BERLIN. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor wachsendem Nationalismus gewarnt. Immer offener werde die Überzeugung in Frage gestellt, daß Zusammenarbeit und feste Regeln allen Beteiligten nutzten, beklagte Steinmeier am Montag in seiner Neujahrsansprache vor dem Diplomatischen Korps in Berlin.

„Internationale Organisationen, so die These, würden den Interessen ihrer Mitglieder schaden. Der Nationalstaat müsse die Ketten internationaler Institutionen sprengen, um seine Souveränität zu verteidigen.“ Das Gegenteil sei aber richtig, betonte Steinmeier. „Freie und souveräne Staaten müssen gemeinsame Regeln finden, sie müssen ihre Zusammenarbeit definieren, damit ihr Handeln nicht ein ums andere Mal in Konfrontation, in Feindseligkeit und letztlich in Krieg mündet, wie es in der Geschichte so oft und mit so schrecklichen Folgen geschehen ist.“ Der Nationalismus sei ein ideologisches Gift, „das in neuem Gewand nicht weniger giftig ist“, warnte der Bundespräsident.

Gerade die Europäer würden dies niemals vergessen, sondern die Erinnerung wach halten und zeigen, daß sie aus ihrer blutigen Geschichte gelernt hätten. Garant hierfür sei auch die Europäische Union. Dieser liege die Einsicht zugrunde, „daß der entfesselte Nationalismus uns in den Abgrund geführt hat. Deshalb haben wir uns versprochen: Nein, unser Kontinent ist keine Arena, kein Wettkampfplatz der nationalen Egoismen, und er darf es nie wieder werden. Sondern vereint sind wir stärker! Vereint schaffen wir mehr: mehr Freiheit, mehr Lebenschancen und mehr Wohlstand!“ (krk)

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