KARLSRUHE. Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen. Wie die Nachrichtenagentur AFP meldet, bestätigte eine Sprecherin der Behörde die Maßnahme.

Zuvor hatten unter anderem die FAZ und die Süddeutsche Zeitung berichtet, ein am Samstag in Kassel wegen Mordverdachts festgenommener Mann habe einen rechtsextremen Hintergrund. Von dem 45jährigen sei eine DNS-Spur am Tatort gefunden worden. Da der Verdächtige bereits in der Vergangenheit straffällig geworden war, war seine DNS in einer Datenbank gespeichert worden.

Anfeindungen wegen Asylpolitik

Nach Medienangaben soll sich der Verdacht nun erhärtet haben, daß der mutmaßliche Täter aus einem rechtsextremen Umfeld entstammt und sich bei der hessischen NPD engagiert habe. Unklar ist allerdings bislang, ob seine politische Einstellung auch das Tatmotiv war.

Lübcke hatte seit 2015 mit Anfeindungen zu kämpfen. Grund hierfür war seine Verteidigung der Flüchtlingspolitik Angela Merkels. Bei einer Informationsveranstaltung zu einer geplanten Asylunterkunft hatte er im Oktober 2015 Kritikern der Einrichtung mit Blick auf die Wertevermittlung in der Bundesrepublik erwidert: „Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen – das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“ (krk)

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