Sex ist die neue Algebra

On December 17, 2014, in Pauke, by admin

Der Hannoveraner Landtag hat beschlossen, dass künftig in allen Jahrgängen und allen Fächern „geschlechtliche Identitäten“ behandelt werden müssen. Doch was als Fortschritt erscheint, ist ein Rückfall in die Zensur und die staatliche Bevormundung – auf dem Rücken der Kinder!

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Es liegt so vieles im Argen an unseren deutschen staatlichen Schulen. Die Klassen, hört man, sind zu groß, die Leistungsunterschiede der Schüler sind es nicht minder. Adenauer und Honecker auseinander zu halten, gelingt nicht jedem Gymnasiasten, warum und ob da eine Mauer in Berlin stand, entzieht sich mancher Kenntnis, und generell müsse man froh sein, wenn die Hochschulreife ausreicht, eine Bewerbung als Mechatroniker oder Hair-Stylist eigenhändig aufzusetzen. Ganz zu schweigen von den Herausforderungen an Gesamt- und Hauptschulen, wo Erziehung oftmals Betreuung und Umgangsformentraining bedeutet.

Sex für alle Klassenstufen

Die niedersächsische Landesregierung hat vor diesem Hintergrund messerscharf geschlossen: Wir müssen über Sex reden. Und zwar viel mehr und viel öfter als bisher. Das Geschlechterwissen soll die neue Schlüsselqualifikation an unseren Schulen werden. Wer kann dagegen etwas sagen? Tatsächlich boomt die Körperindustrie in nie gekanntem Ausmaß, da mögen sich schon die Kleinsten beizeiten in den richtigen Termini rüsten. Wer zu welchen Zwecken unter welchen Bedingungen mit wem in die Kiste steigt: Darauf lässt sich ein Karriereplan gründen. Es lockt sowohl das darstellende wie auch das betreuende Gewerbe, die Sozial- ebenso wie die Sexindustrie. Und ist es nicht herrlich emanzipatorisch, wenn auch an niedersächsischen Grundschulen nun endlich „Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität (…) verbindlich thematisiert werden“ müssen?

So steht es im gestern von den Regierungsparteien SPD und Grüne und der Oppositionspartei FDP im Hannoveraner Landtag durchgewunkenen Entschließungsantrag 17/2348. In „allen Fächern“ und „allen Klassenstufen“ muss nun die „Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten und gleichgeschlechtlicher Lebensweisen“ angemessen behandelt und abgebildet werden. Der frisch eingeschulte Fünfjährige kann sich freuen. Demnächst wird er das kleine Einmaleins nicht dröge an der Frage abgehandelt sehen, wie viele Brötchen Karl und Klara gemeinsam haben, wenn der Eine zwei und die Andere drei mitbringt. Nein. Stattdessen wird es die adoptierte Kinderschar von Kurt und Kuno zu ermitteln gelten – oder gleich die Zahl der möglichen Sexualkontakte zwischen Lara, Lars und Lukas.

Ein schönes Subventionsprogramm für die Schulbuchindustrie ist den Roten und Grünen und Gelben da gelungen. Auch die Begriffsschöpfer und Sprachwächter jubilieren. Wer künftig um „Genehmigung von Schulbüchern“ ersucht, der muss nämlich nachweisen können, dass die „Vielfalt sexueller Identitäten“ in ihnen berücksichtigt wird. Eine veritable Entsorgungsaktion, ein Großreinemachen, ein geistiges Autodafé im Namen des Sexus steht an. Wo nämlich wird es heute schon ein Chemiebuch für die Obertertia, eine Physikkunde für die Unterprima geben, in denen das Haber-Bosch-Verfahren und die Dynamische Unwucht ordnungsgemäß aufgesext worden sind? Hier Beispiele diesseits der Schlüpfrigkeitsgrenze zu finden, dürfte die wettbewerbsentscheidende Aufgabe der Autoren und Autorinnen in den Verlagshäusern werden. Dass ein bisschen bi nie schadet, ist nun curriculumspflichtig.

Wer fragt die Kinder?

Schließlich werden auch die neuen Hierarchen der Sozialbürokratie ein Dankeschön nach Hannover senden. Unterstützt werden muss jetzt prinzipiell die „Netzwerkarbeit“ der Initiative SchLAu, „SchwulLesbischeBiTransAufklärung“. Deren Experten werden künftig in den Schulen nach dem Rechten sehen. Und wehe denen, die im Musikunterricht von Mozart reden, von Britten aber schweigen und um „Billy Budd“ einen Bogen machen. Wehe auch euch, ihr verstockten Deutschlehrer, die ihr bei Goethe verharrt und zu Platen nicht fortschreitet.

So wäre am Ende allen geholfen. Neue Texte, neue Bücher, neue Lehrer, neue Kommissionen und neue Kurse, neue Gremien und neue Zensoren werden Niedersachsen in eine blühende pädagogische Provinz verwandeln. Auch die „Karlsbader Beschlüsse“ ließen dereinst den Staatsapparat prächtig gedeihen. Weiter ist dem Standort enorm geholfen, die niedersächsische Verlags- und Papierindustrie zeigt von heute an dem Rest der Republik, was eine Harke ist. Offen nur bleibt zweierlei: Was sagen eigentlich die Eltern muslimischer Kinder zur staatlichen Sexualoffensive? Fühlen sie sich unter dem Banner des Geschlechts voll integriert? Und leider auch hat niemand die Sechs- und Sieben- und Elf- und Zwölfjährigen gefragt, wie gerne sie sich vor ihrer eigenen Geschlechtsreife im Kreis der Gleichaltrigen über die Vorlieben und Probleme „transidentischer oder intersexueller Menschen“ belehren lassen. Aber was soll’s: Wenn der Fortschritt marschiert, ist der Kollateralschaden Programm. Sagen uns SPD und Grüne und FDP im schönen Niedersachsen. CICERO

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Rohöl ist billiger als Mineralwasser

On December 17, 2014, in Schall und Rauch, by admin

Der Preis von Rohöl ist dramatisch in den letzten Monaten gefallen und liegt jetzt unter 60 Dollar das Fass. Im Juni kostete ein Fass noch über 100 Dollar. Man kann den gesunkenen Ölpreis auf viele Art darstellen, aber am einfachsten ist es zu sagen, Rohöl ist jetzt billiger als Mineralwasser. Ein Fass Öl beinhaltet 158,987 Liter. 60 Dollar ist gleich 48,38 Euro. Demnach kostet 1 Liter Rohöl 30 Eurocents. Die meisten bekannten Mineralwasser wie Geroldsteiner oder Apollinaris liegen im Preis pro Liter weit darüber, ab 0,50 Euro bis 1 Euro und mehr. Klar gibt es auch billiges “no-name” Wasser um die 30 Cents bei den Discountern, aber generell ist Rohöl so tief im Preis gesunken und kostet weniger als Mineralwasser.

Dieser dramatische Fall des Preises für Rohöl zeigt, der Zustand der Weltwirtschaft muss sehr schlecht sein. Der Bedarf an Öl liegt viel tiefer als die Produktion. Die Welt schwimmt offensichtlich in Öl, es gibt mehr als genug, deshalb ist der Preis gesunken. Damit wird bestätigt was ich schon lange sage, die Behauptung es gebe ein “Peak-Oil”, also der Verbrauch würde die maximale Fördermenge übersteigen, ist völliger Blödsinn. Das habe ich Daniele Ganser schon vor Jahren gesagt, er würde einen Irrglauben verfolgen. Jahrelang warnte er in seinen Seminaren und Vorträgen, das Öl geht bald aus, wir werden auf dem Trockenen sitzen und der Ölpreis wird deshalb astronomisch steigen.

Er liegt voll daneben mit seiner Prognose. Auch seine Behauptung, der Westen führt Kriege wegen Öl, habe ich versucht ihm zu erklären, ist anders als er denkt. Es geht nicht darum Länder zu überfallen um Öl aus den Boden zu holen, sondern genau andersrum, damit es im Boden bleibt. Warum? Weil wir auf der Welt in Öl schwimmen und zu viel Förderung den Preis verdirbt. Saddam Hussein wurde von Washington angegriffen und ermordet, damit er aufhört zu viel Öl zu fördern, das war doch der Grund. Amerika hat doch nicht den Irak überfallen um Öl von dort zu stehlen, sondern damit die Produktion gedrosselt wird und dann der Preis steigt. So ist es auch geschehen.

Wieso wurde Gaddafi von der NATO angegriffen und ermordet? Weil er ein “böser Diktator” war wie man uns erzählt hat? Ist doch lächerlich. Nein, aus dem selben Grund warum man Saddam beseitigte. Aus Sicht der globalen Elite hatte Libyen eine zu hohe Ölproduktion, die Gaddafi nicht verringern wollte, weil Libyen als quasi sozialistischer Staat mit den Öleinnahmen der Bevölkerung viele Gratisdienste anbieten konnte, wie kostenlose medizinischen Versorgung, Familienunterstützung, Schulbildung und vieles mehr. Die meisten Menschen im Westen haben keine Ahnung vom arabischen Sozialismus (Baath Partei), so wie er im Irak und in Syrien, aber auch in Libyen praktiziert wurde.

Von einem hohen Ölpreis profitieren logischerweise viele, nicht nur die Förderländer, sondern besonders die amerikanischen Ölkonzerne, aber auch der amerikanische Staat. Durch die Ölpreisbindung an den Dollar ist die Dominanz der USA über die Weltwirtschaft gewährleistet. Je höher der Ölpreis je mehr Dollar muss die ganze Welt kaufen um den Energieimport zu bezahlen, je mehr Dollar müssen die Zentralbanken als Reservewährung halten, je mehr Dollar kommen zurück im Kreislauf und es werden damit US-Schuldscheine gekauft. Die gigantische amerikanische Schuldenwirtschaft auf die der “American Way of Life” aufbaut, ist nur wegen dem Petrodollar möglich.

Das heisst, es ist im Interesse Washingtons einen hohen Ölpreis zu haben und nicht einen niedrigen, damit viele Dollars im Finanzsystem zirkulieren und der weltweite Bedarf für Dollars hoch ist. Nur so ist ein “Leben über seine Verhältnisse” möglich. Wenn man es genau nimmt, dann schadet der aktuelle Preiszerfall des Öls mittel- und langfristig den USA am meisten.

Die ganze Fracking-Industrie im Lande wird es sowieso bald lüpfen, denn das ist ja die teuerste Form der Ölförderung. Rechnen wir mit einem Zusammenbruch nicht nur der Förderfirmen, sondern auch der Banken und Hedgefonds die in diese extrem umweltschädliche Energiegewinnung investiert haben.

Dabei sind die aktuellen 60 Dollar pro Fass nicht mal der Tiefpunkt. Der Preis kann viel weiter auf 40 Dollar und weniger sinken. Speziell weil OPEC keine Absicht zeigt die Produktion zu verringern. Dieses Überangebot, diese Schwemme und dieser Überfluss drückt den Preis ins bodenlose. Das wird dramatische Auswirkungen nicht nur auf die bekannten Ölförderländer haben, sondern auch auf die westlichen Industrienationen.

Wenn der Preis unter die Produktionskosten sinkt, was bereits vieler Orts geschehen ist, wird eine Pleitewelle in der Ölindustrie folgen. Bekannte Namen haben schon Massenentlassungen angekündigt, wie Halliburton, wo 1000 Arbeiter ihren Job verlieren, und auch BP plant einen grossen Personalabbau.

Wegen dem fallenden Ölpreis sind auch die Kurse an den Aktienbörsen gefallen. Die globalen Ölkonzerne wie Chevron und Exxon Mobil waren die grössten Verlierer im Dow Jones Index in den vergangenen Tagen. Auch die Aktien der Firmen die nach Öl suchen haben Kursverluste erlitten. Wer will denn noch nach neuen Quellen bohren?

Billiges Öl ist auch für die Ausweitung der alternativen Energien schädlich. Wenn Öl so billig wie Wasser ist und im Überfluss vorhanden, warum in teuere Alternativen investieren? Die Autofahrer und andere Treibstoffverbraucher mögen sich jetzt freuen, weil an den Tankstellen die Preise fallen. Die Geschichte zeigt aber, billiges Öl ist nur vorübergehend. Der Preis kann morgen wieder steigen.

Es gibt Beobachter die meinen, die USA und Saudi Arabien haben sich zusammengetan, um den “Feinden” wie Russland, Syrien, Iran und Venezuela eine tödlichen Stoss zu versetzen. Sie haben sich geeinigt den Preis so lange niedrig zu halten bis denen die Luft ausgeht. Sobald das geschehen ist, geht der Preis wieder nach oben, meinen sie.

Andere Stimmen behaupten, es ist andersrum. Die grössten Energieproduzenten der Welt, Russland und Saudi Arabien, sind hier Partner und wollen den Kanadiern, Amerikanern und Europäern einen Schaden zufügen und das Fracking und die Inlandsförderung endgültig beerdigen, damit sie nicht energieunabhängig werden. Es geht um das Loswerden von lästiger Konkurrenz und Sicherung des Marktes. Nach dieser Flurbereinigung geht der Preis nach oben.

Wir wissen nicht, wer gegen wen ein Kompott hier durchführt und ob der Preiszerfall überhaupt mit Absicht passiert. Vielleicht liegt es wirklich nur an Marktkräften, an zu viel Angebot und zu wenig Nachfrage. Das heisst, die Weltwirtschaft macht eine Vollbremsung, der Motor braucht viel weniger Treibstoff und deshalb der niedrige Preis. Gar nicht gut!

Egal wie, wir können uns auf turbulente Zeiten in den nächsten Monaten einrichten, denn der Preiszerfall des Öls wird weltweit dramatische Konsequenzen nach sich ziehen. Bei den Produzenten wie bei den Konsumenten. Es könnte zu Firmenkonkurse, Staatspleiten, Währungsturbulenzen und sogar zu einem Krieg führen, denn es geht um die Existenz.

Was gerade mit der russischen Währung passiert, der starke Kursverlust gegenüber Dollar und Euro, ist ein Teil davon. Es handelt sich um einen hinterhältigen Krieg mit finanziellen Mitteln gegen Russland. Der Kurs ist doch voll manipuliert und hat nichts mit der Wirtschaftskraft Russlands zu tun. Sind die Fabriken plötzlich verschwunden, die Landwirtschaft, die Rohstoffe oder das Öl und Gas das Russland hat? Nein. Die Finanzverbrecher drücken künstlich den Kurs, so wie den für Gold und andere Commodities.

Aber diese Situation hilft Russland mittelfristig, denn dadurch werden die Exporte gefördert weil billiger und die Inlandsproduktion angekurbelt, weil die Importe teuerer werden. Deutschland verliert noch mehr Exporte nach Russland. Wenn Aktien und andere Werte in Russland jetzt günstig sind, ist es der Zeitpunkt dort zu kaufen. Ich würde die Aktien von Ölfirmen als Schnäppchen holen. Wenn alle etwas verschmähen sollte man zugreifen.

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Der ukrainische Premierminister Arseni Jazenjuk fordert „dringend“ neue Kredite von der EU. Die Ukraine habe durch den Verlust der Krim 20 Prozent ihrer Wirtschaftskraft eingebüßt. Tatsächlich laufen die Kosten für den Krieg im Osten völlig aus dem Ruder. Die EU hält sich noch bedeckt und will im kommenden Jahr eine Geberkonferenz für die Ukraine abhalten. (61)

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Aufgrund des Rubel-Verfalls gehen die Russen dazu über, sich vermehrt Neu- und Gebrauchtwagen zu kaufen. Diese gelten als sichere Geldanlagen. Denn russische Ersparnisse in Höhe von einer Million Rubel sind jetzt nur noch 18.600 Dollar wert. Bis Anfang November lag jener Wert noch bei etwa 23.250 Dollar. Das russiche Autogeschäft wird hauptsächlich in Dollar abgewickelt. (53)

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US-Präsident Barack Obama dürfte vermutlich noch diese Woche den „Ukraine Freedom Support Act“ unterzeichnen. Dann würde die Ukraine schwere Waffen von den USA erhalten. Die Finanzierung der Waffen könnte Kiew mit EU-Steuergeldern gelingen. Russland droht für diesen Fall mit der Entsendung von Truppen in die Ukraine. (53)

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Das Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen beobachtet, dass NPD-Mitglieder gezielt an den Pegida-Demonstrationen teilnehmen. Es laufen Mobilisierungsmaßnahmen über die Sozialen Medien. (49)

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Angesichts der drohenden Staatspleite tauschen die Russen ihre Pensionen und Ersparnisse in Fremdwährungen um. Die Nachfrage danach ist seit Montag um das Drei- bis Vierfache angestiegen. Zudem werden vermehrt Möbel und Schmuck als Wertanlagen gekauft. (41)

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Vor dem Urteil zur Erbschaftssteuer hat die SPD-Linke einen neuen Vorschlag eingebracht: Wenn Firmenerben ihre Steuerschuld nicht begleichen können, soll der Staat Zugriff auf Unternehmensanteile von Familienunternehmen erhalten. Wenn die Steuerschuld abgetragen ist, dürfen die Erben ihre Anteile zurückkaufen. (39)

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Das US-amerikanische Unternehmen Apple mit Sitz im kalifornischen Cupertino hat seinen Online-Verkauf in Russland gestoppt. Grund für diese Entscheidung sei der drastische Rubel-Verfall. Die Online-Nutzer rätseln nun, ob Apple den Dollar als Währung in Russland einführt. (46)

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Giulietto Chiesa in Estland verhaftet

On December 16, 2014, in Schall und Rauch, by admin

Die Ehefrau des bekannten italienischen Journalisten, Filmemacher und ehemaligen EU-Abgeordneten Giulietto Chiesa sagte gegenüber Medien, ihr Mann ist in der estnischen Hauptstadt Tallinn festgenommen worden. Fiammetta Cucurnia erklärte, er sollte am Montag bei einer Konferenz als Redner teilnehmen und am Dienstag nach Moskau weiterreisen. “Sein Telefon ist abgeschaltet und alles was wir bisher herausfinden konnten, es gibt einen Befehl ihn innerhalb von 48 Stunden aus dem Land zu spedieren.” Chiesa sei in einem Hotel festgenommen und in ein Polizeirevier gebracht worden. Die Entscheidung, ihn für Persona non grata in Estland zu erklären, sei Ende vergangener Woche getroffen worden. Zu den Ursachen und zur Dauer des Aufenthatsverbots machte die Polizei keine Angaben. Ganz offensichtlich will man seine Rede verhindern.

Chiesa hat lange als Journalist in Moskau gearbeitet und hat den Zusammenbruch der Sowjetunion und die Geburt des demokratischen neuen Russlands persönlich erlebt. Im Laufe von 20 Jahren hatte Chiesa für die Zeitungen “L’Unita” und “La Stampa” aus Russland berichtet. Nach seiner Rückkehr nach Italien begann er mit seiner politischen Arbeit und kandidierte für das EU-Parlament. Er wurde als Abgeordneter der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) gewählt.

Chiesa wollte am Montag im internationalen Mediaclub “Impressum” in Tallinn vor Journalisten und Vertretern des öffentlichen Lebens zum Thema “Soll Europa Angst vor Russland haben” referieren. Zuvor hatte der Journalist bereits zwei Mal Vorlesungen in Tallinn gehalten. Er ist einer von wenigen bekannten italienischen Persönlichkeiten die offen darüber sprechen, was wirklich in der Ukraine abgeht und wer für die Krise verantwortlich ist.

Chiesa hat Konferenzen organisiert wo er die Vereinigten Staaten und deren Politik scharf verurteilte und er warnte vor einer unipolaren Welt. Die letzte Konferenz fand am 12. Dezember in Rom statt und es nahmen internationale Experten, politische Beobachter und Kommentatoren teil. Am 13. Dezember veranstaltete er einen runden Tisch innerhalb des Rahmens des Gipfeltreffens der Nobelpreisgewinner. Am Treffen in Rom nahm sogar Federica Mogherini teil, die Nachfolgerin von Cathrin Ashton als neue Aussenbeauftragte der Europäischen Union.

Estland ist ein Mitglied der Europäischen Union. Wie kann es einen EU-Bürger verhaften und ausweisen?” fragte Chiesas Ehefrau, die ebenfalls Journalistin ist. Richtig! Die EU spricht immer von den “europäischen Werten” die es zu verbreiten und verteidigen gibt. Ja sicher, sehr witzig. Wenn jemand es wagt die Politik der EU zu kritisieren, wird er verhaftet und aus dem Land geschmissen. Von wegen freien Meinungsäusserung!

Vor Jahren sagte ich schon: “Es ist gefährlich recht zu haben wenn der Staat unrecht hat” und “die Meinungsfreiheit gilt nur so lange man das sagt was der Staat richtig findet.

Wer seinen Protest über die Verhaftung und Ausweisung von Giulietto Chiesa ausdrücken will, hier die richtige Adresse. Nur wenn wir den Mund aufmachen und uns wehren, passiert etwas.

Botschaft der Republik Estland
Hildebrandstraße 5
10785 Berlin, Deutschland
Tel. +49 (0) 30 254 606 02
Fax +49 (0) 30 254 606 01
E-Mail: Embassy.Berlin@mfa.ee

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2009 führte ich ein Interview mit Giulietto Chiesa

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