KÖLN. Der Historiker Michael Wolffsohn sieht in dem absehbaren Einzug der AfD in den Bundestag einen „geschichtlichen Einschnitt“. Als Grund für das Erstarken der Partei nennt der in Tel Aviv geborene emeritierte Professor im Interview mit dem Deutschlandfunk einen „unbestreitbaren Zusammenhang“ zwischen der Flüchtlingswelle und dem Anstieg des Terrorismus in Deutschland.

Insofern sei es falsch, wenn Politiker wie Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) AfD-Politiker unreflektiert als Nazis bezeichneten. „Dieses neue Phänomen mit der alten Vokabel Nazi zu versehen, ist eben falsch“, betonte Wolffsohn. „Ich bin in keiner Weise für die AfD, aber man muß eben ein neues Problem auch mit neuen Methoden analysieren.“

Wolffsohn verwies zugleich auf Rechtsparteien in anderen Ländern Europas und stellte die AfD in den Kontext eines gesamteuropäischen Phänomens. Dennoch stimme es teilweise, daß es in der Partei „alte und neue Nazis“ gebe. Insgesamt repräsentiere sie aber nicht mehr „diese dumpf-deutsche, ekelhafte“ nationalsozialistische Vergangenheit. (tb)

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