MAGDEBURG. Der CDU-Fraktionsvize in Sachsen Anhalt, Ulrich Thomas, hat mit seiner Äußerung, eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht auszuschließen, für Aufregung in seiner Partei gesorgt. „Wir sollten eine Koalition jedenfalls nicht ausschließen. Stand jetzt ist sie nicht möglich – wir wissen aber nicht, wie die Lage in zwei oder fünf Jahren ist“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Mit Blick auf die unterschiedlichen Strömungen in der AfD betonte Thomas, es müsse abgewartet werden, welche davon sich durchsetzen werde. In dem Bundesland wird 2021 ein neuer Landtag gewählt.

Denkschrift betont gemeinsame Ziele von CDU- und AfD-Wählern

Thomas erntete für seine Aussage scharfe Kritik aus der Parteiführung. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak unterstrich erneut, daß es keine Kooperation mit der AfD geben werde. „Für alle noch einmal zum mitschreiben: Die CDU lehnt jede Koalition oder Zusammenarbeit mit der AfD strikt ab!“, schrieb er auf Twitter.

Für ALLE noch einmal zum mitschreiben: die @CDU lehnt jede Koalition oder Zusammenarbeit mit der AfD strikt ab!!! Das ist nicht nur meine Meinung, sondern Beschlusslage des CDU Bundesparteitages (Beschlüsse C76, C101, C161 und C179). https://t.co/7sAzFkGzqk

— Paul Ziemiak (@PaulZiemiak) 20. Juni 2019

Thomas und sein Co-Fraktionsvize Lars-Jörn Zimmer haben eine Denkschrift erstellt, in der sie schreiben, Wähler von CDU und AfD teilten ähnliche Ziele. Zudem habe die Union Wähler verloren, indem sie „multikulturellen Strömungen linker Parteien und Gruppen“ nicht ausreichend entgegengetreten sei. Der Kohleausstieg und die Klimapolitik seien falsch. Als Lösung schlagen die Verfasser vor, „das Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen“.

Auch CDU-Landeschef Holger Stahlknecht wies die Gedankenspiele über eine mögliche Öffnung zur AfD zurück. In den vergangenen Tagen hatten prominente Christdemokraten wie Friedrich Merz wiederholt solche Koalitionen ausgeschlossen. (ag)

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