf entfernt wurde dieser Geheimnisverrat mit einem triumphierenden “JA!” kommentiert. Leutnant Mossmann hatte die Frequenz der Abhöranlage gefunden. Zur Strafe mußte er jetzt das Geplauder der Noack-Vettern mit anhören. Auch wenn der eine in Amerika und der andere in Bayern aufgewachsen war, merkte man ihnen den redefreudigen Rheinländer noch an.

Neuen Schub erhielt das Gespräch, als die Reporter dazu stießen. Die beiden Herren wollten erst einmal alles wissen und danach weitere Fragen stellen. Anschließend wurde photographiert: Die Noacks, die Noacks mit Gouverneur, die Noacks mit Gouverneur und First Lady, Leutnant Voß mit und ohne Flugscheibe, Gouverneur und Voß mit Flugscheibe, Gouverneur, First Lady und Voß mit Flugscheibe und Feldwebel Flachbart im Hintergrund.

Nach dieser Vernehmung fühlte sich Leutnant Voß so mitgenommen, daß er sich beim Einsteigen nicht über die Funkgeräte beschwerte und die Steuerung Oberfähnrich Altemeier überließ. Der drehte eine Besichtigungsrunde über Richmond, die auch über die verlassene Südstadt führte, bevor er mit gemütlichen 200 Knoten Kurs auf die FRIEDENSTAUBE nahm.

Leutnant Mossmann empfing Gezwitscher auf Kurzwelle, Digitalfunk aus Richmond. Die Geheimnisse, die Oberfeldwebel Noack so vertrauensselig ausgeplaudert hatte, erreichten auf diese Weise Annapolis. Ganz sicher auch die Anekdote, die Leutnant Voß über seinen Parabelflug erzählt hatte, bei der er über die Schwerfälligkeit der Flugscheiben in großen Höhen herzog. Und über seine Hoffnung, daß nächstes Jahr endlich ein bewaffnetes Modell entwickelt würde.

Die leichten Gewissensbisse, daß er die netten Menschen in Richmond gründlich belogen hatte, wischte er damit beiseite, daß dies gezielte Falschinformationen an den Feind gewesen waren.

Fregattenkapitän Donnerhack erschien auf der FRIEDENSTAUBE und bat um eine Unterredung mit Kapitän Ritscher. Dieser empfing ihn in seiner Kajüte.

Donnerhack legte eine Karte New Yorks auf den Tisch. “Herr Kapitän, ich bitte um die Erlaubnis, mein Schiff hierher zwecks Lotungen zu verlegen.”

Ritscher folgte dem Finger seines Besuchers. “Governor’s Island? Was wollen Sie denn da?”

“Ich will sehen, ob wir mit unseren Schiffen auf diese versunkene Insel fahren können. Wenn das geht, haben unsere Freunde mit ihren Unterseebooten ein Problem.”

“Wir würden schwer zu treffen sein, ich verstehe.”

“Noch besser”, korrigierte Donnerhack. “Die modernen Torpedos detonieren unter dem Schiff und brechen es mittendurch. Hier dürfte das Wasser so flach werden, daß sie keine Torpedos unter uns bekommen, außerdem dürften Gebäudereste uns vor direkten Treffern schützen.”

“Wir sind dort allerdings recht unbeweglich”, gab Ritscher zu bedenken.

“Ja, das ist ein Problem, allerdings… Die wollen uns sicher mit Torpedos erwischen, das geht nicht. Wir ziehen die FUGGER in die Lücke, durch die wir fahren, dann sinkt sie m Zweifelsfall auf flachem Grund.”

“Ah, das Zivilschiff gibt uns Deckung?” Ritscher schüttelte den Kopf. “Ich halte das nicht gerade für ein Vorgehen, das eines Marineoffiziers würdig ist.”

“Sie werden die FUGGER kapern und mit einem Prisenkommando besetzen. Danach ziehen sie das Schiff heraus und wollen uns versenken. Das alles kostet sehr viel Zeit, in der wir Hilfe bekommen.”

“Hilfe? Wie stellen Sie sich das vor?”

“Oh, ich habe Voß ganz genau zugehört. Vor allem das mit den 20.000 Knoten.” Donnerhack schaute Ritscher beschwörend an. “In 20 Minuten wäre die Reichsluftwaffe hier, mit allen vier Jagdmaschinen. Vier Bomben auf jedes Unterseeboot, acht auf die Fregatte, und die US-Navy hört auf zu bestehen. Die Potomac-Armee dürfte unsere 40mm-Flak erledigen, wenn wir bessere Argumente brauchen, setzen wir die 165er ein.”

“Was ist, wenn sie ihre Flugzeuge einsetzen? Da liegen wir hier auf dem Präsentierteller!”

“Das müssen die Jagdmaschinen schaffen”, überlegte Donnerhack. “Die Alternative wäre, jetzt abzuhauen, mit gerade mal 3.000 Tonnen im Bauch.”

“Es wäre ein guter Zeitpunkt”, erwiderte Ritscher. “Die zweite Tresorkammer ist geräumt, wir werden morgen die dritte öffnen.”

“Lassen Sie mich Governor’s Island erkunden”, drängte Donnerhack. “Selbst, wenn mein Plan nichts taugt, haben wir dann nur ein paar Stunden Lotungen investiert.”

“Also gut, Donnerhack – loten Sie! Wir haben noch fünf Tage, bevor die Potomac-Armee New York erreicht. Und ich werde mir Ihren Plan gründlich durch den Kopf gehen lassen.”

“Danke, Herr Kapitän.”

Leutnant Voß hatte sich entschieden, eigene Vorbereitungen für die bevorstehenden Ereignisse zu treffen. Dafür benötigte er jedoch die Hilfe von Major Ohain.

“Herr Major, ich benötige ein Schnellade-Gestell, auf dem ich landen kann und das mich sieben neuen Bomben versorgt”, lautete sein erster Wunsch.

“Wozu brauchen Sie das, Herr Leutnant? Die Mannschaft der FRIEDENSTAUBE ist eingespielt, die munitioniert Sie innerhalb von Minuten auf!”

“Das kann unter bestimmten Umständen zu lange sein”, erwiderte der Leutnant. “Am Boden bin ich verwundbar, und wenn ich auf dem Schiff lande, ziehe ich das Feuer auf mich. Herr Major, ich will das Gestell auf einem Dach unterbringen, darauf landen, die Bomben einklinken und wieder los.”

“Sie haben keine Sicht nach unten, die Sie für eine solche Präzisionslandung unbedingt benötigen.”

“Daran habe ich gedacht, ich benötige drei Landemarkierungen, dann schaffe ich das präzise.”

“Hm.” Der Major holte die Wartungsunterlagen der Flugscheibe aus dem Regal und blätterte, bis er einen Plan der Unterseite gefunden hatte. “Ihre Idee ist vermutlich durchführbar, wenn ich Ihnen ein paar Zentrierhilfen anbaue… Ich werde Wendorf und Sauer daransetzen. Braucht aber zwei Tage.”

“Die dürften wir gerade so haben”, meinte Voß. “Das ist leider noch nicht alles. Wittmann hat doch an seinen Panzern diese Nebelkerzenwerfer… Können Sie mir das auch einbauen?”

“Das geht, aber was soll das?” Der Major lachte auf. “Solche Rauchkörper fallen herunter, die bringen Ihnen gar nichts.”

“Rauchen sollen die Dinger auch nicht, sondern brennen”, erklärte Voß. “Magnesiumfackeln als Täuschkörper, wenn man uns die eine oder andere Rakete hinterherjagt.”

“Die meisten bodengestützten Raketen benutzen Radar”, erwiderte Dr. Ohain. “Da helfen Ihnen thermische Täuschkörper gar nicht. Prinzipiell kann ich das machen, allerdings auf Thermit-Basis. Gegen Radar… Ihre Mühle ist gewissermaßen auf optimale Radarerfassung konstruiert, daran kann ich nichts ändern. Ich muß mal nachdenken, ob ich da vielleicht… Ich will nichts versprechen.”

“Danke, Herr Major, ich weiß, Ihre Fähigkeiten sind legendär.”

“Ach, Sie wollen noch etwas?”

Voß lächelte verlegen. “Ich habe nur 300 Schuß pro MG. Wenn ich wirklich Tridents jagen soll, wären ein paar mehr ganz nützlich. Vielleicht 3.000 Schuß?”

Das Gesicht des Majors verfinsterte sich. “Sie sind ja unersättlich! Raus! Hinaus mit Ihnen!”

“Aber, Herr Major!”

“Raus, sage ich, und zwar schnell!”

Voß zögerte eine halbe Sekunde, dann gab er Fersengeld. Er schaffte es bis zur Tür, bevor der Major ihn aufhielt. “Vier Gurte, mehr geht nicht. Zwei geladen und zwei in Reserve, und womöglich auch nur 1.500 statt 3.000. Reicht Ihnen das?”

“Es muß, Herr Major”, entgegnete Voß. “Vielen Dank!”

“Und jetzt raus, ehe Ihnen noch mehr einfällt!”

Admiral Morgenthau erhielt hervorragendes Bildmaterial. Zunächst wunderte er sich über den Ausflug des größeren Kriegsschiffes auf Governor’s Island, dann schlug er die Spezifikationen des Mark 46 Torpedos nach und kam zu dem Schluß, daß trotz dessen verbesserter Flachwasser-Fähigkeiten eine alternative Bekämpfung mit Kurzstreckenraketen durchaus sinnvoll sei.

Auf den Bildern erkannte er genau, wie Goldbarren auf das Frachtschiff verladen wurden. Nach überschlägiger Berechnung hatten die Deutschen etwa 2.000 Tonnen Gold gefördert, eine Beute, die Morgenthau als Grundstock des künftigen US-Dollars unbedingt sichern mußte. Eine Gruppe Navy-SEALS als Prisenkommando würde dieses Schiff sicher nach Annapolis bringen.

Die Potomac-Armee bewegte sich weiterhin schwerfällig auf New York zu. Der Admiral hatte bereits mehrfach erwogen, ohne diese Bodentruppe loszuschlagen, doch auf die zusätzliche Bedrohung, die sich aus deren Einsatz ergab, wollte er nicht verzichten. Zudem wußte er die Zeit sinnvoll zu nutzen: Sechs startklare und voll bestückte F22 erachtete als unüberbietbaren Trumpf in der Hinterhand.

Nur die Frachtflugscheibe bereitete ihm Sorgen. Sie hatte das Radar von Annapolis unterflogen und war nur durch die Aufklärungsdrohne bemerkt worden. Lieferte sich Fracht an oder holte sie welche? Dank dieses geschwätzigen Oberfeldwebels wußte der Admiral über die Lage in Europa Bescheid, doch alle Einzelheiten würde niemand einem so niedrigen Dienstgrad anvertrauen. Morgenthau teilte zwar die Ansicht, daß die Bundeswehr eine miese, kleine Armee gewesen war, doch trotz aller Sparsamkeit hatte sie ein paar moderne amerikanische Waffensysteme besessen.

Leider hatten die verdammten Krauts die Flugscheibe direkt in einem Frachtraum gelandet und eine Plane übergezogen, so daß der Vorgang des Ent- und Beladens im Verborgenen vor sich ging. Doch so recht an eine Gefahr wollte der Admiral nicht glauben. Raketensysteme waren ziemlich sperrig, sie einfach auf einem Frachter aufzustellen und einzusetzen ging nicht, das erforderte die Möglichkeiten einer Werft. Vermutlich benötigte dieses verdammte Reich nur ganz dringend Währungsgold und ließ vorsorglich ein paar Tonnen ausfliegen.

Der Admiral begutachtete die Hauptartillerie der Schiffe mit größter Auflösung. Waren das tatsächlich Leopard-Panzertürme? Dafür fehlte die Ausbuchtung nach hinten, außerdem die Luken für Kommandant und Richtschütze. Sie hatten demnach den Turm modifiziert, ihn kleiner gebaut. Er holte eine Schieblehre und vermaß das Rohr. Demnach war das die L44, die auch im Abrams-Panzer verbaut worden war, nicht die neuere, durchschlagsfähigere L55. Zu Steilfeuer waren beide nicht fähig, weshalb ein U-Boot, das weit genug entfernt positioniert wurde, mit seinen Torpedos wirken konnte, ohne Gefahr zu laufen, unter Artilleriebeschuß zu geraten.

Kapitän Ritscher wurde völlig überrascht, als Major Ohain ihm mitteilte, daß er “einige Kleinigkeiten” in die Flugscheibe einbauen wollte. Er bestellte Leutnant Voß zu sich und erfuhr von den Täuschkörpern. Diese Erweiterung unterstützte er zwar, doch er sah sich genötigt, den eigenwilligen Herrn Leutnant ausgiebig den Dienstweg und die Befehlskette zu erklären. Nur dessen Rang als Offizier bewahrte ihn davor, sich bei Oberbootsmann Schustereit melden zu müssen, um einen Tag lang gegen Kartoffeln zu kämpfen, die unbedingt von ihrer Schale befreit werden mußten.

Voß sah sich genötigt, von seinem Schnellade-Gestell zu berichten, das er auf einem Hochhausdach in Manhattan deponieren wollte. Nach dieser Eröffnung hatte der Kapitän eine gute Idee. Weil ein so gesunder Geist unbedingt einen gesunden Körper benötigte, bewilligte er dem Leutnant eine zweistündige Teilnahme am Training Oberleutnant Skorzenys. Die Kampftaucher räumten zwar die Goldtresore der Federal Reserve Bank leer, Skorzeny gab jedoch jedem turnusgemäß einen Nachmittag frei, zum Kampf- und Konditionstraining. Mitglieder der Besatzung waren jederzeit willkommen, doch die meisten kamen nur einmal und krochen mit garantiertem Muskelkater nach spätestens einer halben Stunde aus dem Übungsraum.

Die dritte Sünde brauchte Voß nicht zu beichten: Major Ohain hatte in den Beschaffungslisten MG-Gurte mit 1.800 Schuß gefunden und einfach 20 Stück davon bestellt. Das Luftwaffenausrüstungsamt hatte eine freundliche Antwort mit ganz wenigen Beschimpfungen geschickt und ihm geraten, gefälligst mit den acht Gurten zufrieden zu sein, die man ihm angesichts der Wichtigkeit der Expedition zuteilen könne.

Dr. Ohain freute sich, daß er die Bürokraten richtig eingeschätzt hatte und begann eigenhändig mit der Bastelei. Vier Gurte mit jeweils 3.600 Schuß – der Leutnant schuldete dem technischen Personal der FRIEDENSTAUBE damit einen feuchtfröhlichen Abend, sobald sie nach Oldenburg zurückgekehrt waren.

Leutnant Voß war nach dem “lockeren” Training mit Oberleutnant Skorzeny ganz und gar nicht fröhlich zu Mute. Er schleppte sich zum Schiffsarzt, um Dr. Hagemeister um ein Mittel gegen Muskelkater zu bitten.

Kapitän Ritscher hatte ihn dort bereits avisiert, deshalb hatte der Doktor bereits belehrende Worte vorbereitet, die im Wesentlichen darauf hinausliefen, daß Disziplinlosigkeit nun mal weh täte.

Voß nahm das gelassen hin, denn er hatte seinerseits ebenfalls eine Überraschung. “Herr Doktor, haben Sie schon einmal den Begriff ‘Panzerschokolade’ gehört?”

“Was? Nein! – Doch!” Der Arzt schaute Voß über seine Brille hinweg an. “Sie sprechen von Pervitin, nicht wahr?”

“Ja. Haben Sie welches?”

“Selbst wenn ich es hätte, würde ich es Ihnen nicht geben! Das Zeug schädigt Ihre Gesundheit, es macht süchtig und es wird überschätzt.”

Voß ließ nicht locker. “Herr Doktor, wir werden demnächst in eine Situation geraten, in der es darauf ankommt, daß ich, sagen wir, 48 Stunden am Stück hellwach bin. Andernfalls könnte es sein, daß es IHRER Gesundheit schadet oder der Gesundheit von Personen, die Ihnen nahestehen. Ich verlange das nicht leichtfertig, ich weiß, was ich tue. Also?”

“Verdammt, der Kapitän zieht mir die Ohren lang, wenn er das erfährt.”

Voß lächelte gequält. “Besser der Kapitän als Skorzeny. Und außerdem: Schieben Sie die Schuld auf mich, vielleicht gewöhne ich mich nach und nach, mit Skorzeny zu trainieren.”

Der Stabsarzt schüttelte den Kopf und erhob sich. Er schloß einen speziellen Medikamentenschrank auf und entnahm diesem einen Streifen mit zehn Tabletten. “Alle zwölf Stunden eine, nicht mehr als drei davon. Wenn die von Ihnen angesprochene gefährliche Situation vorbei ist, will ich den Rest wiederhaben. Und noch eines, Herr Leutnant – wenn Sie Ihren Leuten diese Pille geben, dann klären Sie sie vorher gründlich darüber auf, daß dies ein schweres Gift ist, verstanden?”

“Zu Befehl, Herr Stabsarzt!”

“Chevrolet an Cadillac: Haben Punkt Omega erreicht.”

“Cadillac an Chevrolet: Beziehen Sie morgen Ihre Angriffspositionen.”

“Chevrolet an Cadillac: Verstanden.”

“Cadillac an Chevrolet: X-36 ab jetzt.”

“Chevrolet an Cadillac: Bestätigt.”

Kapitän Ritscher hatte die Funksprüche vorgelesen. “Wir haben also noch 35 Stunden. Wir schicken heute die letzte Ladung Wolframbarren nach Hause. Damit sind 350 Tonnen Wolfram und 70 Tonnen Gold sicher in der Heimat angekommen. Skorzeny, Sie bergen morgen so viel Sie können, am Abend müssen wir einstellen. Skorzeny, Sie und Ihre Leute bleiben an Bord der FUGGER, Sie tarnen sich als Matrosen, für den Fall, daß ein Prisenkommando an Bord kommt.”

“Verstanden, Käp’ten.”

“Donnerhack, haben Sie Ihren Plan verfeinert?”

Der Fregattenkapitän nickte. “Ich habe zwei Wasserbomben legen lassen, um uns einen Hinterausgang zu sprengen, wenn wir anderweitig nicht mehr von Governor’s Island herunterkommen.”

“Sehr gut, Herr Kapitän. Wir begeben uns also morgen abend nach Governor’s Island, um dort darauf zu warten, daß der Krieg ausbricht. Voß, wie sieht es mit Ihren Vorbereitungen aus?”

“Abgeschlossen, dank Herrn Major Ohain und seinen tüchtigen Maschinenmaaten.”

“Sehr gut, Sie starten um halb vier und gehen auf Abfangposition.” Ritscher blickte in die Runde. “Meine Herren, jetzt ist der Gegner am Zug. Admiral von Tegetthoff hat uns volle Unterstützung zugesichert, wir haben folglich die ganze Reichsluftwaffe als Eingreifreserve – alle vier kampffähigen Flugscheiben. Wir müssen abwarten, wie der Gegner sich positioniert und welche Forderungen er stellen wird. Noch etwas: Die Luftwaffe hat ein Versorgungs-Depot in Neu-Vineta eingerichtet, sie kann dort beschleunigt aufmunitionieren. Wenn wir den Atomschlag gegen das Reich abwehren, haben wir gute Chancen, den Kampf zu überstehen.”

Dr. Wohlthat hatte sich freiwillig an Bord der T2-06 gemeldet. Leutnant Voß hatte zunächst gezögert, doch das Argument, daß der Beamte ein sehr guter Bodenbeobachter geworden war, konnte er nicht widerlegen, zumal Feldwebel Haberstroh seinen “Kollegen” wortmächtig unterstützte.

Leutnant Voß startete, und er drehte zunächst auf den Atlantik hinaus. Sie hatten einen klaren, sonnigen Juli-Tag vor sich, echtes Kaiserwetter. Das AEGIS-Radar reichte mindestens 600 Kilometer weit, und es war bekannt, daß mit seiner Hilfe bereits Satelliten abgeschossen worden waren.

Laut einhelliger Ansicht der Offiziere waren zwei Jagd-U-Boote der Virginia-Klasse und eine Fregatte der Perry-Klasse ausgelaufen. Vermutlich würde die Fregatte das Ultimatum stellen, eines der U-Boote ihr direkt Deckung geben und das zweite U-Boot draußen lauern, um eine mögliche Flucht zu vereiteln. Nur, wie weit draußen?

Voß setzte auf das streifende Licht der tief im Osten stehenden Sonne. Die amerikanischen Unterseeboote hatten unter den letzten Jahren gelitten, ihr Brennstoffvorrat ging zur Neige und ihre Technik mußte den Mangel an Ersatzteilen verkraften. Wagten sie es unter diesen Umständen, getaucht zu fahren?

Wenige Minuten später beantwortete Dr. Wohlthat diese Frage: Er hatte die Gischt bemerkt, die Wasserverwirbelung hinter dem aufgetaucht fahrenden Boot. Leutnant Voß atmete auf und ließ die Position notieren. Er glitt aus dem AEGIS-Erfassungsbereich und stieg auf 30 Kilometer Höhe.

Es blieb lange ruhig, erst kurz vor sechs Uhr drang eine Stimme aus dem Funkgerät: “USS HALYBURTON an deutsche Schiffe unter Kapitän Ritscher! Sie sind in amerikanische Hoheitsgewässer eingedrungen und haben Eigentum der Vereinigten Staaten von Amerika an sich genommen!”

Die Stimme sprach mit deutlichem amerikanischen Akzent über jene Kurzwellenfrequenz, auf denen die sich deutschen Schiffe untereinander verständigt hatten.

“Hier Kapitän Ritscher an Bord der SMS FRIEDENSTAUBE. Wir sind in friedlicher Absicht gekommen und haben nur Dinge geborgen, die uns gehören.”

Voß gab seinem Bordingenieur und Funker ein Zeichen. Auf einer anderen Frequenz wurde der Standort des Unterseebootes verschlüsselt nach Neu-Vineta übermittelt. Vier Flugscheiben mit voller Bewaffnung würden dort in den nächsten Minuten abheben.

“Hier USS HALYBURTON. Sie haben die Tresore der Federal Reserve Bank New York aufgebrochen und dort Goldbarren an sich genommen, die im Eigentum der Vereinigten Staaten von Amerika stehen! Ergeben Sie sich! Wir schicken jetzt ein Prisenkommando auf Ihr Frachtschiff, das wir für beschlagnahmt erklären! Rühren Sie sich nicht vom Fleck, sonst werden Sie versenkt!”

Dr. Wohlthat hielt seine Optik nach wie vor auf jenen winzigen Punkt gerichtet, der das U-Boot im Atlantik darstellte. Oberfeldwebel Pawlik konzentrierte sich auf Radar und Funk, die anderen malten sich aus, wie ein Beiboot ablegte und eine Gruppe Soldaten zur SMFS JAKOB FUGGER übersetzte.

Der nächste Funkspruch stammte von Kapitän Ritscher, er wurde jedoch auf Englisch gesendet, so daß nur Dr. Wohlthat ihn vollständig verstand. “Hier Kapitän Ritscher! Ich rufe Annapolis! Ich rufe Admiral Morgenthau! Mit welchem Recht beschlagnahmen Sie unser Frachtschiff?”

Nach einer halben Minute meldete sich eine andere Stimme, ebenfalls auf Englisch. “Hier spricht Vice-Admiral Henry Morgenthau III., amtierender Präsident und Militärgouverneur der Vereinigten Staaten von Amerika! Mit welchem Recht? Gemäß der internationalen Verträge zur Beendigung der Kriegshandlungen haben die USA als Hauptsiegermacht das Recht, jeglichen Besitz des Deutschen Reiches zu beschlagnahmen!”

“Aber das ist mehr als achtzig Jahre her!”

“Wie Sie sicher wissen, wurde der zweite Weltkrieg nie durch einen Friedensvertrag beendet. In dem Moment, als Sie die Bundesrepublik Deutschland abgeschafft haben und das Deutsche Reich wieder aufleben ließen, haben Sie auch den zweiten Weltkrieg wieder aufleben lassen. Die Wehrmacht hat bedingungslos kapituliert, Sie haben somit den Status von Kriegsgefangenen. Leisten Sie keinen Widerstand, oder Sie werden vernichtet.”

In der T2-06 ballten sich Fäuste, als Dr. Wohlthat dies übersetzt hatte. Kapitän Ritscher verhandelte weiter mit Annapolis und der USS HALYBURTON, bis schließlich Korvettenkapitän Meißner kundtat: “Hiier SMFS JAKOB FUGGER. Ich übergebe das Kommando an Major John Stevens von den Navy SEALs.”

“Hier Kapitän Ritscher! Ich protestiere im Namen Seiner Majestät und der deutschen Reichsregierung!”

“Ihr Protest ist zur Kenntnis genommen”, antwortete Admiral Morgenthau. “Das Schiff wird nun in einen sicheren Hafen überführt.”

Gute zwanzig Minuten tat sich nichts, dann schrillte ein Warnsignal durch die T2-06. Das Radar der FRIEDENSTAUBE hatte einen Raketenstart in Annapolis registriert. Voß kümmerte sich um nichts mehr und ließ die Flugscheibe steil nach oben steigen. Pawliks Radar erfaßte die Raketen, er gab seinem Kommandanten die Richtung vor. Der erste Schuß in der letzten Phase des zweiten Weltkriegs war gefallen!

Voß entdeckte die leuchtenden Punkte vor sich. Er hielt frontal auf den ersten zu und feuerte, bis dieser sich in eine Wolke aus Splittern auflöste. “Noch fünf”, kommentierte Pawlik.

Voß mußte ausweichen und gegensteuern. Hier, jenseits der Atmosphäre, entwickelte der Antrieb der Flugscheibe seine höchste Leistung. In einem 30-g-Manöver setzte er sich hinter die Raketen. Ohne die dämpfende Wirkung des Antriebs hätte dieser Schwenk die ganze Besatzung getötet, so kam nur spürbarer, jedoch erträglicher Andruck durch.

Voß wirkte, als absolviere er eine Übung auf einem Simulator-Schießstand: Annähern, abdrücken, draufhalten, bis sich die Explosionswolke entwickelt. “Noch vier!” Zum nächsten Ziel wechseln, annähern, abdrücken, Explosion. “Noch drei!” – “Noch zwei!” – “Noch eine!” – “Erledigt!”

Voß atmete tief durch und lächelte triumphierend. “Der erste Endsieg ist erfochten.”

Pawlik schaltete auf Sendung: “Pauke – Pauke!”

Oberleutnant von Windheim setzte zum Voß-Manöver an. Noch vor einer Woche hätte es dafür ein Disziplinar-Verfahren gegeben, und von Windheim hätte dieses beantragt. Im Weltraum erreichten die Flugscheiben so hohe Geschwindigkeiten, daß sie leicht die Magnetospähere der Erde verließen und danach antriebslos durch den Weltraum trieben, unrettbar verloren. Elf Kilometer pro Sekunde – und die Flugscheibe würde die Erde für immer verlassen, wenn der Pilot einen Fehler beging.

Die Leitstelle Neu-Vineta hatte den Kurs für die T2-01 berechnet. Der Oberleutnant hielt sich exakt daran, schon nach acht Minuten kehrte die Flugscheibe in die Atmosphäre zurück. Um ihn herum leuchtete die Atmosphäre auf, er mußte stark abbremsen, damit sich seine Maschine nicht zu stark erhitzte. Noch immer schneller als der Schall stürzte er den Koordinaten entgegen, die sein Kopilot, Oberfähnrich Pietzka, fortlaufend kontrollierte. Das Zielobjekt sollte bald auftauchen, nur noch drei Kilometer lagen zwischen der Flugscheibe und der Meeresoberfläche.

“Ziel erkannt”, rief von Windheim.

Pietzka sah auf. “Bestätigt.”

“Bombenschächte auf!” Von Windheim drehte eine leichte Schleife, um das Unterseeboot längs zu überfliegen.

“Sind auf!”

“Bomben frei!” Von Windheim bremste maximal und fing die Flugscheibe ab.

Pietzka hing an der Zieloptik. Anderthalb Sekunden dehnten sich zu einer kleinen Ewigkeit. “Bomben los!”

Das schlagartig verringerte Gewicht trieb die Flugscheibe in die Höhe, von Windheim ließ sie über die Nase herumschwenken, um die Einschläge zu beobachten. Die Bomben lagen knapp neben dem Ziel, eine davor, zwei an der Seite und eine dahinter. Die erste Zündung hob das Boot von hinten aus dem Wasser, die zweite Zündung brach das Heck ab, die dritte den Bug und die vierte schleuderte den Bug durch die Luft. Volltreffer, die ganze Salve Wasserbomben hatte getroffen. Dort unten gab es keine Überlebende.

“T2-01 an Mutter. Ziel zerstört.”

Leutnant Voß vollführte ein vergleichbares Eintauchmanöver, allerdings nur mit halber Geschwindigkeit. “Sucht das Unterseeboot!”

Dr. Wohlthat und Feldwebel Haberstroh brauchten keine Erklärung, die T2-06 hielt eindeutig auf New York zu. Manhattan, Governor’s Island, die US-Fregatte, die auslaufende JAKOB FUGGER

“DA!”, rief Dr. Wohlthat.

“Bomben frei”, befahl Voß. Wozu Vorschriften, wenn er eine Besatzung hatte, auf die er sich blind verlassen konnte? Feldwebel Haberstroh öffnete selbständig die Bombenschächte.

“Drei vorne drauf, den Rest schön wie bei einer Nähmaschine”, ordnete Voß an. Er bremste stärker, flog nun ganz langsam auf die Spitze des U-Bootes zu.

“Eins bis drei!”, meldete Haberstroh. “Vier! – Fünf! – “Sechs!” – “Sieben! Das war’s!”

Die Zwei-Zentner-Bomben der T2-06 hatten Aufschlagzünder, sie entfalteten ihre größte Wirkung, wenn sie direkt trafen. Voß hatte prächtig chauffiert, die Treffer lagen alle auf dem Boot, rissen beachtliche Löcher hinein. Doch das Vorgehen war riskant, denn das sterbende Boot schickte noch einen Racheengel aus, eine Rakete, die jetzt Kurs auf die T2-06 nahm.

Voß vollführte ein 50-g-Manöver, bei dem die fünffache Erdschwerkraft die Besatzung schmerzhaft in die Sitze preßte. Voß nahm Kurs auf New York, die Rakete drehte um und jagte hinter ihm her. Voß wußte nicht, wo die Stellungen der Potomac-Armee lagen, doch er hoffte, daß sein Durchbrechen der Schallmauer knapp über den Hochhäusern Wirkung auf sie haben würde. Er zog nach oben, als die Rakete zu nahe kam. Wieder schoß die Rakete unter der Flugscheibe durch.

“Raus aus unserem Schußbereich”, befahl eine Stimme aus dem Funkgerät.

Unter ihm sprachen die Kanonen der Schiffe. Die großen Geschütze zielten auf die USS HALYBURTON. Die Feuerleitzentralen hatten die Zeit genutzt, die Entfernungen auszumessen. Der erste Schuß der HIPPER traf den Mast, der zweite das Hauptgeschütz der Fregatte. Die FRIEDENSTAUBE schoß auf den Rumpf, durchschlug diesen und rief eine Explosion im Inneren des Schiffes hervor.

Voß mußte nur noch einen Haken schlagen, dann ging der Rakete der Treibstoff aus. Jetzt hatte er Gelegenheit zum Nachladen.

“Bombenschächte auf!” – “Sind auf!”

Die zweite Salve versenkte die USS HALYBURTON. Die Geschütze der deutschen Schiffe hatten bewiesen, daß ihre Wirkung tatsächlich einem weitaus größeren Kaliber entsprach. Jetzt belegten die Flak-Zwillinge die Stellungen der Potomac-Armee mit niederhaltendem Feuer. Es wurde Zeit, Governor’s Island zu verlasen. Fregattenkapitän Donnerhack ließ die deponierten Wasserbomben zünden, obwohl er den Notausgang nicht benötigte. Er wollte keine scharfen Ladungen zurücklassen.

Major Stevens wunderte sich, wieso “Pauke – Pauke!” gefunkt wurde. “Ist das ein Code? Was tut er meinen?”

Korvettenkapitän Meißner hob entschuldigend die Arme. “Ich habe keine Ahnung, tut mir leid.”

“Du wirst antworten meine Frage, oder ich werden schießen einen Mann!”

“Bitte nicht! Ich bin ein Frachter-Kapitän! Ich kenne keine Codes der Kriegsschiffe!”

“Das werden ich wissen, wenn ich schießen einen Mann”, erwiderte Stevens. “Ich werden nehmen diesen einen!” Er deutete auf Kapitänleutnant Struck. “Oder tun du wissen, was meinen Pauke – Pauke?”

In diesem Augenblick betrat ein halbnackter Mann die Brücke. Er trug eine Badehose, Unterarmmanschetten, Stiefel und zwei Messer in den Händen. Eines davon steckte gleich darauf im Hals des Majors, bevor dieser feststellen konnte, wie muskulös und durchtrainiert dieser Neuankömmling aussah.

Oberleutnant Skorzeny trat dem nächsten Amerikaner in die Herzgrube, während er aus der Unterarmscheide sein geworfenes Messer ersetzte. Er schnitt dem nächsten Amerikaner tief ins Handgelenk, was diesen überzeugte, seine Maschinenpistole loszulassen. Das andere Messer fand den Weg in den Hals des Mannes und erlöste ihn von seinen Schmerzen.

Den vierten Amerikaner zog Skorzeny vor sich, damit er ein paar Kugeln seines Kameraden in sich aufnahm. Er schubste den Leichnam dem fünften in die Arme, damit er beschäftigt war, während Skorzeny den sechsten erstach. Der letzte Überlebende wollte noch etwas sagen, doch mehr als ein “No, please!” brachte er nicht mehr heraus, bevor ihm Skorzeny die Kehle durchschnitt.

“Entschuldigen Sie die Sauerei auf Ihrer Brücke”, sagte Skorzeny und wandte sich Richtung Ausgang.

“Moment, Herr Oberleutnant”, rief Struck ihm hinterher. “Sie… Sie haben da gerade sechs Navy-SEALs erledigt!”

Skorzeny drehte sich um und lächelte. “Werfen Sie mir bloß nicht vor, daß die Amerikaner in der Unterzahl waren.”

“Nein, das würden wir nicht”, sagte Meißner. “Aber… Warum nackt?”

“Zum einen läßt sich so das Blut leichter abspülen, zum anderen – es verwirrt die Angegriffenen lange genug, um die ersten beiden zu erledigen.” Skorzeny schaute sich noch kurz um, es gab keine weiteren Fragen. “Werfen Sie die 16 Leichen über Bord”, riet er noch, bevor die Brücke verließ.

“Hat er etwa noch zehn umgebracht?”, staunte Struck.

“Nein, die hat er seinen Leuten überlassen”, vermutete Meißner. “Zwei für jeden, sechs für den Chef. Brüderlich geteilt.”

Voß schaffte die Punktlandung, Haberstroh bekam die Anzeige, daß alle sieben Bomben korrekt eingeklinkt waren. Inzwischen stiegen Altemeier, Pawlik und Flachbart aus. Pawlik löste die Abdeckung der Maschinengewehre, Altemeier holte die weitgehend leergeschossenen MG-Gute heraus, Flachbart nahm sie ihm ab und brachte sie in die Kanzel. Inzwischen hatte Haberstroh die Flugscheibe verlassen und stemmte die Reservegurte nach oben, wo Altemeier sie abnahm und die Waffen nachlud. Pawlik befestigte die Verkleidung und kehrte als letzter zurück.

“58 Sekunden – das nenne ich nachladen”, freute sich Voß und hob ab. Das Kunstwerk der Herren Wendorf und Sauer blieb am Boden zurück, es war provisorisch befestigt worden und löste sich bereitwillig.

“Bombenschächte zu”, meldete Haberstroh.

Unter ihnen steuerte die JAKOB FUGGER auf die offene See hinaus, gefolgt von der ADMIRAL HIPPER und der FRIEDENSTAUBE. Die Aufräum- und Putzarbeiten hinderten die FUGGER nicht weiter.

Leutnant Voß schlug die Richtung Annapolis ein. Schon nach wenigen Minuten schlug die Radarwarnung an.

“Sollten wir das nicht den Jagdmaschinen überlassen?”, meinte Dr. Wohlthat.

“Die haben keine Täuschkörper”, antwortete Voß. Ein zweiter Warnton kam hinzu, die Annäherungswarnung. “Haberstroh, Radartäuschung – Drei, zwei, eins, jetzt!”

Der Feldwebel zündete eine Flitterladung, der Leutnant schoß mit voller Antriebsleistung nach oben. Die Raketen waren das Beste, was die US-Kriegsindustrie hervorgebracht hatte, doch niemand hatte daran gedacht, in der Software vorzusehen, daß ein Ziel in einer Wolke aus Metallfolie verschwand, um im gleichen Augenblick mit allerhöchster Beschleunigung nach oben zu ziehen. Die Raketen entschieden, daß der Feind ein Geschoß abgefeuert hatte und hielten auf die Metallwolke zu. Ihre Abstandszünder überschütteten den Flitter mit Splittern, die dort keinerlei Schaden anrichteten.

“Der Trick ist 80 Jahre alt”, brummte Altemeier. “Warum funzt der noch?”

“Weil in den letzten 80 Jahren kein Depp ein Flugzeug gebaut hat, das ein derartiges Radarecho erzeugt wie unsere Flugscheiben”, erwiderte Voß.

“Die haben noch nicht genug”, meldete Pawlik.

Das Spiel wiederholte sich – auftreffender Radar, eigener Radar, Täuschkörper, rabiates Manöver, Explosionen. Nur hörte diesmal die Runde noch nicht auf, sie wurden weiterhin vom Radar geortet und zwei Raketen hatten den Kurs gewechselt.

“Infrarot?”, wunderte sich Voß.

“Immer noch Radar, wir werden angeleuchtet”, vermutete Pawlik.

Voß schlug eine Rolle, die beiden Raketen schossen an ihm vorbei. Sie korrigierten, jedoch unvollkommen, da ihnen der Treibstoff ausging.

“F22 oder F35 – für unser Radar kaum zu erfassen”, knurrte Altemeier.

“Wenn die an die Schiffe herankommen, haben wir verloren”, knurrte Voß zurück. “Flachbart, Haberstroh – vielleicht kriegen wir sie durch die altmodische Luftraumbeobachtung.”

Ferngläser waren gefährlich, denn bei den rabiaten Manövern schlug die fünffache Erdschwerkraft durch. Dann wurden daraus Geschosse oder es bestand die Gefahr der Strangulation. Die Feldwebel kannten das Risiko, doch sie griffen ohne zu zögern nach den Gläsern.

Diesmal schlug das eigene Radar zuerst an. “Thermit!”, befahl Voß und zog nach oben. Haberstroh feuerte zwei Ladungen ab, eine davon zog eine Rakete auf sich. Vier weitere Raketen folgten der Flugscheibe, doch ihnen ging dabei der Treibstoff aus.

“Das war schon Nahbereich – wo sind die verdammten Dreckskerle?”, fauchte Voß.

“Auf ein Uhr”, rief Flachbart.

Voß flog schräg nach oben, ließ die Maschine abkippen und kam so hinter die Amerikaner. Die erste Maschine wurde zu einem Feuerball.

Die Amerikaner stoben auseinander, flogen Kurven und begingen damit einen Fehler. Wären sie geradeaus geflogen, wären sie dank ihrer größeren Geschwindigkeit entkommen, so nutzte Voß die größere Wendigkeit seiner Flugscheibe, um auf der Geraden zu fliegen – und die zweite Maschine abzuschießen.

Die Amerikaner zeigten nun moralische Schwächen. Sie versuchten zu fliehen, Voß auszukurven. Nach dem dritten Abschuß setzten sich die Amerikaner in Richtung Annapolis ab. Voß schaffte noch einen vierten Abschuß, dann waren die Gegner zu weit weg.

“Wir haben eine Verabredung, in Annapolis”, kündigte Voß an. “Diesmal wird es haarig.”

“Noch haariger als gerade eben?”, erkundigte sich Dr. Wohlthat. “Sie haben gerade das getan, wovon wir einmal theoretisch gesprochen haben.”

“Es waren F22, keine F35”, verbesserte Voß. “Ich kann Sie alle in Richmond absetzen, bis auf Haberstroh, den Bombenschützen brauche ich. Es wird ein Himmelfahrtskommando, doch wenn es gelingt, ist der Krieg vorbei.”

“Wir machen mit”, entschieden alle.

“Sehr gut. Pawlik, rufen Sie den Alten. Er soll die Luftwaffe anfordern, ich führe einen Aufklärungsflug nach Annapolis durch.”

“Im Klartext?”, staunte der Oberfeldwebel.

“Ja, dann werden wir dort angemessen begrüßt. Und danach simulieren Sie einen Ausfall der Funkgeräte.”

“Wir müssen verrückt sein”, brummte Dr. Wohlthat. “Dulci et decorum est pro patria mori.”

“Amen”, fügte Flachbart hinzu. “Was immer das auch bedeuten mag.”

Voß stieg auf 20 Kilometer Höhe. “Haberstroh, haben wir noch vier Täuschladungen von jeder Sorte?”

“Ja, sogar mehr.”

“Sie feuern jedesmal je eine Ladung ab, wenn ich es sage. Und nun – wenn Sie noch ein Gebet sprechen wollen, wäre dies eine sehr gute Gelegenheit.”

Er gab den Männern eine halbe Minute, dann nickte er. “Also los.”

Die Flugscheibe hielt direkt auf den Hafen der Militärakademie zu. Es dauerte nicht lange, dann stiegen Raketen auf. In zwölf Kilometern Höhe befahl Voß: “Jetzt” und schlug den ersten Haken. Die Raketen flogen in die Täuschkörper, anderen wendeten und nahmen die Verfolgung auf. Von unten erhielten sie Verstärkung. In sieben Kilometern folgte das zweite Manöver, in vier Kilometern das dritte und in zwei Kilometern das letzte.

Jetzt waren sie zu nah für Raketen, nur noch Geschütze wären gefährlich geworden, doch Admiral Morgenthau hatte sie nicht besetzen lassen. “Bombenschächte auf!”

“Sind auf!”

“Unser Ziel ist das fette U-Boot! Bomben frei!”

Sechs Raketen folgten der Flugscheibe, die gerade wie ein Kamikaze auf das Ziel zustürzte.

“Bomben frei!” Haberstroh hatte sie ausgelöst.

Voß schoß übers Wasser davon. Sieben Bomben und sechs Raketen trafen das Unterseeboot der Ohio-Klasse – und damit die Stromversorgung des Stützpunktes.

“Sie sind wahnsinnig”, stellte Dr. Wohlthat fest.

“Ach? Das merken Sie erst jetzt?”, antwortete Voß. “Aber da weder Sie noch ich der liebe Gott sind, dürften wir noch am Leben sein.”

“Hier T2-06. Wir führen einen Aufklärungsflug nach Annapolis durch. Fordern Sie die Jagdmaschinen der Luftwaffe an, wir weisen ihnen Ziele zu.” Leutnant Mossmann seufzte. “Mehr hat er nicht gefunkt, danach ist der Kontakt abgebrochen.”

Ritscher stöhnte auf. “Voß! Er hat sich heute mindestens drei Beförderungen verdient und genauso viele Degadierungen. Sollte er zurückkommen, lasse ich ihn auf das erste U-Boot versetzen, das im Reich gebaut wird.”

“Wahrscheinlich bringt er das zum Fliegen.”

Die Bordsprechanlage meldete sich. “Einkommendes Flugobjekt!” Einige Sekunden später: “Ich korrigiere, das schlägt hinter uns ein.”

“Hinter uns” bedeutete New York. Die Stadt lag acht Seemeilen hinter ihnen, die Schiffe stürmten mit 30 Knoten in den Atlantik hinaus.

Ritscher drückte auf die Rückruftaste. “Flugobjekt? Kein Flugzeug? Ist das sicher?”

“Ja. Oh mein Gott!”

Die FRIEDENSTAUBE wurde durchgerüttelt, und nicht nur sie. Niemand brauchte dem Kapitän zu sagen, was gerade geschehen war. “Versuchen Sie, den Einschlagsort zu bestimmen. Ansonsten: Alle Mann unter Deck!”

Nach einigen Minuten gab es erste Abschätzungen. Der Marschflugkörper war in der Nähe von Governor’s Island eingeschlagen und hatte eine Sprengkraft von mindestens 125 Kilotonnen gehabt.

“Ich vermute, die Potomac-Armee gibt es nicht mehr”, folgerte Kapitänleutnant Spee.

“Der Kerl ist wahnsinnig”, stellte Ritscher fest. “Wir müssen eine Möglichkeit finden, ihm das Handwerk zu legen.”

Leutnant Mossmann meldete sich aus der Funkzentrale. “Leutnant Voß geruht, wieder mit uns zu sprechen.”

“Persönlich?”, vergewisserte sich Ritscher.

“Ja.”

“Stellen Sie ihn durch”, befahl der Kapitän.

“Hier T2-06”, meldete sich Voß gleich darauf.

“Hier Ritscher. Sind Sie noch weit genug an einem Stück, um sich vor einem Kriegsgericht einzufinden?”

“Wir waren in Gottes Hand und sind dank Seiner Gnade unverletzt”, erwiderte Voß. “Darf ich Sie bitten, mir die Luftwaffe vorbeizuschicken? Mir sind gerade die Bomben ausgegangen.”

“Für einen Angriff auf das massiv verteidigte Annapolis?”

“Für einen Angriff auf das unverteidigte Annapolis, damit die keine Verteidigung mehr aufbauen können.” Voß zögerte einen Augenblick. “Ich stehe gerade in 100 Metern Höhe über einem ziemlich geknickten U-Boot der Ohio-Klasse. Mir scheint, die eine oder andere Knallerbse muß in einem offenen Trident-Schacht gelandet sein.”

“Sie werden nicht angegriffen?”, staunte Ritscher.

Dr. Wohlthat meldete sich. “Kapitän, ich fliege hier mit einem Wahnsinnigen! Allerdings ist der Kerl auch wahnsinnig erfolgreich. Schicken Sie die Luftwaffe, damit sie endgültig aufräumt.”

“Bomben auf die Schiffe und mit Bordwaffen auf die Flugzeuge”, schob Voß nach. “Mit meinen beiden MGs richte ich am Boden nicht genug Schaden an.”

“Haben Sie den Marschflugkörper bemerkt, der auf New York abgefeuert worden ist?”, fragte Ritscher.

“Nein, aber wie es scheint, sind Sie noch genug in einem Stück, um den neuen Hannibal zu geben. Fordern Sie einen Luftschlag an, bevor die hier ihre Schiffsturbinen anwerfen und der Radarschirm wieder in Betrieb genommen wird.”

“Sie sind nicht in der Position, mir Befehle zu erteilen”, erklärte Ritscher.

“Ich schon”, sagte Dr. Wohlthat. “Als kommissarischer Staatssekretär habe ich die Vollmacht, den Luftschlag über Ihren Kopf hinweg anzufordern. Handeln Sie, Herr Ritscher, JETZT!”

“Hier Oberleutnant von Windheim, T2-01. Voß, was brauchen Sie?”

“Einen Luftschlag gegen alle Schiffe, die jetzt noch wie tote Enten herumliegen, und danach ein Scheibenschießen auf die Flugzeuge am Boden.”

“Kriegen Sie! Wir sind in 15 Minuten da. Von Windheim – Ende.”

“Was? Voß, Sie…”

“Entschuldigung, Herr Kapitän, ich muß mit meiner Restmunition ein paar Radarantennen zerstören, da Ihre Reaktion uns wertvolle Zeit gekostet hat. Voß – Ende.”

“VOSS!”, brüllte Ritscher, doch er erhielt keine Antwort mehr.

Spee griff zu und zog die Hand des Kapitäns von der Bordsprechanlage. “Herr Kapitän, als Erster Offizier habe ich das Recht, Ihnen ungefragt einen Rat zu geben. Sie haben dort in Ihrem Schrank eine hübsche Flasche stehen…”

“Wollen Sie einen Schluck?”

“Ich? Nein! Sie sind es, der einen braucht.” Spee ließ seine Worte wirken. “Herr Kapitän, die ganzen Anspannungen der letzten Wochen, die ganze Verantwortung, die Sie zu tragen hatten, das Gefecht, die Flucht, die Atombombe – da kommt jeder ins Straucheln. Trinken Sie einen Schluck, atmen Sie tief durch und warten Sie ab.”

“Abwarten? Wenn Voß sich irrt…”

“Das Wunder von der Marne im ersten Weltkrieg wurde möglich, weil sich die Herren im Stab, weit weg von der Front, geirrt haben. Der Sieg bei Tannenberg wurde möglich, weil Hindenburg und Ludendorf auf einen kleinen Oberstleutnant vor Ort gehört haben. Stalingrad im zweiten Weltkrieg ist passiert, weil der Führer im Hauptquartier die Lage falsch eingeschätzt hat. Der Sieg über Frankreich wurde errungen, weil Generäle wie Guderian und Rommel ihre Divisionen von vorne geführt haben, vor Ort.”

“Sie meinen, Voß ist vor Ort und ich weit weg?”

“Richtig, Herr Kapitän.”

Ritscher stand auf und holte die Flasche, mit zwei Gläsern. Sie enthielt alten, 54%igen Rum, aus der Zeit vor der Katastrophe. Er schenkte beide Gläser voll. “Prost, Herr Kaleu!”

“Prost, Herr Kapitän!”

Ritscher ließ die Wärme der Flüssigkeit auf sich wirken. “Was ist, wenn Voß daneben liegt?”

“Dann wird hoffentlich von Windheim seine Sinne beisammen haben.”

Ritscher nickte. “Spee, Sie hatten recht. Der eigene Anspruch auf Unfehlbarkeit… Jeder Führer erliegt ihm, gelegentlich. Wobei der Hinweis auf Hannibal auch nicht schlecht gewesen war.”

“Hannibal? Helfen Sie mir bitte?”

Ritscher lächelte. “Hannibal hatte Rom nach seinem Sieg bei Cannae auf dem Boden, doch er hat den Römern erlaubt, wieder auf die Beine zu kommen. Wie Voß das geschafft haben will, kann ich mir nicht vorstellen, aber wenn er tatsächlich den Reaktor dieses großen U-Bootes ausgeschaltet hat, ist Annapolis zeitweise ohne Strom. Und wenn wir in diesem Zeitfenster zuschlagen… Gehen wir in die Funkzentrale.”

Oberleutnant von Windheim verschwendete keinen weiteren Gedanken an Kapitän Ritscher. Er flog sein zweites Voß-Manöver, gefolgt von der T2-02, der T2-03 und der T2-05, also allem, was das Reich an Kampfmaschinen zu bieten hatte. Kurzzeitig hatte man sogar erwogen, die beiden Thor 1 aufzubieten, doch die waren ganz sicher zu schwach bewaffnet.

“T2-06, hier T2-01, sind im Anflug, vier Maschinen.”

“T2-01, kennen Sie die Aufnahmen?”

“Ja.”

“Zielverteilung: Null-Eins greift das Jagd-U-Boot an und wirft zur Sicherheit die vierte Bombe auf das große U-Boot. Null-Zwei bedient den Zerstörer neben dem großen U-Boot und den zweiten Zerstörer daneben. Null-Drei belegt mit einer Bombe die Fregatte, mit dreien den Kreuzer. Null-Vier geht mit allen Ladungen auf das größte und modernste Schiff.”

“Verstanden. Haben wir mit Widerstand zu rechnen?”

“Nein. Ich habe die Radarantennen des Zerstörers demoliert, die Luftabwehr beschränkt sich derzeit auf Handfeuerwaffen. Sie haben genug Zeit, sorgfältig zu zielen.”

“Also definitiv ein Scheibenschießen.”

“Ja, jetzt – in einer halben Stunde dürfte es anders aussehen. Anschließend suchen Sie den Flughafen auf und benutzen die Bordwaffen.”

“Verstanden, wir machen es so.”

Von Windheim bremste ab und flog langsam auf das Jagd-U-Boot zu. Ganz gezielt warf er zwei Wasserbomben ab und verfolgte, wie dieses U-Boot in drei Teile zerbrach. Das größere, strategische U-Boot war schon durchgeknickt, von Windheim plazierte seine Bombe unter dem größeren Teilstück. Anschließend flog er zum Flughafen und befahl der Null-Zwei den Angriff. Vier F22, sechs F35, zwei YF117, eine B2 und vier B52 – er benötigte keine fünf Minuten, um diese Flugzeuge in Trümmer zu schießen. Seine Begleitmaschinen hatten mittlerweile im Hafen ganze Arbeit geleistet. Auf das größte Trümmerteil – es gehörte zu einem Zerstörer der Burke-Klasse – warf er seine letzte Bombe.

“Hier T2-06. Großartig gemacht, Sie haben ganze Arbeit geleistet.”

“Dazu sind wir doch da.”

“Danke – und guten Heimflug.”

Leutnant Voß hatte Feldwebel Flachbart beauftragt, mit seiner Handkamera Beweisphotos zu schießen, bevor er zur FRIEDENSTAUBE zurückkehrte. Kapitän Ritscher war in den Hangar gekommen, um die Besatzung zu empfangen.

“Sind Sie persönlich gekommen, um mich zu verhaften und vor ein Kriegsgericht zu stellen?”, erkundigte sich Leutnant Voß gereizt.

“Nein, es wird kein Kriegsgericht geben”, erwiderte der Kapitän. “Ich bin allerdings sehr gespannt auf Ihren Bericht.”

“Annapolis ist ausgeschaltet, Feldwebel Flachbart hat das dokumentiert.” Voß rieb sich die Schläfen. “Herr Kapitän, bestrafen Sie mich bitte mit sechs Stunden Stubenarrest, denn wenn ich jetzt nicht meine Nerven beruhige, können Sie mich sechs Monate in den Bau stecken. Dr. Wohlthat kann sowieso besser reden als ich.”

Ritscher atmete tief durch. “Nun gut, einverstanden, Sie haben Stubenarrest, Herr Leutnant. Wegtreten!”

Voß nahm Haltung an, salutierte und machte auf dem Absatz kehrt.

“Und Sie, Herr Doktor?”

“Oh, meine Nerven erholen sich, seit ich aus dieser Teufelsmühle gestiegen bin”, versicherte der Beamte. “Und ja, ich erzähle Ihnen gerne, was geschehen ist.”

Ritscher nickte. “Sehr gut. Feldwebel Flachbart, Sie liefern den Film ab, anschließend haben Sie und der Rest der Besatzung sechs Stunden frei.”

Bevor Kapitänleutnant Spee zu ihnen stieß, nutzte Dr. Wohlthat die Gelegenheit für ein paar Worte unter vier Augen. “Herr Kapitän, Leutnant Voß ist der beste Pilot der ganzen Luftwaffe. Innerhalb von zwei Stunden hat er einen Atomangriff auf das Reich abgewehrt, zwei Unterseeboote versenkt, ein drittes aufgeklärt, vier Feindmaschinen abgeschossen und den zweiten Weltkrieg gewonnen. Und er ist gerade einmal 20 Jahre alt, genießt damit noch Welpenschutz. Deshalb: Gestatten Sie ihm, daß er seine Nerven wieder in den Griff bekommt.”

Der Kapitän schaute Dr. Wohlthat sehr lange wortlos an. Erst als der Beamte weitersprechen wollte, antwortete er: “Nerven sind keine Frage des Alters. Nein, hören Sie mir zu. Das war heute ein verdammt harter Tag für uns alle, mich eingeschlossen. Vor fünf Stunden hatten wir uns auf dieser verdammten Insel verkrochen und waren einem überlegenen Feind ausgeliefert. Das Reich selbst war in höchster Gefahr. Jetzt sind wir auf hoher See, haben nicht einen Kratzer abbekommen und einen totalen Sieg davongetragen. Und ich persönlich habe gelernt, daß es hin und wieder Situationen gibt, in denen sogar ein 20jähriger bessere Einsicht hat als ich. Ich kenne mich mit Geschichte ziemlich gut aus, deshalb weiß ich, daß Befehlsverweigerungen im deutschen Militär sogar eine gewisse Tradition haben – und nicht bestraft werden, wenn sich dadurch ein entscheidender Erfolg einstellt. Ihr eigensinniger Welpe hat recht behalten, gegen seinen kommandierenden Offizier. Das muß ich anerkennen.”

“Danke, Herr Kapitän.”

Kapitänleutnant Spee betrat die Kajüte. Ritscher bat ihn, sich zu setzen, dann sagte er: “Herr Dr. Wohlthat gibt uns den Bericht aus Annapolis, da Leutnant Voß im Augenblick ein wenig… unpäßlich ist.”

Dr. Wohlthat lächelte. “Meine Herren, ich bitte Sie, diese wenigen Sätze zu glauben, und dann eine rasche Entscheidung zu treffen. Leutnant Voß hat das U-Boot zerstört, das Annapolis mit Strom versorgt hat. Sie haben dann einen Schiffsdiesel als Notaggregat angeworfen, weshalb Voß die Radarantennen des Schiffes in Stücke geschossen hat. So konnten die Kampfmaschinen ohne jede Gegenwehr alle großen Schiffe zerstören und im Anschluß daran auch noch deren Flugzeuge vernichten. Annapolis ist vollständig geschlagen.

Und jetzt, meine Herren, möchte ich Sie bitten, Kurs auf Annapolis zu setzen. Die FUGGER und die HIPPER kommen alleine nach Hause, Sie und ich, wir sollten die Gelegenheit nutzen und den zweiten Weltkrieg beenden.”

“Wie stellen Sie sich das vor, Herr Doktor?”, wunderte sich Ritscher.

“Die FRIEDENSTAUBE hat genug Feuerkraft, um Annapolis auszulöschen. Wir können Sie damit zum Frieden zwingen.”

Ritscher überlegte. “Ich brauche dazu die Entscheidung von Admiral von Tegetthoff.”

“Die können Sie anfordern, nachdem Sie Kurs auf Annapolis gesetzt haben. Sie haben einen Bevollmächtigten des Reichsaußenministeriums an Bord – Ich möchte ebenfalls meine Vorgesetzten informieren.”

Kapitän Ritscher benötigte keine fünf Sekunden für die Entscheidung. Er rief die Brücke. “Reske, verabschieden Sie die HIPPER und die FUGGER. Setzen Sie einen Kurs nach Annapolis.”

Der Zweite Offizier vergewisserte sich: “Kurs Annapolis, Maryland, USA?”

“Ay, ay, Herr Oberleutnant!”

Voß hatte einen kleinen Umweg über die Krankenstation genommen. Mit: “Es war nicht nötig”, gab er den Tablettenstreifen an Dr. Hagemeister zurück. In seiner Kajüte zog er seine Schuhe aus, warf sich auf die Koje und vergrub seinen Kopf ins Kissen. Dann brachen die verdrängten Gefühle über ihn herein, die Angst und der Triumph, das Mitleid mit jenen, die er hatte töten müssen und das Glück des Siegers, die Kämpfe erfolgreich bestanden zu haben.

Er achtete nicht auf die Zeit, er hätte einige Minuten angegeben, doch es war mehr als eine Stunde vergangen, als jemand an seine Tür klopfte. Unwillig erhob er sich, da der Einlaß Begehrende diesen Wunsch beharrlich fortsetzte. Er öffnete und starrte verwundert auf Oberleutnant Skorzeny.

“Mann, das war vom Feinsten”, rief der Kampftaucher, um einen Augenblick später zu fragen: “Junge, was ist denn mit Ihnen los?” Er schob sich in die Kabine, drängte Voß einfach zurück. Hinter sich schloß er die Tür und führte Voß zu dessen Koje. Die FRIEDENSTAUBE war kein Kreuzfahrtschiff, einem Leutnant stand nur eine enge Einzelkabine zu.

Skorzeny setzte sich neben Voß und fühlte sich ein wenig pikiert, als diese ihn umarmte und aufschluchzte.

“Na, na…” Skorzeny hatte Erfahrung als Tröster, die harte Ausbildung der Kampftaucher hatte schon einige Männer an den Rand des Nervenzusammenbruchs getrieben. “Wenn du eine harte Brust zum Ausweinen suchst, die kann ich dir bieten.”

“Danke”, wisperte der Pilot.

“Es war das erste Mal, daß du getötet hast?”, vermutete Skorzeny.

“Ja, aber das ist es nicht.” Voß löste sich und rückte so weit weg von Skorzeny, wie es die Koje zuließ. “Ich komme aus Marktbreit, einem besseren Dorf. Ich habe früher davon geträumt, die Welt zu sehen, das großartige Amerika.” Er wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln. “Und jetzt, wo ich hier bin, habe ich es kaputt gemacht.”

“Wir waren dazu gezwungen, wie mußten uns wehren – oder wir wären jetzt tot.”

“Die US-Navy war mal die beste Marine der Welt – ich habe sie zerstört. Die US Air-Force war mal die beste Luftwaffe der Welt – ich habe ihre letzten Maschinen abgeschossen.”

“Die US Navy SEALs waren mal die besten Kommandokräfte der Welt – ich habe die letzten von ihnen getötet.”

“Ja, alt gewordene Männer, die in meinem Fall schon lange nicht mehr geflogen waren und in deinem Fall schon lange keinen Einsatz erlebt hatten”, sagte Voß mit einem leichten Seufzen.

“Ja, alte Männer, die das bekommen haben, was ihre Vorfahren verdient haben.” Skorzenys Stimme wurde hart. “Voß, sagt dir der 13./14. Februar 1945 etwas?”

“Nein.”

“Dresden, eine Lazarettstadt, völlig ohne Luftverteidigung, 650.000 Einwohner, ebenso viele Flüchtlinge. Eine halbe Million Tote, das größte Massaker des zweiten Weltkriegs. Meine Uroma war noch ein Mädchen, sie hat miterlebt, wie die englischen Helden der Luft zweimal die Stadt bombardiert haben, und wie danach die noch großartigeren amerikanischen Helden der Luft in die rauchenden und brennenden Trümmer noch mehr Bomben geworfen haben. Ich habe sie noch kennengelernt, sie hat mir erzählt, wie die Überlebenden auf den Elbwiesen Schutz gesucht haben, vor Feuer und Bombenhagel. Ein amerikanisches Fliegeraß hat heldenmütig neben ihr einen alten Mann in Fetzen geschossen. Einen alten Mann im Rollstuhl, nicht in einer F22, mit Raketen und Bomben unter den Flügeln und einer durchgeladenen Bordkanone.”

“Hm, so gesehen…”

Skorzeny rückte heran und nahm den Piloten in den Arm. Nicht aus bloßer Freundschaft, sondern ganz bewußt mit so viel Kraft, daß es schmerzte. “Deine Leute haben es erzählt, du hast sechs Atomraketen abgeschossen. Du hast sechs neue Dresden verhindert! Dafür wollte ich dir Danke sagen! Was du heute getötet hast, waren keine Zivilisten, es waren die Letzten in der Tradition der Mörder von Dresden.”

Skorzeny ließ los und stand auf. “Junge, sie werden dir dafür einen Orden an die Brust nageln. Trag ihn mit Stolz – für meine Uroma und für die 500.000 in Dresden, die weniger Glück gehabt haben.”

Voß suchte nach Worten, doch bis er wußte, was er antworten sollte, hatte Skorzeny bereits seine kleine Kabine verlassen.

Zwei doppelt chiffrierte Nachrichten waren eingetroffen, eine an Kapitän Ritscher, eine an Dr. Wohlthat. Admiral von Tegetthoff wies den Kapitän an, die Nacht in angemessener Entfernung von Annapolis zu verbringen und am nächsten Morgen Admiral Morgenthau zu Verhandlungen zu zwingen.

Dr. Wohlthat hatte nicht nur die Anweisung bekommen, die Friedensverhandlungen mit den USA zu führen, sondern auch einen Friedensvertrag, der acht Punkte enthielt.

Mittlerweile lagen die Bilder der Zerstörungen vor, und Leutnant Voß hatte seine Nerven wieder im Griff. Nur wer genau hinschaute bemerkte, daß ihn die rechte Schulter schmerzte, dort, wo Skorzeny zugepackt hatte. Die Blutergüsse zeigte er keinem, auch nicht Dr. Hagemeister. Er betrachtete sie als eine violette Gedenkmedaille, eine Auszeichnung im Namen der Opfer von Dresden.

Die T2-06 hob diesmal ohne Dr. Wohlthat ab. Annapolis lag bereits im Feuerbereich der 165mm-Kanone, Kapitän Ritscher wollte wissen, ob es noch Ziele für deren Geschosse gab, letzte Ziele, um den Widerstand zu brechen. Es gab tatsächlich einen schwachen Versuch, ein Doppel-MG Kaliber 50, das auf die Flugscheibe feuerte. Voß verschwendete keine Bombe dafür, er schloß mit seinem Kaliber 7,62mm zurück, worauf das feindliche Feuer verstummte.

Die Feldwebel Haberstroh und Flachbart saßen gemeinsam an der Bodenbeobachtung, da im Luftraum nichts mehr gefährlich werden konnte. Nichts hielt die FRIEDENSTAUBE auf, Voß wies ihr ein Ziel zu, eine kleine Gedenkstätte, über der die amerikanische Flagge wehte. Das Symbol sollte zerstört werden, sichtbar für alle Überlebenden. Eine 165mm-Granate, hochexplosiv, für allenfalls schwach gepanzerte Ziele, meldete das Schiff an.

Kurz danach meldete sich Dr. Wohlthat auf Englisch über die Bordlautsprecher. “Dies ist Seiner Majestät Schiff FRIEDENSTAUBE. Wir fordern Sie auf, sich zu ergeben. Ich wiederhole: Wir fordern Sie auf, sich zu ergeben! Sie erhalten freies Geleit zu Verhandlungen.”

Das 40mm-Zwillingsflak-Geschütz drohte in Richtung Akademie, die T2-06 beherrschte den Luftraum. Die FRIEDENSTAUBE warf den Anker, Matrosen legten Planken und bauten einen Tisch, ein paar Stühle und einen Sonnenschirm auf. Dr. Wohlthat forderte die Amerikaner noch einmal auf, sich zu ergeben, dann kam er heraus, setzte sich an den Verhandlungstisch und wartete.

Die Amerikaner ließen sich über eine Stunde Zeit. Dr. Wohlthat erachtete das für schlechte Erziehung und das Eingeständnis der eigenen Unterlegenheit. Er kannte die Widerwärtigkeiten, die der deutschen Delegation bereitet worden waren, als es um den Versailler Vertrag gegangen war. Er hatte nicht die geringste Lust, dieses primitive Verhalten nachzuahmen.

Die Amerikaner erschienen zu dritt, in blütenweißer Marine-Galauniform. Der Älteste trug den linken Arm in einer Schlinge und einen Verband um den Kopf. Seine Rangabzeichen wiesen ihn als Drei-Sterne-Admiral aus, ein Stern mehr als der Oberkommandierende der kaiserlichen Marine.

Der Deutsche stand auf. “Mein Name ist Dr. Helmut Wohlthat, Staatssekretär im Reichsaußenministerium.

“Ich bin Vice-Admiral Henry Morgenthau III., Kommandeur der Marinebasis Annapolis und amtierender Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich weise Sie darauf hin, daß Ihr Vorgehen dem Völkerrecht widerspricht. Sie haben bedingungslos kapituliert und deshalb kein Recht, die Kampfhandlungen wiederaufzunehmen.”

Seine Begleiter, ein Kapitänleutnant und ein Leutnant zur See, schienen dem Admiral einer Vorstellung nicht wert. Dr. Wohlthat lud die Amerikaner mit einer Handbewegung ein, sich zu setzen. Erst dann antwortete er.

“Herr Admiral, oder besser, Mr. President, ich weiß nicht, inwiefern Sie über die protokollarischen Fehler im Mai 1945 unterrichtet sind. Kapituliert hat am 7. Mai und gegenüber der Sowjetunion am 9. Mai ausschließlich die deutsche Wehrmacht. Das Deutsche Reich hat nicht kapituliert, das hielten Ihre Vorgänger offenbar für überflüssig. Statt dessen wurde die Regierung des Deutschen Reiches am 23. Mai verhaftet und des Amtes enthoben. Das Reich wird deshalb bei diesen Verhandlungen erstmalig durch mich vertreten.

Wenn Sie sich umsehen, werden Sie feststellen, daß die Reichswehr hier nicht vertreten ist. Statt dessen gibt es die Reichsmarine…” – er wies auf die FRIEDENSTAUBE – “…und die Luftwaffe.” Bei diesen Worten deutete er auf die T2-06. “Während unsere Streitkräfte noch voll kampffähig sind, trifft das auf Ihre Streitkräfte nicht zu. Wir sind bereit, Ihre Kapitulation anzunehmen und Ihnen einen Friedensvertrag anzubieten.”

“Das wird nicht geschehen.”

Dr. Wohlthat zuckte mit den Schultern. “Sie dürfen sich gerne zurückziehen, dann werden wir mit dem Beschuß beginnen und jeden Offizier – sollte keiner überleben, auch Unteroffiziere oder Mannschaften – gefangen nehmen und nach Nürnberg bringen. Dort erhalten die Gefangenen ein faires Verfahren, nach den Statuten des vormaligen Militärtribunals, und werden anschließend aufgehängt. Wenn Sie Bedenkzeit brauchen, ziehe ich mich gerne zurück. Eine halbe Stunde, eine ganze Stunde? Ich werde pünktlich zurückkommen, das gebieten meine Erziehung und meine Ehre als Deutscher.”

“Sie wagen es, Offiziere entgegen der Genfer Konvention als Verbrecher zu behandeln?”

Dr. Wohlthat schüttelte langsam den Kopf. “Herr Admiral, wir behandeln Sie exakt so, wie damals Ihr Land die deutsche Seite behandelt hat. Wir wenden also jenes Recht an, das Sie selbst gewählt haben. Noch gerechter können wir nicht vorgehen.”

Der Admiral zögerte, überlegte, wand sich und sagte endlich: “Zeigen Sie mir diesen Friedensvertrag.”

“Gerne. Ich habe ihn in Englisch und in Deutsch ausgefertigt und versichere Ihnen, daß die beiden Versionen identisch sind.”

F R I E D E N S V E R T R A G

Die vereinigten Staaten von Amerika (USA, vormals Hauptsieger- und Besatzungsmacht in Europa), vertreten durch Vice-Admiral und amtierenden Präsidenten Henry Morgenthau III., und das Deutsche Reich (DR), vertreten durch Staatssekretär Dr. Helmut Wohlthat, beenden durch diesen Friedensvertrag jeglichen Kriegszustand, der zwischen den beiden Staaten bestanden hat, insbesondere den Zweiten Weltkrieg. Der Frieden wird unter folgenden Bedingungen geschlossen:

1. Die USA erklären, daß das DR zu allen Kriegen des 20. Jahrhunderts gewungen wurde und sich auf die rechtmäßige Selbstverteidigung beschränkt hat.

2. Die USA erklären, daß die unter dem Namen “Nürnberger Prozesse” abgehaltenen Tribunale ein Verfahren der Siegerjustiz und ein klarer Bruch des Völkerrechts gewesen waren. Alle Urteile werden seitens der USA aufgehoben, die Verurteilten vollumfänglich rehabilitiert.

3. Die USA verzichten auf alle Rechte, die nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 7. Mai 1945 gegen das DR ausgeübt worden sind. Jegliche Verordnungen der Besatzungsmächte (SHAEF-Gesetze) werden für vom Anfang an nichtig erklärt.

4. Die USA erklären, sich für alle Zukunft jeglicher Propaganda-Maßnahmen gegen das DR zu enthalten. Die weitere Verbreitung der Holocaust-Lügen wird in Zukunft auf dem Gebiet der USA als schwere Straftat geahndet.

5. Die USA gewähren dem DR das Recht, alle Akten, Unterlagen und Patente, die seit dem Kriegseintritt der USA 1917 in die USA verschleppt worden sind, wenn nötig auch gewaltsam zurückzuholen.

6. Die USA überlassen dem DR als Geste der Entschädigung sämtliche Goldvorräte und sonstige Wertgegenstände, die in den Tresoren der ehemaligen Federal Reserve Bank in New York gelagert sind.

7. Die USA und das DR verzichten gegenseitig auf weitergehende Reparationen oder die Verfolgung von Kriegsverbrechern.

8. Die USA danken dem DR für die großzügigen Friedensbedingungen und das gewährte Generalpardon für die zahllosen von Bürgern der USA begangenen Kriegsverbrechen an Deutschen.

Der Admiral schob den Vertrag entrüstet zurück. “Diese Bedingungen sind absolut unannehmbar.”

Dr. Wohlthat lächelte und deutete hinter sich. “Sie blicken dort in die Mündung einer 165mm-Kanone, 6½ Zoll, in Ihren Maßeinheiten. Wir haben Ihnen vorhin demonstriert, welche Wirkung diese Waffe besitzt. Ich soll Sie recht herzlich von Leutnant Voß und Oberfeldwebel Noack grüßen – die Herren wissen, was sie zu sagen haben, wenn der Feind mithört, wie im Palast des Gouverneurs der Republik Virginia. Sie waren folglich über unser tatsächliches Potential desinformiert. Ich fürchte, Herr Maron wird uns diesen kleinen Schwindel nachsehen, Ihnen jedoch eine Aufwartung durch General Jebb Stuart machen lassen. Die Army of Virginia braucht sich ja nicht mehr um die Potomac-Armee zu kümmern, da Sie diese vernichtet haben.”

“Sie wagen es, mir zu drohen?”

“Natürlich nicht”, erwiderte Dr. Wohlthat. “Vorgestern um diese Uhrzeit, da wäre es noch ein Wagnis gewesen, heute nicht mehr. Ach so, ja, das Generalpardon für Kriegsverbrecher gilt auch für den Start Ihrer sechs Trident-Raketen. Leutnant Voß war so frei, diese abzuschießen. Worauf haben Sie damit gezielt?”

“Sie… Sie haben alle erwischt?”, fragte der Admiral fassungslos.

“Aber ja, Mr. President. Nur Ihre Bombe auf New York ist ins Ziel gelangt, aber da waren wir bereits weit genug entfernt.”

“Sie verdammter Hurensohn”, knurrte der Admiral.

“Nennen Sie mich, wie es Ihnen gefällt, solange Sie nicht mit Hurensohn unterschreiben. Das wäre dem Ansehen Ihrer Mutter in der künftigen Geschichte abträglich.”

“Sie stellen keinerlei weiteren Forderungen und Ansprüche an die Vereinigten Staaten?”, lenkte der Admiral ein.

“Richtig. Wir lassen Sie in Ruhe, anders als Sie damals 1945. Punkt 5 halten wir für bereits erfüllt. Wir werden diplomatische Beziehungen mit den Konföderierten Staaten von Amerika aufnehmen. Ob das mit Ihnen dereinst möglich ist, muß sich zeigen. Wir haben in Europa mehr als genug zu tun. Wir sichern Ihnen Nichteinmischung zu.”

“Also gut, ich unterschreibe.” Der Admiral nahm den bereitliegenden Füllfederhalter setzte seine Unterschrift unter alle vier Ausfertigungen. Dr. Wohlthat unterschrieb für die deutsche Seite. Er verstaute seine Exemplare sorgfältig in einer Mappe, holte eine zweite Mappe hervor und legte die amerikanischen Exemplare hinein. Er entnahm dieser Tasche ein Papier, das darin gesteckt war.

“Wir haben im Bereich der Nordstaaten einige Ansiedlungen gefunden, die wir auf dieser Karte vermerkt haben. Sie sollten diese in Ihr Reich einbinden, aber das bleibt Ihnen überlassen. Wir wünschen ihnen viel Erfolg beim Wiederaufbau Ihres Staatswesens. Der Krieg ist damit beendet, ich rate Ihnen, keinen neuen zu beginnen. Das ist der Ratschlag einer Macht, deren Flugscheiben in drei Stunden jeden Ort der Erde erreichen können.”

“Ich denke, wir haben verstanden.” Der Admiral stand auf, seine namenlosen Offiziere taten es ihm gleich, Dr. Wohlthat erhob sich als Letzter.

“Leben Sie wohl, Mr. President.”

Dr. Wohlthat wartete, bis die Amerikaner sich ein Dutzend Schritte entfernt haben, dann gab er den Matrosen den Wink, den Verhandlungstisch abzubauen. Die Expedition der FRIEDENSTAUBE hatte tatsächlich den Frieden gebracht, auf eine Art, die keiner vorhergesehen hatte.

Die JAKOB FUGGER transportierte 3.844 Tonnen Gold- und Wolframbarren, der Löwenanteil lag noch in New York, derzeit unerreichbar, erst mußte die Radioaktivität abklingen. Es wurde Zeit, nach Hause zu fahren.

©Michael Winkler

Europa enteignet erstmals die Gläubiger einer Bank

Das hat es selbst in Griechenland bislang nicht gegeben: Die niederländische Regierung hat über Nacht Anleihen der Bank SNS für wertlos erklärt. Das bedeutet für Privatanleger den Totalverlust. Von Sebastian Jost und Karsten Seibel

Der Euro-Gruppen-Chef und niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem fährt gerade eine harte Linie bei SNS Reaal

Fassungslos hielt Martin Schröder (Name geändert) den Brief in der Hand. Darin eröffnete die Bank ihrem Kunden aus Südbaden, dass die größte Position in seinem Wertpapierdepot über Nacht wertlos geworden war.

80.000 Euro hatte der Künstler in Anleihen der holländischen Bank SNS Reaal investiert. Und nun das: Die niederländische Regierung habe die Anleihen für wertlos erklärt, teilte die Bank Anfang Februar mit.

Die Papiere wurden ersatzlos eingezogen, ohne Entschädigung. Schröder war enteignet, sein Geld weg.

Die Immobilienbank SNS ist eine von vielen Banken, die im Zuge der Finanz- und Euro-Krise verstaatlicht werden mussten. Der Unterschied: Diesmal soll der Steuerzahler die Zeche nicht allein bezahlen. Deshalb bittet die niederländische Regierung zumindest bestimmte Gläubiger zur Kasse.

Am Montag segnete der Staatsrat in Den Haag dieses Vorgehen als rechtmäßig ab – und statuierte damit ein Exempel, das die Besitzer von Bankanleihen in ganz Europa alarmieren muss. “Der Markt wird vollkommen durcheinander gewürfelt werden”, prophezeit Joachim Felsenheimer, Rentenexperte beim Vermögensverwalter Xaia.

Der Fall SNS könnte Schule machen

Schon bei früheren Bankenrettungen mussten Eigentümer und Gläubiger einen gewissen Beitrag zur staatlichen Sanierung leisten. Doch nie ging eine Regierung so radikal vor wie bei SNS. Im Falle Griechenlands etwa wurden nur die Besitzer von Staatsanleihen an der Rettung des Landes beteiligt, die Gläubiger der Banken blieben sogar völlig schadlos.

Bei SNS verloren nun Aktien und nachrangige Anleihen ihren Wert vollständig. “Eine Komplettvernichtung der Investments ist schon ein exorbitanter Einschnitt”, sagt Marc Hellingrath, Fondsmanager für Bankanleihen bei Union Investment.

Und der Fall SNS könnte Schule machen. So wird in Kreisen der Bundesregierung auf genau dieses Beispiel verwiesen, wenn es darum geht, wie man mit den angeschlagenen zyprischen Banken umgehen sollte.

Maßgeblich bestimmt wird die Debatte unter den europäischen Regierungen ausgerechnet von Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem – der als niederländischer Finanzminister gerade die harte Linie bei SNS Reaal fährt. Nun sollen also auch in Zypern Anleihenzeichner zur Kasse gebeten werden, womöglich sogar vermögende Sparkunden der Banken.

So weit ging Dijsselbloem bei SNS Reaal noch nicht. Sparkunden blieben ebenso verschont wie die Besitzer von erstrangigen Anleihen, im Finanzjargon “senior” genannt. Die Enteignung trifft nur nachrangige Anleihen, die prinzipiell immer mit einem höheren Ausfallrisiko behaftet sind und dafür auch eine höhere Verzinsung versprechen.

Früher waren wenigstens 20 Prozent Entschädigung drin

Diese Anleihen wären ohnehin wertlos gewesen, wenn der Staat nicht eingegriffen hätte und die Bank in die Pleite gerutscht wäre, argumentierte der Finanzminister. Allerdings: In früheren Insolvenzfällen waren bei Nachrang-Anleihen immer noch wenigstens 20 Prozent Entschädigung drin.

Und in der Finanzkrise hatten sich die Gläubiger an noch weitaus geringere Einschnitte gewöhnt, weil die Last der Steuerzahler trug.

Das zu ändern, sei längst überfällig gewesen, sagt Finanzprofessor Dirk Schiereck von der Technischen Universität Darmstadt. “Es war politisch immer schwieriger zu rechtfertigen, warum der Steuerzahler einspringen muss, während Kapital, das eigentlich haften sollte, in der Praxis doch nicht haftet.”

Er rechnet deshalb damit, dass es Nachrang-Gläubigern auch bei künftigen Bankenrettungen ähnlich ergehen wird wie bei SNS.

“In Spanien hätte es eigentlich schon bei diversen Sanierungsfällen enorme Haircuts geben müssen”, sagt auch Fondsmanager Hellingrath. Die Regierung habe davor zurückgeschreckt, weil Nachranganleihen dort in großem Umfang von Privatanlegern gehalten würden.

SNS-Papiere waren dagegen eher etwas für institutionelle Investoren – Pech für die wenigen Privatanleger wie Martin Schröder.

Die Finanzierungskosten werden sicher steigen

Was die Staatshaushalte entlasten soll, könnte die Banken ordentlich Geld kosten: “Die Finanzierungskosten werden mit Sicherheit steigen”, sagt Felsenheimer.

Schließlich dürften sich die Investoren das höhere Risiko mit höheren Zinsen ausgleichen lassen. Das sei aber nur ein Nachholeffekt: “Bisher haben die Zinsen das Ausfallrisiko bei Nachranganleihen nicht angemessen gespiegelt.”

Dass der Anleihenmarkt komplett zusammenbricht, erwartet Felsenheimer nicht. “Jeder Fall wird einzeln analysiert werden”, meint auch Hellingrath. Das heißt aber: Banken mit schwacher Kapitalausstattung dürften es an den Kreditmärkten noch schwerer haben als bisher.

Und diese Unruhe bleibt womöglich nicht auf Nachranganleihen beschränkt. In Anlageforen wird bereits sorgenvoll darüber spekuliert, dass künftig auch “Senior”-Papiere nicht mehr sicher sein könnten.

Schließlich deuten politische Absichtserklärungen darauf hin, dass man eine breite Gläubigerbeteiligung bei Sanierungsfällen anstrebt.

Dann aber geht es ans Eingemachte, denn erstrangige Anleihen bilden neben Pfandbriefen das Finanzierungs-Rückgrat aller Banken, die wenig eigene Spareinlagen haben.

Schleusen der Zentralbanken sind weit geöffnet

“Im Moment dürften keine Engpässe entstehen, weil die Schleusen der Zentralbanken weit geöffnet sind”, sagt Bankenprofessor Schiereck. Danach drohe aber eine Zweiklassengesellschaft – mit Banken, die noch Geld bekommen, und anderen, die keines mehr bekommen.

Eine mögliche Lösung für die Anleihenmärkte findet sich indes im Reformkonzept der Liikanen-Kommission: Sie schlägt unter dem Stichwort “Bail-in-Bonds” vor, die Banken zur Ausgabe spezieller Anleihen zu zwingen, die im Krisenfall in Eigenkapital umgewandelt werden würden.

Diese Anleihen wären für die Banken sehr teuer – doch dafür gäbe es stets eine weitere Brandmauer, ehe auch Senior-Anleihen leiden. “Dann könnte sich jeder Investor entscheiden”, sagt Schiereck, “wie viel Risiko er sich einkaufen will.”

Division Germania – Manifest

On February 26, 2013, in Liedtexte und Gedichte, by admin

Division Germania – Manifest
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ich weiss kleine Fehler im Gesang XD

Keiner sucht Alex-Schläger Onur U.

On February 26, 2013, in Pauke, by admin

Die einen glauben, er sei Deutscher. Die anderen halten ihn für einen Türken. Alex-Schläger Onur U. (19) – 135 Tage nach der tödlichen Prügelattacke auf Jonny K. († 20) ist seine Staatszugehörigkeit noch immer nicht geklärt.

Onur U. 

Und die türkische Staatsanwaltschaft weiß auch nichts von einem Haftbefehl!

Rückblick: Am 14. Oktober soll der Ex-Boxer Jonny K. auf dem Alexanderplatz niedergeprügelt haben. Das Opfer starb einen Tag später an Hirnblutungen. Onur U. setzte sich mit deutschem Pass in die Türkei ab.

Justiz-Wirrwarr!

➜ Wedding, 10. September 1996: Der Alex-Schläger wird eingebürgert. In der Urkunde heißt es: Onur U. „hat die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben.“

➜ Seyhan (Türkei), 16. Oktober 1996, die Ausbürgerung : U. hat mit „Aushändigung dieser Urkunde die türkische Staatsangehörigkeit durch Ausbürgerung verloren“!

Nach der Tat hat die Berliner Justiz internationalen Haftbefehl wegen Totschlags erlassen, im Rechtshilfeersuchen die Auslieferung beantragt.

Doch dann verkündete die türkische Botschaft: „Es hat sich herausgestellt, dass der Betreffende türkischer Staatsbürger ist“. Die türkische Justiz habe bereits Haftbefehl erlassen.

BILD hakt nach, fragt bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Sivas. Staatsanwalt Ergül Yilmaz: „Onur U. wird in der Türkei nicht gesucht, bei uns liegt kein Haftbefehl vor!“

Ein Polizist: „Er könnte zur Wache kommen, seinen Namen nennen, alles erzählen. Wir könnten ihn auf einen Tee einladen – festnehmen können wir ihn nicht.“

Quelle: Bild

Ein Aufatmen geht durch das Europa der Vaterländer

Von Ronald Gläser

Berlusconi Partei AbzeichenPartei der Freiheit, das Logo der Berlusconi-Partei Foto: rg

Die Parlamentswahl in Italien war in erster Linie eine Klatsche für die Europäische Union. Führende Vertreter in den wichtigsten Mitgliedsstaaten und prominente EU-Politbürokraten wie Parlamentspräsident Martin Schulz hatten sich in diesen Wahlkampf eingemischt und den Italienern gute Ratschläge erteilt, wen sie zu wählen haben. Es hat die Italiener nicht geschert.

Die Wahl war ebenso eine Klatsche für das linke Establishment Italiens. Seit vierzig Jahren hoffen die traditionell starken italienischen Kommunisten, ihr Land nach ihren Vorstellungen umbauen zu können. Doch immer wieder macht ihnen die Wähler einen Strich durch die Rechnung. Diesmal sah es wirklich gut aus für die Demokratische Partei, in der die Kommunistische Partei Italiens aufgegangen ist. Ihr Spitzenkandidat Pier Luigi Bersani kommt aus dieser Partei. Er hat Philosophie studiert, nie in seinem Leben längere Zeit einen ordentlichen Beruf ausgeübt, sondern sich zeitlebens der Politik gewidmet. Es sind Berufspolitiker wie Bersani, die die Italiener trotz allem Unmut über den Stillstand der letzten Berlusconi-Jahre und über Sparpolitik Mario Montis partout nicht wollen. Sie gaben Silvio Berlusconi und dem Komiker und Eurokritiker Beppe Grillo die Stimme.

Steuersenkungen sind ein legitimes Wahlversprechen

Die Wahl war eine Klatsche für die linken Medien in ganz Europa. Wie selbstverständlich werden diese Nachfolgeorganisation der KPI und ihr Kandidat Bersani bei uns als moderat und „Mitte-Links“  präsentiert. Grillo? Nur ein Verrückter, der gegen den Euro Stimmung macht. Berlusconi? Seine Wahlversprechen sind unbezahlbar. Dieses Argument kommt ausgerechnet von jenen Experten, die dem deutschen Publikum seit Jahren vermitteln, die diversen, billionenschweren Rettungspakete für fremde Banken und Staaten seien alternativlos. Wenn aber Silvio Berlusconi die (auch in Deutschland wünschenswerte) Abschaffung der Grundsteuer verspricht, dann ist das unseriöser Populismus.

Die Wähler des Cavaliere wissen, was sie wollen: weniger Steuer, weniger Bürokratie, weniger illegale Einwanderung. Das sind die Versprechen, mit denen seine Freiheitspartei in Italien immer wieder punktet und die er in seinen Amtsjahren wenigstens teilweise umgesetzt hat. Die Wähler von Beppe Grillo sind auf ihre Weise noch radikaler, wollen in Ruhe gelassen werden von jenen korrupten Politverbrechern, die Grillo am liebsten zu Tausenden in Fußballstadien internieren würde, um ihnen einen Schauprozeß zu machen. Fazit: Die bodenständigen Wähler in Italien wollen Freiheit statt Bevormundung, egal ob aus Rom oder Brüssel.

Folgen für Italien, Deutschland und die EU

Was bedeutet das nun für Italien? Ginge es nach Brüssel und Berlin würde in Italien das pseudodemokratische Prinzip zur Anwendung kommen, nach dem solange abgestimmt wird, bis das Ergebnis ins EU-Konzept paßt. Danach sieht es aber im Moment nicht aus. Berlusconi hat den Linken eine Zusammenarbeit angeboten. Ohne Monti und ohne Fini, den Verräter in seinen Reihen. Möglich ist, daß es für eine zweijährige Übergangsphase eine Art große Koalition geben wird, an der sich Berlusconi nach Lage der Dinge kaum selbst beteiligen wird. Sein Kalkül: Er hätte es dann in der Hand, diese Regierung zu stürzen, wann es ihm paßt, um selbst wieder Ministerpräsident zu werden.

Was bedeutet das für Deutschland und Europa? Es wird nicht gespart werden im großkoalitionären Italien. Berlusconi hat den Kurs vorgegeben, und die Italiener haben ja auch bereits Mario Draghi als EZB-Chef installiert, der ihn umsetzen soll: Es ist der Weg in den Schuldenstaat, der am Ende nur zu einer massiven Inflation oder einer Währungsreform führen kann. Dann ist der Euro Geschichte, und die Eurostaaten können zu ihren eigenen Währungen zurückkehren. Keine schlechte Aussicht also, die uns Italien da auftischt. Je schneller der Euro verschwindet, desto besser für uns alle in Europa.

Und noch etwas: Früher war es so, daß die Einzelstaaten Kommissare nach Brüssel entsandt haben. Heute entsendet Brüssel Regierungen in die Einzelstaaten. Das darf so auf keinen Fall weitergehen. Brüssel soll nicht die Zentrale eines Imperiums sein, sondern nur der Verwaltungssitz freier Nationalstaaten in einem Bündnis. In Italien ist der imperiale Machtanspruch der EU bis auf weiteres gescheitert. Gut so.

Die Linke Tagespresse und die Endlösung der Deutschenfrage

Die TAZ Schreiberlinge werden immer sozialistischer, nationalsozialistischer, und fordern offen die Endlösung in der Deutschenfrage.

messer-blut multikulti gewaltSo verherrlicht der TAZ Schreiberling, Helmut Höge, das zwei Schüler mit Migrationshintergrund einen Schuldirektor zusammen schlugen und als Scheissdeutschen beschimpften mit den Worten: ” Das ist zwar eine bedauerliche Entgleisung, aber erstens haben sie damit allen Rauchern aus der Seele getreten.“

Der sich wie ein Obersturmbannführer gebärdende Helmut Höge sollte nicht vergessen, dass 2007 ein Rentner in der Münchner U-Bahn zusammengetreten wurde und das von zwei Migrationshintrergründler.

Desweiteren behauptet Höge, und man halte sich fest, “dass ausländisch aussehende Jugendliche von Kerndeutschen als Scheißausländer beschimpft, sogar zusammengeschlagen, angezündet, von postfaschistischen Polizisten an die Wand gestellt werden.”
Er gibt zwar einige Beispiele an, wo Discobetreiber arabisch aussehenden Jugendlichen den Zutritt verweigerten, vergisst aber folgendes zu erwähnen: “Da aber die Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen bestimmten Ausländergruppen stets negative Auswirkungen haben, wird am Abend nur einem gewissen Prozentsatz an Ausländern der Einlass gewährt”, wie auf der Homepage der Discothek zu lesen ist.


Das Heerlager der Heiligen Jean Raspail Droht der Untergang des Abendlandes? Die Bevölkerungsexplosion in der Dritten Welt nimmt unaufhaltsam zu, der Hunger wächst, der Abstand der »armen« von den »reichen« Völkern der Erde wird größer. Wann rüsten die darbenden Massen Asiens und Afrikas zum Sturm auf Europa, um sich dessen Reichtum anzueignen?Der französische Erfolgsautor läßt diesen Alptraum Wirklichkeit werden. In einer spannungsgeladenen Romanhandlung von beklemmendem Realismus schildert Raspail eine mögliche Konsequenz aus unserer verfahrenen Situation: die drohende Überwältigung Europas durch die explodierenden Menschenmassen der Dritten Welt. Die welthistorische Wende, der Sturz des Abendlandes nach zweitausend Jahren glanzvollen Aufstiegs, wird möglich durch den erloschenen Selbstbehauptungswillen seiner Menschen und Institutionen.Schlaglichtartig wird die drohende Zukunft ohne den üblichen Schleier der Beschwichtigung in ihrer ganzen Härte beschrieben. Ein provokatives Buch, spannend von der ersten Seite an.Eindringlich ruft der Autor zur Verteidigung der europäischen Kultur und seiner ethischen Werte auf. Der Leser soll geschockt, soll wachgerüttelt werden, um endlich die Kräfte zu erkennen und zu nutzen, die diesen Erdteil gestaltet haben. Millionen von Lesern in fünf Weltsprachen haben dieses Buch in den letzten Jahren verschlungen - die ungeschminkte Darstellung unserer Zukunft, mitreißender als jeder Abenteuerroman!»Ein Bestseller, der jedem »Multikulti-Apostel« um die Ohren geschlagen werden müßte!«    InterInfoPaperback, 272 Seiten, 1985
Doch da sich der Herr Höge bei der TAZ wie ein Goebbelsverschnitt äußert, und sich nicht gänzlich die Blöße des Unwissens geben will, schreibt er Andeutungsweise: “Ähnliches drohte den “Schwarzköpfen” mit mohammedanischem Religionshintergrund auch pauschal beim Kreuzberger Prinzenbad, nachdem es dort zu “Rüpeleien” gekommen war.”.

Doch um der ganzen Sache die Krone aufs Gesäss^zu setzen schreibt er in seiner faschistoiden Vernichtungsmanier weiter:
“Seien wir ehrlich: Wenn irgendwo auf der Welt ein Mistvolk – gleichermaßen nach unten hin überheblich wie zur Macht hin unterwürfig – es verdient, attackiert zu werden, dann ist es dieses scheißdeutsche!”

Und der Journalist des Berliner Tagesspiegel, Herr Malte Lehming, schreibt sogar: „Sie sind jung, mutig, mobil, hungrig, risikobereit. Solche Menschen braucht das Land. Natürlich ist es nicht schön, wenn Jugendliche – ob mit türkischem oder libanesischem Hintergrund – in den Straßen von Berlin Banden bilden, Reviere verteidigen und mit Messern hantieren. Aber hinter der Kritik an ihrem Verhalten verbirgt sich oft bloß der Neid derer, die Vitalität als Bedrohung empfinden (…) Lieber ein paar junge, ausländische Intensivtäter als ein Heer von alten, intensiv passiven Eingeborenen.”

Beide vergessen, dass erst im Dezember 2012 eine, für sie, “bedauerliche Entgleisung” auf dem Alexanderplatz dem Jonny K. geschah Diese “bedauerliche Entgleisung” endete mit dem Tod des jungen Asiaten. Und wer waren die Täter?

An Sylvester 2008 kam es ebenso zu einer “bedauerlichen Entgleisung”. So hatten 4 Jugendliche einen 34 Jahre alten Familienvater auf dem Bahnsteig grundlos angegriffen, zusammengeschlagen und die Treppe hinuntergeworfen. Zuvor hatten sie weitere Personen getreten und geschlagen. Ihre “bedauerliche Entgleisung” sitzt nun als Pflegefall im Rollstuhl.

Man könnte weitere Untaten dieser “jungen, mobilen, hunrigen und risikobereiten” Herrenrasse und Schönschreiberlinge aufzählen, doch würde das den Rahmen sprengen.

Quelle: Indexexpurgatorius

Menschliche Intelligenz nimmt ab, erklärt Genetiker der Universität Stanford

 

Drängt sich Ihnen nicht auch immer wieder der Eindruck auf, Sie seien nur von Idioten umgeben? Ein führender Genetiker der Universität Stanford glaubt nun, die Antwort auf diese Frage gefunden zu haben, und die schlechte Nachricht dabei lautet: Die Lage wird sich wahrscheinlich nicht zum Besseren wenden.

 

Dr. Gerald Crabtree hat nun eine Studie veröffentlicht, mit der er der Entwicklung der Intelligenz des modernen Menschen auf die Spur kommen wollte. Wie sich zeigte, führten ihn seine Forschungsergebnisse zu der Schlussfolgerung, dass sich die kollektive Intelligenz der Menschheit seit bereits einiger Zeit in einem stetigen Niedergang befindet.

Aufgrund seiner Forschungen, die in zwei Bänden veröffentlicht wurden, von denen der erste unter dem Titel Unser empfindlicher Verstand, Teil 1 in englischer Sprache erschien, geht Dr. Crabtree davon aus, dass unvermeidliche Veränderungen unseres genetischen Aufbaus in Kombination mit dem modernen technischen Fortschritt die Menschen, sprechen wir es offen aus, verdummen lassen.

Vor Kurzem veröffentlichte er eine Anschlussanalyse, aus der hervorgeht, dass in den annähernd 5.000 Genen, die nach seiner Ansicht die Grundlage der menschlichen Intelligenz bilden, zahlreiche Mutationen im Laufe der Jahre dazu geführt haben, dass der Mensch in geistiger Hinsicht im Vergleich mit seinen Vorfahren heute deutlich schlechter abschneidet. »Neue Erkenntnisse im Bereich der Genetik, der Anthropologie und der Neurobiologie besagen, dass ein erheblicher Teil unserer Gene unsere geistigen und emotionalen Fähigkeiten prägt und diese Fähigkeiten daher in genetischer
Die verblödete Republik Thomas Wieczorek Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen Fast die Hälfte der Deutschen weiß nicht, wofür Erst- und Zweitstimme eigentlich gut sind. Viele Wähler kennen nicht einmal die Namen oder die Parteizugehörigkeit von Spitzenpolitikern. Drohen die Deutschen ein Volk von Schwachköpfen zu werden? Bürger, die gar nicht erst mitdenken, wehren sich natürlich auch nicht gegen unpopuläre politische Entscheidungen. Auf diese Weise wird es für Politiker und Journalisten besonders einfach, die breiten Massen mit gezielter Desinformation zu manipulieren und zu beeinflussen. Dieses Buch ist Aufklärung im besten Sinne! Taschenbuch , 318 Seiten
Hinsicht sehr anfällig sind«, schreibt er an einer Stelle. »Die Untersuchung der menschlichen Mutationsrate und die Anzahl der Gene, die der menschlichen Intelligenz und der emotionalen Tauglichkeit zugrunde liegen, deuten darauf hin, dass wir dabei sind, diese Fähigkeiten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu verlieren«, heißt es in seinem jüngsten Bericht.

 

Von dieser Beobachtung ausgehend erläutert der Wissenschaftler dann, dass die Menschheit aufgrund allgemeiner Mutationen im Verlauf der letzten mehreren Tausend Jahre kaum noch in der Lage sei, bestimmte Situationen zu bewältigen, an die unsere Vorfahren möglicherweise sehr viel besser angepasst waren. »Sollte plötzlich ein Durchschnittsbürger oder eine Durchschnittsbürgerin Athens aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert unter uns auftauchen, so würde ich wetten, dass er oder sie, ausgestattet mit einem guten Gedächtnis, einem breiten Spektrum von Ideen und der Fähigkeit, wichtige Probleme klar zu erkennen, heute zu den klügsten und geistig lebendigsten unserer Mitmenschen zählte.

 

Darüber hinaus dürfte er oder sie sich meiner Vermutung nach im Vergleich mit unseren Freunden und Kollegen durch eine sehr viel höhere emotionale Stabilität auszeichnen. Das gleiche gilt ebenso für die antiken Bewohner Afrikas, Asiens, Indiens und des amerikanischen Kontinents aus der Zeit von vielleicht vor 2.000 bis 6.000 Jahren. Meine Wette gründet sich auf neue Erkenntnisse der Genetik, der Anthropologie und der Neurobiologie, die deutlich erkennen lassen, dass unsere geistigen und emotionalen Fähigkeiten in genetischer Hinsicht überraschend anfällig sind.«

 

Nach Ansicht Crabtrees verfügten die Menschen jeweils dann über die höchste Intelligenz, wenn »sich jeder einzelne täglich mit den rauen, natürlichen Selektionsmechanismen auseinandersetzen musste«. Unter solchen Bedingungen ging es bei der Anpassungsfähigkeit um mehr als nur die Entscheidung »kämpfen oder fliehen«. Man könnte eher, so der Wissenschaftler, davon sprechen, dass viele aufeinanderfolgende Generationen von einer Situation geprägt waren, in der es um die Alternativen »Schwimmen lernen oder untergehen« ging. »Als Gattung sind wir geistig erstaunlich anfällig. Möglicherweise haben wir einen Höhepunkt unserer Entwicklung schon vor 2.000 bis 6.000 Jahren erreicht«, schreibt er weiter. »Wenn der Selektionsdruck nur geringfügig nachlässt, müsse man dennoch schlussfolgern, dass praktisch alle heutigen Menschen verglichen mit unseren antiken Vorfahren vor 3.000 bis 6.000 Jahren beeinträchtigt sind.«

 

Das bedeutet aber nicht, dass es jetzt deshalb nur noch bergab gehen muss. Die menschlichen Genome seien zwar anfällig, so Dr. Crabtree weiter, aber »unsere Gesellschaft gewinnt ihre Stabilität fast ausschließlich durch Bildung und Erziehung, die eine rasche Verteilung von Belastbarkeit und Fähigkeiten an alle Mitglieder ermöglicht… Wir haben noch viel Zeit, dieses Problem zu lösen. Vor 300 Jahren hatten Menschen keinerlei Vorstellung davon, wo wir heute in wissenschaftlicher Hinsicht stehen würden. Wir werden in der Lage sein, dieses Problem mit einem breiten Spektrum menschlicher und ethischer Lösungen anzugehen.«

Neues aus der Bildungsrepublik

Neues aus der Bildungsrepublik, Volksverdummung auf dem VormarschErstens: Jüngst verkündete der Deutschlandfunk, die traditionsreiche Institution anspruchsvoller Radiojournalistik, er würde ab jetzt Nachrichtenleicht anbieten, einen „Wochenrückblick in leichter Sprache. Er richtet sich an alle Menschen, die aus welchen Gründen auch immer von den klassischen Informationsangeboten nicht erreicht werden können.“

Ein Beispiel:

Ein Meteorit ist ein Brocken aus Stein oder Metall, der aus dem Weltall kommt. Am Freitag, den 15. Februar, ist so ein Brocken auf die Erde gestürzt. Über dem Gebirge Ural in Russland gab es einen lauten Knall. Der Meteorit ist explodiert, als er noch am Himmel war. Er explodierte, als er die Atmosphäre über der Erde erreichte.
Wegen der starken Explosion sind auf der Erde viele Fenster-Scheiben zersplittert. An den Splittern und Scherben haben sich viele Menschen verletzt. Viele kleine Teile von dem Meteoriten sind auf die Erde gestürzt. Das kann man auf vielen Video-Filmen im Internet sehen.

Man beachte die konsequente Trenn-Schreibung der zusamengesetzten Haupt-Wörter und überhaupt den Ansatz, Wörter zu vermeiden, die mehr als zehn Buchstaben haben. „Schwierige Wörter“ sind außerdem in einem Glossar erklärt, in diesem Fall: „Meteorit“ und Atmosphäre“ – wohl gemerkt in einem Nachrichtendienst, der sich dezidiert nicht an Kinder richtet.

Zunächst glaubt man an einen Scherz, aber es ist längst noch nicht 1. April. Dann überlegt man. „Schule leicht“ gibt es ja schon. Tatsächlich habe ich selbst meinen eher politikabstinenten und unter weitgehendem Verzicht auf Allgemeinbildung aufgewachsenen Abiturienten des öfteren die KIKA-Nachrichten „Logo“ nahegelegt – ohne jeden Zynismus, sondern gut gemeint als Einstiegsprogramm.

Ob aber jene, die „aus welchen Gründen auch immer“ Qualitätsjournalismus meiden, nun den Deutschlandfunk nutzen werden, dürfte zweifelhaft bleiben. „Nachrichtenleicht“, das können andere noch besser. Also primitiver. Offenbar geht es gemäß pädagogischem Impetus oder einfach in Nutzung von Erfahrungen des Privatfernsehens mal wieder darum, Leute dort abzuholen, wo sie stehen, anstatt eine Haltung anzuregen und zu befördern, die sie sich bewegen läßt – in einem Land, das dafür bildungsrechtlich alle Möglichkeiten bietet.

Neues aus der Bildungsrepublik, Volksverdummung auf dem VormarschZweitens: Am Montag, dem 4. Februar, war in der Süddeutschen Zeitung in einem Beitrag von Hannes Vollmuth zu lesen, daß neuerdings Hunde Kindern helfen würden, besser zu lesen. Ja, Hunde. Eine bundesweite Initiative kümmere sich endlich darum. Hunde, erfährt man, verbesserten ein noch stockend lesendes Kind nämlich nicht, sie hörten einfach nur zu, jedenfalls solange sie ihr Leckerli bekämen und gut angeleint seien. Ja, Hunde hören zu! Die Idee käme – mal wieder – aus den USA.

Als Autoritätsbeweis wird die Leseforscherin Cordula Artelt zitiert, eine Professorin mit Lehrstuhl für Empirische Bildungsforschung in Bamberg: „Ein positiver Verstärker kann das negative Lesen wieder attraktiv machen.“ Dieser positive Verstärker wäre beispielsweise ein handzahmer Golden Retriever. Die Initiative engagiert sich von München aus schon in allerlei Städten. Ihre begeisterte Leiterin Kimberley Grobholz schätzt gegenüber der SZ ein: „Wer regelmäßig zum Lesehund geht, liest auch im Unterricht besser.“ Sie betreibt gleichzeitig eine Naturheilpraxis für Tiere, Bachblütentherapie inklusive, und hat sicher immer einen Lesehund am Start.


Hitlers Bildungsreformer Nagel, Anne Chr.Erstmals erforscht: Hitlers Kultusministerium. Mit großem Eifer machte sich Bernhard Rust, alter Kampfgefährte Hitlers, nach seiner Ernennung zum Reichskultusminister daran, seine Vorstellungen einer nationalsozialistischen Schul- und Hochschulpolitik durchzusetzen. Zentralisierungswahn setze ein, doch nicht nur gegen konservative Widerstände, auch gegen Erzrivalen Joseph Goebbels konnten Rust und sein Ministerium sich nicht immer durchsetzen. Die Historikerin Anne C. Nagel hat die Geschichte dieses nationalen Erziehungsministeriums ein Unikum der deutschen Geschichte erstmals grundlegend erforscht: Ein fundiertes und leicht lesbares Standardwerk zur deutschen Bildungsgeschichte mit überraschenden Einsichten über die Wurzeln so mancher heutigen Debatte
Weshalb bedarf es, fragt man sich, zur Lesehilfe eines eigens angestellten Hundes? In ähnlicher Weise würden sich vermutlich bereits im Haushalt befindliche Goldhamster, Katzen oder gar Guppys und die bekanntlich sehr geduldigen Terrarium-Schildkröten anbieten. Aber man kann diesen Fall eigentlich nicht lächerlich machen – wie immer, wenn es sich um eine Realsatire handelt.

Könnten Kinder nicht wenigstens ihren Großeltern etwas vorlesen, wenn die Eltern schon keine Zeit haben, überlegt man. Oder sind die älteren Herrschaften Lesefehlern gegenüber zu unleidlich? Nach vermeintlich modernen Unterrichtsauffassungen gilt lautes Vorlesen oder gar Auswendiglernen als ziemlich antiquiert. Zu wenig los! Nicht handlungsorientiert, nicht heuristisch, viel zu wenig lust- und freudvoll. Viele Schulbuchverlage verzichten mittlerweile bereits auf gesondert aufgelegte Lesebücher, die früher ganzen Generationen literarische Orientierung boten. Sie behandeln das Fach Deutsch stattdessen  modernerweise „integral“. Alles in einem Band, im kunterbunt aufgeregt wirkenden Layout dann und wann auch mal ein Märchen, eine Sage, eine Geschichte, dann und wann ein Gedicht – möglichst Stoffe, an denen alles mögliche im Sinne bloßen Machens ausprobiert werden soll. Das einfache Lesenkönnen, mithin der Genuß, die Spannung, das Erleben von sprachlicher Gestalt sind kaum mehr Kriterium.

Man stelle sich einfach vor, beide Meldungen, jene über „Nachrichtenleicht“ und den Lesehund, vor zwanzig, gar dreißig Jahren gelesen zu haben. Man hätte sie bestenfalls für eine Sketchidee Loriots gehalten. Heute sollte man sie mit viel Ernst zur Kenntnis nehmen.. Volksverdummung ist auf dem Vormarsch

Weboy