Seit der Corona-Krise kursieren vermehrt Bilder von leeren Supermarktregalen im Internet. Dabei betonen die großen Konzerne stets, dass die Versorgung garantiert sei. Jetzt packt ein Billa-Mitarbeiter aus: Es gibt tatsächlich Engpässe, doch Schuld dafür tragen bestimmte Kunden.

Videos zeigen leere Regale

Durch die Corona-Krise haben fast alle Geschäfte geschlossen. Die wenigen offenen dienen zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Infrastruktur. Dazu zählen auch die zahlreichen Supermärkte wie Billa, Hofer, Merkur, Penny, Lidl oder Spar. Diese werden durch die Krise vor eine besonders harte Belastungsprobe gestellt. Die Regierung betont stets, dass Supermärkte nicht schließen werden, und auch die Konzernleitungen betonen, dass es keinerlei Engpässe in der Versorgung gibt.

Doch Bilder im Internet lassen anderes vermuten. Wie beispielsweise in einem Video auf YouTube zu sehen ist, sind ganze Regalreihen in einem deutschen Supermarkt leer. Unzensuriert hat einen Billa Mitarbeiter aus Wien gefragt, wie es tatsächlich um die Versorgungslage in unseren Märkten steht und hat dabei Erstaunliches erfahren:

Schuld sind allein die Hamsterkäufer

Ja, momentan gibt es bei manchen Produkten tatsächlich Engpässe. Die Produkte sind aber alle in den großen Lagern vorhanden. Die Logistik kommt aber nicht hinterher, genügend Ware in die Filialen zu liefern.

Doch Schuld seien nicht die Konzerne, sondern gewisse Kunden.

Wir haben stets genügend Ware, um alle Menschen in Wien mit allen Produkten zu versorgen. Momentan wird uns sogar so viel geliefert, dass alle Menschen über den natürlichen Bedarf hinaus Produkte zur Verfügung hätten. Wenn jedoch zahlreiche Kunden plötzlich zehnmal so viel einkaufen wie sie benötigen, ist es eine Unmöglichkeit, alle zufriedenzustellen. Wir können in Wien die zwei Millionen Menschen normalerweise bestens versorgen. Wenn diese jedoch für zehn einkaufen, dann ist das unmöglich.

Schuld an den leeren Regalen sind also die Hamsterkäufer. Dabei gehen meist die Menschen leer aus, die am schwächsten sind.

Wir haben oftmals alte, schwache Kunden, die gerne Produkte kaufen würden, die aber durch Hamsterkäufer leider schon vergriffen sind. Dabei wäre die Lösung so einfach: Jeder kauft nur so viel ein, wie vor der Corona-Krise. Dann wird es keine Bilder leerer Regale geben.

“Heißeste Ware” ist – Klopapier

Der Mitarbeiter erzählt außerdem, dass keiner seiner Kollegen versteht, warum gerade ein Produkt besonders begehrt ist:

Die mit Abstand “heißeste Ware” ist das Klopapier. Wir rätseln schon seit Wochen, warum das so ist. Aber die Bilder im Internet sind echt. Wenn welches nachgeliefert wird, ist es sofort wieder weg. Wir hatten heute zum Beispiel zehn Packungen nachgeliefert bekommen, die wurden sofort von nur zwei Kunden aufgekauft. Die Leute verhalten sich völlig irr, als ob ihr Leben von den Rollen abhängt.

In der Tat bleibt es ein Rätsel, warum es die Menschen ausgerechnet auf Klopapier so abgesehen haben – als ob man das essen könnte. Wie unzensuriert berichtete, kam es jüngst sogar zu Schlägereien zwischen Kunden und Mitarbeitern wegen des „weißen Goldes“.

Hamsterei wäre leicht abzuschaffen

In Kroatien ist man da weiter: Dort steht vor jedem Supermarkt ein Angestellter, der die Käufer anhält, sich vor Betreten die Hände zu desinfizieren, und diese dann nur in kleinen Blocks einlässt. So gibt es im Inneren keine Staus bei Feink0st oder Kassa – und vor allem keine Hamsterkäufe, weil die verboten und so auch leicht zu kontrollieren sind. Auch bei Billa & Co. wäre es spätestens bei der Kassa möglich, asoziale Kunden mit fünf Packungen Klopapier zu stoppen. Im Ernstfall  kämen den Angestellten sich die meisten anderen Kunden zu Hilfe…

 

Der Beitrag Billa-Mitarbeiter packt aus: Erst durch Hamsterer enstehen echte Engpässe erschien zuerst auf Unzensuriert – Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich.

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