HANNOVER. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers führt die kirchliche Trauung homosexueller Partnerschaften ein. Eine entsprechende Handreichung für Gottesdienste hat die Synode der Landeskirche beschlossen. Damit gibt es in der Landeskirche keine Unterscheidung mehr zwischen Trauungen von gleich- und verschiedengeschlechtlichen Paaren.

Bereits seit 2014 gab es die Möglichkeit einer Segnung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften. Landessuperintendent Hans-Christian Brandy sagte, diese sei auf die staatliche Ordnung der „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ zugeschnitten gewesen.

Landesbischof forderte EKD-weite „Trauung für alle“

Seitdem der Bundestag 2017 das „Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ beschlossen hatte, kämen homosexuelle Ehepaare, „die standesamtlich verheiratet sind oder dies planen, zu uns in die Gemeinden und bitten um eine kirchliche Trauung“.

Brandy: „Dazu müssen wir uns verhalten, wir müssen eine Antwort geben, schon aus seelsorglicher Verantwortung.“ Es gebe „keine theologisch zwingenden Gründe“, an einer prinzipiellen Differenz zwischen der Ehe und Trauung von Menschen verschiedenen und gleichen Geschlechts festzuhalten.

Landesbischof Ralf Meister hatte die Einführung einer EKD-weiten „Trauung für alle“ bereits 2017 gefordert. Auf Empfehlung des Bischofsrates wird es bei der „Trauung für alle“ einen „Gewissensvorbehalt“ für Pastoren geben.

Fast in allen Landeskirchen gibt es Homo-Segnungen

Segnungs- oder Traugottesdienste für gleichgeschlechtliche Partner sind in 19 der 20 EKD-Mitgliedskirchen möglich. Nur die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe lehnt sie ab. Die hannoversche Landeskirche hat 2,6 Millionen Mitglieder in 1.262 Kirchengemeinden. (idea/tb)

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