Joachim Nolywaika – Die Sieger im Schatten ihrer Schuld

Joachim Nolywaika hat 1994 im Verlag für Kultur- und Zeitgeschichte ein umfangreiches Buch, "Die Sieger im Schatten ihrer Schuld" vorgelegt, in welchem die Hauptthemen der revisionistischen Geschichts- und Zeitgeschichtsforschung abgehandelt werden: Ursachen und Entstehung der beiden Weltkriege, die Kriegsschuldfrage, die "Kriegsverbrechen der anderen", vor allem der Bombenterror gegen die deutsche Zivilbevölkerung, die systematische Zerstörung deutscher Städte ohne militärische Zielsetzungen, nicht zuletzt das Jahrhundertverbrechen der Vertreibung und Ausmordung der Deutschen.

1 Response » to “Nolywaika, Joachim – Die Sieger im Schatten ihrer Schuld”

  1. Jan Willem de Groot says:

    Die Art von ‘Geschichtsschreibung‘, der wir in der ‘Studie‘ von Joachim Nolywaika ‘Die Sieger im Schatten ihrer Schuld. Recht auf Wahrheit und Gerechtigkeit für Deutschland‘, begegnen. Nolywaika schreibt u.a. in seinem Buch über den deutschen Luftangriff auf Rotterdam am 14. Mai 1940:
    ‘[…] Am 14. Mai 1940 gingen deutsche Bomben auf Rotterdam nieder. Der Bombenangriff auf Rotterdam galt lange Zeit nach dem Krieg (und für die Extrem-Umerzieher noch heute) als Musterbeispiel eines “Terrorangriffs auf eine offene Stadt”. Dreißigtausend Tote hätte die deutsche Attacke gefordert, wurde behauptet. Heute jedoch sprechen selbst holländische Historiker nur noch von einem “tragischen Unfall”, der zwischen sechshundert und neunhundert Todesopfern zur Folge hatte. Der Stadtkommandant des militärisch verteidigten Rotterdam, Oberst Scharroo, verzögerte aus taktischen Gründen die Kapitulation der Stadt, und ein zunächst befohlener Luftangriff konnte von deutscher Seite nicht mehr gebremst werden, weil die Funker der anfliegenden Maschinen ihre Schleppantennen bereits eingefahren hatten. Vom Boden aus abgefeuerte rote Leuchtkugeln wurden wegen Nebel nur von einem Teil der Piloten bemerkt, worauf sie mit ihren Maschinen abdrehten. Die anderen luden ihre tödliche Fracht ab, und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Der Oxford-Historiker A. J. P. Taylor notierte: “Die britische Initiative (zum Luftkrieg) ist völlig klar. Die deutsche Bombardierung von Warschau und Rotterdam war Teil eines militärischen Feldzuges, eine Ausdehnung vorausgegangener Artilleriebeschießung verteidigter Städte“ […]‘. S. 228-229.

    Rotterdam ‘Frontstadt‘? So einfach ist es nicht. Die Sache verhält sich anders. Die Bombardierung diente in erster Linie dazu das niederländische Heer zur Kapitulation zu zwingen, weil es mit dem deutschen Vormarsch zu langsam voranging. Hitler wollte einen schnellen Durchmarsch durch die Beneluxstaaten um Frankreich aus dem Norden einzukreisen. Der Widerstand der niederländischen Streitkräfte war jedoch größer als erwartet (auf dem Grebbeberg, dem Afsluitdijk – bei Kornwerderzand – und bei den Moerdijkbruggen. Dazu wurde eine große Anzahl von Flugzeugen abgeschossen: ca. 450 – mehrenteils Junkers Ju 52). Nolywaika schreibt, dass ‘Heute jedoch selbst holländische Historiker nur noch von einem “tragischen Unfall“[…]‘ sprechen‘. Ja, ja Nolywaika weiß gut Bescheid über die Werke niederländischer Historiker. So gut, dass er als Geschichtsverdreher keine Ahnung hat von dem Aufsatz des niederländischen Militärhistorikers E.H. Brongers, luitenant-kolonel b.d., ‘Het bombardement van Rotterdam – mei 1940‘ in: Mars et Historia. Nederlandse Vereniging voor Militaire Historie, no. 2 (April 2006 [1989]), der den Luftangriff auf Rotterdam gründlich analysiert hat: http://4umi.com/image/map/nl/rotterdam/brongers.php.
    Das Bombardement auf Rotterdam diente nicht dazu die Stadt als ‘Frontstadt‘ zu bezwingen (das war nur Nebensache); das strategische Ziel war das niederländische Heer als solches zur Kapitulation zu zwingen, was nach der Zerstörung der historischen Altstadt (Zentrum der Stadt) dann auch geschah (Taylor ist diesbezüglich auch völlig falsch informiert). Und wenn das niederländische Heer nach ‘Rotterdam‘ nicht kapituliert hätte, hätte die Luftwaffe auch Utrecht und gegebenenfalls auch Den Haag und Amsterdam bombardiert. Diese Androhung wurde durch Hauptmann Raimund Hoerst, Nachrichtenoffizier der 9. Panzer-Division, den niederländischen militärischen Behörden übermittelt. Der Angriff auf Rotterdam war ein Terrorangriff (denn die Zivilbevölkerung war das Ziel: die historische Altstadt; nicht Militärobjekte am Maasfluss) – wie überhaupt der Überfall auf die Niederlande (als neutrale Nation) ein Bruch des Völkerrechts war.
    Und Hitler wusste das ganz genau. Wie er es selbst am 23.11.1939 vor den Befehlshabern aller Wehrmachtsteile zynisch formulierte: ‘Verletzung der Neutralität Belgiens und Hollands ist bedeutungslos. Kein Mensch fragt danach, wenn wir gesiegt haben. Wir werden die Verletzung der Neutralität nicht so idiotisch begründen wie 1914‘. Siehe Gerhard Hirschfeld, Fremdherrschaft und Kollaboration. Die Niederlande unter deutscher Besatzung 1940-1945 (DVA; Stuttgart 1984) S. 206. Aber darüber verliert Nolywaika in seinem Buch natürlich kein Wort. Und für Nolywaika war der Mord an 102.000 niederländischen Juden wahrscheinlich auch nur ein ‘tragischer Unfall‘.

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