Siemens steigt gross ins Fracking ein

On September 23, 2014, in Schall und Rauch, by admin

Der deutsche Grosskonzern Siemens hat am Montag verkündet, die amerikanische Firma Dresser-Rand für 7,6 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Gleichzeitig gaben die Münchener bekannt, sich vom Geschäft mit Haushaltsgeräten zu verabschieden und diese Sparte an die Robert Bosch GmbH für 3 Milliarden Euro zu verkaufen. Diesen Kauf und Verkauf haben die Medien allgemein berichtet. Was sie nicht erzählt haben, es handelt sich um eine bedeutende strategische Umorientierung des Konzerns, eine erhebliche Erweiterung des Öl- und Gasgeschäft und damit steigt Siemens ganz gross ins amerikanische Fracking ein, in die Ausbeutung von Ressourcen mit fragwürdigen Methoden zum Schaden der Umwelt. Klar, wenn man die wahren Hintergründe des Geschäfts darlegt, dann ist das keine gute PR, schliesslich ist Fracking sehr umstritten, birgt es doch Umweltrisiken und mögliche Gesundheitsgefahren und deshalb haben einige Länder und Regionen Fracking auf ihrem Gebiet gesetzlich verboten.

Die Übernahme von Dresser-Rand bedeutet, Siemens wird einer der grossen Teilnehmer an der boomenden nordamerikanischen Ölschieferindustrie werden. Entwickelt, baut und verkauft Dresser-Rand doch eine breite Palette an Produkte die in der Suche, Förderung und Raffinierung von Öl und Gas verwendet werden. Siemens-Chef Joe Kaeser sagte dazu am Montag: “Als Premiummarke im globalen Infrastrukturmarkt, ist Dresser-Rand eine perfekte Ergänzung zum Siemens-Portfolio. Die kombinierten Aktivitäten werden einen Weltklasseanbieter für den wachsenden Öl- und Gasmarkt sein.

Weg mit dem schnöden und langweiligen Küchengeräten, rein ins lukrative Fracking-Geschäft. Trägt doch die stark umweltverschmutzende Ölschieferindustrie laut einer Studie von McKinsey möglicherweise 690 Milliarden Dollar zum US-BIP bei und wird vielleicht bis 2020 1,7 Millionen Arbeitsplätze schaffen. Es spielt dabei keine Rolle, dass die Bevölkerung damit kein sauberes Trinkwasser mehr hat und beim Aufdrehen des Wasserhahn giftige Brühe rauskommt. Sollen sie doch Mineralwasser von den anderen Grosskonzernen wie Néstle kaufen. Profit ist in der heutigen Gesellschaft alles und es passt wunderbar zusammen.

Man schafft die Probleme, um die Lösung verkaufen zu können.

Ja diese unschönen Hintergründe erzählen einem die Medien nicht. Warum auch? Sind sie doch nur noch zu Pressesprecher und PR-Agenten der Grosskonzerne verkommen. Ich kann mir vorstellen, mit dem Grosseinstieg ins Fracking-Geschäft wird Siemens nicht nur in Nordamerika tätig sein, sondern auch in Europa, bzw. in Deutschland. Es erklärt auch warum kaum Widerstand gegen die Sanktionen gegen Russland in der deutschen Wirtschaft zu hören ist. Mir kommt sowieso vor, wie wenn die ganze Krise in der Ukraine vom Westen und speziell von Washington nur anzettelt wurde, um Fracking hoffähig zu machen, unter dem Vorwand der Energieunabhängigkeit von Russland.

Das Gas und Öl welches mit dieser umweltzerstörende Methode gefördert wird, muss ja irgendwohin. Die dummen Europär sollen es kaufen. Also stellt man Russland, Putin und damit Gazprom als etwas ganz böses dar. Dazu haben die Medien eine sehr effektive Schmierkampagne geliefert und es erklärt die Hysterie und das Russland-Bashing. Es kommt praktisch darauf hinaus, wer gegen Fracking ist, ist ein Putin-Versteher, ist für die Abhängigkeit von russischen Gas. Man stellt sogar die groteske Behauptung auf, Russland stecke hinter der europäischen Anti-Fracking-Bewegung.

Diese Anschuldigung erhob der Oberkriegshetzer und Oberlügner Anders Fogh Hassmussen, der Generalsekretär des westlichen Kriegsbündnisses NATO. Russland engagiere sich bei Umweltschutzorganisationen im Kampf gegen das Fracking, “um die europäische Abhängigkeit von russischem Importgas aufrechtzuerhalten“, warnte er in einer Rede in London im Juni. Der Irre sprach von einer “ausgeklügelten Informations- und Desinformationsoperation” der Russen, nannte aber keine Einzelheiten.

Umweltschutzverbände reagierten mit Spott und Empörung auf die Äusserungen Hassmussens. “Die Idee, dass wir Putins Marionetten sein sollen, ist so grotesk, dass man sich fragt, was für Sachen die im NATO-Hauptquartier rauchen“, sagte ein Sprecher von Greenpeace. Russlands Umweltminister Sergeij Donskoi wies Hassmussens Äusserungen auf seiner Facebook-Seite als lachhaft zurück. Der NATO-Generalsekretär solle seine Berater austauschen, um sich beim nächsten Mal nicht wieder zum Gespött von Experten zu machen.

Wie bei allen Konflikten und Kriegen, geht es um die Kontrolle der Energie, also darum, wer liefert Gas und Öl an die Weltmärkte. Nur Naivlinge glauben, es geht um Menschrechte, Demokratie und Kampf gegen den Terror. Die Terroristen werden als Bösewichte geschaffen, damit man einen Grund hat in den ölreichen Ländern militärisch intervenieren zu können. Wie ich schon mal sagte, würden die Hauptressourcen der arabischen Länder und des Iran nur aus Datteln und Pistazien bestehen, gebe es keine Kriege im Nahen- und Mittleren Osten, würde sich keine Sau um diese Länder kümmern.

Wenn wir gerade von Kriegen und Kriegsprofiteuren reden, im September 1999 verschmolz Dresser Industries mit Halliburton Industries, ja genau die Firma die ab 1995 von Dick Cheney als Chef geleitet wurde, den späteren US-Verteidigungsminister und vehementen Befürworter der Kriege gegen den Irak. Aber es geht weiter, zu Halliburton gehört Kellogg Brown-Root (KBR), die in allen Kriegen seit dem Bosnien-Krieg, über den Krieg gegen Afghanistan bis Irak von der US-Armee mit lukrativen Milliarden-Aufträgen versorgt wurde.

Prescott Bush (Grossvater Bush), der mit den Nazis kollaborierte und sie finanzierte, war ein Direktor von Dresser Industries und sein Sohn (Vater Bush), der ehemaiger Präsident George H. Bush, arbeite für Dresser Industries von 1948 to 1951, bevor er die Zapata Corporation gründete, eine Frontfirma für die CIA. George H. Bush wurde dann Chef der CIA, später Vizepräsident und Präsident. Sein Sohn George W. Bush wurde dann auch Präsident und führte den zweiten Krieg gegen den Irak. Öl und Krieg gehören immer schon zusammen und ist so profitabel!

Jetzt wo wir wissen, um was es bei dieser Milliarden-Akquisition durch Siemens wirklich geht, können die ganzen Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace die Anti-Fracking-Demonstrationen vor der Konzernzentrale von Siemens in München in Zukunft abhalten. Ist doch deren offizielle Linie: “Fracking steht für klimaschädlich, giftig, unnötig riskant und wird von den Wählern nicht gewollt.” Und weiter: “Um Öl und Gas aus Gesteinsschichten zu lösen, wird unter enormem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und zum Teil hochgiftigen Chemikalien in die Erde gepumpt.

Es ist klar, dass Dinge, die in die Erde gepresst werden, den Weg zurück an die Oberfläche finden und somit zu den Menschen gelangen“, sagt Frackingexperte Christoph von Lieven. “Die eingesetzten Chemikalien und auch alleine schon die aus dem Untergrund gelösten Stoffe, welche mit an die Oberfläche gefördert werden, können zu Leberschäden, chronischen Nervenschäden und Krebs führen.” Anstatt den Ausbau der erneuerbarer Energien voranzutreiben, will man umweltschädliche Energiegewinnung durchführen. Hallo Siemens-Aktionäre, ist euch diese Tatsache mit dem Kauf von Dresser-Rand und damit grossen Einstieg ins Fracking-Geschäft bewusst?

Copyright – Alles Schall und Rauch Blog

(37)

46 total views, 46 views today

Die ehemalige Bundesjustizministerin und SPD-Abgeordnete Herta Däubler-Gmelin kündigt an, dass die SPD und die Öffentlichkeit sehr genau kontrollieren werden, ob Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel beim TTIP in der Bunderegierung die roten Linien einhalten wird, die ihm die Partei vorgegeben hat. Sie warnt vor der von Angela Merkel vorgegebenen Tendenz zur „marktkonformen Demokratie“. (52)

60 total views, 60 views today

Die Zinserhöhung in den USA wird umso drastischer ausfallen, je länger sie aufgeschoben wird. Dies zeigen die Prognosen der Mitglieder des höchsten Fed-Gremiums. Demnach wird nach der Wende ein neuer Zinszyklus beginnen, an dessen Ende zwangsläufig zahlreiche Unternehmenspleiten stehen werden. (42)

51 total views, 51 views today

Apple bedient zum Verkaufsstart neuer Produkte meist nur einen Bruchteil der Nachfrage. So entstehen die imagefördernden langen Schlangen. Doch die Mehrzahl der Wartenden harrt nicht aus Liebe zu den Produkten tagelang vor den Läden aus, sondern für Geld: Sie nutzen das knappe Angebot, um die Ware zu Spitzenpreisen auf dem Schwarzmarkt weiter zu verkaufen. (48)

57 total views, 57 views today

Das schottische Referendum hat die Katalanen bestärkt. Die Region will die Abspaltung von Spanien mit allen Mitteln. Am 9. November soll es dazu eine eigene Abstimmung geben. Madrid will die Unabhängigkeits-Bewegung verhindern und droht mit dem Verfassungsgericht. (36)

45 total views, 45 views today

Der geplante Militäreinsatz der USA im Irak könnte zu einem Zerwürfnis mit der neuen Regierung in Bagdad führen: Ein stellvertretender Premierminister sagte kryptisch, man wisse wer den IS gegründet habe. Ein hochrangiger schiitischer Kleriker sagte, der IS seine Erfindung der CIA. Die Amerikaner haben eine Zusammenarbeit mit dem Iran im Kampf gegen den IS-Terror abgelehnt. (35)

46 total views, 46 views today

Die österreichische Raiffeisenbank erwartet wegen der Ukraine Krise in diesem Jahr einen Verlust. Die Bank ist in der Ukraine massiv engagiert. Raiffeisen bereits vor einiger Zeit ein Spar-Programm wegen der Osteuropa-Geschäfte aufgelegt. (39)

43 total views, 43 views today

Logistikbranche: Stimmungsbarometer sinkt

On September 23, 2014, in Endzeit, by admin

Die deutsche Logistikbranche sieht wegen der schwachen Konjunkturentwicklung skeptisch in die Zukunft. Das Stimmungsbarometer fällt um 13 Punkte auf den Stand von vor einem Jahr. Die Unsicherheit steigt wegen der Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten. (27)

32 total views, 32 views today

Die Energiesicherheit in der EU nimmt ab. Eine wirksame Methode, unabhängiger von Gasimporten aus Russland zu werden, liegt in der Förderung der Biogas-Produktion. Wirtschaftsminister Gabriel hat die Mittel dafür allerdings zusammengestrichen. (28)

34 total views, 34 views today

Verteidigungsministerin Von der Leyen wirbt in der Bundeswehr um Freiwillige für einen Einsatz gegen Ebola. Es seien jetzt „alle gefragt, schnell und wirkungsvoll zu helfen“. Ob die oberste Befehlshaberin selbst mit in das Seuchengebiet reisen will, ist nicht bekannt. (29)

36 total views, 36 views today

WordPress主题