Der Preis der Schande: ARD-Reporterin Golineh Atai wird »Journalistin des Jahres«

Peter Harth

Die Deutschen strafen ihre Mainstreammedien für eine verzerrte Ukraine-Berichterstattung ab: Laut einer repräsentativen Umfrage glauben 71 Prozent den Medien nicht mehr. Die Journalisten gehen aber weder in Sack und Asche, noch geloben sie Besserung. Sie zeichnen lieber ARD-Reporterin Golineh Atai als »Journalistin des Jahres« aus. Ausgerechnet für eine »herausragende« Ukraine-Berichterstattung. Kann man sein Publikum eigentlich noch mehr verachten?

 

Es war doch eigentlich der erste Schritt für einen Neuanfang. Am Mittwoch (17.12.14) strahlte das Magazin ZAPP einen Beitrag aus, in dem endlich zur Sprache kam, was jeder weiß. Dass die Medien durch ihre »interessengeleitete, gesteuerte, manipulative« Ukraine-Berichterstattung seit Monaten im Clinch mit ihrem Publikum liegen. 71 Prozent der Deutschen vertrauen den Journalisten einfach nicht mehr. Der Beitrag lief zwar gut versteckt im Nachtprogramm des NDR, aber zu Wort kamen dort wichtige Journalisten. Etwa Ines Pohl, die Chefredakteurin der tageszeitung (taz). Die bewies erstaunliche Branchenkenntnis, als sie forderte, dass sich im Journalismus endlich eine »Fehlerkultur« entwickeln muss.

Dass es die ganz und gar nicht gibt, zeigt sich keine zwei Tage später. 80 Journalisten kürten ARD-Reporterin Golineh Atai zur »Journalistin des Jahres« für das Branchenblatt medium magazin. Den Preis gewann sie durch ihre »herausragende« Ukraine-Berichterstattung. Ausgerechnet!

Die Nachrichtensendungen der ARD werden doch besonders hart kritisiert. Unstimmigkeiten häufen sich dort und die Zuschauer beschreiben die Ukraine-Berichterstattung der ARD mit vielen Worten – »herausragend« gehört nicht dazu.

 

Ein Preis zur Selbstbeweihräucherung, wo eigentlich Scham angesagt ist

 

Sogar Kai Gniffke gesteht als Chefredakteur der Tagesschau: »Das Ausmaß der Kritik ist einfach so groß zu diesem Thema, wie wir es bisher noch nicht gehabt haben.« Aber für eine Auszeichnung mit dem Prädikat »ausgezeichnet« reicht es unter Journalisten immer noch. Nur zum Vergleich:
Krieg in der Ukraine F. William Engdahl Wie Amerikas Hardliner den Ukraine-Krieg anheizenDer Krieg in der Ukraine ist Dauerthema in den Nachrichten. Für die meisten besteht kein Zweifel daran, dass Wladimir Putins Russland diesen Konflikt schürt. Der bekannte Analyst geostrategischer Entwicklungen F. William Engdahl zeigt in dieser Chronik, wer den Krieg in der Ukraine in Wirklichkeit anheizt: Es sind die Vereinigten Staaten und ihre Geheimdienste. Messerscharf analysiert Engdahl Amerikas verborgene Strategie und belegt seine Auswertungen mit eindrücklichem Quellenmaterial.Um ihre Ziele zu erreichen, ist den USA jedes Mittel recht. Sie sorgten zum Beispiel dafür, dass die Proteste in Kiew immer gewalttätiger wurden. Zur Eskalation auf dem Majdan kam es, als Heckenschützen in die Menge feuerten und Menschen töteten. Die von den USA gelenkten Mainstream-Medien machten pro-russische Separatisten für die Taten verantwortlich. Eine perfide Täuschung der Öffentlichkeit! Denn der Autor beweist: Die Strategie, Heckenschützen einzusetzen, wurde von US-Geheimdiensten in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich angewandt. Auch in diesem Fall ging die Rechnung auf.Wie wird es in der Ukraine weitergehen? Wird es den US-Hardlinern gelingen, Russland durch Provokationen in einen offenen Krieg zu zwingen, der für Deutschland fatale Folgen hätte? Lesen Sie jetzt die Chronik von F. William Engdahl. Erfahren Sie, was sich in der Ukraine derzeit tatsächlich abspielt und worüber die manipulierten westlichen Medien nicht berichten:    Wie amerikanische NGOs in die Proteste in der Ukraine verwickelt sind    Wie das US-Außenministerium in flagranti während des Regimewechsels in der Ukraine ertappt wurde    Wie die USA für gewalttätige Demonstrationen bezahlten    Wie durch den IWF die ukrainischen »Kronjuwelen« geplündert werden sollen    Wie das neue Regime in der Ukraine Oligarchen und Gangster zu Gouverneuren und Ministern ernannte    Wie und warum die private US-Söldnerarmee Greyhound Limited in der Ukraine aktiv ist    Plant Obama mit den Saudis einen neuen Ölkrieg gegen Russland?    Wie Moskau dem amerikanischen GVO-Riesen Monsanto eine herbe Niederlage verpasste    Wie das Weiße Haus die EU über Erdgaslieferungen belügt    Wie Russland und China sich vom Dollar-System befreien    Wie EU und IWF die ukrainische Landwirtschaft plündern    Warum der Absturz von Flug MH17 eine »falsche Flagge« der CIA ist und warum sie nicht funktionieren wird    u.v.m.Lesen Sie, wie der Geopolitik-Experte F. William Engdahl die weitere Entwicklung einschätzt. Und wie wahrscheinlich ein Krieg zwischen den USA und Russland ist.gebunden, 208 Seiten, zahlreiche AbbildungenJournalisten entlarvten, dass der ADAC seinen Leserpreis »Gelber Engel« selbst manipulierte. Die Folge waren Entschuldigungen, Reformen, Reue. Bestimmt aber kein Eigenlob, dass der Leserpreis mal abgesehen von der Manipulation eigentlich ganz »herausragend« ist.

Was Journalisten bei anderen anmahnen, dazu sind sie offenbar selbst nicht im Geringsten bereit: Mit Fehlern offen umzugehen. Einfach mal niemanden auch noch für eine Berichterstattung zu belohnen, die den Ruf der Journalisten insgesamt beschädigt hat. Dafür bedarf es aber Fingerspitzengefühl oder einer »Fehlerkultur«.

Das Ganze erinnert eher an den Elefanten im Porzellanladen, ohne jedes Taktgefühl. Es ist beschämend, dass eine Branche, die kluge Worte sucht, sich dafür noch feiert. Dass sie Fehler, Verzerrungen, Einseitigkeit und Schweigen für »herausragend« hält. Dass ihr das Vertrauen der Menschen kostete. Jetzt lodert die Debatte um Uneinsichtigkeit und fehlende Objektivität wieder auf. Mea Culpa – wir, die Medien! Dieses Bekenntnis hätte nichts gekostet außer dem eigenen Stolz.

Die Fehler der Frau Atai

Golineh Atai erhält nicht den ersten Preis für »herausragende« Ukraine-Berichterstattung. Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis zeichnete die Reporterin bereits im April 2014 für ihre »Tugenden der persönlichen Zurückhaltung, der akribischen Ernsthaftigkeit und des unbedingten Willens zur Aufklärung« aus.

Persönliche Zurückhaltung: Im Mai 2014 bedauerte Atai: »Diese Militäroffensive kommt leider viel zu spät.« Gemeint war der Angriff der ukrainischen Regierung auf die Ost-Ukraine. Dabei gesteht Atai im Nachsatz selbst: »Wo man nicht mehr so recht unterscheiden kann zwischen pro-russischen Milizen und der Zivilbevölkerung.« Ein militärischer Angriff sollte weder zu früh, noch zu spät erfolgen. Er sollte besser gar nicht erst »kommen«, weil er Menschenleben kostet.

Akribische Ernsthaftigkeit: Atai unterstellt, dass Russland »hochprofessionelle Waffensysteme« und »Busladungen an Kämpfern« aus Tschetschenien in die Ukraine schleust. Die OSZE kann das trotz Beobachtern im Land nicht bestätigen. Frau Atai weiß offenbar mehr.

Unbedingter Wille zur Aufklärung: Ein humanitärer Konvoi aus Russland für die notleidenden Menschen in der Ost-Ukraine ist für die ARD-Reporterin natürlich ein Vorwand, um »Waffen, Gerät und Söldner in die Ost-Ukraine zu schicken«. Atai behauptet, dass das Internationale Rote Kreuz
Gekaufte Journalisten Udo Ulfkotte Journalisten manipulieren uns im Interesse der MächtigenHaben auch Sie das Gefühl, häufig manipuliert und von den Medien belogen zu werden? Dann geht es Ihnen wie der Mehrheit der Deutschen. Bislang galt es als »Verschwörungstheorie«, dass Leitmedien uns Bürger mit Propagandatechniken gezielt manipulieren. Jetzt enthüllt ein Insider, was wirklich hinter den Kulissen passiert.Der Journalist Udo Ulfkotte schämt sich heute dafür, dass er 17 Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gearbeitet hat. Bevor der Autor die geheimen Netzwerke der Macht enthüllt, übt er konsequent Selbstkritik. Er dokumentiert hier zum ersten Mal, wie er für seine Berichterstattung in der FAZ geschmiert und die Korruption gefördert wurde. Und er enthüllt, warum Meinungsführer tendenziös berichten und wie der verlängerte Arm der NATO-Pressestelle Kriege medial vorbereitet. Wie selbstverständlich wurde auch der Autor in die Netzwerke amerikanischer Eliteorganisationen aufgenommen, erhielt im Gegenzug für positive Berichterstattung in den USA sogar eine Ehrenbürgerurkunde.In diesem Buch erfahren Sie, in welchen Lobbyorganisationen welche Journalisten vertreten sind. Der Autor nennt Hunderte Namen und blickt auch hinter die Kulissen jener Organisationen, welche unsere Medien propagandistisch einseitig beeinflussen, etwa: Atlantik-Brücke, Trilaterale Kommission, German Marshall Fund, American Council on Germany, American Academy, Aspen Institute und Institut für Europäische Politik. Enthüllt werden zudem die geheimdienstlichen Hintergründe zu Lobbygruppen, die Propagandatechniken und die Formulare, mit denen man etwa bei der US-Botschaft Fördergelder für Projekte zur gezielten Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Deutschland abrufen kann.Wenn die CIA vorgibt, was geschrieben wirdKönnen Sie sich vorstellen, dass Geheimdienstmitarbeiter in Redaktionen Texte verfassen, welche dann im redaktionellen Teil unter den Namen bekannter Journalisten veröffentlicht werden? Wissen Sie, welche Journalisten welcher Medien für ihre Berichterstattung geschmiert wurden? Und haben Sie eine ungefähre Vorstellung davon, wie renommierte »Journalistenpreise« vergeben werden? Da geht es im Hintergrund zu wie bei den einstigen Ehrungen der »Helden der Arbeit« in der früheren DDR - da wird Propagandaarbeit ausgezeichnet. Vom Journalisten zum Propagandisten ist es nicht weit. Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie unsere Zeitungen mit ganz anderen Augen sehen, den Fernseher öfter einfach abschalten und auch wissen, was Sie dem Radio noch glauben können: fast nichts. Denn Ulfkotte schreibt auch penibel auf, welcher Sender welcher politischen Partei gehört und welche Journalisten wie beeinflusst werden. Sie erkennen, wie Sie manipuliert werden - und Sie wissen, von wem und warum. Am Ende wird klar: Meinungsvielfalt wird jetzt nur noch simuliert. Denn unsere »Nachrichten« sind häufig reine Gehirnwäsche.Gebunden, 336 Seitennichts von dem Konvoi weiß. Dazu gibt es Pressemeldungen auf dessen Homepage.

 

Wie befangen ist die ARD-Reporterin gegenüber Russland?

Natürlich kann man durchaus die Frage stellen, ob Golineh Atai als Moskau-Korrespondentin der ARD in der Lage ist, objektiv gegenüber Russland zu berichten. Ihre Biografie lässt daran zweifeln. 1974 in Teheran geboren, wuchs sie mit ihren Eltern in Hoffenheim auf. Sie engagiert sich im Verein »Transparency for Iran«, der es sich zur Aufgabe macht, den iranischen Staat zu kritisieren. Das mag ihr frei gestellt sein. Aber: Sie berichtet über Russland, das sich außenpolitisch eng an die Seite des Irans stellt. Gerade dem Land, das Frau Atai offenbar sehr aufgeladen, kritisch und emotional betrachtet.

Die Jury, die Golineh Atai zur »Journalistin des Jahres« kürte, schätzt die Journalistin sehr: »Sie ist fair und präzise, stellt sich der Kritik, ist souverän im Umgang mit Hassbloggern und Meinungsagenten.« Der Zuschauer kennt Frau Atai anders. Auch deshalb verstehen die Deutschen ihre Journalisten nicht mehr.

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Anschlag von ZDF auf die Wahrheit: Griechischer Wein, neu interpretiert

Gestern Abend sah ich nach dem Wetterbericht im ZDF (was anderes kann man ja da nicht mehr schauen) zufällig noch den Sonderbericht gegen 19.25 über Udo Jürgens. Unter anderem wurde das Musikstück “Griechischer Wein” kommentiert. Der Reporter sagte dabei, es ginge um die Wehmut der ganzen Gastarbeiter – jetzt kommt es – DIE JA DEUTSCHLAND AUFGEBAUT HABEN. Ich habe mich tatsächlich dermaßen beim Essen verschluckt, gehustet und nach Luft geschnappt und dann einen Schrei ausgestoßen und den Reporter lauthals verflucht, dass meine Frau echte Angst um meine Gesundheit bekam und meinte, ich könnte einen Herzinfarkt bekommen. In solch einer Wut war ich selten. Was diese dummdreisten Journalisten sich doch erdreisten zu sagen. Das ist doch eine Verhöhnung unsere Eltern. Haben die den ganzen Tag in der Sonne gelegen und die ganzen Fachkräfte Deutschland aufbauen lassen. Kamen diese Fachkräfte nur aus Mitgefühl nach Deutschland, um den armen, armen Deutschen zu helfen? Haben die eigentlich dann kostenlos gearbeitet und wenn nicht, womit wurden die dann bezahlt? Schließlich gab es doch nichts? Warum haben diese Fachkräfte mit solch einer Kompetenz und im Aufbau von Ländern erfahren, dann nicht ihre eigenen Länder aufgebaut. Die müßten uns doch heute haushoch überlegen sein.

Aber ich weiß: Die haben sich in Deutschland sowas von ausgelaugt, dass sich das sicher auch auf die nächsten Generationen noch ausgewirkt hat, dass die von der geleisteten Arbeit der Vorgänger so traumatisiert waren und immer noch sind, dass sie ihr eigenes Land nicht mehr aufbauen konnten. Deutschland ist einfach an allem schuld, egal was es ist. Bei der Kreuzigung von Jesus muß wohl auch ein Deutscher beteiligt gewesen sein, vielleicht ein germanischer Söldner in römischen Diensten?

Zitate

  • Udo Jürgens erklärte in der Bild-Zeitung: „Wer einen 70-Jährigen verprügelt, ihn mit ‘Scheiß-Deutscher’ beschimpft, hat in unserem Land nichts zu suchen”. “Das kann nicht sein. Aber wenn es um schwere Straftaten bei einem 12-Jährigen geht, darf es auch nicht sein, daß er hinterher sein Leben normal weiterführt.” Zudem betonte der Sänger, daß es um “Gewaltfeindlichkeit und nicht um Ausländerfeindlichkeit” gehe.

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Die russische Notenbank hat im Zuge der Rubel-Krise hatte Russland Teile ihrer Goldreserven verkauft, um den Rubel zu stützen. Auch die Devisenreserven sind deutlich geschrumpft. Die Inflation ist über 10 Prozent gestiegen. (48)

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht in den Bestrebungen der Ukraine, der Nato beizutreten, eine Gefahr für die Sicherheit in Europa. Der Westen nutze die Situation, um den Konflikt zwischen Kiew und Moskau anzuheizen. (47)

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Blackout: Ukraine schaltet der Krim den Strom ab

On December 26, 2014, in Endzeit, by admin

Die Ukraine hat die Stromversorgung der Krim vorübergehend gestoppt. Die Bewohner der Halbinsel sollen mehr Strom verbraucht haben, als für sie vorgesehen war. In den vergangenen Wochen ist es immer wieder zu Stromausfällen in der Ukraine gekommen. (43)

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Das Gutachten, das 32 Wirtschaftswissenschaftler für das Bundesfinanzministerium erstellt haben, ist der bisher radikalste Vorschlag zu einer grundlegenden Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Die Ökonomen kommen zu dem Schluss, dass der Rundfunkbeitrag eine Steuer ist. Sie skizzieren, warum ARD, ZDF und Deutschlandradio zu teuer sind und fordern das Ende von „Zwangsabgaben“. Schließlich weisen sie einen Weg, wie man mit mehr privatem Wettbewerb zu einem besseren Programm kommen kann. (29)

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Der belgische Künstler Arne Quinze hat im belgischen Mons eine gigantische Holz-Installation errichtet. Doch das Kunstwerk des Ex-Partners von Barbara Becker hatte offenbar gewisse statische Schwächen und brach noch vor der Eröffnung in sich zusammen. Das Werk war eigentlich als eine der Hauptattraktionen der Kulturhauptstadt 2015 gedacht. Finanziert wurde das unfreiwillige Spektakel von den europäischen Steuerzahlern. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. (31)

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Der wissenschaftliche Beirat im Finanzministerium fordert überraschend eine radikale Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems: Die Zwangsgebühr für alle Haushalte sei nicht zeitgemäß und solle reformiert werden. Gezahlt werden sollte nur noch für Sendungen mit öffentlich-rechtlichem Charakter. Ob die Bundesregierung dem Vorschlag folgen wird ist unklar. Bisher haben sich die Parteien sämtlichen Reformen des teuren Systems verweigert. (36)

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Der Weihnachtsfrieden von 1914

On December 25, 2014, in Schall und Rauch, by admin

Viele Soldaten aller Kriegsparteien waren 1914 enthusiastisch und voller Siegesgewissheit in den Krieg gezogen und hatten gehofft, “bis Weihnachten” wieder zu Hause zu sein. Dieser Optimismus verflog allerdings bald. Die bittere Realität der Schlachten im Spätsommer und Herbst 1914 hatte in wenigen Monaten eine deutliche Ernüchterung auf beiden Seiten der Front bewirkt. Statt einen beweglichen Krieg durchführen zu können, lagen die Soldaten sich nun zwischen der Schweiz und dem englischen Kanal festgefahren in Grabensystemen gegenüber.

So kam Weihnachten 1914, Nässe und Kälte brach über die Front ein, was alles in Schlamm versinken lies. Zu dieser Zeit gab es noch ein übergreifendes christliches Bewusstsein von Weihnachten als Fest der Nächstenliebe. Es kam auch in den in mehreren Sprachen ähnlich klingenden Weihnachtsliedern zum Ausdruck (Stille Nacht, heilige Nacht: Silent night, holy night und Douce nuit, sainte nuit).

Ebenfalls bekannt war unter den Soldaten die Botschaft des neuen Papstes Benedikt XV., der in seiner Antrittsrede im August 1914 um einen Waffenstillstand zu Weihnachten gebeten hatte. Dieser Wunsch wurde aber von der obersten Heeresführung beider Seiten abgelehnt.

Weihnachten 1914 erhielten die Soldaten auf beiden Seiten aus der Heimat noch Weihnachtsgeschenke. Jeder britische Soldat erhielt ein Päckchen des Königs, in dem er unter anderem eine Princess Mary Box fand, eine Metalldose mit dem gravierten Profilbildnis von Princess Mary, der einzigen Tochter Georgs V. Die Schachtel enthielt Schokolade, Scones (britisches Gebäck), Zigaretten, Tabak und eine Grusskarte der Prinzessin.

Viele deutsche Soldaten erhielten zu Weihnachten aus öffentlichen Mitteln gestiftete Geschenksendungen ihrer Heimatgemeinden, daneben Pakete ihrer Familien mit warmer Bekleidung, Essen, Alkohol, Zigaretten und Briefen. 1914 herrschte im Gegensatz zu den späteren Kriegsjahren noch keine besondere Knappheit an Nahrungs- und Genussmitteln in Deutschland. Zudem hatte die Oberste Heeresleitung zehntausende Miniaturweihnachtsbäume an die deutschen Fronten versandt, die zu Weihnachten erleuchtet werden sollten

So kam es unter den Soldaten zum sogenannten Weihnachtsfrieden, eine von der Befehlsebene nicht autorisierte Waffenruhe während des Ersten Weltkrieges am 24. Dezember 1914 und an den folgenden Tagen. Sie fand an einigen Abschnitten der Westfront statt, wo es vor allem zwischen Deutschen und Briten in Flandern zu spontanen Fraternisierungen kam.

Auch an Teilen der Ostfront gab es zu diesem Zeitraum keine Schusswechsel. Der Weihnachtsfrieden des Jahres 1914 bezeichnet heute vor allem die Ereignisse an der Front zwischen Mesen und Nieuwkapelle, an der sich Deutsche und Briten kriegerisch gegenüberstanden.

Der Morgen des 24. Dezember brachte einen klaren Tag. Der ständige Regen hatte aufgehört, an einigen Stellen des Sektors wurde zwar noch geschossen, an den meisten jedoch war Stille eingekehrt, die nur durch Zurufe der einander gegenüberliegenden Soldaten unterbrochen wurde. Erste Männer riefen den Gegner an, dass sie ihre Gefallenen bergen wollten. Es wurde nicht geschossen, als sie unbewaffnet ins Niemandsland gingen. Nachdem die Toten beerdigt waren, begannen die Soldaten miteinander zu sprechen. Viele Deutsche konnten Englisch verstehen.

Laut dem Tagebuch des deutschen Offiziers Leutnant Kurt Zehmisch vom sächsischen Infanterieregiment 134, der ein französisch und englisch sprechender Lehrer aus Weischlitz im Vogtland war, habe er seinen Leuten befohlen, während der Weihnachtsfeiertage nicht auf den Gegner zu schiesen. Sie hätten Kerzen und Tannenbäume auf die Gräben zu stellen.

Weiter schrieb er, dass die Briten durch Pfeifen und Klatschen ihre Zustimmung dazu mitteilten. Am folgenden Tag hielt Zehmisch fest, dass einige Briten mit einem Fussball aus ihrem Graben gekommen seien. Sie hätten hin und her gekickt. Der kommandierende englische Offizier und Zehmisch selbst seien der übereinstimmenden Meinung gewesen, dass all dies unvorstellbar und unglaublich wunderbar sei.

Entsprechend mehrerer Berichte gab es im Niemandsland mindestens ein gemeinsames Schweinegrillen, gegenseitiges Haareschneiden und Rasieren, mehrere Fussballspiele und es kam viele Male zum Austausch von Genussmitteln wie Tabak, Zigaretten und Schokolade. An einem französischen Frontabschnitt brachte ein Deutscher einen betrunkenen Franzosen zu seiner Stellung zurück und legte ihn vor dem Stacheldrahtverhau nieder. Der britische Captain Sir Edward Hulse von den Scots Guards musste feststellen, dass es zu Verbrüderungen gekommen war.

Zwischen Schotten und Hunnen [englisches Schimpfwort für Deutsche] fand weitestgehende Verbrüderung statt. Alle möglichen Andenken wurden ausgetauscht, Adressen gingen her- und hinüber, man zeigte sich Familienfotos usw. Einer von uns bot einem Deutschen eine Zigarette an. Der Deutsche fragte: ‚Virginia’? Unserer sagte: ‚Klar, straight-cut Schnitt’. Darauf der Deutsche: ‚Nein, danke, ich rauche nur türkischen…’ […] Darüber haben wir alle sehr gelacht.

Der informelle Waffenstillstand von Weihnachten 1914, den auch mit einigen französische und belgische Soldaten abgehalten wurde, endete am Neujahrstag. Deutsche und britische Soldaten trenntend sich widerwillig, in den Worten von Private Percy Jones der Westminster Brigade, “mit viel Händeschütteln und gegenseitigen guten Wünschen!” Danach ging der Krieg und das Töten auf Befehl von Oben wieder los.

Weihnachten 1915 gab es wiederum Versuche der Truppen, das Geschehen des Vorjahres zu wiederholen. Es wurde allerdings diesmal von den Befehlshabern unter Androhung von Kriegsgerichtsverfahren nicht mehr geduldet. Ab 1916 gab es schliesslich auch die inoffiziellen, kleinen Waffenstillstände zwischen den Gegnern nicht mehr. Das Niemandsland war zu einer ständigen Kampfzone geworden. In der Brutalität des Krieges gab es keinen Platz mehr für Menschlichkeit.

Was will ich mit dieser Wiedergabe der Zeitgeschichte sagen? Die einfachen Menschen die als Kanonenfutter an die Front geschickt wurden wollten keinen Krieg, wollen nicht den Gegenüber als Feind sehen, sondern haben in diesen Moment erkannt, sie sind alle gleich, haben die selben Wünsche, nämlich lieber zu Hause bei Familie und Freunde zu sein, statt sich gegeseitig abzuschlachten. Den Krieg wollte nur die globale Elite, am meisten die kriminellen Banker die beide Seiten finanzierten und den Krieg überhaupt ermöglichten.

Deshalb, jeder Versuch der heutigen kriminellen Elite wieder einen Krieg anzuzetteln, wieder mit Russland, muss auf unseren erbitterten Widerstand stossen. Wir müssen uns alle zusammen weigern eine Waffe in die Hand zu nehmern und an die Ostfront zu gehen. Auf das laufen nämlich die Wirtschaftssanktionen, das Russland-Bashing und die ganze Kriegshetzerrei der Medien hinaus. Wir sollen wieder die Russen hassen und sie töten … und dabei selber getötet werden. Neine danke, sicher nicht!!!

Auch wenn es sich um eine Werbung für eine britische Firma handelt, finde ich das folgende Video sehr gelungen, um die friedliche und freundschaftliche Stimmung die damals an der Front zwischen Engländern und Deutsche über Weihnachten 1914 herrschte zu zeigen. Genau wie Deutsche und Engländer damals realisierten, sie sind nicht Feinde, gibt es auch keine Feindschaft zwischen Russen und Deutsche heute :

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Beim Treffen der Minsker Kontaktgruppe gab es am Mittwoch keinen Durchbruch. Die Rebellen und Russland fordern ein Ende der Blockade der Wirtschaft im Osten durch die Regierung in Kiew. Menschenrechtsgruppen sprechen von verheerenden humanitären Zustände. Auch die OSZE sieht in humanitären Maßnahmen die oberste Priorität. (68)

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