BERLIN. Der frühere Unionsfraktionschef und Bewerber um den CDU-Parteivorsitz, Friedrich Merz, hat die AfD scharf attackiert. Die Partei sei „offen nationalsozialistisch“, sagte Merz dem öffentlich-rechtlichen Radiosender WDR5. Eine Koalition zwischen CDU und AfD schließe er „absolut und vollkommen aus“.

Zwar wolle seine Partei die „vielen Wählerinnen und Wähler, die sich dorthin begeben haben“, zurückgewinnen. Eine Partei, die mit „antisemitischen Untertönen“ auffalle, könne aber kein Partner sein. Auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte einer Zusammenarbeit mit der AfD eine Absage erteilt.

AfD-Chef Jörg Meuthen bezeichnete die Aussage am Montag als „schäbig“ und „ungeheuerliche Entgleisung“. Die AfD sei „selbstverständlich in keiner Weise nationalsozialistisch, weder offen noch verdeckt“. Eine derartige Äußerung sei der CDU „komplett unwürdig“.

Grüne „sehr bürgerlich, sehr offen, sehr liberal“

Merz schloß auch ein Bündnis mit der Linkspartei „in dieser gegenwärtigen Verfassung“ aus. Statt dessen halte er Koalitionen „mit allen Parteien innerhalb der demokratischen Mitte“ für möglich. Dazu zählen für Merz auch die Grünen. Die heutigen Grünen seien „sehr bürgerlich, sehr offen, sehr liberal und sicherlich auch partnerfähig“, verdeutlichte er in der Bild am Sonntag.

Neben Merz gelten Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als favorisierte Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz. Sie stellen sich in den kommenden Wochen auf acht Regionalkonferenzen der Basis vor. Auf dem Bundesparteitag in Hamburg vom 6. bis 8. Dezember sollen dann die Delegierten über die Nachfolge Angela Merkels entscheiden. (ls)

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