Eigentlich hätte die Leere, die Ursula von der Leyen bei ihrem Abgang nach Brüssel im Verteidigungsministerium hinterlassen hat, sie vollständig ersetzt. So dauerte die Suche nach einer Nachfolgerin auch nicht lange. Mit Annegret Kramp-Karrenbauer konnte die Bundeskanzlerin schnell eine schwafelnde Alternative zur dreisprachig schwadronierenden europhilen Blendgranate für das Amt präsentieren.

In Umfragen haben sich drei Viertel der Bundesbürger gegen die Entscheidung ausgesprochen. Aber was der „Urnenpöbel“ denkt oder will, spielt für die scheidende Regierungschefin schon lange keine Rolle mehr. Wer wüßte das besser als AKK und unsere neue EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen.

Spahn ist leider keine Frau

Zunächst war Jens Spahn im Gespräch für den Posten des neuen Verteidigungsministers. Der war immerhin schon mal im Kosovo. Wenn auch nur, um dort Fachkräfte für den deutschen Pflegemarkt anzuwerben. Unter den Millionen legalen und illegalen Einwanderern, die sich bereits in Deutschland befinden, konnte offenbar nichts Passendes gefunden werden.

Offenbar liegen die Stärken all dieser Fachkräfte in anderen Bereichen. Bevor sie ihn tatsächlich zum neuen Verteidigungsminister machte, merkte Merkel allerdings doch noch, daß Spahn gar keine Frau ist. Damit hatten sich seine Chancen auf den Posten erledigt. Der Münsterländer kann dafür aber weiter als Gesundheitsminister durch die Welt reisen und alle einsammeln, die den Weg über die Balkanroute nicht alleine finden.

Im vergangenen Jahr ist die „Deutsche Bevölkerung um 400.000 Einwohner gewachsen“. So vermeldeten es diese Woche das Statistische Bundesamt und zahlreiche Medien. 1,58 Millionen Zuzüge aus dem Ausland standen 1,18 Millionen Fortzügen in andere Länder gegenüber. Mal ganz unabhängig davon, wie qualifiziert die Weggezogenen und die Zugezogenen jeweils waren, haben wir aus dieser Darstellung vor allem eins gelernt: Die Verschwörungstheorie vom „großen Austausch“ ist Quatsch. In Deutschland wird nichts und niemand ausgetauscht. Es wird gemeinsam gewachsen. Und zwar vor allem durch Zuwanderung.

Schulze kann SPD-Abstieg nicht aufhalten

Wer sich mal eine Pause vom ständigen Wachstum gönnen und irgendwo Urlaub machen möchte, sei es nur weil er mal wieder unter Landsleuten sein will, sollte sich beeilen. Zumindest wenn er gedenkt, für seine Reise ein Flugzeug zu nutzen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will Fliegen teurer machen. Am liebsten europaweit, aber auf jeden Fall erstmal in Deutschland. Es könne nicht sein, daß auf bestimmten Strecken Fliegen weniger koste als Bahnfahren, meint die SPD-Politikerin. Kann es offensichtlich doch.

Was vor allem daran liegt, daß das staatlich subventionierte Pseudo-Privatunternehmen „Deutsche Bahn“ es bislang nicht nötig hat, sich einem echten Preiskampf mit irgendwelchen Konkurrenten zu stellen. Hier könnte man in der Tat ansetzen. Aber auch bei den grünen Roten, in der einstigen Arbeiterpartei SPD, gibt es eben mittlerweile starke Bestrebungen, das Fliegen endlich wieder zu einem Privileg für Besserverdiener zu machen. Dann wäre die Elite da oben in der Luft völlig unter sich. So wie in der guten alten Zeit oder im heutigen politischen Berlin.

Den weiteren Absturz der Sozialdemokraten wird die luxusflugaffine Umweltministerin wohl nicht verhindern können. Dennoch soll in diesen Tagen auch die SPD nicht ungerettet bleiben. Ein echtes Super-Duo will sich dieser schwierigen Aufgabe jetzt annehmen. Karl Lauterbach und Nina Scheer haben angekündigt, als Doppelspitze für den Parteivorsitz zu kandidieren. Für diese Kandidatur kann man den beiden wie für eine politische Karikatur gemachten Sozis aus satirischer und konservativer Sicht nur viel Erfolg wünschen.

Revolverhelden für „Seenotrettung“

Aber auch der Vorstoß von Svenja Schulze war nicht gänzlich sinnlos. Immerhin hat das Wahlvolk dadurch mal wieder was von ihr gehört. Bisher war die Frau, die eigentlich das „hippste“ Amt innehat, das man derzeit innehaben kann, von der Öffentlichkeit eigentlich kaum wahrgenommen worden. Mit welcher Tarnkappe die Umweltministerin das angesichts des Öko-Mainstreams geschafft hat, bleibt ihr Geheimnis.

Mal wieder was gehört hat man in dieser Woche auch von den Schnulzen-Rockern von „Revolverheld“. Die Band hat sich jetzt eingereiht in die geistige Endlosschleife der regierungstreuen Kulturschaffenden des Mainstreams. Die „Spinner“-Interpreten setzen sich nun auch für die „private Seenotrettung“ ein. Sie schlugen dabei ähnlich seichte Töne an wie in ihren Liedern. So sprach „Revolverheld“-Frontmann Johannes Strate bei einem Konzert unter dem Applaus seiner zumindest moralbesoffenen Fans folgende tiefsinnigen Worte:

„Nächstenliebe bedeutet für uns, daß wir Menschen, egal woher sie kommen, welche Herkunft sie haben, welche Hautfarbe sie haben, welcher Religion sie angehören, hier mit offen Armen empfangen und nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen. Denn Seenotrettung ist kein Verbrechen!“

Immerhin aus eigener Tasche

Das entscheidende Wort in diesem Seenotrettungsgeblubber ist wohl das kleine Wörtchen „egal“. Egal, wer kommt, egal, wie die, die da kommen so drauf sind und was sie im Schilde führen, und egal wie viele Menschen wir noch aufs Mittelmeer locken, damit wir uns dort als Helden aufspielen können: hauptsache wir fühlen uns so richtig gut dabei. Eines muß man den Populär-Rockern zumindest zugutehalten: Im Gegensatz zu manch anderem Promi haben sie den – wie es heißt – fünfstelligen Betrag für den deutschen Rettungsschlepper „Alan Kurdi“ immerhin aus eigener Tasche gespendet, statt einfach zu Spenden für ihre Gutmenschen-PR aufzurufen. Bei soviel Eigenverantwortlichkeit kann man den Freunden der Nächstenliebe eigentlich nur zurufen: Vergelts Gott!

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