FRANKFURT/MAIN. Wegen eines Abendessens mit AfD-Chef Jörg Meuthen haben rund 350 Künstler den Rücktritt des Geschäftsführers der hessischen Filmförderung, Hans Joachim Mendig, gefordert. Mendig hatte im Juli zusammen mit dem AfD-Vorsitzenden und dem PR-Unternehmer Moritz Hunzinger in Frankfurt zu Abend gegessen. Ein Bild des Treffens teilte Meuthen später auf seinem Instagram-Account.

Die Rücktrittsforderung begründen die sie damit, Mendig habe „den Ruf der Hessen-Film, der durch seine autoritäre Amtsführung bereits vorher belastet war, weiter schwer beschädigt“. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehören unter anderem die Schauspielerinnen Iris Beren, Jasmin Tabatabei, Nicolette Krebitz sowie der Ehrenpräsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck. Der Filmkritiker Rüdiger Suchsland, der die Petition initiiert hatte, hat diese inzwischen an das Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes weitergeleitet.

Grüne wollen Aufklärung

Auch der Bundesverband Regie kritisierte Mendig scharf. „Als Geschäftsführer einer Landesförderinstitution bekleidet und repräsentiert Mendig ein Amt mit hohen Anforderungen an Überparteilichkeit, Offenheit für vielfältige künstlerische Positionen, demokratische Kultur und Transparenz“, heißt es in einer Stellungnahme. „Mit der Demonstration seiner privaten Nähe zu Personen, die all dies strikt ablehnen“, habe Mendig „eindeutig seine Rolle als öffentliche Person einer Landesinstitution, die das Land Hessen vertritt, mißachtet“.

Die kulturpolitische Sprecherin der hessischen Grünen, Mirjam Schmidt, hat unterdessen von Mendig eine Erklärung gefordert. Man müsse sich in einer Demokratie auch hinterfragen lassen „und bisher hat Herr Mendig sich verwehrt und dazu nicht geäußert“, sagte sie der taz. Zwar dürfe sich in einer Demokratie jeder mit jedem treffen. „Nur die Frage ist, welche öffentliche Wirkung dieses Foto hat. Deswegen hat mich – und die ganze Kulturszene – das einfach irritiert.“ (tb)

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