Transfer-Mark (3.2.2016)

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Michael Winkler, der Mann mit Visionen

Im östlichen Wirtschaftsraum des Kalten Krieges, Comecon oder RGW genannt, hat es damals eine Leitwährung gegeben, den Transfer-Rubel, der mit dem in der Sowjetunion umlaufenden Zahlungsmittel Rubel nur bedingt zu tun hatte. Der internationale Handel wurde in diesen Transfer-Rubeln abgewickelt, die ein reines Buchgeld gewesen waren und mit denen niemand etwas in einem Geschäft kaufen konnte. Dieser Transfer-Rubel dient mir im Folgenden als Vorbild für die Transfer-Mark.

Nach dem Ende des Euro werden in Europa wieder nationale Währungen eingeführt. Eine erneuerte Deutsche Mark würde rasch aufwerten und so einem enormen Währungsdruck ausgesetzt. Ich schlage deshalb zwei deutsche Währungen vor: die Binnen-Mark und die Transfer-Mark. In der Minute der Umstellung wird ein Euro gleich einer Binnen-Mark gleich einer Transfer-Mark sein, danach unterliegt die Transfer-Mark dem freien Spiel der Kräfte. Die Binnen-Mark hingegen wird eine goldgedeckte Währung sein. Nach aktuellem Kurs (2. Februar 2016) wäre ein Euro bzw. eine Binnen-Mark gleich 0,03 Gramm Gold. Wenn der Euro so instabil wird, daß er aufgegeben werden muß, dürfte sich der Kurs deutlich verschlechtern, beispielsweise auf 0,02 Gramm. Ein Golddukat hätte dann einen Wert von 172 Binnen-Mark, ein Schweizer 20-Franken-Vreneli 290,35 Mark und ein 20-Mark-Kaiser-Wilhelm-Goldstück 358 Mark.

Die deutsche Binnen-Mark wird eine Umlaufwährung, mit Scheinen und Münzen. Denkbar wären 200-, 500- und 1000-Mark Goldmünzen. Diese Goldmark ist ausschließlich Inländern vorbehalten, sie ist nicht international konvertierbar. Sie kann nur in eine einzige Währung getauscht werden, in die Transfer-Mark. Die Transfer-Mark existiert nur als Buchgeld. Sie ist im Inland für den bargeldlosen Zahlungsverkehr zugelassen, d.h., Ausländer, die keine Goldmark ausgehändigt bekommen, bezahlen Waren und Dienstleistungen in Deutschland bargeldlos in Transfer-Mark. Jedem Deutschen ist freigestellt, neben Goldmark-Konten auch Transfer-Mark-Konten zu unterhalten.

Die Transfer-Mark ist für den Außenhandel gedacht. Alle deutschen Auslands-Schulden und alle Guthaben in Deutschland, die Ausländern gehören, werden am Stichtag in Transfer-Mark umgewandelt. Ausländern ist der Besitz der Binnen-Mark untersagt, sie sind nicht berechtigt, Goldmark-Konten zu eröffnen. Dies betrifft auch Ausländer, die in Deutschland wohnen, und ausländische Organisationen. Niederlassungen ausländischer Banken sind nicht berechtigt, Goldmark-Konten anzubieten. Dieser Regelung unterliegen auch Banken mit ausländischer Aktienmehrheit, also alle börsennotierten Großbanken.

Die Transfer-Mark ersetzt als konvertierbare Währung den Euro. Da Deutschland eine starke Export-Wirtschaft besitzt, wird die Transfer-Mark schnell in der Außenwirtschaft eingeführt. Während der Übergangszeit können Drittwährungen im Zahlungsverkehr genutzt werden, beispielsweise der US-Dollar für Ölkäufe bei den Golfstaaten. Grundsätzlich wird jedoch angestrebt, bilaterale Geschäfte entweder in Transfer-Mark oder in der Währung des Handelspartners abzuwickeln.

Die Binnen-Mark sollte als goldgedeckte Währung stabil bleiben, d.h., ihren Wert langfristig wenig bis gar nicht verändern. Sie unterliegt keiner Inflation, die Zinsen auf Binnen-Mark-Konten sind sehr niedrig. Dank ihrer Wertstabilität eignet sie sich trotzdem zur Altersvorsorge. Die Transfer-Mark kann in der Anfangsphase sogar für eine gewisse Zeit wertvoller werden als die Goldmark, auf Sicht jedoch wird der Wert der Inflation unterliegen und abnehmen.

Die Transfer-Mark ist eine reine Fiat-Währung, die wie jede Papierwährung nach und nach aufgeweicht wird. Für gewöhnliche Handelsgeschäfte, die binnen Wochen abgewickelt werden, ist der Wertverfall akzeptabel, das hat in früheren Zeiten, als Lira oder Peseta im Wert verfallen sind, ebenfalls nur geringe Auswirkungen gehabt. Deutsche Auslandsschulden werden jedoch systematisch verringert, langfristige Guthaben in Transfer-Mark verlieren an Wert. Zum Ausgleich dafür werden für Transfer-Mark höhere Zinsen geboten.

Genau dies ist der Zweck der Transfer-Mark. Der Binnenmarkt wird durch Zölle und die Währungsunterschiede abgeschottet, während der Außenmarkt mit einer Weichwährung bedient wird, deren Wert sich jederzeit den Erfordernissen der Wirtschaft anpassen läßt.

Wenn nun jemand einwendet, das sei eine Betrugs-Währung, so ist dieser Einwand durchaus berechtigt, doch dem Beschwerdeführer sei gesagt, daß er seine Einwände gegen jede derzeit existierende Währung vorbringen sollte. Wenn EZB-Präsident Draghi jeden Monat weitere 60 Milliarden Euro auf den Markt wirft, ist dies nicht nur ein genauso großer Betrug, sondern vor allem ein Betrug an den Sparern und Rentnern, also jenen Leuten, die bei meinem Vorschlag dank der Goldmark vor diesem Betrug sicher sind.

Das Ausland kann jederzeit eine eigene, ebenfalls goldgedeckte Binnenwährung einführen und auf diese Weise seine Rentner und Sparer schützen. Für die Außenwirtschaft kann ein solches Land eine eigene konvertierbare Währung ausgeben oder auf die bereits vorhandene Transfer-Mark zurückgreifen. Da die Transfer-Mark in Deutschland für internationale Banken vorgeschrieben ist, ist diese Währung bereits eingeführt und erleichtert den internationalen Warenhandel.

Wir bilden auf diese Weise etwas nach, was in der Natur bereits existiert: den Blutkreislauf. Das fließende Blut transportiert die Nährstoffe zu den einzelnen Zellen und führt deren Stoffwechselprodukte davon. In der einzelnen Körperzelle gibt es kein Blut, dort fungiert das Zellplasma als Medium. Das Plasma bleibt in der Zelle, das Blut draußen – die Transfer-Mark fungiert als Blut, das die einzelnen “Zellen” der Weltwirtschaft verbindet, während die Binnenwährungen die Wirtschaft im Landesinnern bedienen.

Da die Transfer-Mark eine rein elektronische Währung ist, haben die Rechner keinerlei Probleme, mit Trillionen oder Quadrilliarden zu rechnen, andererseits wäre es kein Problem, zu einem Stichtag einfach sechs, neun oder zwölf Nullen zu streichen und so die Transfer-Mark einer Wertberichtigung zu unterziehen. Die Binnenwährungen sind davon nicht betroffen. Auch jene Personen, die per Karte und Transfer-Mark bezahlen, verlieren durch die Währungsumstellung keinerlei Kaufkraft, auch wenn die Zahlen hinter einem Geldtransfer nun kleiner geworden sind.

Den internationalen Banken bleibt die Fiat-Währung als ihr Lieblings-Spielzeug erhalten, da dies jedoch keine nationale Währung mehr sein wird, verlieren sie die Kontrolle über Länder und Nationen. Die Welt gewinnt so ein Stück Freiheit zurück. Auch das Dagobert-Duck-Problem wird vermieden. Besagter Comic-Figur mit dem riesigen Geldspeicher gehört praktisch alles Geld in Entenhausen. Ein realer Multi-Milliardär könnte es sich nicht erlauben, ein vergleichbares Vermögen in Binnen-Mark anzuhäufen, da er im internationalen Handel engagiert ist und dafür Transfer-Mark benötigt.

Ein Horten findet nur im Inland statt, und auch da nur in begrenzter Weise. Wer heute 500 Krüger-Rand in einem ausrangierten Kanonen-Ofen versteckt, entzieht dieses Vermögen der Erbschafts-Steuer. Dies kann er in Zukunft mit Goldmark-Münzen sogar noch bequemer tun. Das Geld im Ofen ist jedoch totes Kapital, die Chance, daß die Erben sich davon etwas gönnen, ist sehr hoch. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß es einer Familie gelingt, über Generationen hinweg einen tonnenschweren Goldschatz anzuhäufen.

Gold und Silber selbst bleiben Handelswaren, deren Preis in Transfer-Mark stark schwanken kann. Gold wird in kleineren Mengen in der Elektronik benötigt, die Schmuckindustrie ist ein größerer Abnehmer. Durch die Remonetarisierung wird Gold wieder zur Währung und zur Wertbasis. Ich sehe eine gewisse Gefahr darin, daß Banken Goldkredite vergeben, beispielsweise 342,5 Gramm für ein neues Auto. Ausgezahlt wird diese Summe zum Tageskurs in Transfer-Mark, Zinsen und Rückzahlung werden auf Goldbasis errechnet, erfolgen jedoch ebenfalls in Transfer-Mark. Auf diese Weise wird zwar nicht die Währung eines Landes beschädigt, der Schuldner hingegen liefert sich den Banken in ähnlicher Weise wie heute aus. Die Macht der Banken wird mit dem Transfer-Mark-System also nicht wirklich gebrochen. Mit der Goldbasis im Rücken werden internationale Geschäfte langfristig sicher. Nur die Kredite der ersten Stunde, die bei der Währungsumstellung in Transfer-Mark umgerechnet werden, bleiben ohne Golddeckung und fallen der Inflation anheim.

Versetzen wir uns in die Lage eines hochverschuldeten Landes. Da bietet sich Griechenland an. Griechenland stellt seine Binnenwährung auf Golddrachmen um, obwohl es keine einzige Goldmünze prägen wird. Für den Außenhandel nutzt es in Zukunft die Transfer-Mark. Nun gehe es um einen IWF-Kredit in Höhe von zehn Milliarden Euro. Nach der Umstellung sind es zehn Milliarden Transfer-Mark, die am Stichtag zehn Milliarden Golddrachmen wert wären (Ich gehe davon aus, daß die Griechen zeitrichtig reagieren und den Kurs 1:1:1 wählen). Nun wird der IWF versuchen, eine Golddeckung der Transfer-Mark-Schulden auszuhandeln. Dies wären 200 Tonnen Gold, und wenn Griechenland zustimmt, sitzt es fest in der Schuldenfalle, da sich der positive Inflationseffekt nicht einstellen würde.

Wenn Griechenland die Nerven behält, kann es dem IWF ein Gegenangebot unterbreiten: Wie wollt Ihr das Geld zurück? Gar nicht oder in Transfer-Mark? Gar nicht hieße Staatsbankrott. Da sowieso die Golddrachme kommen wird, können die Griechen den Staatsbankrott noch in Euro abwickeln. Anschließend versichern sie glaubhaft, kein Gold zu besitzen. Und die Gläubiger? Nun, die können wutschnaubend akzeptieren, ungedeckte und deutlich reduzierte Transfer-Mark-Schulden untergejubelt zu bekommen. Der IWF hat also die Wahl, zehn Milliarden Transfer-Mark gleich zu akzeptieren oder 50 Millionen Transfer-Mark nach dem griechischen Staatsbankrott. Gold gibt es kein einziges Gramm und eine Goldbesicherung auch nicht.

Die Transfer-Mark ist genau das, was jüdische Bankhäuser aus dem Dollar gemacht haben, mit dem kleinen Unterschied, daß die Transfer-Mark den jüdischen Großbanken nicht gehört. Der schöne Trick, mal eben 500 Miliiarden US-Dollar aus dem Nichts zu schaffen und dieses eigentliche Nichts gegen Zinsen an die US-Regierung zu verleihen, funktioniert nicht mehr. Die Transfer-Mark ist reines Buchgeld, sie erscheint und verschwindet wieder. Jede Transfer-Mark, die erzeugt wird, verringert den Wert aller anderen Transfer-Mark, jede, die vernichtet wird, erhöht diesen Wert.

Über die Regeln der Erzeugung der Transfer-Mark sollen sich die Bankster streiten. Die Kreissparkasse Mittelmietraching kann jederzeit Transfer-Mark erschaffen, denn sobald ein Deutscher Goldmark in Transfer-Mark umwechselt, wird die Sparkasse das per Buchungsvorgang tun. Ob die Zentralbank von Zimbabwe das ebenfalls kann, muß dahingestellt bleiben. Ein Staat, der sich in Transfer-Mark neu verschuldet, hat eine Regierung, die an die nächste Wand gestellt werden sollte. Dafür gibt es schließlich die Binnenwährungen. Wer Waren und Dienstleistungen im Ausland einkauft, muß entsprechend Waren und Dienstleistungen liefern können, um den Wert auszugleichen. Damit verschwinden die internationalen Wirtschaftsungleichheiten von selbst.

Ist dieser Vorschlag brauchbar? Ich weiß es nicht, aber es lohnt sich, darüber nachzudenken. Die Transfer-Mark hat auf jeden Fall den Vorteil, daß damit die deutschen Auslandsschulden verschwinden. Internationale Kapitalverflechtungen haben wenig gebracht, eher Ausbeutung als Prosperität. Weitere Anwendungen wären denkbar: Anteilsscheine, die auf Goldmark lauten und die nur Deutsche besitzen dürfen. Diese und nur diese sind stimmberechtigt, während Anteilsscheine, die auf Transfer-Mark lauten, die Rolle der stimmrechtslosen Vorzugsaktien übernehmen.

© Michael Winkler

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